Das Coronavirus hat die Welt verändert und wirft weiterhin viele Fragen auf. Neben den bekannten Atemwegssymptomen und systemischen Auswirkungen des Virus berichten einige Menschen über Krämpfe in den Händen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion oder den Folgen davon. Dieser Artikel beleuchtet die möglichen Ursachen für diese Krämpfe, geht auf Behandlungsmöglichkeiten ein und gibt Hinweise, wie man sich vor einer Ansteckung schützen kann.
Das Coronavirus und seine vielfältigen Auswirkungen
Das neue Coronavirus Sars-CoV-2 wird hauptsächlich durch direkten Kontakt zwischen Menschen übertragen, beispielsweise im Gespräch, durch kleine Tröpfchen, die beim Atmen, Husten oder Niesen freigesetzt werden. Aerosole, also Tröpfchenkerne kleiner als fünf Mikrometer, können ebenfalls zur Verbreitung beitragen. Übertragungen über Oberflächen sind durch Schmierinfektionen denkbar, aber es gibt derzeit keine nachgewiesenen Fälle von Infektionen über kontaminierte Lebensmittel.
Zum Schutz vor Ansteckung empfehlen Experten regelmäßiges Händewaschen, Desinfektionsmittel und das Einhalten eines Abstands von mindestens 1,5 Metern. Es ist ratsam, das Berühren von oft angefassten Oberflächen zu vermeiden und zu Hause als erstes die Hände gründlich zu waschen. Das Tragen von Schutzmasken kann helfen, die Ausbreitung von Tröpfchen zu reduzieren, sollte aber nicht zu einer falschen Sicherheit führen, die dazu verleitet, die Abstandsregeln zu vernachlässigen.
Die meisten Menschen erleben eine leichte Erkältungssymptomatik mit Frösteln und Halsschmerzen oder haben gar keine Symptome. Es können aber auch Fieber, Husten, Atemprobleme, Schwindel, Kopfschmerzen oder Durchfall auftreten. Häufig verlieren Patienten zumindest zeitweise ihren Geruchs- und Geschmackssinn. In den meisten Fällen verläuft die Infektion mild, aber es können auch andere Organe in Mitleidenschaft gezogen werden. Studien haben gezeigt, dass das Coronavirus nicht nur ein Lungenvirus ist, sondern auch Nieren, Herz, Leber, Gehirn und Blut befallen kann.
Mögliche Ursachen für Krämpfe in den Händen im Zusammenhang mit Corona
Krämpfe in den Händen können verschiedene Ursachen haben, die direkt oder indirekt mit einer Corona-Infektion zusammenhängen können. Hier sind einige mögliche Erklärungen:
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- Neurologische Komplikationen: Das Coronavirus kann das Nervensystem beeinträchtigen, was zu neurologischen Symptomen wie Muskelschwäche, Bewusstseinsstörungen und Krampfanfällen führen kann. In einigen Fällen wurde über das Guillain-Barré-Syndrom berichtet, eine Nervenerkrankung, die zu Lähmungen führen kann.
- Critical-Illness-Polyneuropathie (CIP) und -Myopathie (CIM): Diese neurologischen Langzeitfolgen einer schweren Erkrankung, insbesondere nach intensivmedizinischer Behandlung, können zu Gefühlsstörungen, Taubheitsgefühl, schmerzhaften Missempfindungen und Muskelschwäche in den Extremitäten, einschließlich der Hände, führen.
- Thrombosen: Covid-19 kann die Entwicklung von Thrombosen fördern, also die Bildung von Blutgerinnseln. Diese Gerinnsel können die Blutversorgung der Muskeln und Nerven in den Händen beeinträchtigen und so Krämpfe verursachen.
- Dehydration und Elektrolytungleichgewicht: Fieber, Durchfall und andere Symptome einer Corona-Infektion können zu Dehydration und einem Ungleichgewicht von Elektrolyten wie Natrium, Kalium und Magnesium führen. Diese Elektrolyte sind wichtig für die normale Muskelfunktion, und ein Mangel kann Krämpfe auslösen.
- Stress und Angst: Die Corona-Pandemie und die Erkrankung selbst können Stress und Angst verursachen, was wiederum zu Muskelverspannungen und Krämpfen führen kann.
- Post-COVID-Syndrom/Long-COVID: Bei manchen Menschen treten auch nach überstandener Infektion Langzeitfolgen auf, die als Post-COVID-Syndrom oder Long-COVID bezeichnet werden. Dazu können Müdigkeit, Muskelschmerzen und neurologische Symptome gehören, die möglicherweise auch Krämpfe in den Händen verursachen können.
- Hautveränderungen: Frostbeulenartige Hautveränderungen an Fingern und Zehen, auch bekannt als COVID-Zehen oder -Finger, können im weiteren Verlauf zu Entzündungen, Juckreiz, Schwellungen und Rötungen führen. Im schlimmsten Fall kann die Haut aufreißen und sich abschälen, was Krämpfe und Beschwerden verursachen kann.
Behandlungsmöglichkeiten für Krämpfe in den Händen
Die Behandlung von Krämpfen in den Händen hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab. Hier sind einige allgemeine und spezifische Ansätze:
- Ärztliche Untersuchung: Es ist wichtig, einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache der Krämpfe abzuklären. Der Arzt kannTests durchführen, um neurologische Probleme, Elektrolytungleichgewichte oder andere Erkrankungen auszuschließen.
- Medikamentöse Behandlung: Je nach Ursache können Medikamente zur Linderung der Krämpfe eingesetzt werden. Bei neurologischen Problemen können beispielsweise Schmerzmittel,Antiepileptika oderImmuntherapien in Frage kommen. Bei Elektrolytungleichgewichten können entsprechendePräparate verabreicht werden.
- Physiotherapie und Ergotherapie: Physiotherapie und Ergotherapie können helfen, dieMuskelkraft und Flexibilität in den Händen zu verbessern. SpezielleÜbungen können Krämpfe lösen und dieFunktion der Hände wiederherstellen. Bei Critical-Illness-Polyneuropathie (CIP) und -Myopathie (CIM) ist eine Kombination aus Muskelaufbau, Elektrostimulation, Bädertherapie und thermischer Stimulation wichtig.
- Entspannungstechniken: Stress und Angst können Krämpfe verstärken. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder progressive Muskelentspannung können helfen, die Muskelspannung zu reduzieren.
- Hydration und Elektrolytzufuhr: Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und nehmen Sie gegebenenfalls Elektrolytlösungen zu sich, um Elektrolytungleichgewichte auszugleichen.
- Wärme- und Kälteanwendungen: Wärme kann helfen, Muskelverspannungen zu lösen, während KälteEntzündungen reduzieren kann. Probieren Sie aus, was Ihnen besser hilft.
- Behandlung von Long-COVID-Symptomen: BeiLong-COVID-Symptomen kann eineRehabilitation sinnvoll sein, um die körperliche und psychischeGesundheit wiederherzustellen. InPost-COVID-Schwerpunkt-Kliniken werdenPatienten ganzheitlich und fachübergreifend behandelt, um sowohl körperliche als auch psychischeSymptome zu lindern.
- Schmerztherapie: Bei schmerzhaften Missempfindungen, wie sie bei Critical-Illness-Polyneuropathie (CIP) auftreten können, kann eine medikamentöse Schmerztherapie mit Tabletten oder Pflastern eingesetzt werden.
Präventive Maßnahmen zum Schutz vor Corona
Um das Risiko einer Corona-Infektion und möglicher Folgeerkrankungen zu minimieren, sollten folgende Maßnahmen beachtet werden:
- Hygienemaßnahmen: Regelmäßiges und gründliches Händewaschen mit Seife für mindestens 20 Sekunden, insbesondere nach dem Aufenthalt in öffentlichen Räumen oder dem Kontakt mit potenziell kontaminierten Oberflächen.
- Abstand halten: Halten Sie einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Personen, insbesondere in geschlossenen Räumen.
- Maske tragen: Tragen Sie eine Mund-Nasen-Bedeckung in öffentlichen Räumen, in denen der Abstand nicht eingehalten werden kann. Achten Sie darauf, dass die Maske richtig sitzt und regelmäßig gewechselt wird.
- Impfen: Lassen Sie sich gegen das Coronavirus impfen und nehmen Sie gegebenenfalls Auffrischungsimpfungen wahr. Die Impfung reduziert das Risiko einer schweren Erkrankung und kann auch vor Langzeitfolgen schützen.
- Lüften: Sorgen Sie für regelmäßige Belüftung von geschlossenen Räumen, um die Konzentration von Aerosolen zu reduzieren.
- Kontakte reduzieren: Vermeiden Sie unnötige Kontakte, insbesondere zu Personen mit Erkältungssymptomen.
- Gesundheitsamt kontaktieren: Wenn Sie Kontakt zu einer positiv getesteten Person hatten oderSymptome entwickeln, kontaktieren Sie umgehend das zuständige Gesundheitsamt.
Post-COVID-Rehabilitation
Die MEDICLIN Kliniken haben ein interdisziplinäres Post-Covid-Reha-Programm für die stationäreRehabilitation entwickelt. Das Konzept basiert auf fünf Säulen: Diagnostik, interdisziplinäre Konsile, Therapiemodule, zentrales Post-Covid-Experten-Board und die wissenschaftliche Auswertung. Da häufig viele verschiedene Organe und Körpersysteme betroffen sind, arbeiten Experten aus verschiedenen medizinischen Disziplinen zusammen, darunter Neurologie, Innere Medizin (Pneumologie, Kardiologie, Diabetologie), Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde.
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