Crystal Meth, auch bekannt als Methamphetamin, ist eine synthetische Droge, die zu den Psychostimulanzien gehört. Es ist bekannt für sein hohes Abhängigkeitspotential und seine erheblichen gesundheitlichen Auswirkungen. Der Konsum von Crystal Meth hat in den letzten Jahren zugenommen und ist zu einem wachsenden Problem geworden, insbesondere in bestimmten Regionen Deutschlands. Die Droge wirkt auf das Gehirn, indem sie die Freisetzung von Neurotransmittern wie Dopamin, Serotonin und Noradrenalin beeinflusst. Dieser Artikel beleuchtet die Zusammenhänge zwischen Crystal Meth Konsum, Schlafstörungen und den Auswirkungen auf das Dopaminsystem, sowie die langfristigen Folgen und Behandlungsmöglichkeiten.
Was ist Crystal Meth?
Crystal Meth, auch Methamphetamin (N-Methyl-alpha-methylphenethylamin, kurz N-Methylamphetamin) genannt, ist eine weiße, manchmal auch gelbliche Substanz, die geruchlos ist und bitter schmeckt. Die synthetische Droge wird meist in Form von Kristallen oder Kapseln sowie als Pulver angeboten. Synthetische Drogen werden in illegalen Laboren künstlich hergestellt.
Die Bezeichnung "Crystal Meth" kommt nicht von ungefähr: In kristalliner Form ähnelt die Substanz kleinen Eiskristallen oder Glassplittern. In der Szene nennt man Crystal Meth kurz auch Crystal oder Meth. Das Metamphetamin ist auch unter anderen Namen bekannt, so zum Beispiel:
- Eis, Ice
- Glass
- Crank
- Yaba
- Piko
- Crystal-Speed
- Kristall
- Panzerschokolade
Die Idee, Methamphetamin zu konsumieren, ist nicht neu - die Droge wurde 1893 erstmals als Flüssigkeit synthetisiert. 1921 gelang es dem Chemiker Akira Ogata, die Substanz zu kristallisieren. So entstand Methamphetamin-Hydrochlorid, das man im Zweiten Weltkrieg unter dem Namen Pervitin verwendete, um Soldaten zu mehr Leistungsfähigkeit zu verhelfen („Panzerschokolade“).
Verbreitung und Konsum von Crystal Meth
Die Menge der beschlagnahmten Drogen in Deutschland legt nahe, dass der Crystal-Meth-Konsum hierzulande zugenommen hat. In den letzten 20 Jahren verdoppelte sich das vom Bundeskriminalamt beschlagnahmte Methamphetamin. Fachleute gehen jedoch von einer noch höheren Dunkelziffer aus. Im November wurde ein Rekordfund verzeichnet, bei dem rund 200 Kilogramm Crystal Meth sichergestellt wurden.
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Die Verbreitung der Droge ist dabei hauptsächlich, aber nicht ausschließlich auf die Grenzregion zu Tschechien beschränkt (vor allem Bayern und Sachsen). Weltweit wird Crystal Meth hauptsächlich in den USA sowie in Asien konsumiert.
In den USA wird Methamphetamin als Desoxyn mitunter auch zu medizinischen Zwecken eingesetzt. Es wird als Betäubungsmittel geführt und dient etwa zur Behandlung von ADHS, Narkolepsie oder starkem Übergewicht. In Deutschland ist der Wirkstoff nicht als verschreibungsfähiges Arzneimittel zugelassen.
Crystal Meth lässt sich auf verschiedenen Wegen konsumieren. Man kann das Methamphetamin
- schnupfen,
- spritzen (in gelöster Form),
- oral als Kapsel einnehmen oder
- rauchen.
Insbesondere, wenn Methamphetamin geraucht oder gespritzt wird, ist die Gefahr einer Überdosierung hoch. Erst leichter Schwindel, dann völlige Benommenheit und beim Aufwachen ein Filmriss: So kann es Menschen ergehen, die Opfer von K.O.-Tropfen werden.
Wirkung von Crystal Meth auf das Gehirn
Methamphetamin überwindet die Blut-Hirn-Schranke und erreicht so das Belohnungszentrum im Gehirn. Denn der Wirkstoff sorgt dafür, dass der Organismus vermehrt die Botenstoffe Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin freisetzt. Diese Stoffe kommen normalerweise zum Einsatz, wenn ein Mensch einer Gefahrensituation ausgesetzt ist. Der Körper wird durch die Einnahme von Crystal Meth somit in eine Art künstlichen Stresszustand versetzt - mit der entsprechenden Wirkung:
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- Die Leistungsbereitschaft ist erhöht.
- Die Konsumierenden werden unruhig und haben einen starken Bewegungsdrang.
- Atmung und Herzfrequenz nehmen zu.
- Die Pupillen erweitern sich.
- Körpertemperatur und Blutdruck steigen.
- Körperliche Grundbedürfnisse wie Hunger, Durst oder Müdigkeit werden nicht mehr oder kaum noch wahrgenommen. Auch Schmerzen verschwinden oder treten gar nicht erst auf.
Wirkung auf die Psyche
Auf die Psyche hat Crystal Meth eine euphorisierende und aufputschende Wirkung. Der* die Konsumierende ist kontaktfreudiger als normal und verspürt einen starken Rededrang (Logorrhoe). Zu weiteren typischen psychischen Effekten zählen:
- ein übersteigertes Selbstbewusstsein - bis hin zum Größenwahn und dem Gefühl, allmächtig zu sein
- eine Überschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit
- Enthemmung
- eine gesteigerte Lust auf Sex
- Gedankensprünge
- ein gestörtes Zeitempfinden
Die Wirkung von Crystal hält - je nach Dosis - etwa vier bis zwölf Stunden an. Bei hohen Dosen kann der Effekt von Methamphetamin auch bis zu 48 Stunden fortbestehen.
Nachwirkungen
An den Tagen nach der Einnahme kehrt sich die Wirkung von Crystal Meth um. Das Schlafbedürfnis kann stark erhöht sein, zudem kann der Konsum im Anschluss zu Erschöpfung, Gereiztheit, Angst, Antriebslosigkeit und Depressionen führen.
Crystal Meth und Dopamin: Ein zentraler Zusammenhang
Methamphetamin wirkt auf das Gehirn, indem es eine massive Freisetzung der Neurotransmitter Dopamin, Serotonin und Noradrenalin verursacht. Gleichzeitig verhindert es, dass diese Botenstoffe in die Nervenzellen zurücktransportiert oder abgebaut werden. Dadurch bleiben sie länger aktiv, was die intensive und langanhaltende Wirkung von Methamphetamin erklärt.
Der hohe Dopamin-Ausstoß führt bei wiederholtem Konsum zur Erschöpfung des Dopamin-Haushalts, was Gedächtnisstörungen, Konzentrationsprobleme und depressive Verstimmungen zur Folge haben kann. Vor allem bei Jugendlichen, deren Gehirn sich noch entwickelt, kann Meth dauerhafte Schäden verursachen.
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Dopamin und seine Rolle
Dopamin ist ein Neurotransmitter, der eine zentrale Rolle im Belohnungssystem des Gehirns spielt. Es ist beteiligt an der Steuerung von Motivation, Freude, Bewegung und Kognition. Bei natürlichen Belohnungen, wie Essen oder sozialer Interaktion, wird Dopamin freigesetzt und erzeugt ein Gefühl des Wohlbefindens.
Methamphetamin verstärkt diesen Effekt jedoch in extremer Weise. Die massive Freisetzung von Dopamin führt zu einer intensiven Euphorie, die jedoch von einer raschen Erschöpfung der Dopaminspeicher gefolgt wird. Dies führt zu einem starken Verlangen nach der Droge, um den Dopaminspiegel wieder zu erhöhen und die angenehmen Gefühle erneut zu erleben (Craving).
Langfristige Auswirkungen auf das Dopaminsystem
Langfristiger Konsum von Methamphetamin kann zu einer Schädigung der dopaminergen Nervenzellen führen. Studien haben gezeigt, dass Methamphetamin neurotoxisch wirkt und Nervenzellen absterben lässt, die auf Dopamin reagieren. Dies kann zu einer dauerhaften Beeinträchtigung des Dopaminsystems führen, was sich in chronischer Depression, Antriebslosigkeit und Gedächtnisstörungen äußern kann.
Crystal Meth und Schlafstörungen
Schlafstörungen sind eine häufige Begleiterscheinung des Crystal Meth Konsums. Die stimulierende Wirkung der Droge führt zu einer überreizten Wachheit, die das Einschlafen erschwert und den Schlaf unterbricht. Darüber hinaus können die Nachwirkungen des Konsums, wie Angst, Unruhe und Depressionen, ebenfalls zu Schlafstörungen beitragen.
Akute Schlafstörungen
Während der akuten Wirkung von Crystal Meth werden körperliche Grundbedürfnisse wie Müdigkeit kaum noch wahrgenommen. Konsumenten können stundenlang wach und aktiv bleiben, ohne das Bedürfnis nach Schlaf zu verspüren. Dies führt zu einer überreizten Wachheit bei gleichzeitiger körperlicher Erschöpfung.
Chronische Schlafstörungen
Langfristiger Konsum von Methamphetamin kann zu chronischen Schlafstörungen führen. Die Schädigung des Dopaminsystems und anderer Neurotransmittersysteme kann den Schlaf-Wach-Rhythmus nachhaltig stören. Betroffene leiden unter Ein- und Durchschlafstörungen, unruhigem Schlaf und einer verminderten Schlafqualität.
Zusammenhang mit Entzugserscheinungen
Zu den Entzugserscheinungen von Crystal Meth zählen innere Unruhe, Müdigkeit und starke Schlafstörungen. Die Betroffenen sind schlecht gelaunt, sie fühlen sich depressiv. Diese Entzugserscheinungen können den Teufelskreis der Abhängigkeit verstärken, da die Betroffenen erneut zur Droge greifen, um die unangenehmen Symptome zu lindern.
Folgen von Crystal Meth Konsum für Körper und Psyche
Das Abhängigkeitspotential von Crystal Meth gilt als sehr hoch: Die Konsumierenden verspüren einen ungemein starken Druck, erneut zur Droge zu greifen (sogenanntes Craving). Wie schnell eine solche Abhängigkeit entsteht, ist von mehreren Faktoren abhängig, unter anderem von der Person selbst. Abhängige müssen rasch immer höhere Dosen zu sich nehmen, um noch dieselbe Wirkung zu spüren.
Da Bedürfnisse wie Hunger oder Müdigkeit kaum wahrgenommen werden und darüber hinaus die eigenen Kräfte überschätzt werden, kann es nach der Einnahme von Crystal Meth zum körperlichen und psychischen Zusammenbruch kommen.
Langfristiger Konsum von Methamphetamin kann die Gesundheit erheblichen Schaden nehmen. Welche Folgen die Einnahme von Crystal Meth hat, hängt insbesondere von der Konsumform, der Einnahmedauer und der Dosis ab. Zu möglichen Folgen und Komplikationen zählen beispielsweise:
- Persönlichkeitsveränderungen (Betroffene wirken zum Beispiel gefühlskalt und stumpfen ab)
- depressive Verstimmungen
- Aggressionen
- starker Gewichtsverlust
- Entzündungen der Haut (sogenannte "Speed-Pickel")
- Zahnprobleme bis hin zu Zahnausfall
- Magenprobleme, Magendurchbruch
- Schäden an Leber und Nieren
- Schäden im Gehirn
- Bluthochdruck bis zum Schlaganfall
- Schlafstörungen
- Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme
- Kreislaufprobleme und Herzrhythmusstörungen
- erhöhtes Risiko für Morbus Parkinson
- Erektionsstörungen
Crystal Meth gilt als neurotoxisch: Bei längerem Gebrauch sterben Nervenzellen ab, die auf die Botenstoffe Dopamin und Serotonin reagieren, was zu Nervenschäden im Gehirn führen kann.
Als besonders problematisch gilt ein Mischkonsum. Eine Überdosierung von Crystal Meth führt zu einem Zustand, der lebensbedrohlich sein kann. Mögliche Anzeichen für eine Überdosierung sind:
- übermäßiges Schwitzen
- Kopfschmerzen
- Überhitzung (Hyperthermie)
- Übelkeit und Erbrechen
- Zittern und Krämpfe
- Mundtrockenheit
- geröteter Kopf
- Fieber
- Lähmungserscheinungen
- Bewusstlosigkeit
- psychotische Symptome wie etwa Angst oder Wahnvorstellungen
- Abfall des Blutdrucks
Betroffene können zudem unter Atemnot leiden, die unter Umständen bis zur Atemlähmung mit Erstickungsgefahr führen.
Behandlung von Crystal Meth Abhängigkeit und Schlafstörungen
Menschen, die unter einer Suchterkrankung leiden, schaffen den Entzug in der Regel kaum ohne fremde Hilfe. Im ersten Schritt können sich Betroffene an verschiedene Anlaufstellen für Suchtfragen wenden:
- Sucht- und Drogen-Hotline
- Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e. V.
Eine Überdosis kann lebensgefährlich sein!
Therapieansätze
Die Behandlung von Crystal Meth Abhängigkeit umfasst in der Regel eine Kombination aus:
- Entgiftung: Hierbei wird der Körper von der Droge entgiftet, um Entzugserscheinungen zu lindern.
- Entwöhnung: In dieser Phase lernen die Betroffenen, ein Leben ohne Drogen zu führen und Rückfälle zu vermeiden.
- Psychotherapie: Psychotherapeutische Ansätze, wie die kognitive Verhaltenstherapie, können helfen, die Ursachen der Sucht zu erkennen und alternative Verhaltensweisen zu entwickeln.
- Selbsthilfegruppen: Der Austausch mit anderen Betroffenen in Selbsthilfegruppen kann eine wichtige Unterstützung bieten.
Medikamentöse Unterstützung
Es gibt derzeit keine spezifischen Medikamente zur Behandlung von Crystal Meth Abhängigkeit. Allerdings können Medikamente eingesetzt werden, um Entzugserscheinungen zu lindern und Begleiterkrankungen, wie Depressionen oder Angststörungen, zu behandeln.
In Bezug auf Schlafstörungen können verschiedene Ansätze verfolgt werden:
- Schlafhygiene: Die Einhaltung einer guten Schlafhygiene, wie regelmäßige Schlafzeiten, eine ruhige Schlafumgebung und der Verzicht auf stimulierende Substanzen vor dem Schlafengehen, kann helfen, den Schlaf zu verbessern.
- Medikamente: In einigen Fällen können Schlafmittel kurzfristig eingesetzt werden, um den Schlaf zu fördern. Allerdings sollten diese nur unter ärztlicher Aufsicht und nicht über einen längeren Zeitraum eingenommen werden.
Bedeutung der Rehabilitation
Eine erfolgreiche Rehabilitation erfordert neben der Entwöhnungsbehandlung weitere Unterstützung. Zentral sind die Versorgung mit Wohnraum und zumindest die wirtschaftliche Absicherung. In einem nächsten Schritt kommt der beruflichen Integration eine wichtige Bedeutung zu, aber ggf. auch dem Thema Überschuldung sowie rechtlichen Problemen.
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