CT vs. MRT in der Neurologie: Unterschiede, Anwendungen und Tipps

Die neurologische Diagnostik hat in den letzten Jahrzehnten erhebliche Fortschritte gemacht. Bildgebende Verfahren wie die Computertomographie (CT) und die Magnetresonanztomographie (MRT) sind heute Standarduntersuchungen, die detaillierte Einblicke in das Gehirn, die Wirbelsäule und das Nervensystem ermöglichen. Beide Methoden liefern hochauflösende Bilder des Körpers und dienen der Diagnose und Untersuchung verschiedener Erkrankungen und anatomischer Strukturen. Obwohl beide Untersuchungen nicht schmerzhaft sind, empfinden Menschen die bildgebenden Verfahren oftmals als unangenehm. Dieser Artikel beleuchtet die Unterschiede zwischen CT und MRT, ihre jeweiligen Stärken und Schwächen in der neurologischen Diagnostik, und gibt Hinweise für Patienten, die sich einer solchen Untersuchung unterziehen müssen.

Grundlagen von CT und MRT

Computertomographie (CT)

Die Computertomographie (CT) ist ein spezielles Röntgenverfahren, das hochauflösende Schnittbilder und farbige 3D-Ansichten aller Körperteile erstellt. Im Inneren des Computertomographen befindet sich ein Röntgengerät, das um die Patient:innen rotiert. Ein dünner Röntgenstrahl durchleuchtet das Gewebe. Der entstehende Schatten wird von einem Detektor gegenüber der Röntgenröhre gemessen. Eine Software rekonstruiert auf Grundlage dieser Daten die Schnittbilder, die Patient:innen und Ärzt:innen anschließend sehen. Die CT ist eine Röntgenuntersuchung, die mit einem Computertomografen durchgeführt wird. Dieser Apparat besteht im Groben aus einem Ring, der rotiert und in dessen Inneren die Röntgenstrahlen entstehen, sowie einer Liege, die durch den Ring hindurchfährt. Die zu untersuchende Person liegt auf der Liege, dabei werden Schicht für Schicht Schnittbilder von einer bestimmten Körperregion oder dem gesamten Körper gemacht. Die CT ist eine kurze Untersuchung, die maximal 30 Minuten dauert. Die zu untersuchende Person legt sich dazu auf die Liege und wird durch die Röhre gefahren. Da Bewegung die Bildqualität beeinflussen kann, sollte man möglichst still liegen. Ebenso wie bei einer normalen Röntgenaufnahme befinden sich die Mitarbeitenden aufgrund der Strahlung außerhalb des Raumes und geben über eine Sprechanlage Informationen durch. Weil die Atmung ebenso zu Bewegung führt, muss man je nach Körperregion manchmal kurz die Luft anhalten.

Magnetresonanztomographie (MRT)

Im Gegensatz dazu verwendet die Magnetresonanztomographie (MRT) ein starkes Magnetfeld und Radiowellen, um hochauflösende Bilder des Körpers zu erzeugen. Hierbei werden Wasserstoffatome im Körper ausgerichtet und durch Radiowellen angeregt. Dabei entsteht Energie, die als Signal aufgefangen und in Bilder umgeformt wird. Unterschiedliche Gewebe erzeugen unterscheidbare Signale. Die MRT erstellt detaillierte Schichtaufnahmen des Körpers mithilfe von starken Magnetfeldern. Die MRT erstellt die Bilder mithilfe von starken Magnetfeldern. Viele Studien haben ergeben, dass diese für die Gesundheit unbedenklich und unschädlich sind. Schädliche, ionisierende Strahlung kommt beim MRT nicht zum Einsatz. Die Magnetresonanztomografie ist im Gegensatz zu einer CT keine Röntgenuntersuchung. Bei einer MRT, auch als Kernspintomografie bezeichnet, handelt es sich um ein bildgebendes Verfahren, das mit einem Magnetfeld und Radiowellen arbeitet. Für den menschlichen Körper ist das ungefährlich. Auch bei dieser Untersuchung entstehen Bilder der einzelnen Körperschichten, die zu einer dreidimensionalen Ansicht zusammengefügt werden können. Das MRT-Gerät ist ähnlich dem CT-Gerät aufgebaut: Der Magnetresonanztomograf besteht aus einer Röhre, in der sich die elektrischen Spulen befinden, die das Magnetfeld erzeugen. Die zu untersuchende Person wird auf einer Liege durch die Röhre gefahren. Da der MRT-Apparat laute Geräusche erzeugt, erhält man Lärmschutzkopfhörer. Die MRT-Untersuchung dauert zwischen 20 Minuten und einer Stunde, abhängig davon, welcher Bereich des Körpers untersucht wird, oder ob zum Beispiel eine Ganzkörper-MRT erfolgt. Die zu untersuchende Person liegt dazu auf der Liege, die in die Röhre gefahren wird. Damit die Bilder nicht verwackeln, sollte man sich während der Untersuchung nicht bewegen. Über eine Sprechanlage gibt das radiologische Team Anweisungen und ist gleichzeitig jederzeit ansprechbar, wenn Sie Hilfe benötigen.

Stärken und Schwächen der Verfahren

Beide Verfahren haben unterschiedliche Stärken und Schwächen, die sie für verschiedene medizinische Szenarien prädestinieren.

CT: Schnelligkeit und Knochendarstellung

Die CT eignet sich besonders gut für die Darstellung von Knochenstrukturen und Geweben mit hoher Dichte wie bei der Erkennung von Knochenbrüchen, Tumoren oder Blutungen im Gehirn. Eine Computertomografie des Brustkorbs (CT-Thorax) oder des Bauchraums (CT-Abdomen) kann zum Beispiel bei Unfällen in kurzer Zeit klären, ob es zu inneren Blutungen oder Knochenbrüchen gekommen ist. Ein Schädel-CT gibt bei einem Verdacht auf einen Schlaganfall diagnostische Hilfe. Zudem werden CT-Untersuchungen auch bei Krebserkrankungen durchgeführt, um so feststellen zu können, wo genau der Tumor sich befindet, wie groß er ist und ob er eventuell schon gestreut hat (Metastasen). In manchen Fällen ist die Dringlichkeit einer schnellen Diagnose ausschlaggebend, und hier kann das CT aufgrund seiner Geschwindigkeit und Fähigkeit, klare Bilder von Knochen und Blutungen zu liefern, bevorzugt werden. Eine CT wird häufiger im stationären Umfeld, also im Krankenhaus eingesetzt - dort vor allem bei Krankheitsfällen, die eine schnelle Diagnose erfordern. In der Computer-Tomographie ist die Blutung ist auch bei geringem Ausmaß aufgrund der höheren Dichte gegenüber dem Hirngewebe gut sichtbar. Die Computer-Tomographie ist in der Standardversorgung als auch in der Notfalldiagnostik vor allem zur Diagnostik von Verletzungen oder krankhaften Veränderungen mit hoher Dichte geeignet, wie sie beispielsweise bei Blutungen und den Knochenstrukturen gemessen wird.

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MRT: Weichteildarstellung und Detailgenauigkeit

Auf der anderen Seite bietet die MRT eine herausragende Weichteildarstellung. Sie ist besonders nützlich für die Beurteilung von Gehirn- und Rückenmarkverletzungen, Gelenkproblemen, Bandscheiben, Muskeln und Organen. Vor allem bei Organen und Gewebe mit einer hohen Dichte an Wasserstoffatomen empfehlen Ärztinnen und Ärzte eine MRT. Dazu zählen: Organe wie Bauchorgane, Gehirn, Herz, weibliche Brust, Blutgefäße, Muskeln und Gelenke. Eine MRT kann veränderte Gewebestrukturen sichtbar machen, weshalb sie beispielsweise bei vermuteten Entzündungen wie einer Sepsis oder Verschleißerscheinungen durch eine Arthrose zum Einsatz kommt. Die MRT ist zur strukturellen Darstellung des zentralen Nervensystems mit anatomisch detail-getreuen Bildern geeignet. In der Diagnostik der Weichteile und der Organe des Körpers, insbesondere des Gehirns und des Rückenmarkes, ist sie der Computertomographie weit überlegen. Nur mit ihr sind z.B. Entzündungen festzustellen.

Entscheidung für CT oder MRT

Die Entscheidung, ob ein CT oder eine MRT durchgeführt werden soll, hängt von der spezifischen klinischen Fragestellung ab. Wann eine MRT oder CT sinnvoller für die Diagnose ist, entscheiden Ärztinnen und Ärzte. Wenn Sie beispielsweise Sorge vor der Strahlenbelastung einer CT haben, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber. In manchen Fällen gibt es die Möglichkeit, auf andere Untersuchungsmethoden auszuweichen. Die ärztliche Empfehlung für eine CT ist immer eine Nutzen-Risiko-Abwägung.

Einsatz von Kontrastmitteln

Sowohl bei einer CT als auch bei einer MRT werden in manchen Fällen Kontrastmittel genutzt. Diese dienen dazu, bestimmte Gewebestrukturen besser sichtbar zu machen. Bei der CT enthalten Kontrastmittel häufig Jod. Unter anderem bei Nieren- oder Schilddrüsenerkrankungen kann Jod jedoch problematisch sein, weshalb es wichtig ist, dies im Vorfeld anzugeben. Bei einer MRT werden bestimmte Gadolinium-haltige Kontrastmittel verwendet. Wer Nierenfunktionsstörungen hat, sollte im ärztlichen Gespräch darauf hinweisen. Viele CT-Untersuchungen, insbesondere für allgemeine Untersuchungen wie Frakturen oder Lungenaufnahmen, sind auch ohne Kontrastmittel möglich. Allerdings kann es in einigen Fällen dazu beitragen, bestimmte Strukturen oder Anomalien besser sichtbar zu machen - etwa bei der Untersuchung von Gefäßen oder bei der Suche nach Tumoren. Eine Kardio-CT ohne Kontrastmittel ist in der Regel unüblich.

Risiken und Nebenwirkungen

Bei MRT und CT treten nur selten Nebenwirkungen auf, aber es ist wichtig, sich der möglichen Risiken bewusst zu sein. Vor einer Untersuchung informiert Sie unser Team ausführlich und sorgt dafür, Risiken für Ihre Gesundheit zu minimieren.

MRT

Da MRT keine ionisierende Strahlung verwendet, gibt es keine Strahlenrisiken. Einige Patient:innen können Angst oder Klaustrophobie in der engen Röhre des MRT-Geräts verspüren. In den meisten Fällen können Sie ein Beruhigungsmittel einnehmen oder einfach unser offenes MRT nutzen. Kontrastmittel (meist Gadolinium-basiert) können bei empfindlichen Personen allergische Reaktionen oder Nebenwirkungen wie Übelkeit, Kopfschmerzen oder Schwindel verursachen. Schwerwiegende Reaktionen treten nur sehr selten auf.

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CT

CT verwendet Röntgenstrahlen, was eine geringe Strahlenbelastung bedeutet. Wiederholte oder unnötige Scans sollten vermieden werden. Kontrastmittel (oft jodhaltig) können bei manchen Personen allergische Reaktionen oder Nebenwirkungen wie Übelkeit, Juckreiz oder Kopfschmerzen auslösen. Schwere allergische Reaktionen treten selten auf, jedoch ist es wichtig, sie im Blick zu behalten und angemessen zu behandeln. Menschen mit Nierenproblemen müssen bei Kontrastmitteln vorsichtig sein, da diese die Nieren belasten können.

Finanzierung und Überweisung

Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten einer MRT-Untersuchung, sofern der:die Versicherte eine gültige Überweisung dafür mitbringt. Sind Sie Privatpatient:in, bezahlen Sie die Kosten zunächst selbst. Je nach Vertragsbedingungen können Sie sich die Kosten dann von Ihrer privaten Krankenkasse zurückerstatten lassen. Die Kosten einer MRT-Untersuchung können je nach Art der Untersuchung und der untersuchten Körperregion variieren. Patient:innen, die gesetzlich versichert sind, benötigen für die MRT- und CT-Untersuchung einen gültigen Überweisungsschein. Diesen erhalten Sie von Ihrer Haus- oder Facharztpraxis.

Kontraindikationen

Eine MRT ist nicht für alle Personen geeignet. Unter den folgenden Bedingungen ist keine Durchführung möglich bzw. nur nach ärztlicher Absprache: Herzschrittmacher, Insulinpumpe, Neurostimulatoren oder Cochleaimplantate (nur nach Absprache), Metallsplitter im Gesichtsbereich, Allergie gegen MR-Kontrastmittel, Übergewicht (> 135 kg), Schwangerschaft (in den ersten 3 Monaten) oder wenn in der Vergangenheit eine OP an den Hirngefäßen vorgenommen wurde. Metallteile am oder im Körper können durch die starken Magnetfelder mobilisiert oder erhitzt werden. Das kann viele Implantate negativ beeinflussen. Bei elektrischen Implantaten (wie Herzschrittmacher, Cochleaimplantat, Eventrecorder, Schmerzstimulator) bitten wir Sie daher, uns den Implantatausweis (oder falls nicht vorhanden, den OP- oder Krankenhausbericht) mitzubringen. Damit können wir sorgfältig überprüfen, ob eine Untersuchung möglich ist und unter welchen technischen Bedingungen. Das gilt für alle Implantate: Egal ob Knieprothese, Stent am Herzen oder im Bein, ein Innenohrimplantat oder ein Schmerzstimulator. Gegebenenfalls werden Sie gebeten, uns Ihre Unterlagen schon vorher zukommen zu lassen, damit wir ausreichend Zeit haben, Ihr Implantat zu prüfen und auch, falls nötig, mit dem Hersteller Kontakt aufzunehmen.

Eine CT ist durch die Strahlenbelastung ebenfalls nicht gleichermaßen für alle Personen geeignet, so etwa für Schwangere. Andere Ausnahmen beziehen sich nur auf die Gabe des jodhaltigen Kontrastmittels. Es sollte kein Kontrastmittel gegeben werden bei bestehenden Allergien bei jodhaltigen Kontrastmitteln, Schilddrüsenüberfunktion oder bei Schilddrüsenerkrankungen, Nierenfunktionsstörungen oder bei Menschen mit einem Plasmozytom (multiples Myelom).

Tipps gegen Angst vor MRT oder CT

Es gibt einige Gründe, weshalb viele Menschen die Untersuchungen in einer CT- oder MRT-Röhre als unangenehm empfinden oder mit Angst reagieren. Wer Panik in engen Räumen bekommt (Klaustrophobie), empfindet eine CT oder MRT möglicherweise als problematisch. Bei einer MRT können die lauten Geräusche Unwohlsein auslösen oder verstärken. Hinzu kommt bei manchen Personen die Sorge vor dem Ergebnis. Während der Untersuchung haben Sie über die Gegensprechanlage Kontakt zum radiologischen Team und können Ihre Gefühlslage mitteilen. Bei einer MRT-Untersuchung erhalten Sie zudem einen Notfallknopf. Da vor allem die Röhren von MRT-Geräten enger sind als die eines CT-Gerätes, gibt es von der Deutschen Röntgengesellschaft ein Merkblatt mit hilfreichen Tipps "Magnetresonanztomografie: Keine Angst vor der Röhre". Offene MRT-Geräte sind speziell für Angstpatientinnen und -patienten konzipiert sowie für Menschen mit Bewegungseinschränkungen und Personen, für die aufgrund ihres Körperbaus kein herkömmliches MRT-Gerät geeignet ist. Klaustrophobie und Platzangst sind kein Hindernis für MRT und CT. In den allermeisten Fällen ist die Untersuchung mit einer geringen Dosierung eines Beruhigungsmittels sehr gut durchführbar, danach ist Ihnen das Autofahren jedoch für circa 4 Stunden nicht mehr erlaubt. Sollten Sie unter Beklemmungsgefühlen leiden, fühlen Sie sich beim CT weitaus wohler als bei der MRT. Die Untersuchung verläuft deutlich schneller.

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Weitere neurologische Diagnoseverfahren

Neben CT und MRT gibt es weitere wichtige Diagnoseverfahren in der Neurologie:

  • Hirn-SPECT: Hierbei handelt es sich um eine nuklearmedizinische Untersuchungsmethode, bei der die Stoffwechselaktivität verschiedener Hirnregionen dargestellt wird. Die Untersuchung kann eingesetzt werden, um den Verdacht auf eine Parkinson-Erkrankung weiter abzuklären.
  • Angiographie: Bei der Angiografie werden die Blutgefäße im Gehirn dargestellt. Die intraarterielle Angiografie ist ein Röntgenverfahren, bei dem der Arzt dem Patienten ein Kontrastmittel in eine Arterie injiziert.
  • Magnetresonanz-Angiografie (MRA): Die MRA arbeitet nicht mit Röntgenstrahlen und benötigt kein Kontrastmittel für die Darstellung der Hirnarterien und -venen.
  • CT-Angiografie: Auch bei der Computertomografie können die Blutgefäße im Gehirn dargestellt werden. Hier ist aber das Spritzen eines Kontrastmittels unerlässlich.
  • Elektroenzephalografie (EEG): Die Elektroenzephalografie ist ein Verfahren, bei dem die spontane elektrische Aktivität des Gehirns gemessen und aufgezeichnet wird.
  • Elektromyogramm (EMG): Das Elektromyogramm zeichnet die Aktivität einzelner Muskeln auf.
  • Elektroneurografie: Bei der Elektroneurografie reizt der Arzt einen Nerv nacheinander an zwei Stellen mit einem kleinen elektrischen Impuls.
  • Doppler-Sonografie: Die Doppler-Sonografie der Arterien an Hals, Nacken und im Schädelinneren, erlaubt die Untersuchung des Blutflusses mit Hilfe von Ultraschall.

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