Cushing-Syndrom und Hirntumore bei Pferden: Eine umfassende Betrachtung

Das Cushing-Syndrom, auch bekannt als Morbus Cushing, Hypercortisolismus oder Hyperadrenokortizismus, ist eine der häufigsten hormonellen Störungen bei Hunden und Pferden. Benannt nach dem amerikanischen Arzt Harvey Williams Cushing, der die Erkrankung entdeckte, ist sie durch eine dauerhafte Überproduktion des Hormons Cortisol in den Nebennierenrinden gekennzeichnet. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte des Cushing-Syndroms und Hirntumoren bei Pferden, von den Ursachen und Symptomen bis hin zu Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten.

Was ist das Cushing-Syndrom?

Beim Cushing-Syndrom liegt eine dauerhaft erhöhte Produktion des Hormons Cortisol vor, das auch als „Stresshormon“ bekannt ist. Cortisol wird in den Nebennieren gebildet, die sich in der Nähe der Nieren befinden. Die Cortisol-Produktion wird durch das Hormon ACTH (Adrenocorticotropes Hormon) gesteuert, das in der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) hergestellt wird. Die Hirnanhangdrüse gibt den Nebennieren den Befehl, Cortisol auszuschütten.

Cortisol hat in gesundem Umfang eine wichtige Bedeutung für den Körper. Es steuert unter anderem den Zuckerstoffwechsel und den Blutdruck und wird insbesondere in Stresssituationen ausgeschüttet, um den Körper in Alarmbereitschaft zu versetzen. Bei Tieren mit Morbus Cushing ist diese Regulation gestört, was zu einer krankhaft erhöhten Cortisolproduktion führt.

Ursachen des Cushing-Syndroms

Die Ursache für die erhöhte Hormonproduktion kann endogener oder exogener Natur sein. Endogen bedeutet, dass die Ursache im Körper selbst liegt, in diesem Falle in einer Funktionsstörung der Hirnanhangdrüse oder der Nebennieren.

Endogene Ursachen

  • Tumor an der Hirnanhangdrüse (Hypophyse): Mit etwa 80 % ist ein - meist gutartiger - Tumor an der Hirnanhangdrüse die häufigste Ursache des Cushing-Syndroms. Je mehr der Tumor wächst, desto mehr ACTH wird ausgeschüttet, wodurch die Nebennieren zur Cortisol-Produktion angeregt werden.
  • Tumor in den Nebennieren: Seltener kann auch ein Tumor in den Nebennieren Morbus Cushing auslösen. In diesem Fall erfolgt eine erhöhte Cortisol-Produktion auch ohne zusätzliche Stimulation durch die Hypophyse. Diese Tumoren sind oftmals bösartig.

Exogene Ursachen (Iatrogenes Cushing-Syndrom)

Werden über einen längeren Zeitraum und/oder hochdosiert synthetische Glukokortikoide (z. B. Kortison) verabreicht, etwa in Form von Medikamenten gegen Allergien, Entzündungen oder Autoimmunerkrankungen, so kann dies ebenfalls zu Morbus Cushing führen. Wichtig: Selbst wenn ein Tier infolge einer solchen Medikamentengabe ein Cushing-Syndrom entwickelt, dürfen die Medikamente niemals abrupt abgesetzt werden.

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Symptome des Cushing-Syndroms

Unabhängig von der genauen Ursache (endogen oder exogen) führt die Cortisol-Erhöhung im Blut zu einer Reihe unterschiedlicher Symptome. Diese können unspezifisch und leicht sein und im Krankheitsverlauf Unterschiede aufweisen. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Vermehrtes Trinken und häufigeres Urinabsetzen: Dies ist ein Warnzeichen für zahlreiche Erkrankungen, darunter auch das Cushing-Syndrom.
  • Mehr Hunger oder Heißhunger: An Cushing erkrankte Tiere zeigen oftmals Veränderungen des Appetits.
  • Veränderungen der Haut: Die Haut wirkt dünn, fast pergamentartig, und neigt zu Unreinheiten wie verstopften Talgdrüsen.
  • Infektanfälligkeit: Da die Überproduktion von Cortisol das Immunsystem hemmt, sind betroffene Tiere besonders infektanfällig.
  • Muskelschwäche und Muskelschwund: Insbesondere an den Gliedmaßen und am Bauch nimmt die Bemuskelung ab, was in Kombination mit dem ebenfalls typischen vermehrten Bauchumfang infolge von Fetteinlagerungen zu dem Eindruck besonders dünner Beine führt („Stammfettsucht“). Auch ein „Hängebauch“ kann die Folge sein.
  • Verhaltensänderungen: Betroffene Tiere möchten oder können plötzlich nicht mehr ins Auto oder aufs Sofa springen oder verweigern das Treppensteigen.
  • Weitere Symptome: Verzögerte Wundheilung, Atemprobleme, eine vergrößerte Leber, mangelnde Ausdauer, allgemeine Mattigkeit und eine Neigung zu Blasensteinen.

Nicht wenige betroffene Tiere entwickeln einen Diabetes mellitus infolge einer Cushing-bedingten Insulinresistenz. Bei Rüden konnten vermehrt Hodenathropien (Abnahme der Hodengröße) und bei Hündinnen ein verlängertes Anöstrus (= Ausbleiben der Läufigkeit) beobachtet werden.

Diagnose des Cushing-Syndroms

Liegt ein erster Verdacht auf Morbus Cushing vor, wird meist zunächst eine Urinuntersuchung vorgenommen, um den Cortisol-Kreatinin-Quotienten zu bestimmen. Dieser ist jedoch weder dazu geeignet, Cushing zweifelsfrei zu diagnostizieren, noch die Diagnose zu verwerfen. Ein Blutbild mit Chemieprofil kann einen bestehenden Verdacht erhärten. Bei Cushing zeigt sich häufig eine Thrombozytose oder Lymphopenie sowie eine Erhöhung von Leber-, Cholesterin- und Blutzuckerwerten.

Auf die Urin- und Bluttests folgen nun spezifischere endokrinologische Tests („Hormon-Tests“), um die Diagnose zweifelsfrei zu bestätigen. Der ACTH-Stimulationstest soll feststellen, ob die Nebennieren zu viel Cortisol produzieren. Parallel sollten darüber hinaus weitere Untersuchungen wie Röntgen, Ultraschall, MRT oder CT durchgeführt werden, um typische, durch Cushing verursachte Auffälligkeiten zu erkennen. So lassen sich mittels bildgebender Verfahren beispielsweise eine Vergrößerung der Leber oder Veränderungen an den Nebennieren erkennen.

Behandlung des Cushing-Syndroms

Das Cushing-Syndrom ist in den meisten Fällen nicht heilbar. Ziel aller zur Verfügung stehender Therapieformen ist es, die körpereigene Cortisol-Produktion zu drosseln. Hierzu kommen je nach Auslöser bzw. Bei den endogen verursachten Cushing-Typen, die auf einen Tumor der Hypophyse oder der Nebennieren zurückzuführen sind, wird zunächst geprüft, ob dieser durch eine Operation oder Bestrahlung entfernt werden kann.

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Chirurgische Entfernung von Tumoren

Eine operative Entfernung von Nebennierentumoren ist insbesondere dann das Mittel der Wahl, wenn diese noch nicht gestreut haben. Eine solche Operation ist äußerst anspruchsvoll und sollte nur von Spezialisten durchgeführt werden.

Medikamentöse Behandlung

Ist der Tumor inoperabel, erfolgt eine Behandlung mit Medikamenten, die die Produktion von Cortisol in den Nebennieren hemmen. Der einzige in Deutschland zugelassene Wirkstoff zur Behandlung von Morbus Cushing ist Trilostan (z. B. Vetoryl®). Diese Behandlungsform ist jedoch rein symptomatisch: Sie kann die Erkrankung nicht heilen, aber die Lebensqualität und die Lebenserwartung erheblich steigern. Die entsprechenden Medikamente müssen täglich und lebenslang verabreicht werden. Mit einer Besserung der Symptome ist erst nach einigen Wochen zu rechnen.

Die Gabe entsprechender Medikamente zur Hemmung der Cortisol-Produktion sollte mit größter Sorgfalt und streng nach den Vorgaben des Tierarztes erfolgen. Eine Überdosierung ist strikt zu vermeiden. Sinkt nämlich der Cortisol-Wert zu tief ab, kann eine lebensbedrohliche Unterfunktion der Nebennieren auftreten, die sog. Addison-Krise. Daher sind engmaschige Kontrolluntersuchungen nach Therapiebeginn unerlässlich, um ggf.

Ausschleichen von Kortison-Präparaten

Die medikamenten-bedingte Cushing-Form, der sog. iatrogene Typ, wird behandelt, indem die auslösenden Kortison-Präparate langsam ausgeschlichen werden. Ein plötzliches Absetzen kann lebensbedrohlich sein und ist daher unbedingt zu vermeiden.

Prognose und Komplikationen

Angesichts der schwerwiegenden, teils lebensbedrohlichen Konsequenzen des Cushing-Syndroms und des hohen Leidensdrucks des betroffenen Tieres sollte in jedem Fall eine Behandlung erfolgen. Bleibt eine Behandlung aus, so kann die Erkrankung tödlich enden. Dies hat insbesondere damit zu tun, dass die Ursache für die Cortisol-Überproduktion häufig in einem Tumor liegt, der unbehandelt weitere Probleme mit sich bringen oder Metastasen bilden kann. Aber auch das Cushing-Syndrom selbst kann zu lebensbedrohlichen Symptomen oder Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck, Nieren- und Herzversagen, Thromboembolien, Blutgerinnseln in der Lunge, Infektionen des Harntrakts oder der Bauchspeicheldrüse sowie Diabetes mellitus führen. Bei (großen) Tumoren im Bereich der Hirnanhangdrüse kann es zu neurologischen Störungen und Verhaltensänderungen kommen. Die häufigste Todesursache von an Cushing erkrankten Tieren sind Thrombosen.

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Allgemein ist die Prognose bei einem gutartigen Tumor besser als bei einem bösartigen. Besteht die Möglichkeit einer Tumor-Operation, ist eine dauerhafte Heilung möglich.

Ernährung bei Cushing-Syndrom

Da insbesondere die Leber beim Cushing-Syndrom stark in Mitleidenschaft gezogen wird, sollte auf ein Futter geachtet werden, das diese entlastet (sog. „Leberdiät“) und leicht verdaulich ist. Ein Futter mit hohem Protein-, aber mäßigem Fettanteil kann Übergewicht vorbeugen, das häufig eine Begleiterscheinung von Morbus Cushing ist. Auf sehr fetthaltiges Fleisch sollte ebenso verzichtet werden wie auf Innereien, da diese den ohnehin angegriffenen Stoffwechsel belasten können.

Bitte bedenke jedoch, dass eine Umstellung der Fütterung oder die Gabe von Kräutern eine tierärztliche Behandlung niemals ersetzen können, sondern immer nur unterstützend eingesetzt werden dürfen.

Rasseprädisposition und Vorbeugung

Tatsächlich scheint es eine genetische Disposition zu geben. So wird berichtet, dass bestimmte Rassen im Vergleich zu anderen häufiger an Morbus Cushing erkranken. Auch bezüglich des Geschlechts und Alters lassen sich Unterschiede feststellen: So sind Hündinnen häufiger betroffen als Rüden, und die Gefahr einer Erkrankung steigt mit zunehmendem Alter.

Eine Vorbeugung der endogenen Cushing-Typen ist nicht möglich, da diese durch einen Tumor an der Hypophyse oder den Nebennieren verursacht wird.

Hirntumore bei Pferden

Neben dem Cushing-Syndrom können auch Hirntumore bei Pferden auftreten. Sie sind mit etwa 2-4,5 % der Hundepopulation gar nicht so selten und können theoretisch in jedem Alter auftreten. Da diese Tumoren von außen nicht sichtbar sind, werden sie nur durch klinische Symptome und Auffälligkeiten erkannt.

Was sind Hirntumore?

Gehirntumoren im engeren Sinne gehen unmittelbar vom Nervengewebe des Gehirns aus. Im weiteren Sinne werden häufig alle Massen innerhalb des Hirnschädels als Hirntumoren bezeichnet, die durch unkontrolliertes Zellwachstum entstehen. Ein solcher Tumor kann prinzipiell von Zellen aller Gewebe ausgehen und je nach Ursprungsgewebe eine unterschiedliche Aggressivität und Prognose aufweisen.

Bei Tumoren, die von den Hirnhäuten ausgehen, spricht man von Meningiomen. Diese Tumoren sind die häufigsten Tumoren im Gehirn unserer Tiere und gelten formal als gutartig. Da sie jedoch infiltrativ wachsen, Hirngewebe verdrängen und Druck ausüben können, sind diese Hirntumoren im weiteren Sinne oft sehr problematisch.

Wenn Zellen des kranialen Stützgewebes entarten und unkontrolliert wachsen, entstehen Astrozytome oder Gliome, die von den so genannten Gliazellen ausgehen. Sie sind die zweithäufigsten Hirntumoren des Tieres.

Auch die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) kann Tumoren entwickeln. Diese werden in gutartige Hypophysenadenome und bösartige Hypophysenkarzinome unterteilt und sind ebenfalls relativ häufig. Auch andere Tumoren wie histiozytäre Sarkome, Lymphome und Plasmozytome sind im Gehirn möglich. Ob ein solcher Tumor gut- oder bösartig ist, kann in der Veterinärmedizin nicht allein durch bildgebende Verfahren bestimmt werden.

Generell unterscheidet man zwischen intraaxialen Raumforderungen, wenn die Tumoren direkt vom Hirngewebe ausgehen, und extraaxialen Raumforderungen, wenn sie nicht von Hirnzellen ausgehen.

Symptome von Hirntumoren

Hirntumoren kann man von außen nicht sehen, so dass der Verdacht immer durch klinische Auffälligkeiten entsteht. Deshalb ist es wichtig, jede neurologische Veränderung abzuklären. Tiere mit Hirntumoren werden häufig mit folgenden Symptomen vorgestellt:

  • Krampfanfälle
  • Antriebslosigkeit
  • Unkoordinierte Bewegungen
  • Gangstörungen
  • Starren ins Leere
  • Erblindung
  • Deutlich vermehrte Wasseraufnahme
  • Muskelschwund

Alle Symptome können aber auch eine andere Ursache haben, so dass eine Selbstdiagnose zu Hause nicht möglich ist. Die sichere Diagnose bzw. der Ausschluss eines zentralnervösen Problems mit der richtigen Untersuchungsmethode ist bei all diesen Symptomen besonders wichtig. Die Unterschiede in den klinischen Symptomen hängen vor allem von der Lokalisation ab.

So verursachen Tumoren im Bereich des Großhirns typischerweise epileptische Anfälle. Ein Tumor im Bereich des Hirnstamms oder des Kleinhirns kann mit Gangstörungen und unkoordinierten Bewegungen einhergehen. Ein hypophysäres Adenom kann aktiv sein, dann zeigen die Patienten typische Symptome eines gestörten Hormonhaushaltes, z.B. Hyperadrenokortizismus was auch als Cushing-Syndrom bezeichnet wird. Typisch sind dann vermehrtes Trinken, verbunden mit vermehrtem Harnabsatz, Abbau der Muskulatur und schlechte Fellqualität. Das Adenom kann aber auch inaktiv sein. In diesem Fall werden die Patienten häufig mit Müdigkeit (Apathie), vermindertem Appetit oder im fortgeschrittenen Stadium mit Erblindung vorgestellt.

Diagnose von Hirntumoren

Eine wichtige Rolle bei der Eingrenzung der Diagnose spielt die neurologische Untersuchung. Erhärtet sich hier der Verdacht auf einen Hirntumor, sind bildgebende Verfahren das Mittel der Wahl für die weitere Diagnostik. Mit der Magnetresonanztomographie (MRT) kann das Hirngewebe mit sehr gutem Kontrast dargestellt werden. Der Tumor selbst wird deutlich sichtbar und zusätzlich kann die Verschiebung des Hirngewebes durch einen Verdrängungseffekt der Raumforderung beurteilt werden. Um den Hirntumor herum ist oft eine zusätzliche Schwellung zu erkennen, die als Ödem bezeichnet wird.

Alternativ kann auch die Computertomographie (CT) eingesetzt werden, wenn keine MRT zur Verfügung steht. Allerdings ist hier der Kontrast deutlich schlechter und die Diagnosestellung und Differenzierung in einigen Fällen deutlich erschwert. Wie bei der CT ist auch bei der MRT eine kurze Narkose notwendig, um das Tier zu lagern und die Untersuchungen in hoher Qualität durchführen zu können. Bei Hirntumorpatienten, insbesondere bei Tieren, die bereits einen Krampfanfall erlitten haben, muss ein Anstieg des intrakraniellen Drucks vermieden werden. Stress und übermäßige Belastung sind zu vermeiden. Optimal ist es, wenn der Kopf auch im Liegen leicht erhöht ist.

Eine definitive Diagnose durch eine Probeentnahme (Biopsie) wird heute in der Veterinärmedizin nur selten durchgeführt, manchmal ist aber die Punktion von Liquor (Gehirnwasser) hilfreich.

Behandlung von Hirntumoren

Je nach Lokalisation können Gehirntumoren zwar operiert werden, allerdings darf dabei nicht vergessen werden, dass die Mehrheit der Gehirntumoren ein infiltratives Wachstum zeigt. Diese Infiltration wird durch die Operation nicht behandelt, der Tumor kann also in vielen Fällen nicht vollständig entfernt werden. Zusätzlich sind Operationen am Gehirn sehr anspruchsvoll und mit einem hohen Komplikationsrisiko verbunden.

In Gegensatz dazu ist die Strahlentherapie heutzutage technisch in diesen Lokalisationen sehr gut und sicher durchführbar. Der infiltrative Teil des Tumors wird dabei mitbehandelt, die Patienten zeigen in den meisten Fällen eine schnelle klinische Besserung und die publizierten Strahlentherapie-Protokolle haben selten deutliche Nebenwirkungen.

Damit ein Gehirntumor bestrahlt werden kann, ist eine Computertomographie als Planungs-CT notwendig. Es wird dabei eine spezielle Lagerungshilfe mit Beißblock, einem Gebissabdruck und einer Vakuummatratze hergestellt. Auf den Schnittbildern wird in einem speziellen computerbasierten Planungssystem ein individueller Bestrahlungsplan erstellt. Dieses Vorgehen ermöglicht es den Tumor mit einer hohen Dosis zu bestrahlt, während das umliegende Normalgewebe geschont wird.

Prognose bei Hirntumoren

Je früher ein Hirntumor diagnostiziert wird, desto besser sind die Chancen auf eine lange Tumorkontrolle. Mit einer Strahlentherapie ist eine durchschnittliche Tumorkontrolle von zwei Jahren bei sehr guter Lebensqualität möglich. Dabei muss der Tumor nicht unbedingt verschwinden.

Das Equine Cushing Syndrom (ECS/PPID)

Das Equine Cushing Syndrom (ECS) ist die häufigste Hormonstörung bei Pferden und tritt besonders bei älteren Pferden ab dem 15. Lebensjahr auf. Beim Cushing Syndrom ist der mittlere Teil der Hirnanhangdrüse beim Pferd betroffen. Dieser Teil wird als „Pars Intermedia“ bezeichnet. Aus diesem Grund wird die Krankheit international auch PPID (Pituitary Pars Intermedia Dysfunction) genannt. Es handelt sich hierbei konkret um eine Störung der Hormonabgabe in der Hirnanhangdrüse (Hypophyse). Bleiben an Cushing/PPID erkrankte Pferde unbehandelt, wird die Entstehung schwerwiegender Krankheiten, wie Hufrehe oder Infektionen, begünstigt.

Ursachen von ECS

Bei gesunden Pferden schüttet die Hirnanhangdrüse das Hormon ACTH (Adrenocorticotropes Hormon) geregelt aus. ACTH stimuliert die Nebenniere, Kortisol zu produzieren. Kortisol hat einen Einfluss auf fast alle Organe. Die Hormone gelangen über den Blutkreislauf in den Körper. Leidet dein Pferd unter dem Cushing Syndrom, wird im Hypothalamus die Produktion des Botenstoffes Dopamin stark eingeschränkt. Eine wichtige Aufgabe von Dopamin ist aber die Kontrolle der Produktion von dem Hormon ACTH. Warum das Geschwür entsteht, ist noch ungeklärt. Einige Mediziner vermuten eine zucker- und energiereiche Ernährung sei der Auslöser. Weitere Mediziner gehen davon aus, dass in den heutigen Haltungsbedingungen die Ursache zu finden ist.

Symptome von ECS

Die Symptome von Cushing sind sehr verschieden und variieren in der Ausprägung je nach Krankheitsverlauf. Es kann nur schwierig „das eine“ Symptom von Cushing genannt werden. Das Gleiche gilt für die Begleiterkrankungen, die auf Cushing hinweisen können, da viele auch Bestandteil anderer Erkrankungen sind. Gerade am Anfang der Erkrankung ist es oft schwierig, die Veränderungen am Pferd auf Cushing zu beziehen. Das auffälligste Symptom ist das oft lockige Fell und der gestörte Fellwechsel im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit. Auch Hufrehe wird häufig mit Cushing in Verbindung gebracht. Grund hierfür ist der gestörte Zuckerstoffwechsel bei Pferden mit Cushing, der eine zusätzliche Empfindlichkeit gegenüber einer zuckerreichen Fütterung bewirkt.

Weitere Symptome sind unter anderem leichtes bis starkes Schwitzen, eine vermehrte Wasseraufnahme und erhöhter Harnabsatz, erhöhte Anfälligkeit für Infektionen durch ein geschwächtes Immunsystem, verringerte Fruchtbarkeit sowie eine unnatürliche Fettverteilung.

Diagnose von ECS

Seit einigen Jahren ist die Diagnose von Cushing einfach: Alles, was der Tierarzt für einen Cushing Test bei deinem Pferd benötigt, ist eine Blutprobe. Diese wird auf ein Hormon untersucht: das ACTH-Hormon der Hirnanhangsdrüse. Beachte dabei jedoch, dass der ACTH Wert und die damit verbundenen Normwerte je nach aktueller Jahreszeit stark schwanken können. Die besten Monate für diese Untersuchung sind August bis einschließlich Oktober.

Behandlung von ECS

Zwar ist Cushing noch nicht heilbar, aber mit der entsprechenden Medikation gut behandelbar. Diese Medikation sorgt für eine Eindämmung der Hormonproduktion in der Hirnanhangdrüse. Wird die Diagnose rechtzeitig gestellt, kann dies dafür sorgen, dass dein Pferd nicht unter den Komplikationen von Cushing wie Hufrehe, Trägheit und Fellveränderungen leidet. Auf jeden Fall werden mit der Medikation die Symptome verzögert oder abgeschwächt.

Lasse neben der Medikation zusätzliche Maßnahmen zur Gesunderhaltung deines Pferdes nicht außer Acht. Wenn der Fellwechsel bei deinem Pferd zu lange dauert, kannst du es bei Bedarf scheren. Passe die Bewegung dem Gesundheitszustand deines Pferdes an. Die Anpassung des Futtermanagements leistet einen wichtigen Beitrag bei der Behandlung von Pferden mit Cushing. Dabei solltest du vor allem auf zucker- und stärkereduzierte Futtermittel zurückgreifen und auch dein Raufutter regelmäßig auf den Zuckergehalt überprüfen lassen.

Pseudo Cushing Syndrom

Da inzwischen die Diagnose ECS immer häufiger und manchmal auch allzu schnell gestellt wird, vermuten Wissenschaftler, dass es sich nur bei wenigen Fällen um ein echtes Equines Cushing Syndrom handelt, sondern bei dem größeren Teil der betroffenen Pferde um ein Pseudo Cushing Syndrom als Folge eines fütterungsbedingten EMS (Equines Metabolisches Syndrom). Die Symptome sind identisch, die eigentliche Ursache ist aber nicht genetisch, sondern fütterungsbedingt. Ein nicht behandeltes EMS kann sich also möglicherweise langfristig zu einem Cushing Syndrom entwickeln.

Silibinin als mögliche Therapieoption

Wissenschaftler haben entdeckt, dass Silibinin sowohl in der Zellkultur, in Tiermodellen als auch in menschlichem Tumorgewebe bei der Behandlung von Morbus Cushing erfolgreich ist. Die Forscher haben ein Patent auf diese Anwendung des Wirkstoffs eingereicht und wollen jetzt Silibinin in einer klinischen Studie testen.

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