DAK Gesundheit: Ursachen, Behandlung und Prävention von Migräne und Spannungskopfschmerzen

Kopfschmerzen und Migräne sind weit verbreitete Beschwerden, die den Alltag vieler Menschen beeinträchtigen. Die DAK-Gesundheit bietet Informationen und Unterstützung, um die Ursachen zu verstehen, die Symptome zu lindern und präventive Maßnahmen zu ergreifen. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte von Spannungskopfschmerzen und Migräne, einschließlich Ursachen, Diagnose, Behandlungsmöglichkeiten und vorbeugenden Maßnahmen.

Spannungskopfschmerzen

Spannungskopfschmerzen sind eine häufige Form von Kopfschmerzen, die sich durch einen drückenden, ziehenden Schmerz im Kopf auszeichnen. Sie treten in der Regel beidseitig auf und können vom Nacken über den Kopf bis in die Stirn ausstrahlen.

Symptome von Spannungskopfschmerzen

  • Beidseitiger, drückender und ziehender Schmerz
  • Ausstrahlung vom Nacken über den Kopf bis in die Stirn
  • Keine Verschlimmerung bei körperlicher Aktivität
  • Keine Übelkeit, Erbrechen oder Sehstörungen (in der Regel)
  • Manchmal erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Licht und Geräuschen
  • Gefühl, als sei der Kopf in einen Schraubstock eingespannt

Ursachen von Spannungskopfschmerzen

Die genauen Mechanismen, die zu Spannungskopfschmerzen führen, sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird vermutet, dass Verspannungen der Nacken-, Hals- und Schultermuskulatur eine Rolle spielen. Psychischer Stress gilt als Hauptauslöser, der durch Konflikte, Existenzängste, Depressionen oder Überforderung entstehen kann. Auch eine falsche Haltung, nächtliches Zähneknirschen sowie fiebrige Infekte können Spannungskopfschmerzen verursachen. Bei chronischen Beschwerden gibt es Hinweise auf eine genetische Komponente.

Diagnose von Spannungskopfschmerzen

Die Diagnose von Spannungskopfschmerzen basiert hauptsächlich auf der Anamnese, also der ausführlichen Beschreibung der Beschwerden durch den Patienten. Ein Kopfschmerztagebuch kann dabei helfen, die Umstände des Auftretens und die Dauer der Schmerzen zu dokumentieren. In manchen Fällen sind bildgebende Verfahren notwendig, um andere Erkrankungen auszuschließen.

Ärzte unterscheiden zwischen episodischen und chronischen Spannungskopfschmerzen:

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  • Episodische Spannungskopfschmerzen: Treten mindestens zehnmal im Jahr, aber an weniger als 180 Tagen auf.
  • Chronische Spannungskopfschmerzen: Treten über mehr als drei Monate an mindestens 15 Tagen im Monat auf und sollten ärztlich behandelt werden.

Behandlung von Spannungskopfschmerzen

  • Schmerzmittel: Frei verkäufliche Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure, Paracetamol, Ibuprofen oder Naproxen können die Beschwerden lindern. Sie sollten jedoch nicht an mehr als zehn Tagen im Monat eingenommen werden, um medikamentenbedingte Kopfschmerzen zu vermeiden.
  • Pfefferminzöl: Bei akuten Schmerzen kann zehnprozentiges Pfefferminzöl auf Stirn und Schläfen aufgetragen werden, um eine Schmerzlinderung zu erzielen.
  • Wärme- oder Kälteanwendungen: Manchen Betroffenen hilft Wärme, andere erfahren Linderung durch Kälteanwendungen. Ein erwärmtes Kirschkissen oder eine feucht-warme Kompresse im Nacken entspannt die Muskeln. Ein cooles Gelkissen oder einen kalten Waschlappen auf die Stirn legen oder an die Schläfen halten - das reduziert die Schmerzwahrnehmung im Kopfbereich.
  • Entspannungsmaßnahmen: Bei chronischen Spannungskopfschmerzen sind Entspannungsmaßnahmen wie die Progressive Muskelentspannung wirksam.
  • Hausmittel: Tee wirkt schmerzlindernd. Weidenrindentee enthält Salicylate, die schmerzlindernd sind. Ein Stück geschälten Ingwer 20 Minuten in 1 Liter Wasser aufköcheln. Der Drink kann kalt oder heiß getrunken werden. Viel trinken! Ein häufiger Kopfschmerzgrund kann zu geringe Flüssigkeitsaufnahme sein.

Vorbeugung von Spannungskopfschmerzen

  • Regelmäßiges Ausdauertraining: Moderates Ausdauertraining wie langsames Joggen, Schwimmen, Radfahren oder Walking kann helfen, Spannungskopfschmerzen vorzubeugen.
  • Haltungs- und Muskelaufbautraining: Ein gezieltes Training zur Verbesserung der Körperhaltung und zum Muskelaufbau ist empfehlenswert.
  • Psychotherapie: Bei seelischen Belastungen kann eine Psychotherapie hilfreich sein.
  • Stressbewältigung: Entspannungskurse wie Yoga, Qi Gong oder Tai Chi können helfen, psychosoziale Belastungen und Stress abzubauen.
  • Bewegung im Büro: Ständiges Starren auf den Bildschirm strengt die Augen an und kann schnell zu Kopfschmerzen führen. Schon kleine Übungen helfen, die Augen zu entspannen. Eine falsche Sitzhaltung verspannt die Schulter- und Nackenmuskulatur und begünstigt so Kopfschmerzen. Daher beide Füße beim Arbeiten fest aufstellen, Ober- und Unterarme sowie Ober- und Unterschenkel im rechten Winkel zueinander halten. Ausreichend Sauerstoff ist entscheidend für einen klaren Kopf und beugt Kopfschmerzen vor. Einmal stündlich kräftiges Lüften ist daher auch im Winter Pflicht. Auch wenn das Arbeitspensum hoch ist - kleine Pausen müssen sein. Ein Spaziergang an der frischen Luft ist oft auch auf die Schnelle möglich, löst Verspannungen und macht den Kopf frei.

Migräne

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die sich durch starke, pulsierende Kopfschmerzen äußert, oft begleitet von Übelkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit.

Symptome von Migräne

  • Plötzlich einsetzender, heftiger Kopfschmerz (meist einseitig)
  • Übelkeit
  • Licht-, Geruchs-, Geräusch- und Berührungsempfindlichkeit
  • Verschlimmerung der Symptome bei Bewegung
  • Müdigkeit, Gereiztheit und depressive Verstimmungen (als Vorboten)

Migräne mit Aura

Bei etwa jeder zehnten Person tritt Migräne mit Aura auf. Die Aura äußert sich meist in Sehstörungen wie farbigen Blitzen, flimmernden Zickzacklinien oder milchigen Schleiern. Manche Patienten spüren ein Kribbeln oder Schwäche in einem Arm oder Bein.

Ursachen von Migräne

Die genauen Ursachen von Migräne sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass genetische Faktoren eine Rolle spielen. Zu den unmittelbaren Auslösern zählen hormonelle Schwankungen (insbesondere bei Frauen vor und während der Menstruation), zu wenig oder zu viel Schlaf, Stress sowie bestimmte Lebens- und Genussmittel wie Alkohol und Kaffee. Auch Umweltfaktoren können eine Rolle spielen.

Eine Migräneattacke nimmt ihren Ausgang in den Nervenkerngebieten des Hirnstamms. Durch die genannten Auslöser kommt es zur Freisetzung von Entzündungsstoffen, die die Gehirngefäße erweitern, anschwellen und sich entzünden.

Diagnose von Migräne

Die Diagnose von Migräne basiert auf der Anamnese und der Beschreibung der Beschwerden. Ein Kopfschmerztagebuch kann hilfreich sein, um die Häufigkeit, Dauer und Umstände des Auftretens der Kopfschmerzen zu dokumentieren. In manchen Fällen sind bildgebende Verfahren notwendig, um andere Ursachen auszuschließen.

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Behandlung von Migräne

  • Ruhe und Dunkelheit: Bei leichten bis mittelschweren Migräneanfällen hilft es oft, sich in einem abgedunkelten Raum auszuruhen.
  • Schmerzmittel: Bei stärkeren Schmerzen können Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen helfen.
  • Triptane: Bei besonders schweren Migräneanfällen haben sich Triptane als wirksame Medikamente erwiesen. Sie wirken gefäßverengend, entzündungshemmend und setzen die Schmerzempfindlichkeit der Nervenzellen herab. Triptane sind verschreibungspflichtig und als Tablette, Fertigspritze oder Nasenspray erhältlich.
  • Alternative Ansätze: Einige Betroffene profitieren von Aromatherapie, Ingwertee oder Akupunktur.

Es ist wichtig, Schmerzmittel nicht häufiger als an zehn Tagen im Monat einzunehmen, um medikamenteninduzierte Kopfschmerzen zu vermeiden (10-20-Regel). Eine vermehrte oder längere Einnahme von Schmerzmitteln kann sonst ebenfalls zu Kopfschmerzen führen.

Vorbeugung von Migräne

  • Migränetagebuch: Ein Migränetagebuch kann helfen, individuelle Auslöser zu identifizieren und zu meiden.
  • Regelmäßige Lebensweise: Geregelte Schlaf- und Essenszeiten sowie regelmäßige Bewegung können vorbeugend wirken.
  • Ausdauersport und Entspannungsübungen: Ausdauersport und Entspannungsübungen wie Progressive Muskelrelaxation, Meditation oder Yoga können helfen, Stress abzubauen und Migräne vorzubeugen.
  • Alternative Ansätze für die Prophylaxe von menstrueller Migräne: Stressreduktion, kognitive Verhaltenstherapie, Biofeedbackmethode, gute Hydrierung, Ernährungsumstellung, Schlafqualität verbessern.

Menstruelle Migräne

Menstruelle Migräne tritt kurz vor oder an den ersten zwei Tagen der Periode auf. Sie zeigt sich mit denselben Symptomen wie allgemeine Migräne, einschließlich pulsierender, einseitiger Kopfschmerzen, Übelkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit. Ursache ist der Abfall des Östrogenspiegels vor und während der Menstruation.

Behandlung von Menstrueller Migräne

Einige Betroffene profitieren von Hormonpflastern oder der Einnahme der Anti-Baby-Pille, während anderen das Weglassen der Pille hilft. Spezielle Schmerzmittel, vorbeugende Maßnahmen oder alternative Behandlungsformen können ebenfalls wirksam sein. Medikamente für die Akutphase sind Triptane und rezeptfreie entzündungshemmende Mittel wie Ibuprofen, Naproxen oder Diclofenac. Medikamente für die Prophylaxe sind Blutdrucksenker, Hormonpräparate, Antidepressiva oder neurologische Medikamente kommen.

Kinderkopfschmerz

Kopfschmerzen sind auch bei Kindern ein häufiges Problem. Die häufigsten Formen sind Spannungskopfschmerzen und Migräne.

Ursachen von Kinderkopfschmerz

Bei Spannungskopfschmerzen vermuten Experten sowohl innere als auch äußere Faktoren. Äußere Faktoren sind muskuläre Verspannungen durch Stress, Ängste und emotionale Probleme. Innere Faktoren sind vermutlich eine Störung des schmerzverarbeitenden Systems des Gehirns.

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Symptome von Kinderkopfschmerz

Kinder mit Spannungskopfschmerzen spüren einen drückenden oder ziehenden Schmerz vorne an der Stirn. Bei Migräne kann der Kopf an beiden Seiten schmerzen, oft im Schläfenbereich. Es kann auch zu neurologischen Beschwerden wie Lichtblitzen vor den Augen oder Sprachstörungen kommen.

Diagnose von Kinderkopfschmerz

Bei häufigen oder starken Kopfschmerzen sollte ein Kinderarzt aufgesucht werden. Die Diagnose basiert auf der Beschreibung der Beschwerden und einer körperlichen Untersuchung.

Therapie und Vorbeugung von Kinderkopfschmerz

  • Schmerzmittel: Ohne ärztliche Kontrolle sollten Kindern keine Schmerzmittel gegeben werden. Kinderärzte empfehlen bei Spannungskopfschmerzen Ibuprofen oder Paracetamol.
  • Ablenkung: Oft reicht die Ablenkung vom Kopfschmerz durch eine angenehme Aktivität.
  • Regelmäßige Bewegung und Schlafzeiten: Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft sowie regelmäßige Schlaf- und Essenszeiten sind hilfreich.
  • Vermeidung von Auslösern: Bekannte Auslöser für Kopfschmerzen, wie bestimmte Nahrungsmittel bei Migräne, sollten gemieden werden.
  • Entspannungsverfahren: Leicht zu erlernende Entspannungsverfahren wie die Progressive Muskelentspannung können helfen.

Fatigue-Syndrom

Das Fatigue-Syndrom ist eine chronische Erkrankung, die durch extreme Müdigkeit und Erschöpfung gekennzeichnet ist, die sich durch Ruhe nicht bessert. Es kann von Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen und anderen Symptomen begleitet sein.

Ursachen des Fatigue-Syndroms

Die Ursachen des Fatigue-Syndroms sind komplex und noch nicht vollständig verstanden. Es wird vermutet, dass Infektionen, genetische Faktoren, psychische Belastungen und hormonelle Ungleichgewichte eine Rolle spielen können.

Therapie des Fatigue-Syndroms

Die Therapie des Fatigue-Syndroms konzentriert sich auf die Linderung der Symptome und die Verbesserung der Lebensqualität. Dazu gehören:

  • Bewusste und gesunde Lebensweise: Um das Fatigue-Syndrom aus eigener Kraft besser in den Griff zu bekommen, ist eine bewusste und gesunde Lebensweise das A und O - das gilt auch und gerade für Ernährungsgewohnheiten.
  • Bewegung: Körperliche Aktivitäten, wie beispielsweise Joggen, Schwimmen, Radfahren oder einfach nur ein Spaziergang, helfen bereits.
  • Energie-Tagebuch: Um in Folge einer Überlastung nicht wieder in ein tiefes Energieloch zu fallen, sollten in einem Energie-Tagebuch alle leistungsstarken und -schwachen Phasen festgehalten und ausgewertet werden.
  • Pacing: Um sich die Kräfte besser einzuteilen, sollten Pausen oder kräfteschonende Maßnahmen in den Alltag integriert werden.
  • Psychotherapeutische Behandlung: Psychologische Unterstützung im Rahmen einer Verhaltenstherapie ist vor allem für Patienten wichtig, die eine depressive Reaktion oder Angststörung entwickelt haben.
  • Ergo- oder Physiotherapie: Auch eine langfristige Ergo- oder Physiotherapie hilft Fatigue-Syndrom-Patienten häufig weiter.

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