Epilepsie ist eine Erkrankung des zentralen Nervensystems, insbesondere des Gehirns, die durch wiederholte Anfälle gekennzeichnet ist. Diese Anfälle können durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden, darunter genetische Veränderungen, strukturelle Hirnläsionen (wie Schlaganfall, Krebs oder Trauma), Infektionen, Stoffwechselstörungen und autoimmune Fehlregulationen des Entzündungsgeschehens im Körper.
Vitamin-D-Mangel bei Epilepsie-Patienten
Es hat sich gezeigt, dass viele Epilepsie-Patienten eine Unterversorgung mit den Vitaminen D, C und B1 aufweisen. Besonders betroffen sind Patienten, die langfristig Antiepileptika einnehmen, da diese Medikamente im Verdacht stehen, Nährstoffmängel auszulösen. Fast die Hälfte der Menschen mit Epilepsie hat auch einen Vitamin-D-Mangel. In einer Studie reichten die Vitamin-D-Spiegel der Teilnehmer im Alter von 10 bis 42 Jahren von 4 ng/ml bis 34 ng/ml, mit einem Durchschnitt von 11,8 ng/ml.
Vitamin D und Anfallshäufigkeit
Eine ältere placebokontrollierte Studie mit stationären Epileptikern ergab, dass die tägliche Einnahme von 16.000 I.E. Vitamin D2 über 28 Tage die Anfallshäufigkeit signifikant um 67-71 % reduzierte. Eine weitere klinische Studie aus dem Jahr 2012 bestätigte diese Beobachtung. Im Gegensatz dazu zeigten Studien mit wöchentlichen oder zweiwöchentlichen Vitamin-D-Gaben über wenige Wochen keine eindeutigen Veränderungen des Epilepsie-Geschehens. Eine Pilotstudie aus dem Jahr 2019 berichtete über die Verträglichkeit von Vitamin-D-Dosierungen von 5000 I.E. täglich. Nach Anhebung des Vitamin-D-Spiegels über 20 ng/ml sank die mittlere Anfallshäufigkeit von 5,18 auf 3,64 Anfälle pro Monat, bereits in der sechsten Woche nach Beginn der Supplementierung.
Empfehlungen für Epilepsie-Patienten
Da Antiepileptika oft als Vitamin-D-Räuber wirken, sollten Epileptiker ihren Vitamin-D-Spiegel besonders gut im Auge behalten. Es ist ratsam, Vitamin D3 anstelle von D2 zu verwenden, da es um 500 % schneller in seine aktive Form umgewandelt wird.
Solarium und Vitamin D: Ein zweischneidiges Schwert
Sonnenlicht ist eine wichtige Quelle für die Vitamin-D-Produktion im Körper. Allerdings ist das Sonnenlicht, das durch eine Fensterscheibe fällt, nicht in der Lage, einen Vitamin-D-Mangel auszugleichen. Solarium-Licht enthält einen hohen Anteil an UV-A-Strahlung, der die Hautalterung beschleunigen und das Risiko für Hautkrebs erhöhen kann. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) stuft Solarium-Nutzung als krebserregend ein.
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Vitamin D durch Sonnenbestrahlung
Es gibt Hinweise darauf, dass Vitamin D, das durch Sonneneinstrahlung erzeugt wird, zusätzliche gesundheitliche Vorteile hat. Um eine gute Vitamin-D-Produktion zu gewährleisten, werden folgende Empfehlungen für die Dauer der Sonnenlichtbestrahlung gegeben:
| Hauttyp | März bis Mai | Juni bis August | September bis Oktober |
|---|---|---|---|
| I/II | 10 - 20 Minuten | 5 - 10 Minuten | 10 - 20 Minuten |
| III | 15 - 25 Minuten | 10 - 15 Minuten | 15 - 25 Minuten |
Diese Empfehlungen gelten für die unbedeckte Haut von Gesicht, Händen und Unterarmen außerhalb der Mittagszeit. Sonnenschutzmittel blockieren die UVB-Strahlung, die für die Vitamin-D-Produktion notwendig ist.
Medikamente und Lichtempfindlichkeit
Einige Medikamente können die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen und in Kombination mit Sonnenlicht oder Solarium zu unerwünschten Reaktionen führen. Dazu gehören:
- Diuretika: Schleifendiuretika (Furosemid, Piretanid, Torasemid) und Thiazide (Chlortalidon, Hydrochlorothiazid, Indapamid, Xipamid)
- Entzündungs- und schmerzhemmende Mittel: Diclofenac, Ibuprofen, Ketoprofen, Naproxen, Piroxicam, Tiaprofensäure (auch in Schmerzgelen)
- Antibiotika: Insbesondere Tetrazykline (Doxycyclin, Oxytetrazyklin, Tetracyclin, Minocyclin)
- Antiarrhythmika: Amiodaron
- Aknemittel: Benzoylperoxid, Doxycyclin
- Hormonpräparate: Östrogen-Gestagen-Kombinationen (Pille)
- Pflanzliche Mittel: Johanniskraut
- Zytostatika: Fluorouracil, Vinblastin, Dacarbazin
- Lipidsenker: Fibrate (Bezafibrat, Fenofibrat, Gemfibrozil)
Wenn Sie eines dieser Medikamente einnehmen, sollten Sie Ihre Haut unbedingt vor Sonne und Solarium schützen.
Weitere Risiken und Vorsichtsmaßnahmen bei Epilepsie
Lamotrigin und Lichtempfindlichkeit
Bei der Einnahme von Lamotrigin, einem Antiepileptikum, kann es zu Lichtempfindlichkeit kommen. Wenn nach der Einnahme von Lamotrigin ein Ausschlag oder Sonnenbrand auftritt, nachdem Sie der Sonne oder künstlichem Licht (z. B. Solarium) ausgesetzt waren, sollte ein Arzt konsultiert werden. Möglicherweise wird empfohlen, Sonnenlicht zu meiden oder sich vor der Sonne zu schützen.
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Gedanken an Selbstschädigung oder Selbsttötung
Antiepileptika können bei manchen MenschenDepressionen oder Selbstmordgedanken auslösen. Wenn Sie solche Gedanken haben, setzen Sie sich sofort mit Ihrem Arzt in Verbindung.
Verstärkung von Anfällen
In seltenen Fällen können sich Anfälle während der Einnahme von Lamotrigin verstärken oder häufiger auftreten. In diesem Fall sollte so schnell wie möglich ein Arzt aufgesucht werden.
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