Das Gehirn und das Gießkannenprinzip: Eine Neubewertung der Informationsverarbeitung

Die Vorstellung, dass das Gehirn Informationen nach dem Gießkannenprinzip verarbeitet, bei dem eine große Anzahl von Neuronen gleichzeitig aktiviert wird, um ein Signal zu verarbeiten, wird durch neue Forschungsergebnisse in Frage gestellt. Diese Ergebnisse legen nahe, dass das Gehirn viel effizienter arbeitet, als bisher angenommen.

Die Studie des Hertie-Instituts

Maik Stüttgen und Cornelius Schwarz vom Tübinger Hertie-Institut für Klinische Hirnforschung haben diese traditionelle Ansicht mit ihrer aktuellen Studie in Frage gestellt. Sie führten Experimente mit Ratten durch, in denen die Tiere darauf trainiert wurden, den Zeitpunkt anzuzeigen, an dem eines ihrer Schnurrhaare bewegt wurde.

Überraschende Ergebnisse

Die Beobachtung der Aktivität einzelner Nervenzellen in der Großhirnrinde der Ratten führte zu überraschenden Ergebnissen. Nur ein kleiner Teil der verfügbaren Zellen signalisierte die leichten Berührungen überhaupt. Die Zellen, die reagierten, zeigten nur eine minimale Reaktion für einen Bruchteil einer Sekunde (genau genommen eine vierzigstel Sekunde).

Die entscheidende Frage

Die Forscher stellten sich die Frage, wie viele Neuronen theoretisch benötigt werden, um die schwachen Signale, die zu nicht genau bekannten Zeitpunkten präsentiert wurden, ebenso gut wie die Ratte zu detektieren.

Anwendung der ROC-Analyse

Stüttgen und Schwarz verwendeten die mathematische Methode der Receiver Operating Characteristic (ROC), die bereits im 2. Weltkrieg zur Analyse von Radarsignalen eingesetzt wurde.

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Ein kleiner Nervenzellverbund genügt

Die Analyse ergab, dass im Prinzip ein sehr kleiner Nervenzellverbund von fünf gleichzeitig aktiven Neuronen ausreicht, um die Signale zu verarbeiten. Dieses Ergebnis steht im Widerspruch zur gängigen Annahme, dass extrem große Nervenzellverbünde für eine verlässliche Signalverarbeitung notwendig sind.

Konsequenzen für das Verständnis der Informationsverarbeitung

Diese Resultate haben weitreichende Konsequenzen für unser Verständnis von Signalkodierung und Informationsverarbeitung im Gehirn. Sie deuten darauf hin, dass das Gehirn in der Lage ist, Informationen mit einer viel geringeren Anzahl von Neuronen zu verarbeiten, als bisher angenommen.

Das Gießkannenprinzip in der Personalentwicklung

Das Gießkannenprinzip findet sich auch in anderen Bereichen wieder, wie z.B. in der Personalentwicklung. Hier bezieht es sich auf die Praxis, allen Mitarbeitern die gleichen Schulungen anzubieten, unabhängig von ihren individuellen Bedürfnissen und Kompetenzen.

Kompetenzorientierte Personalentwicklung als Alternative

Eine kompetenzorientierte Personalentwicklung stellt eine Alternative zum Gießkannenprinzip dar. Sie konzentriert sich auf die spezifischen Kompetenzen, die ein Mitarbeiter benötigt, um seine Aufgaben erfolgreich zu erfüllen.

Vorteile der kompetenzorientierten Personalentwicklung

Die kompetenzorientierte Personalentwicklung bietet mehrere Vorteile:

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  • Sie ist effizienter, da sie sich auf die relevanten Kompetenzen konzentriert.
  • Sie ist effektiver, da sie die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeiter berücksichtigt.
  • Sie ist motivierender, da sie den Mitarbeitern die Möglichkeit gibt, ihre Kompetenzen gezielt zu entwickeln.

Ein neunstufiger Leitfaden für die Umsetzung

Ein neunstufiger Leitfaden kann Unternehmen und Organisationen helfen, eine kompetenzorientierte Personalentwicklung erfolgreich zu etablieren. Dieser Leitfaden umfasst die Identifizierung, Einschätzung und Weiterentwicklung der Kompetenzen der Mitarbeiter.

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