Demenz: Ursachen, Gehirnschädigung und Verschiedene Formen

Demenz ist ein Sammelbegriff für verschiedene Krankheitsbilder, die mit einem fortschreitenden Verlust geistiger Fähigkeiten einhergehen. Es handelt sich um eine fortschreitende Erkrankung des Gehirns, die vor allem ältere Menschen betrifft, jedoch nicht zum normalen Alterungsprozess gehört. Im Gegensatz zur altersbedingten Vergesslichkeit verursacht Demenz deutliche und anhaltende Beeinträchtigungen der geistigen Fähigkeiten. Die Demenz ist keine Erkrankung an sich, sondern ein Symptom vieler verschiedener Erkrankungen.

Was ist Demenz?

Der Begriff „Demenz“ beschreibt die allmähliche Verschlechterung geistiger Fähigkeiten, wie z. B. des Erinnerungsvermögens, der Orientierung und des Denkvermögens. Der Begriff „Demenz“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet wörtlich „abnehmender Verstand“.

Unter dem Begriff „Kognition“ fasst man die vielfältigen geistigen Fähigkeiten und Vorgänge zusammen, die es Menschen ermöglichen, Informationen zu verarbeiten und Handlungen auszuführen. Zur Kognition gehören z. B. folgende Prozesse: Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und Konzentration, Denken, Problemlösen, Gedächtnis, Lernen und Erinnern, Vorstellungskraft und Planung, Orientierung, Sprache und Sprachverständnis, Motivation, Handlungswille und Handlungsteuerung, Kontrolle über das eigene Verhalten, Entscheidungsfindung und Urteilsbildung.

Bei einer Demenzerkrankung sind zu Beginn häufig nur bestimmte kognitive Fähigkeiten gestört, z. B. das Kurzzeitgedächtnis oder die Sprache. Bei fortschreitender Demenz sind alle kognitiven Fähigkeiten gestört und/oder gehen völlig verloren.

Häufigkeit von Demenz

Je älter die Menschen werden, umso größer ist das Risiko für Demenzerkrankungen. In der Altersgruppe der 65- bis 70-Jährigen erkranken weniger als drei Prozent an einer Alzheimer-Demenz. Im Alter von 85 Jahren ist ungefähr jeder Fünfte und ab 90 Jahren bereits jeder Dritte betroffen. Aktuell sind weltweit etwa 50 Millionen Menschen an Demenz erkrankt. In Europa geht man derzeit von zehn Millionen Menschen mit Demenzerkrankung aus. In Deutschland liegt die Zahl bei aktuell 1,6 Millionen. Die Zahl der Demenzkranken könnte nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bis zum Jahr 2050 auf weltweit 150 Millionen ansteigen. In Deutschland werden es dann schätzungsweise drei Millionen Erkrankte sein.

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Ursachen von Demenz

Demenz wird durch Schädigung von Gehirnzellen verursacht. Diese Schädigung beeinträchtigt die Fähigkeit der Gehirnzellen, miteinander zu kommunizieren. Das Gehirn verfügt über eine Reihe von individuellen Regionen, wobei jede Region für verschiedene Funktionen zuständig ist (z.B. Gedächtnis, Urteilsvermögen und Bewegung). Verschiedene Arten von Demenz werden mit bestimmten Arten der Gehirnzellenschädigung in bestimmten Regionen des Gehirns in Verbindung gebracht.

Die Ursachen einer Demenzerkrankung sind ebenso verschieden wie ihre Formen.

Risikofaktoren für Demenz

Die Ursachen für Alzheimer und viele andere Demenzerkrankungen sind noch nicht abschließend geklärt. Man kennt aber viele Faktoren, die das Risiko für eine Demenz erhöhen. Zu diesen Risikofaktoren gehören: Kopfverletzungen, übermäßiger Alkoholkonsum, Feinstaubbelastung, mangelnde Bildung, Übergewicht, Bluthochdruck, eingeschränkte Hörfähigkeit, Rauchen, Diabetes, Depressionen, Bewegungsmangel und Mangel an sozialen Kontakten. Die genauen Ursachen von Demenzerkrankungen sind bis heute nicht vollständig geklärt.

Einige Risikofaktoren für Demenz, z.B. Alter und Genetik, können nicht verändert werden. Aber Forscher untersuchen weiterhin die Auswirkung anderer Risikofaktoren auf die Gesundheit des Gehirns und die Verhinderung von Demenz.

Warnsignale für eine Demenz

Demenzerkrankungen entwickeln sich schleichend. Die ersten Anzeichen werden häufig nicht als Demenzsymptome erkannt oder verdrängt. Folgende Veränderungen können Warnzeichen für eine Demenz sein: Ereignisse, die nur kurze Zeit zurückliegen, werden vergessen. Gewohnte Tätigkeiten, wie z. B. Haushaltstätigkeiten, bereiten Schwierigkeiten. Es kommt häufiger zu Sprachstörungen/Wortfindungsstörungen. Das Interesse an Arbeit, Hobbys und Kontakten nimmt ab. In einer fremden Umgebung fällt es schwer, sich zurechtzufinden. Die Betroffenen haben keinen Überblick über ihre finanziellen Angelegenheiten. Gefahren werden nicht erkannt oder falsch eingeschätzt. Persönlichkeitsänderungen: Stimmungsschwankungen, andauernde Ängstlichkeit, Reizbarkeit und Misstrauen können auftreten. Fehlende Einsicht: Betroffene streiten Fehler, Irrtümer oder Verwechslungen häufig vehement ab.

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Diagnose von Demenz

Es existiert kein einzelner Test, mit dem bei einer Person Demenz nachgewiesen werden kann. Ärzte diagnostizieren Alzheimer oder andere Demenz-Arten auf der Grundlage einer sorgsam durchgeführten Anamnese, einer physischen Untersuchung, Labortests und charakteristische Veränderungen des Denkens, der täglichen Funktionen und des Verhaltens, das mit der jeweiligen Demenz-Krankheit in Verbindung gebracht wird.

Wenn die Sorge besteht, dass sich eine Demenz entwickelt, sollte man sich umgehend untersuchen lassen. Im besten Fall kann die Untersuchung den Verdacht auf eine Demenz ausräumen und man hat eine Sorge weniger. Falls jedoch tatsächlich Hinweise auf eine beginnende Demenz festgestellt werden, kann man in diesem Stadium noch einiges tun, um die Verschlechterung der geistigen Fähigkeiten abzubremsen. Vor allem haben die Betroffenen dann die Chance alles, was ihnen wichtig ist, noch selbst und nach ihrem Willen zu ordnen.

Behandlung von Demenz

Die Behandlung von Demenz ist abhängig von der Ursache. Im Falle der meisten progressiven Demenzen einschließlich der Alzheimer-Krankheit gibt es keine Heilung und keine Behandlung, die das Fortschreiten verlangsamt oder stoppt. Aber es gibt Behandlungen mit Medikamenten, die Symptome in einem begrenzten Zeitraum verbessern. Dieselben Medikamente, die zur Behandlung von Alzheimer eingesetzt werden, werden auch manchmal verschrieben, um die Symptome von anderen Arten von Demenz zu lindern.

Vorbeugung von Demenz

Ein gesunder Lebensstil mit viel Bewegung, einer ausgewogenen Ernährung und ausreichend geistiger Stimulation ist der beste und einfachste Weg, um einer Demenz bestmöglich vorzubeugen.

Regelmäßige körperliche Betätigung kann zur Risikominderung einiger Demenz-Arten beitragen. Die Art der Ernährung kann aufgrund ihres Einflusses auf die Herz-Gesundheit die größten Auswirkungen auf die Gehirn-Fitness erzielen. Die derzeit besten Beweise empfehlen, dass Herz-gesundes Essverhalten, wie z.B. die mediterrane Ernährungsweise, ebenfalls zum Schutz des Gehirns beiträgt.

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Formen der Demenz

Die häufigste Form der Demenz ist die Alzheimer-Demenz. Am zweithäufigsten kommt die gefäßbedingte (vaskuläre) Demenz vor und an dritter Stelle steht die Kombination aus Alzheimer und vaskulärer Demenz. Eine weitere wichtige Demenz ist die frontotemporale Demenz. Es gibt über 50 unterschiedliche Erkrankungsformen.

Alzheimer-Demenz

Die Erkrankung an Alzheimer führt zu einer fortschreitenden und unumkehrbaren (irreversiblen) Zerstörung von Gehirnzellen. Die geistige Leistungsfähigkeit der Patient*innen nimmt stetig ab, dabei verändert sich auch die Persönlichkeit der Alzheimer-Kranken. Warum die Gehirnzellen bei der Alzheimer-Demenz absterben, ist bislang nicht vollständig geklärt. Man weiß aber, dass mehrere Veränderungen im Gehirn mit dem Absterben der Zellen zusammenhängen. Dazu gehören Ablagerung bestimmter Eiweiße und eine Verringerung des Botenstoffes Acetylcholin, der für das Funktionieren des Gedächtnisses verantwortlich ist.

Bei der Alzheimer-Krankheit sterben nach und nach Nervenzellen im Gehirn ab - vor allem in den Bereichen, die für Gedächtnis, Orientierung und das Denken zuständig sind. Warum dieser Abbau beginnt, ist bislang nicht eindeutig geklärt.

Ein typisches Frühsymptom sind Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis, das heißt, man kann sich an kurz zurückliegende Ereignisse nicht mehr erinnern. Weitere Symptome sind Schwierigkeiten, Entscheidungen zu treffen, Dinge zu planen und zu organisieren.

Symptome der Alzheimer-Demenz

Die Symptome der Alzheimer-Demenz sind am besten untersucht. Nach ihren Symptomen unterscheidet man drei Stadien der Alzheimer-Demenz:

  • Leichte Alzheimer Demenz: Die ersten Symptome der Alzheimer-Erkrankung sind unauffällig: Vergesslichkeit, Gedächtnislücken und Stimmungsschwankungen. Die Betroffenen reagieren langsamer und haben Schwierigkeiten Neues zu lernen. Sie hören mitten im Satz auf zu sprechen und führen einen Gedanken nicht zu Ende. Die Betroffenen sind sich ihrer zunehmenden Probleme bewusst und leiden darunter. Sie können mit Wut, Angst, Beschämung oder depressiven Verstimmungen reagieren.
  • Mittelschwere Alzheimer Demenz: Spätestens in diesem Stadium müssen die Patient*innen ihren Beruf und das Autofahren aufgeben. Sie sind nun zunehmend auf Unterstützung bei der Körperhygiene, dem Gang zur Toilette sowie Essen und Trinken angewiesen. Sie verlieren zunehmend die Orientierung und das Zeitgefühl. Sie haben häufig die Namen naher Verwandter vergessen. Sie sprechen undeutlich. Ihre Aussagen sind inhaltsleer. Es kann zu Stimmungsschwankungen, Aggressionen und Depressionen kommen.
  • Schwere Alzheimer Demenz: Patientinnen im Spätstadium der Alzheimer Demenz müssen Vollzeit gepflegt und betreut werden. Sie erkennen die eigenen Familienmitglieder nicht mehr, können sich nicht mehr verbal verständigen. Es treten vermehrt körperliche Symptome wie Schwäche, Schluckstörungen oder der Verlust der Kontrolle über Blase und Darm auf. In Einzelfällen kommt es zu epileptischen Anfällen. Die Patientinnen werden bettlägerig und anfällig für Infektionen.

Vaskuläre Demenz

Die vaskuläre oder gefäßbedingte Demenz ist eine Folge von Erkrankungen der Blutgefäße im Gehirn. Die Erkrankung der Hirngefäße führt zu Durchblutungsstörungen und damit zu einem Sauerstoffmangel im Hirngewebe. Wenn die Durchblutungsstörungen andauern, sterben die schlecht durchbluteten Gehirnregionen ab. Es kommt zu kognitiven Störungen, die einer Alzheimer-Demenz ähneln. Zusätzlich leiden Patient*innen mit vaskulärer Demenz häufig an körperlichen Beschwerden. Die häufigsten Ursachen für die vaskuläre Demenz sind hoher Blutdruck, Herzkrankheiten, Diabetes mellitus und Rauchen.

Vaskuläre Demenz entsteht aufgrund von Durchblutungsstörungen im Gehirn. Ursachen hierfür können Ablagerungen in Blutgefäßen, Blutgerinnsel oder Hirnblutungen auch in kleinerem Umfang sein. Diese können dazu führen, dass Bereiche des Gehirns mit zu wenig Sauerstoff versorgt werden. Hierdurch können Hirnzellen in unterschiedlichen Bereichen des Gehirns geschädigt werden oder absterben. Das Risiko für eine vaskuläre Demenz kann steigen, wenn das Herz-Kreislaufsystem beeinträchtigt ist.

Die vaskuläre Demenz wird durch eine Schädigung der Blutgefäße im Gehirn verursacht. Die Gefäße können das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgen, wodurch wichtige kognitive Funktionen eingeschränkt werden. Bei der vaskulären Demenz führen Durchblutungsstörungen zu einer Schädigung des Gehirns. Das Gehirngewebe erhält nicht mehr genug Sauerstoff und Nährstoffe. Nervenzellen sterben ab. Der Begriff "vaskulär" bedeutet so viel wie "die Blutgefäße betreffend".

Herz-Kreislauf-Risikofaktoren: Ihr Gehirn wird von einem der dichtesten Blutgefäß-Netzwerke des Körpers ernährt. Alles, was Blutgefäße in anderen Bereichen Ihres Körper schädigt, kann Blutgefäße im Ihrem Gehirn schädigen und den Gehirnzellen lebensnotwendige Nahrung und Sauerstoff entziehen. Blutgefäß-Veränderungen im Gehirn stehen im Zusammenhang mit vaskulärer Demenz.

Ursachen der vaskulären Demenz

Zu den typischen Ursachen einer vaskulären Demenz gehören:

  • Schlaganfälle, die eine Hirnarterie verschließen, können eine ganze Reihe von Symptomen verursachen, zu denen auch eine vaskuläre Demenz gehören kann.
  • Stille Schlaganfälle, die ohne spürbare Symptome verlaufen, erhöhen ebenfalls das Demenzrisiko.
  • Sind Arterienverkalkung (Arteriosklerose) oder Bluthochdruck die Ursache, machen sich die Beschwerden meist eher schleichend bemerkbar.

Formen der vaskulären Demenz

Fachleute unterscheiden unterschiedliche Formen, zum Beispiel:

  • Multi-Infarkt-Demenz: Sie entwickelt sich allmählich nach mehreren kleinen Schlaganfällen oder vorübergehenden Durchblutungsstörungen. Diese häufen sich und verursachen schließlich die Demenz-Symptome.
  • Vaskuläre Demenz mit akutem Beginn: Hier verschlechtert sich der Zustand meist sehr schnell nach einem oder mehreren größeren Schlaganfällen. Seltener kann auch ein einziger schwerer Schlaganfall die Ursache sein.
  • Subkortikale vaskuläre Demenz: Diese Form betrifft vor allem die tieferen Hirnregionen unterhalb der Hirnrinde. Menschen mit jahrelangem, unbehandeltem Bluthochdruck sind besonders gefährdet.

Symptome der vaskulären Demenz

Bei vaskulärer Demenz können zu Beginn vor allem Probleme mit Aufmerksamkeit, verlangsamtem Denken sowie Persönlichkeitsveränderungen auftreten. Dazu können Gangstörungen oder Kontrollverluste der Blase sowie Probleme mit der Sprache kommen. Auch Gedächtnisstörungen können auftreten, stehen aber zu Beginn nicht immer im Vordergrund. Bei der vaskulären Demenz ist es sehr unterschiedlich, welche Symptome im Vordergrund stehen oder auftreten. Dies hängt von der Art der Schädigung im Gehirn ab und davon, wo sie entstanden ist. Je nach Ursache können die Symptome plötzlich, schleichend oder schrittweise auftreten.

Die Beschwerden können sehr unterschiedlich sein - je nachdem, welche Hirnbereiche geschädigt sind. Mögliche Symptome sind zum Beispiel: Gedächtnisstörungen, oft weniger ausgeprägt als bei Alzheimer-Demenz, Schwierigkeiten bei der Aufmerksamkeit und Konzentration sowie bei komplexen Aufgaben und bei der Problemlösung, Verlangsamtes Denken, Probleme beim Planen und Organisieren, rasche geistige und körperliche Erschöpfung, Probleme beim Gehen oder häufige Stürze, Schwindelgefühl, Sprachstörungen wie Wortfindungsstörungen, Stimmungsschwankungen oder Depression generell Verhaltens- oder Wesensänderungen.

Anders als bei einer Alzheimer-Demenz können die Symptome stufenweise auftreten - nach jedem kleinen Schlaganfall verschlechtert sich der Zustand merklich. Dazwischen können die Symptome stabil bleiben oder sich sogar leicht bessern.

Diagnose der vaskulären Demenz

Um festzustellen, ob überhaupt eine Demenz vorliegt, werden zunächst die Symptome und deren Verlauf erfasst. Dies gibt möglicherweise schon Hinweise, ob es sich um eine vaskuläre Demenz handelt. Um diese festzustellen werden zunächst das Herz-Kreislauf-System sowie neurologische Funktionen, zum Beispiel der Gleichgewichtssinn, untersucht. Blutuntersuchungen können Hinweise auf Risikofaktoren für Durchblutungsstörungen geben.

Erste Ansprechstelle kann der Hausarzt oder die Hausärztin sein. Er oder sie überweist bei Bedarf zu einem Spezialisten oder einer Spezialistin - üblicherweise mit Fachgebiet Neurologie oder Psychiatrie. Viele Kliniken bieten Gedächtnissprechstunden oder -ambulanzen an, die sich auf Diagnose und Therapie von Demenzen spezialisiert haben.

Die Diagnose beruht immer auf dem Ergebnis verschiedener Untersuchungen. Eine gründliche Untersuchung ist wichtig, um vaskuläre Demenz von anderen Demenzformen zu unterscheiden. Dazu gehören zum Beispiel: Körperliche Untersuchung: Die Ärztin oder der Arzt erfragt die Krankengeschichte und mögliche Risikofaktoren wie Bluthochdruck und nimmt eine körperliche Untersuchung vor. Bildgebende Verfahren: Eine Magnetresonanztomografie (MRT) oder eine Computertomografie (CT) können beispielsweise Hinweise auf die Ursache der Symptome geben. Tests der geistigen Leistung: Verschiedene neuropsychologische Tests prüfen Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Denkfähigkeit. So lässt sich das Ausmaß der Beeinträchtigung bestimmen. Laboruntersuchungen: Bluttests helfen, andere Ursachen für die Symptome auszuschließen. Wichtig sind auch Werte wie Cholesterin und Blutzucker - sie zeigen mögliche Risikofaktoren für Gefäßschäden auf.

Behandlung der vaskulären Demenz

Eine vaskuläre Demenz ist nicht heilbar. Die im Gehirn entstandenen Schäden können nicht rückgängig gemacht werden. Ziel der Therapie ist es, weiteren Schäden vorzubeugen und eine Verschlimmerung der Beschwerden aufzuhalten, beziehungsweise zu verlangsamen. Bei der vaskulären Demenz werden Durchblutungsstörungen im Gehirn mit blutverdünnenden Medikamenten behandelt. So kann weiteren Schlaganfällen vorgebeugt werden. Bluthochdruck, erhöhter Cholesterinspiegel und erhöhter Blutzucker können ebenfalls medikamentös behandelt werden. Da die Symptome einer vaskulären Demenz sehr unterschiedlich sein können, ist die Behandlung sehr individuell.

Eine Heilung der vaskulären Demenz ist nicht möglich. Die Behandlung zielt darauf ab, weitere Schlaganfälle zu verhindern und die Symptome zu lindern. Wird die Krankheit früh erkannt und werden die Risikofaktoren behandelt, kann das den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen. Wichtig ist die konsequente Therapie des Blutdrucks, eines Diabetes und der Cholesterinwerte. Die Ärztin oder der Arzt empfiehlt eventuell gerinnungshemmende Medikamente wie ASS. Sie können das Risiko für weitere Gefäßverschlüsse senken. Bestimmte Medikamente, die bei Alzheimer-Demenz zum Einsatz kommen, können im Einzelfall für die Therapie der vaskulären Demenz erwogen werden, vor allem beim Verdacht auf eine Mischform von Alzheimer- und vaskulärer Demenz.

Es gibt verschiedene Ansätze, eine vaskuläre Demenz ohne Medikamente zu behandeln. Behandlungsmöglichkeiten wie Physiotherapie, Ergotherapie oder Logopädie können helfen, die kognitiven Fähigkeiten und somit die Lebensqualität der Patientin oder des Patienten zu verbessern. Auch Musiktherapie, Erinnerungsarbeit und Krankengymnastik können Betroffenen helfen. Vaskuläre Demenz kann mit Gesprächen (kognitive Stimulation) oder Erinnerungsarbeit (autobiographische Arbeit) behandelt werden. Körperliche Betätigung oder Kunsttherapie können geeignete Behandlungsmethoden darstellen.

Vorbeugung der vaskulären Demenz

Einer vaskulären Demenz beugt man vor, indem man einem Schlaganfall vorbeugt. Wer sich regelmäßig bewegt, kann (weiteren) Schlaganfällen vorbeugen.

Risikofaktoren für eine vaskuläre Demenz

Risikofaktoren für einen Schlaganfall erhöhen auch das Risiko für eine vaskuläre Demenz. Dazu gehören zum Beispiel: zunehmendes Lebensalter, Bluthochdruck, ungünstige Blutfettwerte, Diabetes mellitus, Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, manche Herzkrankheiten wie Vorhofflimmern sowie Herzschwäche, Arteriosklerose, Schlafapnoe, Übergewicht und ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel, Stress und familiäre Vorbelastung (etwa Schlaganfälle bei nahen Blutsverwandten).

Frontotemporale Demenz

Die frontotemporale Demenz ist eine Erkrankung, bei der in erster Linie Nervenzellen im Stirnhirn (Frontallappen) und im Schläfenlappen (Temporallappen) untergehen. Menschen mit einer frontotemporalen Demenz haben vor allem ein verändertes Sozialverhalten. Sie können ihr Verhalten schlechter kontrollieren als Gesunde. Die frontotemporale Demenz beeinträchtigt darüber hinaus das Sprachverständnis der Patient*innen.

Bei der frontotemporalen Demenz sterben Nervenzellen im Stirn- und Schläfenlappen des Gehirns ab - also in den Bereichen, die für Verhalten, Emotionen, Sprache und soziales Miteinander zuständig sind. In den betroffenen Nervenzellen finden sich häufig krankhaft veränderte Eiweiße, die sich als Ablagerungen ansammeln und die Zellfunktionen stören. Diese Ablagerungen werden auch als 'Pick’sche Körper' bezeichnet.

Im Vergleich zu anderen Demenzformen bricht die frontotemporale Demenz häufig sehr früh im Leben der Patientinnen aus. Die ersten Symptome der frontotemporalen Demenz treten meist im Alter zwischen 40 und 65 Jahren auf. Es gibt aber auch Patientinnen, die bereits im Alter von 20 Jahren oder erst ab einem Alter von 85 Jahren Symptome zeigen. Die Ursachen der frontotemporalen Demenz sind nicht bekannt. Bei einem Teil der Betroffenen gibt es Hinweise auf eine erbliche Veranlagung.

Symptome der frontotemporalen Demenz

Die Symptome der frontotemporalen Demenz können stark variieren - je nachdem welche Bereiche des Gehirns geschädigt werden.

  • Verhaltensbetonte Variante der frontotemporalen Demenz: Wenn die Schäden vor allem im Frontallappen auftreten, verändert sich zuerst die Persönlichkeit und das Verhalten der Betroffenen. Die Patient*innen wirken unkonzentriert, desinteressiert und achtlos. Die frontotemporale Demenz kann auch zu einem Verlust des Takt- und Mitgefühls führen. Die Betroffenen können mitunter ihre Gefühle nicht mehr kontrollieren und reagieren enthemmt. Auch die Körperhygiene und das Essverhalten können sich verändern. Wenn die Demenz weiter fortschreitet, kommt es zunehmend zu Sprachstörungen.
  • Sprachbetonte Variante der frontotemporalen Demenz: Hier kommt es zu Sprachstörungen. Die Patient*innen haben Wortfindungsstörungen, machen auffällige Grammatikfehler oder haben Probleme beim Sprachverständnis. Wenn die frontotemporale Demenz weiter fortschreitet, treten die oben beschriebenen Verhaltens- und Persönlichkeitsveränderungen auf.

In späteren Stadien der frontotemporalen Demenz kommen Gedächtnisstörungen und weitere geistige Einschränkungen hinzu, die schließlich dazu führen, dass die Patient*innen pflegebedürftig und bettlägerig werden.

Symptome der Demenz im Allgemeinen

Am besten untersucht sind die Symptome der Alzheimer-Demenz, die der vaskulären Demenz sehr ähnlich sind.

Für einen gesunden Menschen ist es selbstverständlich die Fähigkeit zu besitzen, Zusammenhänge begreifen zu können, Dinge zu verstehen und benennen zu können, oder auch Planungen vorzunehmen. Schon im Frühstadium eines Demenz-Syndrom kann es auffallend sein, dass es zu Wortfindungsstörungen kommt. Häufig wird versucht durch Umschreibungen der Worte, die Kommunikation aufrecht zu erhalten. Wenn selbst das nicht mehr gelingt, kann dies bis zu einer vollkommenen Verstummung führen. Innerhalb des Demenz-Syndroms kann es zu Einschränkungen der Auffassungsgabe kommen. Betroffene finden beispielsweise den sonst bekannten Weg, vom Supermarkt, oder Arzt nicht mehr nach Hause. Lebenssituationen werden falsch eingeschätzt, was häufig zu Gefühlen von Angst und Unsicherheit führen kann. Der Betroffene weiß, es stimmt etwas nicht, kann aber die Gründe nur im Außen vermuten und nicht bei sich selbst. Veränderungen des Sozialverhalten und üblichen Verhaltensweisen können sich entwickeln und individuell ausgeprägt sein. Ein Beispiel könnte sein, dass immer gleichzeitig mit dem Essen begonnen wurde, und ein Betroffener sein Verhalten auf einmal ändert und im Vorhineinen mit dem Essen beginnt. Es kann sein, dass sich die Motivation und der Antrieb, für Dinge, die das Leben lang Freude machten, verändert. Auch die Stimmung kann sich verändern oder stark schwanken. Die Veränderungen können alle Areale des menschlichen Gehirns betreffen. In Abhängigkeit der Region im Gehirn, die betroffen ist, kommt es zu entsprechenden Ausfällen und Symptomen.

Im Verlauf der Demenz nehmen die kognitiven Funktionen der Patientinnen immer weiter ab. Sie finden sich zunächst in fremder später auch in der bekannten Umgebung nicht mehr zurecht und sind immer häufiger auf Unterstützung selbst bei alltäglichen Verrichtungen angewiesen. Die zunehmende Vergesslichkeit und Orientierungslosigkeit sowie der allmähliche Verlust der Selbstständigkeit kann bei den Betroffenen Scham, Angst und Depressionen auslösen. Der Verlust der Kommunikationsfähigkeit führt dazu, dass Patientinnen mit Demenz nicht sagen können, dass sie Schmerzen oder andere Symptome haben. Sie müssen daher genau beobachtet werden, um solche Beschwerden zu erkennen. Demente Patientinnen sind auch vermehrt sturz- und verletzungsgefährdet. Die Demenz kann zu Veränderungen der Persönlichkeit führen, die Angehörige und Freunde zutiefst verunsichern. Patientinnen mit Demenz können aggressiv werden und sich herausfordernd verhalten, was den Umgang mit ihnen erschwert. Für die Angehörigen ist es häufig schmerzhaft, dass die Demenzkranken sie nicht mehr erkennen und sich nicht mehr an das gemeinsame Leben erinnern. In späten Stadien der Demenz können Demenzkranke ihre Körperfunktionen wie das Schlucken oder die Blasen- und Darmfunktion nicht mehr kontrollieren.

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