Einführung
Die Prävention von Demenz und der Erhalt der geistigen Fitness im Alter sind Themen von wachsender Bedeutung. Am 11. Oktober, dem Tag der Demenz-Prävention und -Bewältigung, wird dies besonders deutlich. Von 10 bis ca. Fachpersonen und Ansprechpartner:innen aus der ganzen Region stehen mit Rat und Tat zur Seite. Es stellt sich die Frage, ob Denksport wirklich vor Demenz schützt oder ob er sogar schaden kann. Dieser Artikel beleuchtet die Rolle von Denksportarten, sozialer Interaktion, körperlicher Aktivität und weiteren Faktoren bei der Prävention von Alzheimer und anderen Demenzerkrankungen.
Was ist Demenz?
Demenz ist keine Krankheit, sondern ein klinisches Syndrom, das sich durch verschiedene Symptome wie Vergesslichkeit, Orientierungsstörungen oder Sprachstörungen auszeichnet. Es gibt viele Erkrankungen, die zu einer vorübergehenden Demenz führen können, wie Hirnentzündungen, Stoffwechselerkrankungen oder Tumoren des Gehirns. Zu den degenerativen Demenzen zählen Alzheimer, die vaskuläre Demenz oder die frontotemporale Demenz. Kennzeichnend für diese Demenzformen ist, dass zu einer Störung des Gedächtnisses weitere kognitive Probleme hinzutreten. Früher oder später sind Orientierung und Planungsfunktionen eingeschränkt. Die Betroffenen sind nicht nur vergesslich, sondern verlieren allmählich ihr „Lebenswissen“ und damit die Fähigkeit, den Alltag selbstständig zu meistern.
Risikofaktoren und Prävention
Leibinger erklärt praxisnah, was eine Demenz ist. Außerdem wird anhand von wissenschaftlichen Befunden aufgezeigt, welche Risikofaktoren beeinflussbar sind und wie sich somit bis zu 40 Prozent der Demenzerkrankungen verzögern oder sogar verhindern lassen könnten. Wichtig ist, als pflegende Angehörige sich selbst nicht aus den Augen zu verlieren. Es gibt Tipps für den Alltag, um bei drohender oder beginnender Demenz aktiv zu bleiben, denn Hirnleistungstraining wirkt in allen Lebensbereichen.
Der Einfluss von Denksportarten
Anders als lange gedacht bleibt das Gehirn bis ins Alter wandlungsfähig. Deshalb können auch ältere Menschen noch komplexe Denkleistungen erlernen und verbessern, etwa eine neue Sprache oder ein Musikinstrument meistern. Positive Effekte bieten Übungen, die den Geist permanent und vielfältig herausfordern. Einseitige Rätselformate wie Sudoku mögen Spaß bereiten, können aber kognitive Fähigkeiten kaum stärken. Wer seine Geisteskräfte durch Denksport fördern will, sollte sich nach Angeboten für Gruppen unter professioneller Leitung umsehen. Tatsächlich können Denksportaufgaben teilweise das Gedächtnis stärken, die Konzentrationsfähigkeit schulen oder den Orientierungssinn fördern. Geistige Fähigkeiten, die im Alter nachlassen.
Das „Training“ besteht aus verschiedenen Denksportarten und gezielten Übungen, um Denk-, Wahrnehmungs-, Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsfähigkeiten zu erhalten bzw. zu verbessern - Lebensqualität und -freude lassen sich dadurch ebenfalls steigern.
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Gehirnjogging: Segen oder leeres Versprechen?
Die Denkleistung lässt beim Menschen mit den Jahren nach. Das ist ein völlig natürlicher Prozess. Gehirnjogging kann, so schätzen einige Forscher, nur kleine Anteile des Abbaus wettmachen. Studien zeigen: Selbst für kleine Verbesserungen muss man lange trainieren, möglichst täglich, insbesondere im höheren Alter. Die Werbeversprechen von Gehirnjogging-Anbietern sind nach Ansicht zahlreicher Kognitions- und Neurowissenschaftler oft übertrieben, mitunter sogar irreführend. Doch können Denksport-Übungen zumindest kaum Schaden anrichten.
Soziale Interaktion als Schutzfaktor
Soziale Interaktion ist für Menschen jeden Alters von großer Bedeutung, insbesondere für ältere Menschen. Mit zunehmendem Alter kann unser soziales Umfeld aufgrund von Faktoren wie Ruhestand, Umzug oder dem Verlust von geliebten Menschen schrumpfen. Soziale Kontakte bieten älteren Menschen eine Vielzahl von Vorteilen, die ihr allgemeines Wohlbefinden und ihre Lebensqualität verbessern. Soziale Interaktion hilft, Einsamkeit, Depression und Angstzustände zu bekämpfen, die häufigen psychischen Herausforderungen für ältere Menschen sind. Die Interaktion mit anderen Menschen stimuliert das Gehirn, hält es aktiv und reduziert das Risiko von kognitivem Verfall, Demenz und Alzheimer. Soziale Verbindungen bieten einen Puffer gegen Stress, einen Hauptauslöser für verschiedene Gesundheitsprobleme. Soziale Aktivitäten beinhalten oft auch körperliche Betätigung, wie Tanzen, Gruppenfitnesskurse oder einfach nur Spazierengehen mit Freunden. Soziale Verbindungen vermitteln ein Gefühl der Zugehörigkeit und des Sinns, was für ein erfülltes Leben im Alter entscheidend ist. Es ist wichtig, soziale Kontakte für ältere Menschen zu fördern und zu erleichtern, um die Vorteile der Sozialisation zu nutzen. Ermutigen Sie Senioren, Gemeindezentren, Seniorenszentren oder Freiwilligenorganisationen beizutreten. Fördern Sie regelmäßige Kommunikation und Besuche zwischen älteren Menschen und ihren Familien. Helfen Sie Senioren, den Umgang mit Technologie zu erlernen, z. B. mit Videokonferenzen oder sozialen Medien, um mit Freunden und Familienmitgliedern in Kontakt zu bleiben, die weit entfernt wohnen. Ermutigen Sie die Teilnahme an Hobbygruppen oder Clubs im Zusammenhang mit gemeinsamen Interessen. Fördern Sie ehrenamtliches Engagement in lokalen Organisationen oder Gemeindeprojekten. Soziale Kontakte sind ein unverzichtbarer Aspekt eines gesunden und erfüllten Lebens, insbesondere für ältere Menschen.
Barbara Jäger erläutert, wie beim Kommunizieren mit an Demenz erkrankten Menschen unnötig kraftraubende Fehler vermieden werden können, welche Muster sich dabei häufig wiederholen und wie man es besser machen kann.
Körperliche Aktivität und ihre Auswirkungen
Regelmäßige körperliche Aktivität ist für Menschen jeden Alters von entscheidender Bedeutung, und ältere Menschen sind keine Ausnahme. Bewegung stärkt Muskeln und Knochen, verbessert die Flexibilität und das Gleichgewicht und erhöht die Ausdauer. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, dass Erwachsene über 65 Jahren mindestens 150 Minuten pro Woche moderate oder 75 Minuten pro Woche intensive körperliche Aktivität ausüben. Es gibt viele verschiedene Arten von körperlicher Aktivität, die für ältere Menschen geeignet sind. Körperliche Aktivität ist ein wesentlicher Bestandteil eines gesunden Lebensstils für Menschen jeden Alters, insbesondere für ältere Menschen.
Regelmäßige Bewegung hat weitreichende positive Auswirkungen auf den gesamten Körper. Oft denkt man dabei in erster Linie an die Verbesserung der physischen Gesundheit, wie die Stärkung des Herz-Kreislauf-Systems oder den Schutz vor Diabetes. Doch Bewegung wirkt sich ebenso stark auf das Gehirn aus - besonders bei älteren Menschen. Wenn Sie sich regelmäßig bewegen, verbessern Sie die Durchblutung im Gehirn, was dafür sorgt, dass es besser mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Diese gesteigerte Durchblutung regt die Neubildung von Nervenzellen an. Das gilt insbesondere im Hippocampus, einer Region, die maßgeblich für das Gedächtnis und das Lernen verantwortlich ist. Gleichzeitig erhöht Bewegung die Produktion von sogenannten Wachstumsfaktoren im Gehirn. Diese Substanzen fördern die Regeneration und den Schutz von Nervenzellen. Besonders interessant ist dabei das Protein BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor), das durch körperliche Aktivität verstärkt produziert wird. BDNF schützt bestehende Nervenzellen vor Abbau und fördert zudem die Neubildung von Synapsen - den Verbindungen zwischen den Nervenzellen. Darüber hinaus gibt es Hinweise darauf, dass regelmäßige Bewegung Entzündungen im Gehirn verringert. Chronische Entzündungen stehen im Zusammenhang mit zahlreichen neurodegenerativen Erkrankungen, darunter auch Demenz.
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Kreativität im Alter
Die Vorstellung, dass Kreativität etwas für junge Menschen ist, ist ein weit verbreitetes Missverständnis. Tatsächlich können ältere Menschen eine reiche Quelle künstlerischer Inspiration sein. Kreative Aktivitäten können dazu beitragen, das Gehirn zu stimulieren und kognitive Funktionen wie Gedächtnis und Konzentration zu verbessern. Sie fördern soziale Interaktion und steigern das Selbstwertgefühl und die Lebensfreude. Es gibt unzählige Möglichkeiten, wie ältere Menschen ihre künstlerischen Talente entfalten können, wie Malerei, Musik, Schreiben, Tanz oder Theater.
Aktives Altern und ein erfülltes Leben
In unserer schnelllebigen Welt ist es leicht, sich auf die Hektik des Alltags einzulassen und die Bedeutung eines erfüllten Lebens zu übersehen. Doch gerade im Alter ist es wichtig, aktiv zu bleiben und sich mit anderen zu vernetzen. Aktives Altern ist nicht nur gut für unsere Gesundheit, sondern es kann auch dazu beitragen, dass wir ein glücklicheres und erfüllteres Leben führen. Studien haben gezeigt, dass aktive Menschen seltener unter Depressionen, Angstzuständen und Demenz leiden. Darüber hinaus kann aktives Altern uns helfen, neue Freundschaften zu schließen und unsere sozialen Beziehungen zu stärken. Es gibt viele Möglichkeiten, aktiv zu altern: Bleiben Sie körperlich aktiv, trainieren Sie Ihr Gehirn, lernen Sie etwas Neues, engagieren Sie sich sozial, setzen Sie sich Ziele, verhalten Sie sich positiv, verzeihen Sie sich selbst und anderen, seien Sie dankbar für die kleinen Dinge und genießen Sie das Leben.
Technologie in der Altenpflege
Die rasante Entwicklung der Technologie in den letzten Jahrzehnten hat viele Aspekte unseres Lebens verändert, und die Altenpflege ist keine Ausnahme. Technologie kann die Kommunikation und Koordination zwischen Pflegepersonal, Patienten und Familienangehörigen verbessern. Telemedizinische Lösungen ermöglichen es Ärzten und Pflegepersonal, Fernkonsultationen durchzuführen, was besonders für Patienten in ländlichen Gebieten oder mit eingeschränkter Mobilität von Vorteil ist. Darüber hinaus können digitale Plattformen genutzt werden, um Pflegepläne zu erstellen, Medikamente zu verwalten und Termine zu koordinieren. Tragbare Geräte wie Fitnessarmbänder und Smartwatches können die Gesundheit älterer Menschen kontinuierlich überwachen und wichtige Daten wie Herzfrequenz, Schlaf und Aktivität erfassen. Diese Daten können dem Pflegepersonal wertvolle Einblicke in den Gesundheitszustand des Patienten geben und dabei helfen, potenzielle Probleme frühzeitig zu erkennen. Technologie kann auch zur kognitiven Stimulation und sozialen Interaktion für ältere Menschen eingesetzt werden.
Spiritualität und Sinnfindung
Der Prozess des Alterns bringt eine Vielzahl von Veränderungen mit sich, die sowohl körperlicher als auch emotionaler Natur sind. Diese Veränderungen können zu einer Neubewertung des eigenen Lebens und der eigenen Rolle in der Welt führen. Für viele Menschen stellt sich in dieser Lebensphase die Frage nach dem Sinn des Lebens und nach der eigenen spirituellen Verbundenheit. Spiritualität kann in vielen Formen zum Ausdruck kommen, darunter Religion, Meditation, Yoga, Naturverbundenheit und andere Formen der persönlichen Sinnfindung. Für ältere Menschen kann Spiritualität eine Quelle der Hoffnung, des inneren Friedens und der Gelassenheit sein. Sie kann ihnen helfen, mit den Herausforderungen des Alterns umzugehen und ihr Leben mit einem neuen Sinn zu erfüllen.
Tipps für einen gesunden Lebensstil im Alter
- Ausgewogene Ernährung: Eine ausgewogene und nährstoffreiche Ernährung ist für Senioren von entscheidender Bedeutung.
- Regelmäßige Bewegung: Regelmäßige Bewegung ist wichtig für Senioren, um ihre Beweglichkeit, Kraft und Ausdauer zu erhalten.
- Gehirnfitness: Senioren können ihr Gehirn fit halten, indem sie regelmäßig neue Dinge lernen und Herausforderungen annehmen.
- Soziale Kontakte: Soziale Kontakte sind für Senioren wichtig, um sich geistig zu stimulieren und ein Gefühl der Zugehörigkeit zu haben.
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