Der Selbstheilungsnerv: Den Vagusnerv aktivieren und Körper & Psyche ins Gleichgewicht bringen

Einführung

In unserer heutigen, oft hektischen und stressgeprägten Welt, fühlen sich immer mehr Menschen innerlich unruhig, überfordert und leiden unter den verschiedensten körperlichen und seelischen Beschwerden. Oftmals scheint es, als ob Herz und Kopf nicht mehr im Einklang sind, die Verbindung zwischen Körper und Geist fehlt und die Lebensmelodie disharmonisch klingt. Ein Schlüssel zur Wiederherstellung dieser Balance und zur Aktivierung der Selbstheilungskräfte liegt im Vagusnerv, einem oft unterschätzten, aber zentralen Bestandteil unseres Nervensystems. Der Vagusnerv, auch bekannt als der "Selbstheilungsnerv", spielt eine entscheidende Rolle bei der Regulation fast aller inneren Organe und beeinflusst maßgeblich unsere psychische und physische Gesundheit.

Was ist der Vagusnerv?

Der Vagusnerv ist der zehnte von zwölf Hirnnerven und erstreckt sich vom Gehirn durch den ganzen Körper. Er ist ein Hauptbestandteil des parasympathischen Nervensystems, dem Teil des autonomen Nervensystems, der für Entspannung, Regeneration und Erholung zuständig ist. Man kann ihn sich als eine Art "heimliche Schaltstelle" des menschlichen Nervensystems vorstellen.

Die Bedeutung des ventralen Vagusnervs

Innerhalb des parasympathischen Nervensystems spielt der vordere Ast des Vagusnervs, der sogenannte ventrale Vagusnerv, eine besonders wichtige Rolle. Er leitet Signale besonders schnell weiter und ist maßgeblich für unser soziales Kommunikationssystem, die Zugewandtheit zu anderen Menschen und das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit verantwortlich.

Die Auswirkungen einer Vagusnerv-Funktionsstörung

Anhaltender Stress, chronische Überforderung und traumatische Erlebnisse können zu einer Blockierung oder Funktionsstörung des Vagusnervs führen. Ist die Funktion des ventralen Vagusnervs gestört, kann sich der Körper nicht mehr ausreichend von Stress erholen und bleibt in einem Zustand der Überreizung gefangen. Dies kann eine Vielzahl von negativen Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben.

Mögliche Folgen einer Vagusnerv-Dysfunktion

  • Psychische Beschwerden: Angststörungen, Depressionen, Burnout, innere Unruhe, Reizbarkeit, Gefühl der Überforderung
  • Körperliche Beschwerden: Migräne, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Verdauungsbeschwerden, Herz-Rhythmus-Störungen, Tinnitus, chronische Schmerzen
  • Weitere Auswirkungen: Beeinträchtigung des sozialen Verhaltens, Schwierigkeiten in der Kommunikation, Autismus-bedingtes Verhalten

Den Vagusnerv aktivieren: Übungen und Techniken

Glücklicherweise lässt sich eine Funktionsstörung des Vagusnervs verhältnismäßig leicht behandeln. Es gibt verschiedene Übungen und Techniken, mit denen man den Vagusnerv aktivieren, Blockaden lösen und die Selbstheilungskräfte des Körpers anregen kann.

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Atemübungen

Tiefe, langsame Atemzüge aktivieren den Parasympathikus und beruhigen das Nervensystem. Eine einfache Übung ist die Zwerchfellatmung: Legen Sie eine Hand auf Ihren Bauch und atmen Sie tief ein, so dass sich Ihre Bauchdecke hebt. Atmen Sie langsam wieder aus und wiederholen Sie dies mehrmals.

Summen und Singen

Das Summen und Singen stimuliert den Vagusnerv, da es die Muskeln im Rachenraum aktiviert. Versuchen Sie, ein Lied zu summen oder laut "Brumm-Brumm" zu sagen, wie es ein Anwender des Buches "Der Selbstheilungsnerv" beschreibt.

Kaltwasseranwendungen

Kaltes Wasser, z.B. in Form von kalten Duschen oder Gesichtswaschungen, kann den Vagusnerv stimulieren und die Herzfrequenz senken.

Meditation und Achtsamkeit

Regelmäßige Meditation und Achtsamkeitsübungen helfen, Stress abzubauen und das Nervensystem zu beruhigen.

Körpertherapien

Bestimmte Körpertherapien wie Rolfing, Craniosacral-Therapie und Osteopathie können ebenfalls dazu beitragen, den Vagusnerv zu aktivieren und Blockaden zu lösen.

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Die 8 Übungen nach Stanley Rosenberg

Stanley Rosenberg, ein erfahrener Körpertherapeut, hat in seinem Buch "Der Selbstheilungsnerv" acht einfache Übungen vorgestellt, mit denen sich der Vagusnerv aktivieren und Blockaden lösen lassen. Diese Übungen sind leicht umzusetzen und können in den Alltag integriert werden.

Der Vagusnerv und Autismus

Rosenberg konnte in seiner Therapiearbeit eine Verbindung zwischen einem gestörten Vagusnerv und autismusbedingtem Verhalten herstellen. Die Aktivierung des Vagusnervs kann daher auch neue Perspektiven in der Autismus-Therapie eröffnen.

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