Psychologische Auswirkungen eines verschneiten Parks im Winter

Einführung

Die kalte Jahreszeit bringt oft kürzere Tage und weniger Sonnenlicht mit sich, was sich negativ auf unsere Stimmung auswirken kann. Doch es gibt auch positive Aspekte des Winters, insbesondere die Schönheit einer verschneiten Landschaft. Ein Spaziergang durch einen verschneiten Park kann eine wohltuende Erfahrung sein, die sowohl körperliche als auch psychische Vorteile bietet. Dieser Artikel untersucht die psychologischen Auswirkungen eines verschneiten Parks im Winter und beleuchtet, wie diese Umgebung unser Wohlbefinden beeinflussen kann.

Die beruhigende Wirkung der Natur im Winter

Körperliche und psychische Vorteile eines Winterspaziergangs

Es ist seit langem bekannt, dass Bewegung in der Natur gesund ist, aber warum macht uns das Wandern glücklich? Psychiater Prof. Reinhard Haller erklärt, dass Wandern, wie jeder Ausdauersport, unsere körperliche Fitness fördert und zu einer allgemeinen Leistungssteigerung führt. Es verbessert den Stoffwechsel, stärkt das Immun- und Hormonsystem, fördert Muskelkraft und Ausdauer, beugt Osteoporose und Hauterschlaffung vor, regt die Blutbildung an und ist das beste Mittel zur Gewichtsreduktion. Ein Medikament, das alle Wirkungen des regelmäßigen Wanderns enthalten könnte, wäre die Wunderpille schlechthin und ein pharmakologischer Bestseller, wie es ihn noch nie gegeben hat.

Eine Studie beweist die positiven Auswirkungen verschneiter Umgebungen

Eine aktuelle Studie im „International Journal of Environmental Research and Public Health“ hat erstmals die positiven Auswirkungen von Winterspaziergängen auf die Körperwahrnehmung untersucht. 87 Frauen gingen 40 Minuten lang in einem verschneiten Waldgebiet in Schlesien spazieren. Vor und nach dem Spaziergang wurde ihre Körperwahrnehmung gemessen, und es zeigte sich eine deutliche Zunahme. Die Studie ergab auch, dass es guttut, in kleinen Gruppen statt einzeln in der Natur unterwegs zu sein.

Die Natur als Therapie für Körper und Geist

Dr. Kamila Czepczor-Bernat von der Medizinischen Universität Schlesien betonte, dass es mittlerweile zahlreiche Belege dafür gibt, dass Natur - sich dort aufzuhalten oder Wälder und Parks in der Nähe zu haben - das körperliche und psychische Wohlbefinden positiv beeinflusst. Ihr Forschungskollege Prof. Viren Swami fügte hinzu, dass natürliche Umgebungen dazu beitragen, negative Gedanken im Zusammenhang mit dem eigenen Aussehen zu verringern und die Aufmerksamkeit auf eine größere Wertschätzung der Funktionalität des Körpers zu lenken. Ein positives Körperbild ist nicht nur an sich wichtig, sondern hat auch andere positive Auswirkungen, einschließlich eines besseren psychischen Wohlbefindens.

Die psychologischen Vorteile eines verschneiten Parks

Reduktion von Stress und Förderung der Entspannung

Ein Spaziergang durch einen verschneiten Park kann eine beruhigende Wirkung haben und dazu beitragen, Stress abzubauen. Die Stille und Schönheit der verschneiten Landschaft können uns helfen, uns zu entspannen und den Alltagsstress hinter uns zu lassen. Laut einer Studie der Universität Michigan reduziert bereits eine kurze Pause im Grünen merklich das Stressniveau - bestimmte Biomarker sinken messbar, etwa der Gehalt des Stresshormons Cortisol um 21,3 Prozent.

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Förderung der Kreativität und Inspiration

Die Begegnung mit neuen Landschaften, das freie Atmen in der Natur und die Anregung der Phantasie durch die Schönheit der Natur können uns eine Fülle neuer Ideen geben und unbekannte Gefühlsdimensionen eröffnen. Wandern wäre somit auch eines der wirksamsten Psychopharmaka, wenn man all seine Effekte in einer Tablette komprimieren könnte.

Verbesserung der Stimmung und des Selbstwertgefühls

Das Wandern führt zur Distanzierung von unseren Alltagsproblemen und relativiert Sorgen. Was fördert unseren Selbstwert mehr als ein erreichter Gipfel, und was gibt uns mehr Gelassenheit, als das Betrachten der tief unten oder weit entfernt liegenden miniklein wirkenden Alltagswelt aus landschaft­licher Erhabenheit?

Achtsamkeit und Entschleunigung

Wandern führt zur Entschleunigung, zur Achtsamkeit für das Hier und Jetzt, zum Loslassen. Da das Wandern durch die Natur und auf die Berge gleichzeitig auch ein Wandern nach innen ist, bietet es einen guten Rahmen für den inneren Dialog, einer psychotherapeutischen Technik, bei der man mit sich selbst in Rede und Gegenrede über ein Problem spricht.

Winterblues und saisonale Depressionen

Die Wintermonate können bei manchen Menschen zu einem saisonalen Stimmungstief führen, dem sogenannten Winterblues oder einer saisonalen Depression (SAD). Ein verschneiter Park kann jedoch eine willkommene Abwechslung bieten und dazu beitragen, die Symptome dieser Zustände zu lindern.

Lichttherapie und Vitamin D

Das Sonnenlicht, das von der Schneedecke reflektiert wird, kann eine natürliche Form der Lichttherapie sein. Lichttherapie wird häufig zur Behandlung von SAD eingesetzt, da sie dazu beitragen kann, den Serotoninspiegel im Gehirn zu erhöhen. Darüber hinaus regt das Sonnenlicht auf der Haut den Körper dazu an, Vitamin D zu produzieren, was für unsere allgemeine Gesundheit und unser Wohlbefinden unerlässlich ist.

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Soziale Interaktion und Gemeinschaft

Ein Spaziergang durch einen verschneiten Park kann auch eine Gelegenheit zur sozialen Interaktion bieten. Das gemeinsame Erleben der Winterlandschaft mit Freunden oder Familie kann die Bindungen stärken und das Gefühl der Zugehörigkeit fördern.

Tipps für einen wohltuenden Winterspaziergang

Kleidung und Vorbereitung

  • Warme Kleidung: Ziehen Sie sich warm an, um sich vor Kälte und Wind zu schützen. Mehrere Schichten Kleidung sind besser als eine dicke Schicht.
  • Festes Schuhwerk: Tragen Sie wasserdichte und rutschfeste Schuhe, um Stürze auf Eis und Schnee zu vermeiden.
  • Sonnenschutz: Auch im Winter ist Sonnenschutz wichtig, da die Sonne von der Schneedecke reflektiert wird.
  • Getränke und Snacks: Nehmen Sie warme Getränke und energiereiche Snacks mit, um Ihren Körper während des Spaziergangs zu stärken.

Achtsamkeit und Genuss

  • Langsamkeit: Nehmen Sie sich Zeit, die verschneite Landschaft bewusst wahrzunehmen. Achten Sie auf die Geräusche, Gerüche und die Schönheit der Natur.
  • Achtsamkeit: Konzentrieren Sie sich auf den Moment und lassen Sie Ihre Gedanken zur Ruhe kommen.
  • Entspannung: Entspannen Sie sich und genießen Sie die wohltuende Wirkung der Natur auf Ihren Körper und Geist.

Sicherheit

  • Wetterbedingungen: Informieren Sie sich vor dem Spaziergang über die aktuellen Wetterbedingungen und passen Sie Ihre Pläne entsprechend an.
  • Sichtbarkeit: Tragen Sie helle Kleidung, um für andere sichtbar zu sein, insbesondere bei schlechten Sichtverhältnissen.
  • Wege: Bleiben Sie auf markierten Wegen, um sich nicht zu verirren.

Die "Stupid Walk Challenge" und ihre Botschaft

Die "Stupid Walk Challenge" ist ein viraler Trend, bei dem Menschen schlecht gelaunt durch die Gegend stapfen und ihre Erfahrungen in den sozialen Medien teilen. Obwohl dies auf den ersten Blick seltsam erscheinen mag, steckt dahinter eine wichtige Botschaft: Selbst ein schlecht gelaunter Spaziergang kann positive Auswirkungen auf die psychische Gesundheit haben.

Akzeptanz und Selbstfürsorge

Die "Stupid Walk Challenge" ermutigt Menschen, ihre Gefühle anzunehmen und sich selbst etwas Gutes zu tun, auch wenn sie sich nicht danach fühlen. Es ist eine Erinnerung daran, dass es in Ordnung ist, nicht immer glücklich zu sein, und dass selbst kleine Schritte zur Selbstfürsorge einen Unterschied machen können.

Keine Heilung, aber eine Unterstützung

Natürlich kann die tägliche Runde um den Block keine psychischen Krankheiten kurieren, es ist kein Ersatz für eine Therapie. Doch die positiven Effekte des Gehens auf Körper und Geist sind durch Studien belegt.

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