Informationen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft: Ein umfassender Überblick

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) setzt sich seit vielen Jahren für die Belange von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen ein. Als Bundesverband zahlreicher regionaler Alzheimer-Gesellschaften und Selbsthilfegruppen vertritt sie die Interessen der Betroffenen gegenüber Politik, Medien und Forschungseinrichtungen. Ziel ist es, die Lebensqualität von Menschen mit Demenz zu verbessern, die Öffentlichkeit über die Krankheit aufzuklären und eine demenzfreundliche Gesellschaft zu fördern.

Engagement für ein besseres Leben mit Demenz

Die DAlzG engagiert sich für ein besseres Leben mit Demenz und unterstützt und berät Menschen mit Demenz und ihre Familien. Sie informiert die Öffentlichkeit über die Erkrankung und ist ein unabhängiger Ansprechpartner für Medien, Fachverbände und Forschung. In ihren Veröffentlichungen und in der Beratung bündelt sie das Erfahrungswissen der Angehörigen und das Expertenwissen aus Forschung und Praxis. Als Bundesverband von Alzheimer-Gesellschaften unterstützt sie die Selbsthilfe vor Ort. Gegenüber der Politik vertritt sie die Interessen der Betroffenen und ihrer Angehörigen. Die DAlzG setzt sich ein für bessere Diagnose und Behandlung, mehr kompetente Beratung vor Ort, eine gute Betreuung und Pflege sowie eine demenzfreundliche Gesellschaft. Die DAlzG arbeitet politisch und konfessionell unabhängig und verzichtet auf Sponsoring durch Unternehmen aus dem Gesundheits- und Pflegebereich.

Unterstützung und Beratung für Betroffene und Angehörige

Die Diagnose Demenz stellt Betroffene und Angehörige vor große Herausforderungen. Die DAlzG bietet eine Vielzahl von Informations- und Beratungsangeboten, um ihnen in dieser schwierigen Situation zur Seite zu stehen. Dazu gehören unter anderem:

  • Das Alzheimer-Telefon: Ein bundesweites Beratungsangebot für Menschen mit Demenz, Angehörige sowie für alle, die sich beruflich oder ehrenamtlich engagieren. Erreichbar unter 01803 - 171017 (9 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz) oder 030/259 37 95-14 (Festnetztarif).
  • Informationsbroschüren und Ratgeber: Die DAlzG gibt zahlreiche Broschüren und Ratgeber zu verschiedenen Themen rund um Demenz heraus, die kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr erhältlich sind.
  • Selbsthilfegruppen: Die DAlzG unterstützt die Gründung und den Aufbau von Selbsthilfegruppen für Angehörige von Menschen mit Demenz.
  • Online-Angebote: Auf der Website der DAlzG finden sich zahlreiche Informationen, Tipps und Hilfestellungen zum Thema Demenz.

Aufklärung der Öffentlichkeit

Ein wichtiges Anliegen der DAlzG ist die Aufklärung der Öffentlichkeit über Demenz. Ziel ist es, Vorurteile abzubauen, das Verständnis für die Situation von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen zu fördern und eine demenzfreundliche Gesellschaft zu schaffen. Die DAlzG informiert die Öffentlichkeit durch:

  • Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Die DAlzG informiert regelmäßig über aktuelle Entwicklungen im Bereich Demenz und gibt Stellungnahmen zu politischen und gesellschaftlichen Fragen ab.
  • Veranstaltungen: Die DAlzG organisiert regelmäßig Fachtagungen, Kongresse und andere Veranstaltungen zum Thema Demenz.
  • Kampagnen: Die DAlzG führt regelmäßig Kampagnen durch, um die Öffentlichkeit für das Thema Demenz zu sensibilisieren.

Forschung und wissenschaftlicher Austausch

Die DAlzG unterstützt die wissenschaftliche Forschung im Bereich Demenz. Sie fördert den Austausch zwischen Forschern, Ärzten und anderen Fachleuten und setzt sich für eine bessere Versorgung von Menschen mit Demenz ein. Die DAlzG unterstützt die wissenschaftliche Forschung im Bereich Demenz, indem die Arbeit von Wissenschaftlern, Forschern und Forschungseinrichtungen im Rahmen des § 58 Nr. 2 AO finanziell unterstützt wird, diese Arbeit zeitnah veröffentlicht und in Beiräten von Forschungsvorhaben aktiv mitgearbeitet wird, sowie dafür sorgt, dass Menschen mit Demenz durch die Teilnahme an Forschungsvorhaben nicht unnötigen Belastungen und Risiken ausgesetzt werden, an der Entwicklung und Erprobung neuer Betreuungsformen mitwirkt.

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Demenz: Was ist das eigentlich?

"Demenz" ist ein Oberbegriff für verschiedene Krankheitsbilder, die mit einem Verlust der geistigen Fähigkeiten einhergehen. Dabei verschlechtern sich Gedächtnis, Denkvermögen, Sprache und Orientierung im Vergleich zum früheren Zustand. Die häufigste Ursache für Demenz ist die Alzheimer-Krankheit.

Symptome und Diagnose

Eine Demenz beginnt meist schleichend. Erste Warnzeichen können Gedächtnis- und Orientierungsprobleme sein, Schwierigkeiten mit gewohnten Aufgaben oder auffällige Veränderungen in der Stimmungslage oder dem Verhalten. Es ist wichtig zu beachten, dass alle diese Symptome auch andere Ursachen haben können. Bei Verdacht auf Demenz sollte ein Arzt aufgesucht werden. Die Diagnose von Demenzerkrankungen lässt sich bei den meisten Betroffenen mit einfachen Mitteln stellen. Auch die Alzheimer-Krankheit kann mit geringem diagnostischen Aufwand gut erkannt werden. Die Ärztin oder der Arzt muss bei Patientinnen und Patienten mit Störungen des Gedächtnisses, der Orientierung, der Sprache oder des Denk- und Urteilsvermögens eine sorgfältige Untersuchung durchführen, um behebbare Ursachen dieser Leistungsstörungen auszuschließen, einen individuell abgestimmten Behandlungsplan zu entwerfen und die Betroffenen und ihre Familien aufzuklären und zu beraten. Sofern Warnsignale vorliegen, zum Beispiel Vergesslichkeit für wiederkehrende Ereignisse und alltägliche Begebenheiten, Wortfindungsstörungen oder Orientierungseinbußen, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Gerade bei leichten, beginnenden Einbußen ist es empfehlenswert, - nach Absprache mit dem Hausarzt - einen Facharzt (Neurologe bzw. Psychiater) oder eine Gedächtnissprechstunde aufzusuchen.

Ursachen und Risikofaktoren

Die Ursachen für Demenz sind vielfältig. Neben der Alzheimer-Krankheit gibt es weitere Formen wie die vaskuläre Demenz, die Lewy-Körperchen-Demenz und die frontotemporale Demenz (FTD). Genetische Faktoren spielen eine wesentliche Rolle bei der Entstehung der Alzheimer-Krankheit und anderer Demenzen. Auch das Alter ist ein wichtiger Risikofaktor. Zunehmend betrifft dies auch Menschen mit Migrationsgeschichte. Forschungen zeigen, dass diese Bevölkerungsgruppe ein erhöhtes Risiko hat, an Demenz zu erkranken, und dass die Auswirkungen oft schwerwiegender sind. Sprachliche Hürden, kulturelle Unterschiede, geringere Inanspruchnahme von Unterstützungsangeboten und sozioökonomische Belastungen erschweren den Zugang zu Versorgung und Hilfen.

Behandlung und Therapie

In der Behandlung von Menschen mit einer Demenzerkrankung spielen auch Medikamente eine wichtige Rolle. Sie werden in erster Linie zur Stabilisierung der geistigen Leistungsfähigkeit und der Alltagsbewältigung sowie zur Milderung von psychischen und verhaltensbezogenen Symptomen eingesetzt. Neben der medikamentösen ist die nicht-medikamentöse Behandlung von Menschen mit Demenz von großer Bedeutung. Sie kann die geistige Leistungsfähigkeit und Alltagsfähigkeiten fördern, Verhaltensstörungen abschwächen und das Wohlbefinden verbessern.

Leben mit Demenz

Eine Demenz verändert das Leben von Betroffenen und Angehörigen grundlegend. Es gibt jedoch viele Möglichkeiten, den Alltag mit Demenz positiv zu gestalten. Wichtig ist, die individuellen Bedürfnisse und Fähigkeiten des Betroffenen zu berücksichtigen und ihm so lange wie möglich ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

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Projekte und Initiativen der DAlzG

Die DAlzG initiiert und unterstützt zahlreiche Projekte und Initiativen, die das Leben von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen verbessern sollen. Dazu gehören unter anderem:

  • Demenz Partner: Eine Kampagne, die Menschen dazu aufruft, sich mit Demenz auseinanderzusetzen und Demenz Partner zu werden.
  • Angebote zur Unterstützung im Alltag: Die DAlzG hat eine kostenfreie Broschüre zur Unterstützung beim Aufbau und der Durchführung von Angeboten zur Unterstützung im Alltag erstellt.
  • Musikprojekte: Musik kann Brücken bauen - auch für Menschen mit Demenz. Die kostenfreie Online-Schulung mit musikspezifischem Fokus richtet sich an Chorleiter:innen, Ensembleverantwortliche und alle Interessierten, die Musik als Ressource zur Verbesserung der Lebensqualität nutzen möchten. Neben Grundlagenwissen über die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz vermittelt die Schulung praxisnah, welche Potenziale Musik bietet und wie Chöre sowie …
  • Informationspakete zur Demenzprävention: Multiplikaror:innen erhalten mit dem neuen Informationspaket „Geistig fit bleiben - mit 10 Maßnahmen Demenz vorbeugen“ des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) und der Deutschen Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) ein praxistaugliches Set zur Aufklärung über Demenzrisiken und Prävention.

Die Rolle der Selbsthilfe

Die Selbsthilfe spielt eine wichtige Rolle bei der Unterstützung von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen. In Selbsthilfegruppen können sich Betroffene und Angehörige austauschen, gegenseitig unterstützen und gemeinsam Strategien zur Krankheitsbewältigung entwickeln. Die DAlzG unterstützt die Selbsthilfe durch:

  • Beratung und Unterstützung bei der Gründung von Selbsthilfegruppen
  • Vernetzung von Selbsthilfegruppen
  • Fortbildungen für Selbsthilfeaktive

Eine Online-Selbsthilfegruppe für Angehörige von Menschen mit Down-Syndrom und Demenz wird ab Oktober 2023 von der Demenz Support Stuttgart gGmbH angeboten. Weitere Informationen: www.demenz-support.de

Veranstaltungen und Kongresse

Die DAlzG organisiert regelmäßig Veranstaltungen und Kongresse zum Thema Demenz. Diese bieten eine Plattform für den Austausch zwischen Fachleuten, Betroffenen und Angehörigen. Vom 29. September bis 1. Oktober 2022 fand in Mülheim an der Ruhr der 11. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft statt. Unter dem Motto „Demenz: Neue Wege wagen?“ wurden die Möglichkeiten der Teilhabe und Aktivität von Menschen mit Demenz, die Unterstützung von Angehörigen, die zukunftsfähige Ausrichtung.

Mitgliedschaft in der DAlzG

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft kann jede natürliche und juristische Person als Mitglied aufnehmen, wenn dadurch die in den §§ 2 und 3 der Satzung genannten Ziele gefördert werden. Der Verein hat ordentliche Mitglieder und Förderer. Ordentliche Mitglieder müssen die in § 2 Abs. 2 und § 3 genannten Voraussetzungen erfüllen. Ordentliches Mitglied der Deutschen Alzheimer Gesellschaft können nur solche Landesverbände, Alzheimer Gesellschaften und Vereine werden, die die Rechtsform eines eingetragenen Vereins haben, als mildtätig und/oder gemeinnützig anerkannt sind, grundsätzlich allen Personen offen stehen, die in den §§ 2 und 3 genannten Ziele unterstützen, die "Leitsätze der BAG Selbsthilfe für die Zusammenarbeit mit Personen des privaten und öffentlichen Rechts, Organisationen und Wirtschaftsunternehmen" in der jeweils aktuellen Fassung schriftlich akzeptiert haben und sich verpflichten, die Vereinsarbeit nach Maßgabe der „Leitsätze zur Qualität der Arbeit der Alzheimer-Gesellschaften“ zu leisten. Über den Antrag entscheidet der Vorstand mit der einfachen Mehrheit. Natürliche Personen können nicht mehr als Mitglied aufgenommen werden. Natürliche Personen, die bis zum 1.01.1998 Mitglied der Deutschen Alzheimer Gesellschaft geworden sind, genießen Bestandsschutz. Ihre Mitgliedschaft bleibt bis zu ihrem Ende gem. Abs. 5 erhalten. Förderer kann jede volljährige natürliche und juristische Person werden, die bereit ist, die Ziele und Aufgaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft zu fördern. Förderer unterstützen die Arbeit der Deutschen Alzheimer Gesellschaft durch Beiträge und Spenden; sie erlangen keinen Mitgliedsstatus.

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Satzungszweck der DAlzG

Der Verein verfolgt die Förderung der öffentlichen Gesundheitspflege, der Volks- und Berufsbildung der Hilfe für Behinderte sowie der Forschung und Wissenschaft. Er ist Bundesverband der Landesverbände, örtlichen und regionalen Alzheimer-Gesellschaften sowie von Angehörigengruppen, Betreuungsgruppen und Selbsthilfeinitiativen, die nicht einer Alzheimer Gesellschaft angeschlossen sind. Er entwickelt und fördert Hilfen für alle von der Alzheimer-Krankheit oder von anderen Demenzerkrankungen betroffenen Menschen. Dies schließt Angehörige und alle an der Versorgung beruflich oder als sonstige Helfer Beteiligten ein. Grundlage der Arbeit ist die Überzeugung von der Würde des Menschen mit Behinderung. Der Verein will insbesondere: Verständnis und Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung für die Alzheimer- Krankheit oder andere Demenzerkrankungen durch Information und Öffentlichkeitsarbeit fördern, Gesundheits- und sozialpolitische Initiativen anregen und bereits vorhandene unterstützen, Möglichkeiten der Krankheitsbewältigung bei Menschen mit Demenz und die Selbsthilfetätigkeit bei Angehörigen verbessern, für die Betreuenden durch Aufklärung, emotionale Unterstützung und öffentliche Hilfen Entlastung schaffen, Fachtagungen und Konferenzen organisieren und durchführen, die wissenschaftliche Forschung im Bereich Demenz unterstützen, indem die Arbeit von Wissenschaftlern, Forschern und Forschungseinrichtungen im Rahmen des § 58 Nr. 2 AO finanziell unterstützt wird, diese Arbeit zeitnah veröffentlicht und in Beiräten von Forschungsvorhaben aktiv mitgearbeitet wird, sowie dafür sorgen, dass Menschen mit Demenz durch die Teilnahme an Forschungsvorhaben nicht unnötigen Belastungen und Risiken ausgesetzt werden, an der Entwicklung und Erprobung neuer Betreuungsformen mitwirken.

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