Diclofenac-ratiopharm® Lösung ist ein Arzneimittel zur Behandlung von Migräne. Es enthält den Wirkstoff Diclofenac, der schmerzstillend, fiebersenkend und entzündungshemmend wirkt. Dieser Artikel bietet umfassende Informationen über die Wirkungsweise, Anwendung, Gegenanzeigen, Nebenwirkungen und wichtigen Hinweise zu Diclofenac-ratiopharm® Lösung bei Migräne.
Wie Diclofenac-ratiopharm® Lösung wirkt
Der Wirkstoff Diclofenac gehört zur Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR). Er blockiert die Bildung von Prostaglandinen, Botenstoffen im Körper, die wesentlich an der Entstehung von Schmerzen, Fieber und Entzündungen beteiligt sind. Diclofenac wirkt somit schmerzlindernd, entzündungshemmend und fiebersenkend. Zusätzlich besitzt der Arzneistoff antirheumatische Eigenschaften.
Anwendungsgebiete von Diclofenac-ratiopharm® Lösung
Diclofenac-ratiopharm® Lösung wird zur Akutbehandlung von Migräne eingesetzt.
Dosierung und Anwendung
Die Dosierung von Diclofenac-ratiopharm® Lösung bei Migräne ist wie folgt:
Akutbehandlung (einmalige Gabe)
- Jugendliche ab 16 Jahren und Erwachsene: 20 Tropfen zu Beginn des Anfalls.
Bei anhaltenden Beschwerden (frühestens 2 Stunden nach der ersten Einnahme)
- Jugendliche ab 16 Jahren und Erwachsene: 20 Tropfen 1-3 mal täglich im Abstand von 4-6 Stunden, vorzugsweise vor der Mahlzeit.
- Die Höchstdosis von 80 Tropfen pro Tag sollte nicht überschritten werden.
Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden. Das Arzneimittel wird unverdünnt eingenommen. Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art und Dauer der Erkrankung und wird vom Arzt bestimmt. Diclofenac-ratiopharm® Lösung sollte nur kurzzeitig angewendet werden.
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Gegenanzeigen: Wann darf Diclofenac-ratiopharm® Lösung nicht eingenommen werden?
Diclofenac-ratiopharm® Lösung darf in folgenden Fällen nicht eingenommen werden:
- Überempfindlichkeit gegen Diclofenac oder einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels
- Bestehende oder in der Vergangenheit aufgetretene Blutbildungsstörungen
- Geschwüre im Verdauungstrakt (Magen oder Darm), auch in der Vorgeschichte
- Blutungen im Magen-Darm-Trakt
- Magen-Darm-Durchbruch
- Aktive Blutungen, wie Hirnblutungen
- Stark eingeschränkte Leberfunktion
- Stark eingeschränkte Nierenfunktion
- Mittelschwere bis sehr schwere Herzschwäche (Herzinsuffizienz NYHA II-IV)
- Bekannte Herzkrankheit und/oder Hirngefäßkrankheit
- Durchblutungsstörungen des Herzens mit Minderleistung (Koronare Herzkrankheit)
- Durchblutungsstörungen der Peripherie (z.B. Arme, Beine)
- Erkrankung der Hirnblutgefäße
- Letztes Drittel der Schwangerschaft
- Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren (da der Wirkstoffgehalt zu hoch ist)
Unter Umständen - Rücksprache mit Arzt oder Apotheker erforderlich
In folgenden Fällen ist vor der Einnahme von Diclofenac-ratiopharm® Lösung Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker erforderlich:
- Entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa), auch in der Vorgeschichte
- Blutgerinnungsstörungen
- Bluthochdruck
- Herzschwäche
- Mögliche Gefahr einer Gefäßverengung am Herzen (erhöhte Fettkonzentration im Blut, Diabetes mellitus, Rauchen)
- Eingeschränkte Nierenfunktion
- Eingeschränkte Leberfunktion
- Porphyrie
- Kollagenosen (Lupus erythematodes, Mischkollagenose)
- Kurz zuvor stattgefundene größere Operation
Besondere Patientengruppen
- Kinder und Jugendliche: Diclofenac-ratiopharm® Lösung ist für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren nicht geeignet.
- Ältere Patienten: Bei älteren Patienten sollte die Behandlung mit Diclofenac-ratiopharm® Lösung gut abgestimmt und sorgfältig überwacht werden. Die Dosierung sollte so niedrig wie möglich gehalten werden.
Schwangerschaft und Stillzeit
- Schwangerschaft: Während der Schwangerschaft sollte Diclofenac-ratiopharm® Lösung nur nach Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden. Im letzten Drittel der Schwangerschaft darf Diclofenac-ratiopharm® Lösung nicht eingenommen werden.
- Stillzeit: Während der Stillzeit wird von der Anwendung von Diclofenac-ratiopharm® Lösung abgeraten. Eventuell sollte ein Abstillen in Erwägung gezogen werden.
Wichtige Hinweise und Vorsichtsmaßnahmen
- Beeinträchtigung des Reaktionsvermögens: Auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch kann Diclofenac-ratiopharm® Lösung das Reaktionsvermögen beeinträchtigen. Dies ist besonders bei der Teilnahme am Straßenverkehr oder der Bedienung von Maschinen zu beachten.
- Kopfschmerzen durch Schmerzmittel: Bei dauerhafter Anwendung von Schmerzmitteln können Kopfschmerzen auftreten, die durch das Schmerzmittel selbst verursacht werden. In diesem Fall sollte ein Arzt aufgesucht werden, um chronische Kopfschmerzen zu vermeiden.
- Nierenschädigung durch Schmerzmittel: Die gewohnheitsmäßige Anwendung von Schmerzmitteln kann zu einer dauerhaften Nierenschädigung führen. Das Risiko erhöht sich bei Kombination mehrerer Schmerzmittel oder bei Einnahme von Schmerzmitteln, die mehrere Wirkstoffe enthalten.
- Asthma und allergische Reaktionen: Patienten mit Nasenpolypen, chronischen Atemwegsinfektionen, Asthma oder Neigung zu allergischen Reaktionen (z.B. Heuschnupfen) sollten vor der Anwendung von Diclofenac-ratiopharm® Lösung ihren Arzt befragen, da das Arzneimittel einen Asthmaanfall oder eine starke allergische Hautreaktion auslösen kann.
- Allergie gegen Schmerzmittel: Vorsicht ist geboten bei Allergie gegen andere NSAR.
- Allergie gegen Saccharin: Das Arzneimittel enthält das Süßungsmittel Saccharin. Bei bekannter Allergie gegen Saccharin (E-Nummer E 954) ist Vorsicht geboten.
- Alkohol: Diclofenac-ratiopharm® Lösung enthält geringe Mengen Alkohol und sollte daher von Alkoholikern gemieden werden.
- Saccharose: Bei Unverträglichkeit gegenüber Saccharose sollte der Zuckergehalt berücksichtigt werden, insbesondere bei Einhaltung einer Diabetes-Diät.
- Operationen: Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie sich vor Kurzem einem operativen Eingriff des Magens oder des Darms unterzogen haben oder vorhaben, sich einem operativen Eingriff des Magens oder des Darms zu unterziehen, bevor Sie Diclofenac-ratiopharm® Lösung bei Migräne einnehmen, da Diclofenac-ratiopharm® Lösung bei Migräne in manchen Fällen die Wundheilung Ihres Darms nach einem operativen Eingriff verschlechtern kann.
- Magen-Darm-Trakt: Blutungen des Magen-Darm-Traktes, Geschwüre und Durchbrüche (Perforationen): Blutungen des Magen-Darm-Traktes, Geschwüre und Perforationen, auch mit tödlichem Ausgang, wurden unter allen NSAR, einschließlich Diclofenac, berichtet. Sie traten mit oder ohne vorherige Warnsymptome bzw. schwerwiegende Ereignisse im Magen-Darm-Trakt in der Vorgeschichte zu jedem Zeitpunkt der Therapie auf. Im Allgemeinen haben sie bei älteren Patienten schwerwiegendere Folgen. Wenn es bei Ihnen während der Anwendung dieses Arzneimittels zu Magen-Darm-Blutungen oder Geschwüren kommt, brechen Sie die Anwendung ab.
- Hautreaktionen: Wenn Sie nach der Einnahme von Diclofenac-ratiopharm® Lösung bei Migräne oder anderen Schmerzmitteln schon einmal einen schweren Hautausschlag oder Schälen der Haut, Blasenbildung und/oder Geschwüre im Mund hatten, sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie mit der Einnahme von Diclofenac-ratiopharm® Lösung bei Migräne beginnen.
- Leber: Patienten mit Lebererkrankungen erfordern eine sorgfältige ärztliche Überwachung, da sich ihr Zustand verschlechtern kann. Wie bei anderen Arzneimitteln aus der Klasse der NSAR können sich bei Anwendung von Diclofenac die Werte von einem oder mehreren Leberenzymen erhöhen.
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Diclofenac-ratiopharm® Lösung kann Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln eingehen. Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.
Zu den wichtigsten Wechselwirkungen gehören:
- Digoxin, Phenytoin, Lithium: Die Konzentration dieser Arzneimittel im Blut kann erhöht werden.
- Diuretika und Antihypertensiva: Die Wirkung dieser Arzneimittel kann abgeschwächt werden.
- Beta-Blocker, ACE-Hemmer, Angiotensin-II-Antagonisten: Die Wirkung dieser Arzneimittel kann abgeschwächt werden.
- Kaliumsparende Diuretika: Es kann zu einer Erhöhung des Kaliumspiegels im Blut kommen.
- Andere NSAR oder Glukokortikoide: Das Risiko für Magen-Darm-Geschwüre oder Blutungen kann erhöht sein.
- Thrombozytenaggregationshemmer (Acetylsalicylsäure) und selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI): Das Risiko für Magen-Darm-Blutungen kann erhöht sein.
- Methotrexat: Die Konzentration von Methotrexat im Blut kann ansteigen.
- Ciclosporin: Die nierenschädigende Wirkung von Ciclosporin kann verstärkt werden.
- Probenecid: Die Ausscheidung von Diclofenac kann verzögert werden.
- Blutgerinnungshemmende Arzneimittel (Warfarin): Die Wirkung von Warfarin kann verstärkt werden.
- Orale Antidiabetika: Es kann zu einer Beeinflussung des Blutzuckerspiegels kommen.
Nebenwirkungen von Diclofenac-ratiopharm® Lösung
Wie alle Arzneimittel kann Diclofenac-ratiopharm® Lösung Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
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Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören:
- Magen-Darm-Beschwerden: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Blähungen, Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Magenschleimhautentzündung, Geschwüre im Verdauungstrakt, Teerstühle oder blutige Durchfälle
- Kopfschmerzen, Schwindel, Benommenheit
- Erregung, Reizbarkeit, Müdigkeit
- Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut: Juckreiz, Hautausschlag, Nesselsucht, Haarausfall
- Anstieg der Leberwerte, Leberentzündung (Hepatitis), Leberschäden, Gelbsucht
- Wassereinlagerungen (Ödeme)
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Überdosierung
Bei einer Überdosierung von Diclofenac-ratiopharm® Lösung kann es unter anderem zu Kopfschmerzen, Schwindel, Benommenheit bis hin zur Bewusstlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen sowie zu Funktionsstörungen der Leber und Nieren kommen. Bei Verdacht auf eine Überdosierung sollte umgehend ein Arzt kontaktiert werden.
Aufbewahrung
Das Arzneimittel darf nach Anbruch/Zubereitung höchstens 6 Wochen verwendet werden! Das Arzneimittel muss nach Anbruch/Zubereitung bei Raumtemperatur aufbewahrt werden!
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