Aufgaben und Schwerpunkte der Neurologie

Die Neurologie ist ein medizinisches Fachgebiet, das sich mit der Diagnose und Behandlung von Erkrankungen des Nervensystems befasst. Das Nervensystem umfasst das Gehirn, das Rückenmark, die peripheren Nerven und die Muskeln. Neurologische Erkrankungen können vielfältige Ursachen haben und sich auf unterschiedliche Weise äußern. Die neurologische Versorgung umfasst die ambulante, tagesklinische und stationäre Behandlung von Patienten.

Umstrukturierung der Klinik für Neurologie Eberswalde

Im Zuge der Krankenhausreform befindet sich die Klinik für Neurologie nun im GLG Werner Forßmann Klinikum in Eberswalde. Dort werden Patienten mit neurologischen Erkrankungen und Schlafstörungen kompetent und freundlich abgeklärt und behandelt. Die Behandlung erfolgt je nach Dringlichkeit und Schweregrad ambulant, tagesklinisch oder stationär.

Moderne Diagnose- und Behandlungsverfahren

In Zusammenarbeit mit Rettungsdiensten, niedergelassenen Kollegen und den Nachbardisziplinen in den Eberswalder Krankenhäusern stehen für alle Schweregrade und jede Phase neurologischer Erkrankungen alle modernen Diagnose- und Behandlungsverfahren zur Verfügung. Zur Klinik gehören eine Schlaganfallstation (zertifizierte überregionale Stroke Unit) und ein DGSM-zertifiziertes Schlaflabor.

Das Team

Ein erfahrenes und kompetentes Team steht bereit, um Patienten mit modernsten neurologischen Diagnose- und Therapiemöglichkeiten zu versorgen.

Schlaganfallversorgung

Ein Schlaganfall (Hirnschlag) ist ein Notfall, bei dem jede Minute zählt. Für den Heilungsverlauf ist die schnellstmögliche intensivmedizinische und interdisziplinäre Behandlung von größter Bedeutung. Dafür gibt es eine Stroke Unit (Schlaganfall-Einheit) mit neun Betten, die im GLG Werner Forßmann Klinikum untergebracht ist. Die Station führt weitere drei Überwachungsbetten für andere akut bedrohliche Erkrankungen.

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Stroke Unit 3012

Die Stroke Unit 3012 befindet sich auf Ebene 3 im Bettenhaus 1 und verfügt über 12 überregional zertifizierte Betten zur Erstbehandlung von Schlaganfallpatienten. Dort werden insbesondere Schlaganfallpatienten und überwachungspflichtige Patienten mit folgenden Erkrankungen betreut:

  • Ischämischer Schlaganfall (Mediainfarkt, Posteriorinfarkt, Anteriorinfarkt, Grenzzoneninfarkte, Kleinhirninfarkte, Stammhirninfarkte usw.)
  • TIA (Transitorische ischämische Attacke)
  • Intrazerebrale Blutung
  • Subarachnoidalblutung
  • Sinus- oder Venenthrombose
  • Dissektion der hirnversorgenden Arterien
  • Post-operatives Monitoring nach Thrombendarteriektomie oder Stenting der A. carotis

Im Rahmen einer intensivierten Überwachung werden Schlaganfallpatienten von Pflegekräften in Hinblick auf Atmung, Herz-Kreislauf, Flüssigkeitshaushalt, Blutzucker und Temperatur engmaschig überwacht. Circa 50 Prozent des Pflegepersonals sind durch die Qualifikationsmaßnahme Stroke Unit fortgebildet. Alle Mitarbeiter haben eine Fortbildung in den Pflegekonzepten Bobath, Basale Stimulation, Kinästhetik und komplementäre Pflege.

Station für allgemeine Neurologie

Die Station 3 für allgemeine Neurologie und geplante Aufnahmen verfügt über 44 Betten. Es stehen alle modernen Diagnoseverfahren der Neurologie und Schlafmedizin sowie umfangreiche Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Alle geplanten Aufnahmen finden auf dieser Station statt. Außerdem werden hier Notfallpatienten aufgenommen, die zwar im Krankenhaus versorgt, aber nicht durchgehend am Monitor überwacht werden müssen, z.B. zur Abklärung und Behandlung akuter schwerer Kopfschmerzen oder bei plötzlicher Verschlechterung einer chronischen neurologischen Erkrankung wie M. Parkinson oder Multiple Sklerose.

Neurologische Tagesklinik

Die neurologische Tagesklinik ist ein spezielles Angebot für Menschen mit neurologischen Erkrankungen, die in der Lage sind, eigenständig oder mit Unterstützung von Angehörigen die Einrichtung aufzusuchen und zu verlassen und sich nachts und am Wochenende eigenständig zu versorgen.

Neuropsychologie

Der Tätigkeitsschwerpunkt umfasst die neuropsychologische Hirnleistungs-Diagnostik bei neurologischen Krankheits- und Störungsbildern, z. B. nach Schlaganfall, Schädel-Hirn-Traumata, Infektionen des Gehirns, bei Epilepsien, Multipler Sklerose und neurodegenerativen Erkrankungen. Abhängig vom Krankheitsbild und den persönlichen Einschränkungen wird in Zusammenarbeit mit dem behandelnden Arzt ein Befund zur aktuellen Leistungsfähigkeit erstellt, damit für jeden Patienten individuelle Behandlungs- und Trainingsmaßnahmen empfohlen werden können (neuropsychologisches Training, medikamentöse Therapie, rehabilitative Maßnahmen). Auch die Entwicklung des Leistungsvermögens wird untersucht.

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Die Schwerpunkte der Tätigkeit auf einen Blick:

  • Diagnostik bei Verdacht auf eine fortschreitende Hirnleistungsstörung (Demenz), Differentialdiagnostik hinsichtlich möglicher Ursachen
  • Empfehlungen zur Fahrtauglichkeit
  • Einschätzung der allgemeinen geistigen Leistungsfähigkeit (Intelligenz)
  • Berufsrelevante Leistungsdiagnostik

Behandlung von Muskelerkrankten

Die Klinik für Neurologie bietet, nachgewiesen durch das Gütesiegel der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke (DGM), erstklassige medizinische Behandlung und Betreuung für Menschen mit seltenen Erkrankungen der Muskeln und (Körper-)Nerven. Es gibt eine Vielzahl solcher Erkrankungen, die jede für sich genommen selten sind, in der Gesamtheit aber mehr als ein Prozent der Bevölkerung betreffen. Zu den bekannteren unter diesen Erkrankungen zählen z.B. die amyotrophe Lateralsklerose (ALS), die Myasthenie, das Guillain-Barré-Syndrom (GBS) und die chronisch inflammatorische Polyneuropathie (CIDP).

Als Teil des Neuromuskulären Zentrums Brandenburg ist die Klinik eingebunden in ein Netzwerk von spezialisierten Kliniken und Ärzten, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, durch Fallbesprechungen, Fortbildungen, gemeinsame Behandlungsstandards und gezielte Vermittlung von Patienten an Spezialisten eine flächendeckend qualifizierte Versorgung zu gewährleisten. Oberstes Ziel: Patienten sollen trotz der oft auftretenden körperlichen Einschränkungen ihren Alltag besser bewältigen und sich so viel Eigenständigkeit wie möglich bewahren können.

Wissenschaftliche Arbeit

Die neurologische Abteilung trägt zu multizentrischen Studien bei Schlaganfällen, Bewegungsstörungen, Polyneuropathie und Multipler Sklerose bei. Gelegentlich werden auch Fallberichte veröffentlicht - mit Einverständnis des betroffenen Patienten und nach vollständiger Anonymisierung der Daten. Weder die beteiligten Ärzte noch die Patienten erhalten ein Honorar für die Teilnahme an wissenschaftlichen Studien. Der Vorteil wissenschaftlicher Arbeit in einem Versorgungskrankenhaus für Patienten ist, dass Untersuchungen und Behandlung besonders genau dokumentiert werden und die Nachbeobachtung intensiver ist als sonst; für Ärzte die Zusammenarbeit mit führenden Experten auf einem Teilgebiet der Neurologie.

Neurologische Universitätsklinik Ulm

Die Neurologische Universitätsklinik Ulm an den RKU - Universitäts- und Rehabilitationskliniken Ulm (RKU) wird seit Dezember 2024 von einem Führungsduo mit Expertise in den Schwerpunkten der neurodegenerativen und der neurovaskulären Erkrankungen geleitet.

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Spezialsprechstunden

Für bestimmte neurologische Erkrankungen, Fragestellungen und Therapien werden Spezialsprechstunden angeboten. Hier kümmern sich die Spezialisten um die Beratung und Behandlung von Patienten, die an einer neurologischen Autoimmunerkrankung leiden. Sämtliche diagnostische Methoden zur Abklärung und Verlaufskontrolle neuroimmunologischer Erkrankungen stehen in der Klinik zur Verfügung; dabei wird insbesondere mit der Abteilung für Neuroradiologie eng zusammengearbeitet. Ziel ist es, den Patienten eine individuell maßgeschneiderte Therapie zu ermöglichen - das betrifft sowohl die Auswahl und Einleitung einer geeigneten immunmodulatorischen Therapie als auch die Begleitung während der Therapie. In der Ambulanz stehen alle Infusionstherapien zur Verfügung.

Behandlung von Bewegungsstörungen

Das gesamte Spektrum von Bewegungsstörungen wird behandelt. Diese zeichnen sich in der Regel durch eine unwillkürliche Verarmung (Hypokinese), ein Übermaß (Hyperkinese) an Bewegungen oder eine fehlerhafte Bewegungsausführung aus. Hierzu zählen z.B.:

  • Hemispasmus facialis
  • Fokale Spastik

Es erfolgt eine umfassende Diagnosestellung (inkl. moderner bildgebender Verfahren und u.U. genetischer Untersuchung). Patienten mit einem Morbus Parkinson und atypischen Parkinsonsyndromen (Multisystematrophie, Progressive Supranukleäre Blickparese, Corticobasales Syndrom und Demenz vom Lewy Körperchen Typ) sowie differentialdiagnostisch abzugrenzende Erkrankungen werden behandelt. In fortgeschrittenen Stadien der Parkinson-Erkrankung wird das gesamte Spektrum weiterführender Therapien angeboten, wie z.B. Tiefe Hirnstimulation (THS) oder Pumpentherapien (Apomorphin, Duodopa).

Es werden Patienten mit unterschiedlichen Dystonieformen betreut. Hierzu zählen der Blepharospasmus/Meige-Syndrom, die zervikale Dystonie, Schreibkrampf und andere aktionsinduzierte Dystonien (z.B. Musikerdystonie). Therapie der Wahl ist oft eine Behandlung mit Botulinumtoxin. Weiterhin wird der Spasmus Hemifacialis und eine fokale Spastik (z.B. nach Schlaganfall, posttraumatisch/ posthypoxisch, bei Multipler Sklerose) mit Botulinumtoxin behandelt. Momentan wird die Tiefenhirnstimulation bei Patienten mit Morbus Parkinson, Tremor-Erkrankungen (v.a. sog. essentiellem Tremor) und Dystonien durchgeführt.

Die Diagnose des RLS wird primär durch die klinische Untersuchung und die Anamnese gestellt. Neben laborchemischen Untersuchungen erfolgen, falls notwendig, auch elektrophysiologische, bildgebende Untersuchungen oder eine Überwachung im Schlaflabor. Wichtig ist, mögliche Risikofaktoren für ein RLS, z.B. Eisenmangel, Niereninsuffizienz, Schwangerschaft, in Zusammenhang mit anderen Erkrankungen, rechtzeitig zu erkennen und diese wenn möglich spezifisch zu behandeln. Die Therapie umfasst Verhaltensmaßnahmen zur Symptomlinderung und Verbesserung des Schlafes sowie auch eine medikamentöse Therapie.

Patienten mit den verschiedensten Ursachen für choreatiforme Bewegungsstörungen werden diagnostiziert und behandelt. Bei ungeklärter Ursache wird ein breites Spektrum bildgebender, laborchemischer und genetischer Untersuchungsmethoden genutzt, um die Ursache der Erkrankung zu identifizieren. Patienten mit einer Huntington-Erkrankung können an dem Zentrum auch an longitudinalen Verlaufsbeobachtungsstudien und ggf. an interventionellen Studien teilnehmen.

Forschung

Die Klinik forscht intensiv an neuen Diagnose- und Therapieverfahren. So umfassen die Forschungsaktivitäten sowohl Projekte im neurobiologischen Grundlagenlabor, auf dem Gebiet der Biomarkerforschung, im Bereich der Bildgebung als auch im Bereich klinischer Studien, in denen neue Therapieansätze geprüft werden. Im Rahmen des Kompetenznetz Parkinson und des DZNE ist die Klinik mit anderen universitären Zentren verbunden, um gemeinsam die Erforschung von Bewegungsstörungen voranzutreiben.

Schmerztherapie

Chronischer Schmerz ist ein bio-psycho-soziales Geschehen, das biologische ebenso wie psychologische, soziale und kulturelle Komponenten hat. Da eine Schmerzkrankheit sehr vielschichtig ist, sollte deshalb auch eine ganzheitliche Therapie erfolgen. Genau hier setzt das ZIS an: Ziel ist es, alle Aspekte der Schmerzkrankheit zu erfassen. Die Einbindung verschiedener Fachdisziplinen ermöglicht im interdisziplinären Team eine optimale Behandlung. Dabei wird auf ein multimodales Konzept und eine auf die Patienten individuell zugeschnittene Therapie gebaut.

Neurovaskuläre Ambulanz

In der neurovaskulären Ambulanz werden insbesondere Patienten mit komplexen neurovaskulären Erkrankungen (Erkrankungen der Hirn- und Rückenmarksgefäße) betreut. Es werden zudem Nachuntersuchungen nach einem stationären Aufenthalt aufgrund einer neurovaskulären Erkrankung angeboten, insbesondere wenn kontrollbedürftige Befunde erhoben wurden oder erneut über Art und Dauer sekundärpräventiver Maßnahmen entschieden werden soll (z.B. Antikoagulation). Ein weiterer Schwerpunkt ist die Unterstützung niedergelassener Kollegen auch anderer Fachdisziplinen (wie Gefäßchirurgie, Angiologie) bei der Indikationsstellung für gefäßrekonstruktive Eingriffe. Es besteht eine enge direkte Zusammenarbeit mit dem zertifizierten interdisziplinären Gefäßzentrum sowie der Neuroradiologie des Klinikums rechts der Isar. Ausgewählte Fälle werden zusätzlich im wöchentlich stattfindenden interdisziplinären Gefäßboard besprochen. So kann im Rahmen der ambulanten Behandlung neben der initialen Diagnostik ein weiterführendes Behandlungskonzept unter Einschluss konservativer, operativer bzw. interventioneller Maßnahmen erstellt werden. Die neurovaskuläre Ambulanz verfügt über das gesamte Spektrum moderner nichtinvasiver Untersuchungsverfahren.

Neuroonkologie

Eine interdisziplinäre Zusammenarbeit ist für Diagnostik und Therapie notwendig, um für alle neuroonkologischen Patienten unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Prognose individuell die Diagnostik und ein optimales Behandlungskonzept festzulegen. Neben dem Einsatz modernster tumorspezifischer Verfahren müssen der Erhalt bzw. die Verbesserung der Lebensqualität höchste Priorität besitzen.

Motoneuronerkrankungen

Motoneuronerkrankungen sind eine Gruppe von neurodegenerativen Erkrankungen, die mit dem Absterben von motorischen Nervenzellen (Motoneuronen) einhergehen. Diese Nervenzellen verlaufen vom Gehirn zum Rückenmark (1. Motoneuron) bzw. vom Rückenmark zum Muskel (2. Motoneuron). Zu der Gruppe der Motoneuronerkrankungen gehören u.a. die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) und die Spinale Muskelatrophie (SMA). Zu den Aufgaben der Ambulanz gehört zunächst die Stellung bzw. Sicherung einer Diagnose oder die Beurteilung einer geäußerten Verdachtsdiagnose ("Zweitmeinung"). Der erste Schritt ist ein ärztliches Gespräch sowie eine umfassende körperliche Untersuchung. Im Anschluss erfolgen häufig laborchemische Analysen des Blutes und ggf. des Nervenwassers, elektrophysiologische Untersuchungen (z.B. NLG, EMG, MUNIX) und bildgebende Verfahren (z.B. MRT/CT). Im Rahmen der Ursachenfindung sind in manchen Fällen zudem gezielte molekulargenetische Untersuchungen einer Blutprobe erforderlich. Nach Diagnosestellung erfolgt eine detaillierte Beratung hinsichtlich der individuellen Prognoseabschätzung und Behandlungsmöglichkeiten. Das Therapiekonzept umfasst je nach persönlichem Bedarf den Einsatz von verschiedenen Medikamenten, Hilfsmitteln (z.B. Rollstuhl, Kommunikationshilfen, Hustenassistent) und Heilmitteln (Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie) sowie eine Unterstützung bei Schluck- und Atemstörungen. Wichtige Ziele sind die Verbesserung der Lebensqualität, die Verzögerung des Krankheitsfortschrittes sowie die Prävention und Behandlung von Komplikationen. Die Klinik forscht intensiv an neuen Diagnose- und Therapieverfahren. So umfassen die Forschungsaktivitäten sowohl Projekte im neurobiologischen Grundlagenlabor, auf dem Gebiet der Biomarkerforschung als auch im Bereich klinischer Studien, in denen neue Therapieansätze geprüft werden.

Muskelerkrankungen

Muskelerkrankungen können erbliche Ursachen (z.B. Muskeldystrophien) und erworbene Ursachen wie z.B. Entzündungen (Myositis) zugrunde liegen. Die Diagnostik bei Verdacht auf eine Muskelerkrankung umfasst neben einer gründlichen ärztlichen Untersuchung Laboruntersuchungen und elektrophysiologische Untersuchungen (Elektromyographie und Neurographie) sowie in ausgewählten Fällen eine Kernspintomographie (MRT) der Muskeln. In manchen Fällen ist eine Muskelbiopsie (Muskelprobe) notwendig (gerade bei Verdacht auf eine Myositis), die im Rahmen eines kurzen stationären Aufenthaltes in der Klinik entnommen wird. Die Untersuchung der Probe erfolgt in Kooperation mit dem Friedrich-Baur-Institut an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Nach der Diagnosestellung werden die Patienten langfristig ambulant weiterbetreut. Neben der Mitbetreuung einer ursächlichen Therapie, die bislang nur bei manchen Muskelerkrankungen verfügbar ist, wird Unterstützung bei der symptomatischen Therapie und Verordnung von Hilfs- und Heilmitteln angeboten.

Erbliche neurologische Erkrankungen

Erbliche Erkrankungen gewinnen in der Neurologie zunehmend an Bedeutung. Dies betrifft insbesondere Muskelerkrankungen, Motoneuronerkrankungen, Polyneuropathien und Bewegungsstörungen wie z.B. Ataxien, aber auch bei Schlaganfällen gibt es manchmal erbliche Ursachen. Daher arbeitet die Ambulanz für erbliche neurologische Erkrankungen eng mit den anderen Spezialambulanzen der Klinik zusammen. Sowohl die diagnostischen Möglichkeiten („Next-Generation-Sequencing“) als auch die kausalen Therapieoptionen (z.B. Antisense-Oligonukleotid-Therapie und Genersatztherapie) befinden sich in einer rasanten Entwicklung. Bei Verdacht auf eine erbliche neurologische Erkrankung ist eine ausführliche Erhebung der Familiengeschichte wichtig, ggf. auch eine klinische Untersuchung von Familienmitgliedern. Bei vielen erblichen Erkrankungen kann mittlerweile durch den Fortschritt der molekulargenetischen Diagnostik ("Next-Generation-Sequencing") die Ursache in einer Blutprobe identifiziert werden. Manchmal ist zur Einordnung von Genveränderungen auch eine Untersuchung gesunder Familienmitglieder sinnvoll.

Musikermedizin

Professionelle Musikerinnen und Musiker sind durch jahrelanges intensives Training sowie hohem Leistungs- und Konkurrenzdruck ganz besonderen körperlichen Belastungen ausgesetzt. Dies kann zu sehr speziellen körperlichen aber auch psychischen Problemen führen. In der Ambulanz für Musikermedizin des Universitätsklinikums rechts der Isar arbeitet ein erfahrenes Team aus Ärzten und Ärztinnen verschiedener Fachrichtungen zusammen und bietet Musiker ein spezialisiertes Präventions-, Diagnose- und Therapieangebot. Es wird in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Musikphysiologie und Musiker-Medizin (DGfMM) gearbeitet. Spiel- bzw. gesangsbedingte Beschwerden werden interdisziplinär, angepasst an die Bedürfnisse der Musikerinnen und Musiker und Sängerinnen und Sänger behandelt. Die enge Zusammenarbeit mit professionellen Musikern und Musikpädagogen bildet eine ideale Basis zur besseren Erforschung der Ursachen und Entstehung berufsbedingter Erkrankungen bei professionellen Musikern.

Weitere Aufgaben und Angebote

  • Neurologische Frührehabilitation (Phase B): Behandlung bewusstloser oder schwer bewusstseinsgestörter Patienten bis hin zu Patienten im Wachkoma.
  • Parkinson-Komplexbehandlung: Umfassende ärztliche Betreuung und intensive Therapien über einen Zeitraum von zumeist zwei bis drei Wochen.
  • Diagnostik: Umfangreiche diagnostische Möglichkeiten zur Klärung neurologischer, internistischer und rehabilitativer Fragestellungen.
  • Therapiekonzept: Auf der Basis einer ausführlichen therapeutischen Befundung werden Behandlungsziele festgelegt, die sich an der ICF (Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit) orientieren, und entsprechende Therapiemaßnahmen abgeleitet.
  • Physiotherapie: Schwerpunkte sind die vegetative Stabilisierung, die Steigerung der Vigilanz, sowie eine frühestmögliche Mobilisation und der Aufbau von Haltungskontrolle, um funktionelle Bewegungen möglich bzw. leichter zu machen.
  • Ergotherapie: Schwerpunkte sind der Abbau von Wahrnehmungsstörungen und die Behandlung von Funktionsstörungen, um eine Verbesserung von Alltagsaktivitäten zu erreichen.
  • Logopädie: Behandlung von Schluckstörungen, Sprach- und Sprechauffälligkeiten sowie die Therapie stimmlicher Beeinträchtigungen.
  • Neuropsychologie: Untersuchung und Behandlung kognitiv-emotionaler Defizite, sowie Anpassungsprobleme nach Hirnverletzungen.
  • Sozialdienst: Beratung und Unterstützung von Patienten und Angehörigen in sozialen Fragen.

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