Doc Salbe bei Ischiasschmerzen: Wirkstoffe und ihre Bewertung

Ischiasschmerzen können sehr belastend sein. Schmerzsalben versprechen hier oft schnelle Linderung. Dieser Artikel beleuchtet die Wirkstoffe in solchen Salben, ihre Wirksamkeit und potentielle Risiken, basierend auf aktuellen Studien und Testergebnissen.

Selbstmedikation bei Gelenk- und Muskelbeschwerden

Viele Menschen greifen bei Gelenk- und Muskelbeschwerden auf rezeptfreie Medikamente zurück. Eine Erhebung aus dem Jahr 2024 ergab, dass 18 Prozent der Befragten in den vorangegangenen drei Monaten solche Mittel gegen Beschwerden wie Rückenschmerzen oder Verspannungen verwendet hatten. Bei der Selbstmedikation ist es wichtig, die Unterschiede zwischen Arzneimitteln und Medizinprodukten zu kennen. Arzneimittel wirken durch pharmakologische, immunologische oder Stoffwechseleffekte, während Medizinprodukte meist eine physikalische Wirkweise haben.

Wirkstoffe in Schmerzsalben und -gelen

Die in Schmerzsalben und -gelen enthaltenen Wirkstoffe sind vielfältig. Dazu gehören synthetische Wirkstoffe wie Ibuprofen, Diclofenac, Felbinac und Piroxicam (nichtsteroidale Antirheumatika, NSAR) sowie pflanzliche Inhaltsstoffe wie Campher, Capsaicin, Arnika und Beinwellwurzelextrakt. Die Bewertung dieser Wirkstoffe basiert auf veröffentlichten wissenschaftlichen und klinischen Studien.

Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR)

Wirkstoffe wie Ibuprofen, Diclofenac, Felbinac oder Piroxicam gehören zu den nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR). NSAR wirken gegen Schmerzen und Entzündungen. Typische Anwendungsgebiete sind Gelenkschmerzen infolge von Arthrose oder rheumatoider Arthritis sowie Zerrungen und Prellungen. Sie hemmen die Produktion von Prostaglandinen, die an der Schmerzweiterleitung und -wahrnehmung beteiligt sind.

Diclofenac: Umweltaspekte und Anwendungsweise

Diclofenac ist ein weit verbreiteter Wirkstoff in Schmerzmitteln. Es gehört ebenfalls zu den NSAR und hat eine gut belegte schmerzstillende Wirkung. Allerdings stellt Diclofenac ein Umweltproblem dar, da es in auffallend hohen Konzentrationen in Oberflächengewässern nachgewiesen wurde und dort Fische schädigen kann.

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Bei der Anwendung von Diclofenac-haltigen Salben sollte man darauf achten, diese nur auf gesunde Haut aufzutragen und Kontakt mit Wunden, Ekzemen, Schleimhäuten oder den Augen zu vermeiden. Nach dem Auftragen sollten die Hände mit einem Papiertuch abgewischt und das Tuch im Restmüll entsorgt werden. Zudem sollten Schmerzsalben nach dem Verfallsdatum nicht mehr verwendet werden.

Pflanzliche Wirkstoffe

Auch pflanzliche Wirkstoffe werden häufig in Schmerzsalben eingesetzt.

Capsaicin

Capsaicin, ein Inhaltsstoff aus Chilischoten, wirkt schmerzlindernd und durchblutungsfördernd. Für die Kombination aus Nonivamid (ein synthetisches Capsaicin) und Nicoboxil in der Finalgon Wärmesalbe Duo wurde eine gute Wirksamkeit, besonders bei akuten Schmerzen im unteren Rücken, festgestellt. Die Wirksamkeit von natürlichem Capsaicin wurde jedoch nur als "teilweise belegt" eingestuft, da es an aussagekräftigen unabhängigen Studien mangelt.

Beinwellwurzelextrakt

Für Beinwell-Fluidextrakt (z.B. in Kytta Schmerzsalbe) wurde eine nachweisliche Wirksamkeit bei Sprunggelenksverletzungen, Kniegelenkarthrosen und Rückenschmerzen festgestellt.

Arnika

Der Arnikablütentinktur im Kneipp Arnika Kühl- & Schmerzgel wurde die Wirksamkeit abgesprochen, da es an wissenschaftlicher Belegbarkeit fehlt.

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Campher und ätherische Öle

Für eine Kombination aus Campher, ätherischen Ölen sowie Menthol oder Alkohol ist lediglich die durchblutungsfördernde Wirkung bekannt, was für eine gute Bewertung als nicht ausreichend angesehen wird.

Weitere Inhaltsstoffe und mögliche Problemstoffe

Neben den eigentlichen Wirkstoffen enthalten Schmerzsalben oft weitere Inhaltsstoffe, die kritisch betrachtet werden müssen.

Mineralölbestandteile

Produkte, die Vaseline oder andere paraffinhaltige Stoffe enthalten, können mit Mineralölbestandteilen wie gesättigten (MOSH/MOSH-Analoge) und aromatischen (MOAH) Kohlenwasserstoffen verunreinigt sein. MOAH stehen im Verdacht, sich im Körper anzureichern.

Parabene und allergene Duftstoffe

Einige Schmerzsalben enthalten Parabene (z.B. Propyl- und Butylparaben), die unter Hormonverdacht stehen, sowie allergene Duftstoffe wie Hydroxycitronella oder Delta-3-Caren.

Delta-3-Caren

Bei Mitteln, die Extrakte aus Nadelhölzern deklariert hatten, wurde auf das allergisierende Delta-3-Caren hin untersucht.

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Rückenschmerzen: Ursachen und Behandlung

Rückenbeschwerden sind ein weit verbreitetes Leiden. Meist sind die Schmerzen harmloser Natur und verschwinden nach einigen Tagen von selbst. Dauern die Probleme jedoch länger als sechs Wochen an, gelten sie als chronisch. Die Ursachen für Rückenschmerzen sind vielfältig.

Die Wirbelsäule und ihre Bestandteile

Die Wirbelsäule bildet die wichtigste Stütze des Skeletts. Sie besteht aus Wirbeln, Bandscheiben und Bändern. Jeder Wirbel besteht aus einem Wirbelkörper, einem Wirbelbogen, einem Dornfortsatz und paarig angelegten Querfortsätzen. Die Bandscheiben, die sich zwischen den Wirbeln befinden, fungieren als Stoßdämpfer. Sie bestehen im Inneren aus einem Gallertkern, der von Faserringen umschlossen ist.

Bandscheibenvorfall

Ein Bandscheibenvorfall (Bandscheibenprolaps) entsteht, wenn der Gallertkern aus dem Faserring austritt und auf Nerven drückt. Dies kann zu starken Rückenschmerzen, die in andere Körperbereiche wie die Beine ausstrahlen, sowie zu Kribbeln, Taubheitsgefühlen und Muskelschwäche führen.

Man unterscheidet verschiedene Schweregrade des Bandscheibenvorfalls:

  • Vorwölbung: Der Bandscheibenfaserring wölbt sich in Richtung der Spinalnerven.
  • Bandscheibenprolaps: Der Gallertkern tritt aus dem Ring aus.
  • Ablösung: Einzelne Teile des Gallertkerns werden abgetrennt.

Hexenschuss (Lumbago)

Ein Hexenschuss (Lumbalsyndrom) tritt plötzlich und ohne Vorwarnung auf, oft als Folge einer plötzlichen Bewegung. Die Betroffenen können sich häufig nicht mehr aufrichten. Die Schmerzen können sich vom Rücken bis in die Beine erstrecken.

Ischiasschmerzen (Ischialgie)

Ischiasschmerzen werden durch eine Reizung oder Schädigung des Ischiasnervs verursacht. Der Ischiasnerv ist der längste und umfangreichste Nerv des Menschen und versorgt die Muskeln im Bein. Ischiasschmerzen strahlen oft bis ins Bein oder sogar bis in den Fuß aus und können von Sensibilitätsstörungen oder Lähmungserscheinungen begleitet sein.

Die Ursachen für Ischiasschmerzen sind vielfältig, z.B. Bandscheibenvorfälle, Muskelverspannungen oder Entzündungen.

Diagnose und Behandlung von Rückenschmerzen

Zur Diagnose von Rückenschmerzen werden verschiedene Verfahren eingesetzt, darunter Röntgenaufnahmen, Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT) und Myelographie.

Die Behandlung eines Bandscheibenvorfalls erfolgt meist konservativ mit Schmerzmitteln, Muskelentspannungsmitteln, Physiotherapie und Ruhe. In manchen Fällen ist eine Operation erforderlich. Die Behandlung einer Ischialgie richtet sich nach der Ursache. Oft helfen Schmerzmittel, Wärmeanwendungen und Bewegung.

Selbsthilfemaßnahmen bei Ischiasschmerzen

Neben der ärztlichen Behandlung können Betroffene auch selbst einiges gegen Ischiasschmerzen tun:

  • Bewegung: Lockert die Muskeln auf und kann die Schmerzen verringern. Geeignet sind lockeres Joggen, Walken oder Spazierengehen.
  • Kühlen: Kann Entzündungen lindern und den Schmerz bessern.
  • Wärme: Sorgt für eine bessere Durchblutung und lockert die Muskeln auf. Geeignet sind warme Wickel, Wärmepflaster, Kirschkernkissen oder Wärmflaschen.
  • Dehnübungen: Lockern die Muskeln auf und nehmen die Reizung des Ischiasnervs ab.
  • Haltung: Achten Sie auf eine gute Körperhaltung, um Verspannungen zu vermeiden.
  • Ergonomie am Arbeitsplatz: Richten Sie Ihren Arbeitsplatz ergonomisch ein, um den Druck auf den Ischiasnerv zu reduzieren.
  • Heilpflanzen und ätherische Öle: Salben mit Arnika oder Teufelskralle können zur Schmerzlinderung beitragen. Ein Tee aus Weidenrinde kann Entzündungen reduzieren.

Schmerzgele und -salben im Überblick

Es gibt eine Vielzahl von Schmerzgelen und -salben auf dem Markt, die unterschiedliche Wirkstoffe und Anwendungsgebiete haben.

  • Voltaren Schmerzgel forte: Lindert akute Gelenkschmerzen infolge eines stumpfen Traumas.
  • Diclo-ratiopharm® Schmerzgel: Enthält Diclofenac und wirkt schmerzlindernd und entzündungshemmend.
  • Kytta Schmerzsalbe: Wirkt schmerzlindernd, entzündungshemmend, abschwellend und beschleunigt den Heilungsprozess.
  • Mobilat Duo Aktiv Schmerzgel: Enthält Salicylsäure und Chondroitinpolysulfat.

Wichtige Hinweise zur Anwendung von Schmerzsalben

  • Schmerzsalben sollten für Kinder unzugänglich aufbewahrt und in der Regel bei maximal 25 Grad gelagert werden.
  • Sie sollten nur auf intakte Hautflächen aufgetragen werden, nicht auf Wunden oder offene Verletzungen.
  • Augen und Schleimhäute sollten nicht mit dem Präparat in Berührung kommen.
  • Nach dem Auftragen sollten die Hände gründlich gewaschen werden.
  • Schmerzsalben sollten nach dem Verfallsdatum nicht mehr verwendet werden.

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