Migräne ist eine weit verbreitete neurologische Erkrankung, die Betroffene stark beeinträchtigen kann. Während eines Migräneanfalls reagieren die Betroffenen sehr empfindlich auf äußere Reize wie Licht und Lärm. Oftmals geht eine Migräne mit einer Entzündung der Hirnhaut um die Blutgefäße einher. Im Gegensatz zu Spannungskopfschmerzen ist Migräne meist genetisch bedingt und verstärkt sich bei körperlicher Anstrengung.
Dolormin® Migräne ist ein rezeptfreies Arzneimittel zur Behandlung der akuten Kopfschmerzphase bei Migräneattacken. Es enthält den Wirkstoff Ibuprofen, der schmerzlindernd, fiebersenkend und entzündungshemmend wirkt.
Was ist Dolormin® Migräne?
Dolormin® Migräne Filmtabletten sind ein schmerzstillendes, fiebersenkendes und entzündungshemmendes Arzneimittel (nicht-steroidales Antiphlogistikum/Analgetikum). Der Wirkstoff in Dolormin® Migräne ist Ibuprofen.
Der Wirkstoff Ibuprofen
Ibuprofen ist ein Schmerzmittel aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR). Es eignet sich zur Behandlung der akuten Kopfschmerzphase bei Migräneattacken mit oder ohne Aura. Der Wirkstoff wird aber auch bei leichten bis mäßig starken Schmerzen, wie Spannungskopfschmerzen, eingesetzt.
In Dolormin® Migräne ist Ibuprofen mit dem körperverwandten Eiweißbaustein Lysin verbunden. Diese Verbindung ermöglicht eine schnellere Aufnahme des Wirkstoffs in den Körper, wodurch die Wirkung rascher eintritt.
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Anwendungsgebiete von Dolormin® Migräne
Dolormin® Migräne Filmtabletten werden angewendet zur:
- Symptomatischen Behandlung der akuten Kopfschmerzphase bei Migräne mit und ohne Aura.
- Behandlung von leichten bis mäßig starken Schmerzen.
Das Arzneimittel ist für Kinder ab 20 kg Körpergewicht (6 Jahre und älter), Jugendliche und Erwachsene geeignet.
Anwendung und Dosierung von Dolormin® Migräne
Nehmen Sie Dolormin® Migräne Filmtabletten immer genau nach den Hinweisen in der Packungsbeilage ein, falls nicht anders verordnet.
Art der Anwendung
Nehmen Sie die Filmtabletten unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit, beispielsweise einem Glas Wasser, ein. Für Patienten, die einen empfindlichen Magen haben, empfiehlt es sich, die Filmtabletten während der Mahlzeiten einzunehmen.
Dauer der Anwendung
Das Arzneimittel dient nur der kurzfristigen Anwendung. Fragen Sie Ihren Arzt um Rat, wenn Sie es länger als 3 Tage einnehmen müssen oder sich Ihre Symptome verschlimmern.
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Dosierung
Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden.
- Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene (über 40 kg Körpergewicht): 1 Tablette 1-4 mal täglich (max. 3 Tabletten pro Tag).
- Kinder von 10-11 Jahren (mit 30-39 kg Körpergewicht): Einzeldosis: ½ Tablette, Gesamtdosis: 1-4 mal täglich.
- Kinder von 6-9 Jahren (mit 20-29 kg Körpergewicht): Einzeldosis: ½ Tablette, Gesamtdosis: 1-3 mal täglich.
Das jeweilige Dosierungsintervall richtet sich nach den Symptomen und sollte 6 Stunden nicht unterschreiten. Die empfohlene Tagesgesamtdosis für die jeweilige Altersgruppe sollte nicht überschritten werden.
Was tun bei Überdosierung?
Bei einer Überdosierung kann es unter anderem zu Kopfschmerzen, Schwindel, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Blutdruckabfall, Bewusstlosigkeit sowie zu Atemstörungen kommen. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Was tun, wenn eine Einnahme vergessen wurde?
Setzen Sie die Einnahme zum nächsten vorgeschriebenen Zeitpunkt ganz normal (also nicht mit der doppelten Menge) fort.
Wichtiger Hinweis zur Dosierung
Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen. Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen.
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Gegenanzeigen: Wann darf Dolormin® Migräne nicht eingenommen werden?
Dolormin® Migräne darf nicht eingenommen werden bei:
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
- Blutbildungsstörungen
- Geschwüren im Verdauungstrakt, auch in der Vorgeschichte
- Blutungen im Magen-Darm-Trakt, auch in der Vorgeschichte
- Magen-Darm-Durchbruch, in der Vorgeschichte in Zusammenhang mit der Einnahme bestimmter Arzneimittel (nichtsteroidale Antirheumatika/Antiphlogistika)
- Aktiven Blutungen, wie Hirnblutungen
- Stark eingeschränkter Leberfunktion
- Stark eingeschränkter Nierenfunktion
- Schwerer Herzschwäche
- Schwerem Flüssigkeitsmangel
- Kindern unter 6 Jahren oder unter 20 kg Körpergewicht
Unter Umständen - sprechen Sie hierzu mit Ihrem Arzt oder Apotheker - darf Dolormin® Migräne nicht eingenommen werden bei:
- Magen-Darm-Beschwerden
- Entzündlichen Darmerkrankungen, auch in der Vorgeschichte, wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa
- Blutgerinnungsstörung
- Bluthochdruck
- Koronarer Herzkrankheit (Durchblutungsstörungen des Herzmuskels)
- Möglicher Gefahr einer Gefäßverengung am Herzen, wie bei erhöhter Fettkonzentration im Blut, Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) oder Rauchen
- Durchblutungsstörungen der Peripherie (z.B. Arme, Beine)
- Durchblutungsstörung der Hirngefäße
- Kollagenosen (Veränderungen im Bindegewebsbereich), wie Lupus erythematodes oder Mischkollagenose (entzündlich-rheumatische Kollagenose)
- Porphyrie (Stoffwechselkrankheit)
- Größerer Operation, die kurz zuvor stattgefunden hat
- Windpocken
Besondere Vorsichtshinweise
- Ältere Patienten ab 65 Jahren: Die Behandlung sollte mit Ihrem Arzt gut abgestimmt und sorgfältig überwacht werden, z.B. durch engmaschige Kontrollen. Die erwünschten Wirkungen und unerwünschten Nebenwirkungen des Arzneimittels können in dieser Gruppe verstärkt oder abgeschwächt auftreten.
- Schwangerschaft und Stillzeit: Wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Er wird Ihre besondere Ausgangslage prüfen und Sie entsprechend beraten, ob und wie Sie mit dem Stillen weitermachen können. Während der Schwangerschaft, besonders im letzten Drittel, sollte Dolormin® Migräne nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt eingenommen werden.
- Reaktionsvermögen: Vorsicht: Das Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch beeinträchtigt sein. Achten Sie vor allem darauf, wenn Sie am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen (auch im Haushalt) bedienen, mit denen Sie sich verletzen können.
- Kopfschmerzen durch Schmerzmittel: Bei dauerhafter Anwendung von Schmerzmitteln können Kopfschmerzen auftreten, die durch das Schmerzmittel erzeugt werden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, um zu verhindern, dass Ihre Kopfschmerzen chronisch werden.
- Nierenschädigung: Die gewohnheitsmäßige Anwendung von Schmerzmitteln kann zu einer dauerhaften Nierenschädigung führen. Werden mehrere Schmerzmittel kombiniert, oder sind in einem Schmerzmittel mehrere Wirkstoffe enthalten, erhöht sich das Risiko dafür.
- Asthma und Allergien: Vorsicht: Patienten mit Nasenpolypen, chronischen Atemwegsinfektionen, Asthma oder mit Neigung zu allergischen Reaktionen wie z.B. Heuschnupfen: Bei Ihnen kann das Arzneimittel einen Asthmaanfall oder eine starke allergische Hautreaktion auslösen. Fragen Sie daher vor der Anwendung Ihren Arzt.
- Allergie gegen Schmerzmittel: Vorsicht bei Allergie gegen bestimmte Schmerzmittel (Nichtsteroidale Antirheumatika)!
- Wechselwirkungen: Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
- Alkohol: Alkoholgenuss soll während einer Dauerbehandlung möglichst vermieden werden.
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor Kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.
Dolormin® Migräne kann andere Arzneimittel beeinträchtigen oder von diesen beeinträchtigt werden. Zum Beispiel:
- Arzneimittel, die gerinnungshemmend wirken (d. h. das Blut verdünnen/die Blutgerinnung verhindern, z.B. Acetylsalicylsäure, Warfarin, Ticlopidin).
- Arzneimittel, die hohen Blutdruck senken (ACE-Hemmer wie z.B. Captopril, Betablocker wie z.B. Atenolol-haltige Arzneimittel, Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten wie z.B. Losartan).
Einige andere Arzneimittel können die Behandlung mit Dolormin® Migräne ebenfalls beeinträchtigen oder durch eine solche selbst beeinträchtigt werden. Sie sollten daher vor der Anwendung von Dolormin® Migräne zusammen mit anderen Arzneimitteln immer den Rat Ihres Arztes oder Apothekers einholen.
Mögliche Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel kann Dolormin® Migräne Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören:
- Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Sodbrennen, Blähungen, Durchfall, Verstopfung, Bauchschmerzen
- Blutungen im Magen-Darm-Bereich
Gelegentlich treten auf:
- Kopfschmerzen, Schwindel, Schlaflosigkeit, Müdigkeit, Reizbarkeit, Erregung
- Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut wie Hautausschlag, Juckreiz
- Sehstörungen
- Asthmaanfall
- Geschwür im Mund
- Verschlimmerung einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (Colitis ulcerosa)
- Verschlimmerung einer chronischen Entzündung von Magen-Darm-Bereichen (Morbus Crohn)
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.
Migräne verstehen
Migräne ist mehr als nur ein starker Kopfschmerz. Es ist eine neurologische Erkrankung, die durch verschiedene Symptome gekennzeichnet ist, darunter:
- Intensive Kopfschmerzen: Oft einseitig, pulsierend oder pochend.
- Übelkeit und Erbrechen: Häufige Begleiterscheinungen.
- Licht- und Lärmempfindlichkeit: Betroffene ziehen sich oft in dunkle, ruhige Räume zurück.
- Aura: Bei manchen Menschen treten vor dem Kopfschmerz neurologische Symptome wie Sehstörungen auf.
Ursachen und Auslöser
Die genauen Ursachen von Migräne sind noch nicht vollständig geklärt, aber es wird angenommen, dass genetische Faktoren und Umweltfaktoren eine Rolle spielen. Bestimmte Auslöser können Migräneattacken provozieren, darunter:
- Stress: Sowohl akuter als auch chronischer Stress.
- Hormonelle Veränderungen: Bei Frauen oft im Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus.
- Bestimmte Nahrungsmittel und Getränke: Z.B. Alkohol, Käse, Schokolade, Zitrusfrüchte.
- Schlafstörungen: Zu wenig oder zu viel Schlaf.
- Wetterveränderungen: Luftdruckschwankungen.
- Sinnesreize: Helles Licht, laute Geräusche, starke Gerüche.
Diagnose und Behandlung
Die Diagnose von Migräne wird in der Regel anhand der Symptome und der Krankengeschichte gestellt. Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, darunter:
- Schmerzmittel: Wie Dolormin® Migräne, um die akuten Schmerzen zu lindern.
- Triptane: Spezifische Migränemittel, die bei schweren Attacken eingesetzt werden.
- Vorbeugende Medikamente: Um die Häufigkeit und Intensität von Migräneattacken zu reduzieren.
- Nicht-medikamentöse Maßnahmen: Wie Entspannungstechniken, Akupunktur und eine gesunde Lebensweise.