Dolormin® ist eine Marke, die eine Reihe von Schmerzmitteln anbietet, die verschiedene Wirkstoffe enthalten, um unterschiedliche Arten von Schmerzen zu behandeln. Dieser Artikel konzentriert sich auf Dolormin® Migräne Filmtabletten und seine Inhaltsstoffe, Anwendungsgebiete und wichtige Hinweise.
Was ist Dolormin® Migräne?
Dolormin® Migräne Filmtabletten sind ein schmerzstillendes, fiebersenkendes und entzündungshemmendes Arzneimittel (nicht-steroidales Antiphlogistikum/Analgetikum). Es wird zur kurzzeitigen symptomatischen Behandlung der akuten Kopfschmerzphase bei Migräne mit oder ohne Aura angewendet.
Wirkstoff und seine Wirkung
Der Wirkstoff in Dolormin® Migräne ist Ibuprofen, das als Ibuprofen-DL-Lysin (1:1) vorliegt. Ibuprofen gehört zu einer Gruppe von Stoffen, die sowohl gegen Schmerzen als auch gegen Entzündungen wirken und Fieber senken können. Alle drei Wirkungen beruhen vor allem auf der Hemmung eines körpereigenen Stoffes, genannt Prostaglandin. Der Eiweißbaustein Lysin sorgt dafür, dass Ibuprofen schneller vom Körper aufgenommen werden kann und somit schneller wirkt.
Ibuprofen reduziert entzündlich bedingte Schmerzen, Schwellungen und Fieber.
Anwendungsgebiete
Dolormin® Migräne wird angewendet bei:
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- Kindern ab 20 kg Körpergewicht (ab 6 Jahren)
- Jugendlichen
- Erwachsenen
zur kurzzeitigen symptomatischen Behandlung der akuten Kopfschmerzphase bei Migräne mit oder ohne Aura. Es eignet sich auch zur Behandlung von leichten bis mäßig starken Schmerzen, wie Spannungskopfschmerzen.
Dosierung und Anwendung
Die Dosierung von Dolormin® Migräne Filmtabletten richtet sich nach dem Körpergewicht und dem Alter des Patienten:
- Kinder von 6-9 Jahren (20-29 kg Körpergewicht): Einzeldosis ½ Tablette, Gesamtdosis 1-3 mal täglich im Abstand von 6 Stunden.
- Kinder von 10-11 Jahren (30-39 kg Körpergewicht): Einzeldosis ½ Tablette, Gesamtdosis 1-4 mal täglich im Abstand von 6 Stunden.
- Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene (über 40 kg Körpergewicht): Einzeldosis 1 Tablette, Gesamtdosis 1-4 mal täglich (max. 3 Tabletten pro Tag) im Abstand von 6 Stunden.
Die Tabletten sollten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit (z.B. einem Glas Wasser) eingenommen werden. Bei einem empfindlichen Magen empfiehlt es sich, das Arzneimittel während der Mahlzeit einzunehmen.
Dauer der Anwendung
Ohne ärztlichen Rat sollte Dolormin® Migräne nicht länger als 3 Tage angewendet werden. Bei länger anhaltenden Beschwerden sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Das Arzneimittel ist nur für eine kurzfristige Anwendung vorgesehen.
Gegenanzeigen
Dolormin® Migräne darf nicht angewendet werden bei:
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- Überempfindlichkeit gegen Ibuprofen oder einen der sonstigen Bestandteile
- Asthmaanfällen, Nasenschleimhautschwellungen oder Hautreaktionen nach der Einnahme von Acetylsalicylsäure oder anderen nicht-steroidalen Entzündungshemmern in der Vergangenheit
- Ungeklärten Blutbildungsstörungen
- Bestehenden oder in der Vergangenheit wiederholt aufgetretenen Magen/Zwölffingerdarmgeschwüren (peptischen Ulzera) oder Blutungen
- Magen-Darm-Blutung oder -Durchbruch (Perforation) in der Vorgeschichte im Zusammenhang mit einer vorherigen Therapie mit nicht-steroidalen Antirheumatika/Antiphlogistika (NSAR)
- Hirnblutungen (zerebrovaskulären Blutungen) oder anderen aktiven Blutungen
- Schweren Leber- oder Nierenfunktionsstörungen
- Schwerer Herzinsuffizienz
- Schwerer Austrocknung (Dehydratation)
- Im letzten Drittel der Schwangerschaft
- Kindern unter 20 kg Körpergewicht oder unter 6 Jahren
Besondere Vorsichtshinweise
Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Dolormin® Migräne ist erforderlich:
- Bei bestimmten angeborenen Blutbildungsstörungen (z.B. akute intermittierende Porphyrie)
- Bei bestimmten Autoimmunerkrankungen (systemischer Lupus erythematodes und Mischkollagenose)
- Bei Magen-Darm-Störungen oder chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn)
- Bei eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion
- Bei Austrocknung (Dehydratation)
- Bei Bluthochdruck und/oder Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz)
- Bei Allergien (z.B. Hautreaktionen auf andere Arzneimittel, Asthma, Heuschnupfen), chronischen Schleimhautschwellungen oder chronischen, die Atemwege verengenden Atemwegserkrankungen
- Bei Blutgerinnungsstörungen
- Unmittelbar nach größeren chirurgischen Eingriffen
Patienten mit den oben genannten Erkrankungen sollten vor der Einnahme von Dolormin® Migräne ihren Arzt konsultieren.
Sicherheit im Magen-Darm-Trakt
Eine gleichzeitige Anwendung von Dolormin® Migräne mit anderen nicht-steroidalen Entzündungshemmern, einschließlich sogenannten COX-2-Hemmern (Cyclooxigenase-2-Hemmern), sollte vermieden werden.
Blutungen des Magen-Darm-Traktes, Geschwüre und Durchbrüche (Perforationen)
Blutungen des Magen-Darm-Traktes, Geschwüre und Perforationen, auch mit tödlichem Ausgang, wurden unter allen NSAR berichtet. Sie traten mit oder ohne vorherige Warnsymptome bzw. schwerwiegende Ereignisse im Magen-Darm-Trakt in der Vorgeschichte zu jedem Zeitpunkt der Therapie auf. Das Risiko für das Auftreten von Magen-Darm-Blutungen, Geschwüren und Durchbrüchen ist höher mit steigender NSAR-Dosis, bei Patienten mit Geschwüren in der Vorgeschichte, insbesondere mit den Komplikationen Blutung oder Durchbruch, und bei älteren Patienten. Diese Patienten sollten die Behandlung mit der niedrigsten verfügbaren Dosis beginnen. Wenn Sie eine Vorgeschichte von Nebenwirkungen am Magen-Darm-Trakt aufweisen, insbesondere in höherem Alter, sollten Sie jegliche ungewöhnliche Symptome im Bauchraum (vor allem Magen-Darm-Blutungen) insbesondere am Anfang der Therapie melden.
Wirkungen am Herz-Kreislauf-System
Entzündungshemmende Mittel/Schmerzmittel wie Ibuprofen können mit einem geringfügig erhöhten Risiko für einen Herzanfall oder Schlaganfall einhergehen, insbesondere bei Anwendung in hohen Dosen. Überschreiten Sie nicht die empfohlene Dosis oder Behandlungsdauer.
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Hautreaktionen
Unter NSAR-Therapie wurde sehr selten über schwerwiegende Hautreaktionen mit Rötung und Blasenbildung, einige mit tödlichem Ausgang, berichtet (exfoliative Dermatitis, Stevens-Johnson-Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse/Lyell-Syndrom). Beim ersten Anzeichen von Hautausschlägen, Schleimhautläsionen oder sonstigen Anzeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion sollte Dolormin® Migräne abgesetzt und umgehend der Arzt konsultiert werden. Während einer Windpockeninfektion (Varizellen-Infektion) sollte eine Anwendung von Dolormin® Migräne vermieden werden.
Sonstige Hinweise
Dolormin® Migräne sollte nur unter strenger Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses angewendet werden:
- Bei bestimmten angeborenen Blutbildungsstörungen (z.B. akute intermittierende Porphyrie)
- Bei bestimmten Autoimmunerkrankungen (systemischer Lupus erythematodes und Mischkollagenose).
Bei länger dauernder Anwendung von Dolormin® Migräne ist eine regelmäßige Kontrolle der Leberwerte, der Nierenfunktion sowie des Blutbildes erforderlich. Bei Einnahme von Dolormin® Migräne vor operativen Eingriffen ist der Arzt oder Zahnarzt zu befragen bzw. zu informieren.
Kinder und Jugendliche
Es besteht ein Risiko für Nierenfunktionsstörungen bei dehydrierten Kindern und Jugendlichen.
Ältere Patienten
Bei älteren Patienten treten häufiger Nebenwirkungen nach Anwendung von NSAR auf, insbesondere Blutungen und Durchbrüche im Magen- und Darmbereich, die unter Umständen lebensbedrohlich sein können. Daher ist bei älteren Patienten eine besonders sorgfältige ärztliche Überwachung erforderlich.
Schwangerschaft und Stillzeit
Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte Dolormin® Migräne nur nach Rücksprache mit einem Arzt eingenommen werden. Im letzten Drittel der Schwangerschaft darf Dolormin® Migräne wegen eines erhöhten Risikos von Komplikationen für Mutter und Kind nicht angewendet werden.
Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
Da bei der Anwendung von Dolormin® Migräne in höherer Dosierung zentralnervöse Nebenwirkungen wie Müdigkeit und Schwindel auftreten können, kann im Einzelfall das Reaktionsvermögen verändert und die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr und zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt werden.
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Dolormin® Migräne kann Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln haben. Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor Kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.
Zum Beispiel:
- Arzneimittel, die gerinnungshemmend wirken (d. h. das Blut verdünnen/die Blutgerinnung verhindern, z.B. Acetylsalicylsäure, Warfarin, Ticlopidin).
- Arzneimittel, die hohen Blutdruck senken (ACE-Hemmer wie z.B. Captopril, Betablocker wie z.B. Atenolol-haltige Arzneimittel, Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten wie z.B. Losartan).
Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel kann Dolormin® Migräne Nebenwirkungen haben.
Häufige Nebenwirkungen sind:
- Magen-Darm-Beschwerden wie Sodbrennen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Diarrhö, Verstopfung.
Gelegentliche Nebenwirkungen sind:
- Überempfindlichkeitsreaktionen mit Hautausschlägen und Hautjucken sowie Asthmaanfällen (ggf. mit Blutdruckabfall)
- Zentralnervöse Störungen wie Kopfschmerzen, Schwindel, Schlaflosigkeit, Erregung, Reizbarkeit, Müdigkeit
- Sehstörungen
- Gastrointestinale Ulcera, u. U. mit Blutung und Durchbruch, auch mit letalem Ausgang
- Gastritis
Seltene Nebenwirkungen sind:
- Tinnitus
- Nierengewebsschädigungen (Papillennekrosen)
- Erhöhte Harnsäurekonzentration im Blut
Sehr seltene Nebenwirkungen sind:
- Verschlechterung infektionsbedingter Entzündungen (z. B. Entwicklung einer nekrotisierenden Fasciitis)
- Symptome einer aseptischen Meningitis mit Nackensteifigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Fieber oder Bewusstseinstrübung
- Störungen der Blutbildung (Anämie, Leukopenie, Thrombozytopenie, Panzytopenie, Agranulozytose)
- Schwere allgemeine Überempfindlichkeitsreaktionen (Gesichtsödem, Zungenschwellung, innere Kehlkopfschwellung mit Einengung der Luftwege, Luftnot, Herzjagen, Blutdruckabfall bis hin zum lebensbedrohlichen Schock)
- Psychotische Reaktionen, Depression
- Palpitationen, Herzinsuffizienz, Herzinfarkt
- Arterielle Hypertonie
- Ösophagitis, Pankreatitis, Ausbildung von intestinalen, diaphragmaartigen Strikturen
- Leberfunktionsstörungen, Leberschäden, insbes. bei der Langzeittherapie, Leberversagen, akute Hepatitis
- Schwere Hautreaktionen (einschließlich Erythema multiforme, exfoliative Dermatitis, Stevens-Johnson-Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse), Alopezie
- Verminderung der Harnausscheidung und Ausbildung von Ödemen (insbes. bei Patienten mit arterieller Hypertonie oder Niereninsuffizienz), nephrotisches Syndrom, interstitielle Nephritis, die mit einer akuten Niereninsuffizienz einhergehen kann
Beim Auftreten von Nebenwirkungen sollte ein Arzt oder Apotheker konsultiert werden.
Überdosierung
Bei einer Überdosierung kann es unter anderem zu Kopfschmerzen, Schwindel, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Blutdruckabfall, Bewusstlosigkeit sowie zu Atemstörungen kommen. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Wichtige Hinweise
- Vorsicht: Das Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch beeinträchtigt sein. Achten Sie vor allem darauf, wenn Sie am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen (auch im Haushalt) bedienen, mit denen Sie sich verletzen können.
- Bei Schmerzen oder Fieber ohne ärztlichen Rat nicht länger anwenden als in der Packungsbeilage vorgegeben!
- Bei dauerhafter Anwendung von Schmerzmitteln können Kopfschmerzen auftreten, die durch das Schmerzmittel erzeugt werden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, um zu verhindern, dass Ihre Kopfschmerzen chronisch werden.
- Die gewohnheitsmäßige Anwendung von Schmerzmitteln kann zu einer dauerhaften Nierenschädigung führen. Werden mehrere Schmerzmittel kombiniert, oder sind in einem Schmerzmittel mehrere Wirkstoffe enthalten, erhöht sich das Risiko dafür.
- Vorsicht: Patienten mit Nasenpolypen, chronischen Atemwegsinfektionen, Asthma oder mit Neigung zu allergischen Reaktionen wie z.B. Heuschnupfen: Bei Ihnen kann das Arzneimittel einen Asthmaanfall oder eine starke allergische Hautreaktion auslösen. Fragen Sie daher vor der Anwendung Ihren Arzt.
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
- Alkoholgenuss soll während einer Dauerbehandlung möglichst vermieden werden.
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