Dolormin Migräne: Gründe für die Marktverfügbarkeit und Alternativen

Derzeit gibt es in Apotheken Lieferengpässe bei Dolormin Extra (20 und 50 Filmtabletten) und Dolormin Migräne (30 Stück). Über den Großhandel ist keine Ware erhältlich. Zentiva hat den Engpass beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gemeldet. Voraussichtlich wird es bis September keine neue Ware geben. Auch Ibuprofen 600 von Aliud fehlt voraussichtlich bis Oktober. Dieser Artikel beleuchtet die Gründe für diese Situation und gibt einen Überblick über mögliche Alternativen.

Ursachen für den Lieferengpass

Die Ursache für den Engpass liegt in einem Hurricane namens „Harvey“, der 2017 in den USA wütete und zu Stromausfällen in einer der weltweit sechs Ibuprofen-Fabriken führte: BASF in Bishop, Texas. Seit 1992 wird dort Ibuprofen produziert. Das Werk ist mit einer Kapazität von 5000 Tonnen pro Jahr einer der führenden Produzenten von Ibuprofen weltweit; rund ein Sechstel des globalen Bedarfs kommt von BASF. Die anderen fünf Ibuprofen-Produzenten des Wirkstoffes (Active Pharmaceutical Ingredient, API) für den Weltmarkt sind derzeit Hubei Granules-Biocause und Shandong Xinhua aus China, Solara und IOLPC aus Indien sowie SI Group aus den USA. Die Marktanteile sind annähernd gleich verteilt, was für die Auslastung der gesamten Kapazitäten spricht. Jede der sechs Fabriken produziert zwischen 10 und 20 Prozent des gesamten Weltmarkts.

Obwohl der Ausfall des Ibuprofen-Werks von BASF in Bishop eigentlich nur drei Monate dauern sollte, verzögerte sich die Wiederinbetriebnahme. Ende Januar wurde die mechanische Inbetriebnahme der Anlage zwar erfolgreich abgeschlossen, doch die Reinigung der Geräte und Verbindungen gestaltete sich aufwändig. Die Kontroll- und Wartungsarbeiten betrafen 25 Kilometer Pipelines und rund 150 Geräte, die für die Ibuprofen-Produktion notwendig sind.

Weitere Faktoren

Die Corona-Krise hat die Situation zusätzlich verschärft. Viele globale Lieferketten sind unterbrochen, und auch die Medikamentenproduktion ist beeinträchtigt. Wie stark der Corona-Crash die bereits bestehenden Lieferschwierigkeiten bei Dolormin noch verstärkt, ist zwar schwer auszumachen. Fest steht aber: Dolormin fehlt weiterhin in den Apotheken.

Mittlerweile ist auch Dolormin GS und Dolormin für Frauen (beide Präparate enthalten den Wirkstoff Naproxen) nicht mehr erhältlich. Hintergrund ist eine Schließung eines Produktionsstandortes in China, der bereits 2019 erfolgte. Der Hersteller Johnson & Johnson ist offenbar auf der Suche nach neuen Produktionsstandorten. Bis diese gefunden sind, ist die Produktion erstmal eingestellt.

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Dolormin: Kein dauerhafter Marktausstieg

Es ist wichtig zu betonen, dass Dolormin nicht dauerhaft vom Markt genommen wird. Es handelt sich lediglich um einen zeitlich begrenzten Lieferengpass. Nach Angaben des Herstellers Johnson & Johnson GmbH werden die Arzneimittel frühestens Anfang 2020 wieder ausgeliefert. Meist dauert es einige Zeit, bis sich die Lieferkette zwischen Hersteller, Großhandel und Apotheker wieder normalisiert hat.

Alternativen zu Dolormin

Obwohl Dolormin derzeit schwer erhältlich ist, gibt es Alternativen zur Schmerzlinderung:

  • Thomapyrin tension Duo (Ibuprofen/Coffein): Sanofi ist mit diesem Produkt voll lieferfähig.
  • Andere Schmerzmittel mit Ibuprofen-DL-Lysin: Diese sind nicht vom Lieferengpass betroffen und haben eine gleichwertige Wirkung.
  • Naproxen: Verschreibungspflichtige Naproxen-Präparate sind trotz des Naproxen-Engpasses weiterhin gut verfügbar. Patienten sollten den Arzt oder den Apotheker fragen, ob Naproxen Tabletten als Alternative geeignet sind.
  • Ibuprofen: Sanofi ist mit diesem Produkt voll lieferfähig.
  • Paracetamol: Ein Klassiker unter den rezeptfrei erhältlichen Mitteln.
  • Azetylsalizylsäure (Aspirin): Gegen leichte Schmerzen.
  • Diclofenac: Eine wirksame Alternative bei Muskel- und Gelenkschmerzen. Dieses Schmerzmittel wirkt zudem entzündungshemmend und fiebersenkend und ist auch in Form von Gels oder Salben erhältlich, die man auf die schmerzenden Bereiche auftragen kann.

Es ist ratsam, sich in der Apotheke beraten zu lassen, um das geeignete Schmerzmittel für die individuellen Bedürfnisse zu finden.

Pharmakologische Hinweise zu Dolormin Extra

Dolormin Extra ist ein Schmerzmittel mit entzündungshemmenden und fiebersenkenden Eigenschaften. Es gehört in die Gruppe der sogenannten nicht-steroidalen Schmerzmittel und bringt schnelle Hilfe bei leichten bis mäßig starken Schmerzen und Fieber. Es hemmt die sogenannte COX (Cyclooxygenase), ein Enzym, das bei Schmerz- und Entzündungsreaktionen im Körper eine wichtige Rolle spielt. Das ist gut für die Wirkung, sorgt aber auch für die Nebenwirkungen. Die COX sorgt für die Produktion von Stoffen, die Nieren und Magen schonen. Gesunde Erwachsene nehmen im Akutfall 1-3 Tabletten am Tag, am besten mit einem Glas Wasser. Allerdings sollte die Anwendung ohne ärztlichen Rat auf einen kurzen Zeitraum begrenzt sein, um Nebenwirkungen zu vermeiden. Denn die können nicht unerheblich sein. Mögliche Nebenwirkungen sind zum Beispiel Sodbrennen oder Magen-Darm-Blutungen. In seltenen Fällen können schwerwiegende Nebenwirkungen wie das Stevens-Johnson-Syndrom auftreten. Dolormin hat eine gewisse Besonderheit beim Wirkstoff. Das Medikament enthält nicht bloß reines Ibuprofen - der Wirkstoff ist gebunden an die Aminsäure DL-Lysin. Dieser Zusatz sorgt für eine schnellere Aufnahme in den Körper und damit für einen schnelleren Effekt gegen den Schmerz. Vor allem für Kopf- oder Zahnschmerzpatienten kann ein schneller Wirkeintritt entscheidend sein. Hier kann Ibuprofen als Lysinsalz helfen. Denn obwohl durch den Zusatz die Wirkung nicht erhöht wird, kann die Kombination dazu beitragen, unnötig hohe (Über-)Dosierungen zu vermeiden. Denn nicht selten nehmen Patienten gleich zwei ibuprofenhaltige Tabletten auf einmal ein, in der Hoffnung, die Wirkung dadurch zu beschleunigen.

Wichtige Hinweise zur Einnahme von Schmerzmitteln

Unabhängig von der Wahl des Schmerzmittels sollten folgende Punkte beachtet werden:

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  • Dosierung beachten: Mit der geringsten möglichen Dosierung beginnen.
  • Nicht zu oft oder zu lange einnehmen: Höchstens drei aufeinanderfolgende Tage und insgesamt nicht mehr als zehn Tage im Monat.
  • Bei länger anhaltenden Beschwerden zum Arzt gehen: Schmerz ist ein Signal des Körpers, das nicht ignoriert werden sollte.
  • Das richtige Mittel für den Schmerz auswählen: Nicht jedes Schmerzmittel ist bei jeder Art von Schmerz sinnvoll.

Migräne: Mehr als nur Kopfschmerzen

Migräne ist eine neurologische Erkrankung und entsteht nicht durch ein stressiges Leben. Den meisten Betroffenen sieht man die Krankheit nicht an, außer, man erwischt sie im akuten Anfall. Migräne, insbesondere die chronische Migräne, ist kein simpler Kopfschmerz, sondern eine der schlimmsten Schmerzzustände, die Menschen heimsuchen. Sie zählt zu den schwersten Behinderungen, insbesondere von Frauen. So bestehen nicht nur die typischen meist einseitigen, stechenden, hämmernden, pulsierenden Kopfschmerzen - nein, der gesamte Körper ist in Mitleidenschaft gezogen.

Ursachen und Auslöser von Migräne

Die Ursachen für Migräne und akut auftretende Migräne-Anfälle sind noch nicht vollständig aufgeklärt. Die Wissenschaft vermutet jedoch, dass bei häufigen Migräneattacken genetische Faktoren eine Rolle spielen. Neueste medizinische Untersuchungen weisen zusätzlich darauf hin, dass ein Ungleichgewicht von neuronalen Botenstoffen im Gehirn ein Auslöser für Migräne sein könnte.

Die genaue Ursache für einen Migräneanfall hängt in der Regel von mehreren Faktoren ab und kann sich deshalb auch in den Migräne-Symptomen unterscheiden. Auch welche Migräne-Auslöser oder Triggerfaktoren zu den starken Kopfschmerzen führen, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Deshalb sollten immer Ihre persönlichen Lebensumstände bei der Migräne Diagnose berücksichtigt werden.

Häufige Triggerfaktoren für Migräne sind:

  • Veränderungen des Schlaf-Wach-Rhythmus
  • Ernährung (unregelmäßige Nahrungsaufnahme, Alkohol, Kaffee, Lebensmittelzusätze)
  • Stress
  • Saunabesuch
  • Wetterwechsel
  • Hormonelle Schwankungen
  • Einnahme von Hormonpräparaten
  • Psychische Belastung

Was hilft bei Migräne?

Um Migräne-Anfälle zu verringern, ist es wichtig vermehrt auf Ihr Wohlbefinden Rücksicht zu nehmen und Ruhemomente im Leben zu schaffen, in denen Sie Stress abbauen und neue Energie und Kraft auftanken können. Achtsamkeitstraining, Entspannungsübungen und Yoga können zu einem Rückgang von Migräneattacken beitragen.

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