Dopamin-Überflutung verhindern: Maßnahmen für mehr Klarheit und Fokus

In unserer heutigen, immer schneller werdenden Welt fühlen sich viele Menschen ständig überfordert und abgelenkt, als ob der Kopf voller Informationen und To-Dos steckt, aber das Gehirn einfach nicht mehr mitmachen will. Der permanente Reiz führt dazu, dass wir uns erschöpft, unkonzentriert und gestresst fühlen und der Wunsch nach mehr Klarheit und Fokus wächst. Es ist wichtig, Strategien zu entwickeln, um mit dieser Reizüberflutung umzugehen und ein Gleichgewicht im Alltag zu finden.

Die Bedeutung des Körperlichen

Viele Menschen denken, dass man mental arbeiten oder psychologische Tricks anwenden muss, um mit Widrigkeiten besser umgehen und stressresistenter werden zu können. Manchmal reicht es jedoch aus, ausreichend Wasser zu trinken und eine Runde an die frische Luft zu gehen. Dies kann bereits dazu führen, dass man Schwierigkeiten anders bewältigt.

Reizüberflutung und ihre Folgen

Die Digitalisierung hat sich zu einem der größten Stressfaktoren und Belastungen für Gehirn und Körper entwickelt. Wir können rund um die Uhr mit der ganzen Welt in Kontakt sein, was einerseits großartig ist, uns aber auch in eine Welt der kompletten Reizüberflutung führt. Es ist wichtig zu lernen, damit umzugehen.

Brain Fog als Schutzfunktion

Brain Fog, oder Gehirnnebel, ist im Prinzip eine Schutzfunktion, die entsteht, wenn man total gestresst ist und permanent auf allen Kanälen beschallert wird. Es fühlt sich an, als wäre man in Watte gepackt und es entsteht eine Schicht zwischen einem selbst und der Welt. Wenn man dieses Gefühl erlebt, ist es ein Zeichen, sofort zu agieren und sich aus Reizeinwirkungen herauszunehmen, um Phasen der Ruhe zu schaffen.

Dopamin-Detox: Ein umstrittener Ansatz

Die ursprüngliche Idee

Viele Menschen hetzen von einem Glückskick zum nächsten, fast schon wie in einem Hamsterrad. Es muss immer toll sein und immer Action geben. Ein Psychologe hatte die Idee, dass es sinnvoll sein könnte, Impulse ein wenig zu zügeln, um dem Körper die Chance zu geben, Glückshormone und Dopamin wieder herunterzufahren. Wenn man beispielsweise am Bahnsteig steht, Hunger hat und den Automaten mit Süßigkeiten sieht, sollte man nicht sofort diesem Impuls nachgeben, sondern ihn aushalten.

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Die missverstandene Umsetzung

Selbsternannte Erfolgsgurus haben diese Idee aufgegriffen und einen Dopamin-Detox propagiert, bei dem man sich alles verbieten soll, was Spaß macht. Man darf keine Pommes mehr essen, dies nicht, jenes nicht. Das Ergebnis wäre angeblich, dass man seine Speicher leert und dann wieder normal agiert. Der Urheber der Idee hat jedoch klargestellt, dass es nicht darum geht, sich alles zu verbieten, was Spaß macht, sondern darum, die Impulse ein bisschen zu steuern und zu kontrollieren.

Die Gefahr der Verbote

Wenn man sich alles verbieten würde, was Spaß macht, könnte man in eine Depression geraten, weil das kein natürliches Verhalten ist. Es ist wichtig, sich schöne Momente zu schaffen, denn letztendlich sind wir Menschen nichts anderes als die Bündelung unserer Erlebnisse.

Glücksmomente aktiv gestalten

Es ist wichtig, sich diese Glücksmomente aktiv zu schaffen und nicht nur passiv zu konsumieren. Wenn man beispielsweise durch Social Media scrollt, sieht man ein nettes Video und denkt "ach cool". Aber der Serotonin- und Dopaminmechanismus funktioniert und deswegen scrollen wir permanent weiter. Es ist wichtig, diesen Mechanismus zu durchblicken und sich Glücksmomente wieder in der echten Welt zu schaffen, indem man Menschen in echt trifft.

Kreative Chaoten und neue Erfahrungen

Kreative Chaoten schütten Glückshormone aus, wenn sie Neues lernen, erfahren und ausprobieren dürfen. Es ist gut, diesem Drang zu folgen, sich aber auch klarzumachen, dass zum erwachsenen Alltag auch mal blöde Aufgaben gehören, wie Steuererklärungen oder das Ausfüllen von Formularen. Es geht nicht darum, den Glücksmomenten nachzuhetzen und zu denken, alles muss ein rosarotes Märchenschloss sein.

Stressmanagement und die "drei Fs"

Stress kann unser Gehirn regelrecht ausschalten. In stressigen Situationen können wissenschaftlich betrachtet drei Zustände eintreten, die sogenannten "drei Fs":

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  • Flucht: Man nimmt die Füße in die Hand und flüchtet.
  • Kampf: Man stellt sich der Gefahr.
  • Freeze: Man friert total ein.

Der Freeze-Moment ist dieser "Hirn leer"-Moment, den man beispielsweise aus Prüfungen kennt, wenn man eigentlich gut gelernt hat, aber plötzlich alles vergessen hat.

Vorbereitung als Schlüssel

Manchmal hilft es, sich auf bestimmte Dinge oder Situationen vorzubereiten, indem man sich fragt, was die Hindernisse oder Hürden sein könnten. Sich mental darauf vorzubereiten, kann sehr hilfreich sein.

Maßnahmen zur Vermeidung von Dopamin-Überflutung

Um eine Dopamin-Überflutung zu vermeiden und mehr Klarheit und Fokus im Leben zu erreichen, können folgende Maßnahmen ergriffen werden:

  • Körperliche Gesundheit: Ausreichend Wasser trinken und regelmäßige Bewegung an der frischen Luft.
  • Reizreduktion: Sich bewusst aus Reizeinwirkungen herausnehmen und Phasen der Ruhe schaffen.
  • Impulskontrolle: Impulse, die zu schnellen Glückskicks führen, nicht sofort befriedigen, sondern aushalten.
  • Aktive Glücksmomente: Glücksmomente aktiv gestalten und nicht nur passiv konsumieren.
  • Stressmanagement: Techniken zur Stressreduktion anwenden, wie Meditation, Yoga oder Atemübungen.
  • Schlafhygiene: Auf ausreichend Schlaf achten.
  • Soziale Interaktion: Positive soziale Kontakte pflegen.
  • Hobbys und Interessen: Hobbys und Interessen pflegen, die die Dopaminausschüttung unterstützen.
  • Vermeidung von Suchtmitteln: Auf illegale Drogen und Alkohol verzichten.
  • Vorbereitung: Sich auf bestimmte Situationen vorbereiten, um Stress zu reduzieren.

Dopaminmangel

Ein Dopaminmangel liegt vor, wenn die Dopaminkonzentration im Körper oder Gehirn unter dem normalen Bereich liegt. Dopamin ist ein Nervenbotenstoff, der wesentlich an der Regulierung von Emotionen, Motivation, Belohnungsgefühlen und der Bewegungskoordination beteiligt ist. Ein Dopaminmangel kann sich durch Müdigkeit, Nervosität, Schlafstörungen und Interessenmangel äußern. Gravierende Auswirkungen zeigt sich bei der Parkinson-Krankheit.

Ursachen eines Dopaminmangels

Mit zunehmendem Alter nehmen die Dopaminproduktion und die Funktion der Dopaminrezeptoren natürlicherweise ab. Daneben können ungünstige Lebensstilfaktoren, genetische Faktoren, Umweltgifte und Stress einen Dopaminmangel begünstigen.

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Behandlung eines Dopaminmangels

Die Behandlung eines Dopaminmangels richtet sich nach der Ursache und den individuellen Symptomen. Bei der Parkinson-Krankheit werden Medikamente eingesetzt, die den Dopaminmangel im Gehirn ausgleichen. Auch eine Lebensstil-Anpassung mit gesunder Ernährung, regelmäßiger Bewegung, Stressreduktion und ausreichend Schlaf kann helfen, einem Dopaminmangel entgegenzuwirken.

Reizüberflutung und psychosomatische Krankheiten

Zahlreiche psychosomatische Krankheiten werden auf ein Übermaß an äußerlichen Reizen zurückgeführt. Bei Tinnitus und Migräne lässt sich im menschlichen Gehirn eine tatsächliche Reizüberflutung feststellen.

Tinnitus

Häufigste Ursache für einen Tinnitus ist eine kurzzeitige, starke Überstrapazierung des Gehörs durch eine akustische Reizüberflutung. Zur Vorbeugung sollte man akustische Reizüberflutung und für das Ohr traumatische Erlebnisse meiden.

Migräne

Die gängigste Erklärungsthese für Migräne spricht von einer Überflutung des Gehirns mit Reizen, wodurch es zu einer schmerzhaften Gefäßentzündung kommt. Entspannungsübungen und Ruhe können das übermäßig aktive Gehirn entlasten und die Anfälle reduzieren. Wichtig ist es, die Auslöser einer Migräneattacke zu vermeiden und den alltäglichen Stress in den Griff zu bekommen.

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