Dostinex ist ein rezeptpflichtiges Medikament, das den Wirkstoff Cabergolin enthält. Dieser Artikel bietet Informationen zur Dosierung von Dostinex bei Parkinson, sowie zu weiteren Anwendungsgebieten, Wirkungsweise, Gegenanzeigen, Nebenwirkungen und wichtigen Hinweisen.
Was ist Dostinex und wie wirkt es?
Dostinex enthält den Wirkstoff Cabergolin. Cabergolin ist ein Dopaminagonist mit Prolaktin-senkender Wirkung, die lange anhält. Es wirkt durch direkte Stimulierung der D2-dopaminergen Rezeptoren an den lactotrophen Zellen der Hypophyse. Der Wirkstoff greift im Gehirn an speziellen Bindungsstellen des Botenstoffs Dopamin an. Dadurch wird die Wirkung von Dopamin im Gehirn nachgeahmt.
Im Frühstadium der Parkinson-Krankheit wird der Wirkstoff Cabergolin als Mittel der zweiten Wahl verordnet, wenn eine Behandlung mit einem anderen Dopaminrezeptor-Agonisten, der nicht zu den Mutterkornalkaloiden gehört, nicht wirkte. Dann wird Cabergolin entweder allein verordnet oder kombiniert mit dem wichtigsten Wirkstoff in der Parkinson-Therapie, Levodopa. Cabergolin mindert dabei die unerwünschten Parkinson-Symptome und verbessert die Beweglichkeit der Patienten.
Ein weiteres Anwendungsgebiet von Cabergolin ist das Abstillen nach der Entbindung (Schwangerschaft) oder bei bereits bestehendem Milchfluss, sofern es aus medizinischen Gründen angezeigt ist. Außerdem wird der Wirkstoff zur Behandlung von Stoffwechselstörungen, bei denen die Produktion des Hormons Prolaktin im Blut erhöht ist (Hyperprolaktinämie), eingesetzt. Ein möglicher Grund für eine krankhafte Erhöhung des Prolaktinspiegels kann ein Tumor der Hirnanhangsdrüse sein. Es kommt dann ebenfalls zu Störungen im weiblichen Zyklus und der Fruchtbarkeit sowie unerwünschtem Milchfluss.
Dosierung von Dostinex
Die Dosierung von Dostinex ist abhängig vom Anwendungsgebiet und wird individuell vom Arzt festgelegt. Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden. Die maximale Dosis beträgt drei Milligramm Cabergolin pro Tag.
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- Parkinson-Krankheit: Die initiale Dosierungsempfehlung beträgt 0,5 mg Cabergolin (De-novo-Patienten) und 1 mg Cabergolin (Patienten unter L-Dopa).
- Abstillen: Zum Abstillen muss das Medikament innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Geburt eingenommen werden. Die empfohlene Dosierung beträgt einmal zwei Tabletten.
- Erhöhte Prolaktinkonzentration: Zur Hemmung der Wirkung des Hormons Prolaktin ist zu Beginn der Behandlung eine Tablette pro Woche einzunehmen. Verteilen Sie die Einnahme auf wöchentlich eine oder zwei Gaben, beispielsweise je eine halbe Tablette montags und donnerstags. Die Wochendosis wird dann nach Anweisung des Arztes allmählich erhöht, am besten durch Steigerung um eine Tablette wöchentlich in monatlichen Anständen. In der Regel sind zwei Tabletten pro Woche ausreichend.
Nehmen Sie die Tabletten zusammen mit der Nahrung ein. Da ein chronischer Zustand behandelt wird, sollte die Behandlung ohne Unterbrechung fortgesetzt werden, bis sie nach Ermessen des behandelnden Arztes nicht mehr erforderlich ist. Patientinnen, die das Medikament über längere Zeit hin einnehmen, sollten in regelmäßigen Abständen vom Frauenarzt untersucht werden. Auch die Konzentration des Hormons Prolaktin im Blut ist ärztlich regelmäßig zu prüfen.
Art der Anwendung
Nehmen Sie das Arzneimittel mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein.
Dauer der Anwendung
Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt.
Überdosierung
Bei einer Überdosierung kann es unter anderem zu Erbrechen, niedrigem Blutdruck und Verwirrtheit kommen. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
Einnahme vergessen?
Setzen Sie die Einnahme zum nächsten vorgeschriebenen Zeitpunkt ganz normal (also nicht mit der doppelten Menge) fort.
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Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen.
Gegenanzeigen
Dostinex darf nicht eingenommen werden bei:
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
- Herzklappenerkrankungen
- Eklampsie und Präeklampsie (Krampfanfälle während der Schwangerschaft)
- Fibrose, auch in der Vorgeschichte (Übermäßiges Wachstum von Bindegewebe)
- Flüssigkeitsansammlungen im Brustfell (Pleuraerguss)
- Bildung von funktionslosem Gewebe in Lunge, Herz oder anderen Organen (Fibrose)
- jeglichen Veränderungen der Herzklappen, die sich vor Beginn der Behandlung im EKG zeigen
- unkontrolliertem Bluthochdruck
- Lungenbeschwerden durch Gewebsveränderungen der Lungenarterienwand
- Auftreten einer Stoffwechselerkrankung wie Präeklampsie oder Eklampsie in der Schwangerschaft.
Unter Umständen - sprechen Sie hierzu mit Ihrem Arzt oder Apotheker:
- Geschwüre im Verdauungstrakt
- Blutungen im Magen-Darm-Trakt
- Bluthochdruck
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Niedriger Blutdruck
- Raynaud-Syndrom
- Psychosen, auch in der Vorgeschichte
- Nierenversagen
- Eingeschränkte Leberfunktion
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
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Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Wenden Sie sich an Ihren Arzt. Es spielen verschiedene Überlegungen eine Rolle, ob und wie das Arzneimittel in der Schwangerschaft angewendet werden kann. Bisher wurden nur wenige Erfahrungen mit der Behandlung von Frauen in der Frühschwangerschaft gemacht. Sie ergaben zwar keinen Hinweis auf ein erhöhtes Missbildungsrisiko für das Ungeborene, aus Sicherheitsgründen sollte Cabergolin jedoch nicht während der Schwangerschaft angewendet werden. Vor Beginn der Therapie ist eine Schwangerschaft auszuschließen und ihr Eintreten während der Behandlung durch geeignete Maßnahmen zu verhüten. Selbst nach Beendigung der Behandlung mit Cabergolin muss die Schwangerschaftsverhütung noch mindestens vier Wochen fortgeführt werden.
- Stillzeit: Von einer Anwendung wird nach derzeitigen Erkenntnissen abgeraten. Eventuell ist ein Abstillen in Erwägung zu ziehen. Da man nicht weiß, ob Cabergolin in die Muttermilch übergeht und welche Auswirkungen das auf den gestillten Säugling hat, wird bei Behandlung mit Cabergolin vom Stillen abgeraten.
Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker.
Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel kann Dostinex Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Sehr häufige Nebenwirkungen:
- Bewegungszwang
- Bewegungsstörungen
- Schwindel
- Blutdruckabfall bei Körperlageveränderung
- Übelkeit
- Herzklappenveränderungen (und damit verbundene Krankheiten)
Häufige Nebenwirkungen:
- Schläfrigkeit
- Schlafstörungen
- Wahnvorstellungen
- Verwirrtheit
- Angina Pectoris
- Brustfellergüsse (Pleuraergüsse)
- Lungengewebsumwandlung (pulmonale Fibrose)
- Erbrechen
- Verdauungsstörungen
- Magenentzündung
- Verstopfung
- Wasseransammlungen in Armen und Beinen
- Hämoglobin-Wertverminderung
- Hämatokrit-Wertverminderung
- Rote Blutkörperchen-Verminderung
- Depression
- Kopfschmerzen
- Müdigkeit
- nervliche Missempfindungen
- Herzklopfen
- Gesichtsröte
Gelegentliche Nebenwirkungen:
- Hautrötung mit Schmerzen (Erythromelalgie)
- Halbblindheit
- Nasenbluten
- Ohnmacht
- Krämpfe in Fingern und Waden
Seltene Nebenwirkungen:
- plötzliches Einschlafen
Besonderheiten:
Im Kurzzeit-Einsatz von Cabergolin zur Hemmung des Milchflusses während des ersten Abstillens kann es häufig zu Blutdruckabfall, seltener zu Schwindel, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen und Übelkeit kommen.
Die Patienten sollten vom Arzt und ihren Angehörigen regelmäßig hinsichtlich Verhaltensauffälligkeiten wie krankhafte Spielsucht, krankhaft gesteigerter Geschlechtsdrang, zwanghaftes Geldausgeben oder Einkaufen, Essattacken und Esszwang beobachtet werden. Wenn solche Symptome auftreten, sollte die Behandlung möglicherweise geändert werden. Der Verdacht, dass Cabergolin krankhafte Veränderungen an den Herzklappen hervorrufen kann, wurde im Januar 2007 durch zwei klinische Studien bestätigt. Die Schädigung scheint durch die Wirkung auf eine spezielle Bindungsstelle für den Nervenbotenstoff Serotonin verursacht zu sein. Die Herzklappenschädigung tritt den Studien nach sehr häufig auf (bei 28,6 % der Cabergolin-Anwender). Aufgrund der genannten Risiken wird die Höchstdosis an Cabergolin pro Tag auf drei Milligramm begrenzt.
Wechselwirkungen
Da es möglicherweise zwischen Cabergolin und anderen Mutterkornalkaloiden wie beispielsweise Ergometrin zu Wechselwirkungen kommen kann, sollten diese nicht gleichzeitig bei einer Langzeitbehandlung mit Cabergolin verabreicht werden.
Dopaminrezeptor-Antagonisten wie Neuroleptika (gegen Psychosen) und Metoclopramid (zur Beschleunigung der Magenentleerung) sollten nicht gleichzeitig angewendet werden, da sie die Wirksamkeit von Cabergolin herabsetzen können.
Gesteigert werden Wirkung und Nebenwirkungen von Cabergolin durch die gleichzeitige Gabe von Medikamenten, die den Abbau des Wirkstoffes behindern. Wie bei anderen Ergotderivaten sollte Cabergolin nicht gemeinsam mit Makrolidantibiotika (wie z.B. Erythromycin) angewendet werden.
Vor Verschreibung anderer Präparate sollte der Arzt von der Einnahme des Medikaments unterrichtet werden.
Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
Wichtige Hinweise
- Vorsicht: Das Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch beeinträchtigt sein. Achten Sie vor allem darauf, wenn Sie am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen (auch im Haushalt) bedienen, mit denen Sie sich verletzen können.
- Vorsicht: Vermeiden Sie die Einnahme von Alkohol.
- Bei Frauen im gebärfähigen Alter sind während und unter Umständen auch eine zeitlang nach der Therapie wirksame Verhütungsmethoden erforderlich. Sprechen Sie hierzu Ihren Arzt oder Apotheker an.
- Verhinderung eines vorzeitigen Eisprungs
- Vorsicht bei einer Unverträglichkeit gegenüber Lactose. Wenn Sie eine Diabetes-Diät einhalten müssen, sollten Sie den Zuckergehalt berücksichtigen.
- Das Medikament kann vor allem während der ersten Behandlungstage zu Schwindel und plötzlichen Einschlafattacken führen, so dass Autofahren, Arbeiten ohne sicheren Halt oder das Bedienen von Maschinen gefährlich sind. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol, auf dessen Genuss verzichtet werden sollte.
- Vor der Therapie sollte eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden. Frauen mit Kinderwunsch sollten das Medikament als Vorsichtsmaßnahme einen Monat vor dem erwünschten Beginn der Schwangerschaft absetzen. Sollte es während der Therapie zu einer Schwangerschaft kommen, ist die Therapie sofort zu beenden.
- Bei Auftreten von krankhafter Spielsucht, gesteigertem Geschlechtsdrang, zwanghaftes Geldausgeben oder Einkaufen, Essattacken und Esszwang sollte die Behandlung möglicherweise geändert werden.
- Vor jedem Behandlungsbeginn und später regelmäßig sind ärztliche EKG- und Blutdruckkontrollen nötig. Zeigen sich krankhafte Veränderungen, darf die Therapie nicht begonnen, beziehungsweise muss beendet werden.
- Bei Patienten mit Überschuss an dem Hormon Prolaktin sollten regelmäßige ärztliche Kontrollen der Blutkonzentration des Hormons Prolaktin erfolgen.
- Vor Beginn der Behandlung sollte der Arzt die Funktion der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) untersuchen.
- Patientinnen, die das Medikament über längere Zeit hin einnehmen, sollten in regelmäßigen Abständen frauenärztlich untersucht werden.
- Während der Behandlung auftretende Atembeschwerden, Husten oder Lendenschmerzen müssen sofort ärztlich abgeklärt werden.
- Bei der Anwendung des Medikaments darf eine tägliche Höchstdosis von drei Milligramm nicht überschritten werden.
Aufbewahrung
Das Medikament darf nicht wärmer als 25 Grad gelagert werden. Das Arzneimittel muss vor Hitze geschützt aufbewahrt werden.
Sonstige Bestandteile
Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:
- Laktose
- Leucin
Das Medikament enthält Lactose (Milchzucker), die von manchen Patienten schlecht vertragen wird.
Packungsgrößen
Packungsgröße und Darreichungsform:
- 30 Stück Tabletten 0,5 Milligramm Cabergolin
- 2 Stück Tabletten 0,5 Milligramm Cabergolin
- 8 Stück Tabletten 0,5 Milligramm Cabergolin