Dostinex: Anwendung, Nebenwirkungen und Migräne

Dostinex, dessen Wirkstoff Cabergolin ist, wird zur Behandlung verschiedener medizinischer Zustände eingesetzt. Es wirkt als Prolaktinhemmer/Dopaminagonist und beeinflusst den Dopamin-Stoffwechsel im Gehirn.

Anwendungsgebiete von Dostinex

Dostinex wird in verschiedenen Situationen eingesetzt:

  • Primäres Abstillen: Zur Verhinderung des natürlichen Milchflusses nach der Geburt, wenn Stillen nicht gewünscht oder medizinisch nicht angezeigt ist. Das Arzneimittel soll innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Geburt eingenommen werden. Die empfohlene Dosierung beträgt einmal 2 Tabletten.
  • Störungen im Zusammenhang mit einer Erhöhung des Prolaktinspiegels:
    • Ausbleiben der Monatsblutung (Amenorrhoe)
    • Zu seltene Monatsblutung (Oligomenorrhoe)
    • Ausbleiben des Eisprungs (Anovulation)
    • Spontaner Milchfluss (Galaktorrhoe)
    • Bestimmte Erkrankungen der Hypophyse bei gleichzeitiger erhöhter Prolaktinbildung (Mikroprolaktinome, idiopathische Hyperprolaktinämie)

Als Anfangsdosis bei Störungen, die auf einer Erhöhung des Prolaktinspiegels beruhen, wird 1 Tablette pro Woche empfohlen, verteilt auf wöchentlich 1 oder 2 Gaben, z. B. je eine halbe Tablette montags und donnerstags. Die Wochendosis sollte allmählich erhöht werden, am besten durch Steigerung um 1 Tablette wöchentlich in monatlichen Intervallen. Die therapeutische Dosis beträgt in der Regel 2 Tabletten pro Woche. Die therapeutische Breite liegt im Bereich von einer halben bis 4 Tabletten wöchentlich. Die maximale Dosis beträgt 3 mg Cabergolin pro Tag.

Dosierung und Anwendungshinweise

Die Dosierung von Dostinex variiert je nach Anwendungsgebiet. Es ist wichtig, die Anweisungen des Arztes oder Apothekers genau zu befolgen.

  • Einnahme: Es wird empfohlen, die Tabletten zusammen mit einer Mahlzeit einzunehmen.
  • Dauer der Anwendung: Da ein chronischer Zustand behandelt wird, sollte die Behandlung ohne Unterbrechung fortgesetzt werden, bis nach Ermessen des behandelnden Arztes keine Gabe von Cabergolin mehr erforderlich ist.

Patientinnen, die Cabergolin über längere Zeit hin einnehmen, sollten in regelmäßigen Abständen gynäkologisch untersucht werden, einschließlich Zervix- und Endometrium-Zytologie.

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Gegenanzeigen

Dostinex darf nicht eingenommen werden:

  • Wenn Sie allergisch gegen Cabergolin, andere Mutterkornalkaloid-Abkömmlinge oder einen der sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.
  • Bei schwerer Leberfunktionsschwäche (Leberinsuffizienz).
  • Wenn bei Ihnen bindegewebsartige (fibrotische) Organveränderungen in der Vorgeschichte bekannt sind.
  • Wenn Sie über längere Zeit hinweg mit diesem Arzneimittel behandelt werden und fibrotische Reaktionen (Narbengewebe) vorhanden waren oder sind, die Ihr Herz betrafen bzw. betreffen.
  • Herzklappenerkrankungen.
  • Eklampsie und Präeklampsie (Krampfanfälle während der Schwangerschaft).

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Das Arzneimittel darf nur mit Vorsicht angewendet werden bei Patienten mit:

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Durchblutungsstörungen, die durch Gefäßkrämpfe bedingt sind (Raynaud-Syndrom).
  • Lebererkrankungen.
  • Nierenfunktionsschwäche (Niereninsuffizienz).
  • Magen-Darm-Geschwüren.
  • Blutungen im Magen-Darm-Trakt.
  • Psychotischen Erkrankungen in der Vergangenheit.
  • Niedrigem Blutdruck oder Blutdruckabfall beim Aufstehen vom Liegen oder Sitzen.
  • Narbengewebe, die Ihr Herz, Ihre Lunge oder Ihren Bauchraum betrafen bzw. betreffen (fibrotischen Reaktionen).

Wenn Sie gerade ein Kind geboren haben, könnte bei Ihnen ein erhöhtes Risiko für bestimmte Erkrankungen bestehen. Dazu können gehören: hoher Blutdruck, Herzinfarkt, Krampfanfall, Schlaganfall oder psychische Störungen. Deshalb wird Ihr Arzt während der Behandlung regelmäßig Ihren Blutdruck messen müssen. Sprechen Sie bitte umgehend mit Ihrem Arzt, wenn Sie hohen Blutdruck, Schmerzen im Brustkorb oder ungewöhnlich starke oder andauernde Kopfschmerzen (mit oder ohne Sehstörungen) bei sich bemerken.

Bei Patienten mit stark eingeschränkter Leberfunktion, die das Arzneimittel über einen langen Zeitraum erhalten, oder bei Blutdruckabfall beim Aufstehen vom Liegen oder Sitzen sollten niedrigere Dosierungen erwogen werden. In den ersten 2 bis 4 Tagen nach Behandlungsbeginn werden regelmäßige Kontrollen des Blutdrucks empfohlen.

Seien Sie besonders vorsichtig, wenn Sie unter der Therapie mit Cabergolin ein Kraftfahrzeug führen oder eine Maschine bedienen. Wenn Sie eine ungewohnte Schläfrigkeit (Somnolenz) bemerken, verzichten Sie auf das Führen von Kraftfahrzeugen und das Bedienen von Maschinen und teilen Sie dies bitte Ihrem Arzt mit. Eine Dosisreduktion oder eine Beendigung der Therapie ist zu erwägen.

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Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie oder Ihre Familie bzw. Betreuer bemerken, dass Sie einen Drang oder ein Verlangen entwickeln, sich in einer für Sie ungewöhnlichen Weise zu verhalten, und Sie dem Impuls, dem Trieb oder der Versuchung nicht widerstehen können, bestimmte Dinge zu tun, die Ihnen selbst oder anderen schaden können. Dies nennt man Impulskontrollstörungen und dazu gehören Verhaltensweisen wie z. B. Spielsucht, übermäßiges Essen oder Geldausgeben, ein abnorm starker Sexualtrieb oder eine Zunahme sexueller Gedanken oder Gefühle. Ihr Arzt muss möglicherweise Ihre Dosis anpassen oder das Arzneimittel absetzen.

Da eine Hyperprolaktinämie mit dem Ausbleiben der Monatsblutung (Amenorrhoe), spontanem Milchfluss (Galaktorrhoe) und Unfruchtbarkeit (Infertilität) in Zusammenhang mit Hypophysentumoren stehen kann, ist eine komplette Untersuchung der Hypophyse (endokrines Organ im zentralen Nervensystem, das für Synthese und Abgabe bestimmter Hormone verantwortlich ist) vor Einleitung der Behandlung mit dem Arzneimittel angezeigt.

Eine bestehende Unfruchtbarkeit bei Frauen kann durch die Einnahme des Arzneimittels aufgehoben werden. Da es vor Wiedereintreten der Monatsblutung bereits zu einer Schwangerschaft kommen kann, wird empfohlen, mindestens alle 4 Wochen während des Ausbleibens der Monatsblutung einen Schwangerschaftstest zu machen. Zudem sollte, nach Wiedereintreten der Monatsblutung, jedes Mal bei Verspätung der Monatsblutung um mehr als 3 Tage, ebenfalls ein Schwangerschaftstest durchgeführt werden. Frauen, die eine Schwangerschaft vermeiden möchten, sollten während und nach der Anwendung bis zum Ausbleiben des Eisprungs (Anovulation) ein mechanisches Verhütungsmittel anwenden.

Vor Einleitung einer Langzeitbehandlung prüft Ihr Arzt, ob Ihr Herz, Ihre Lunge und Ihre Nieren in gutem Zustand sind. Er erstellt außerdem vor Beginn der Behandlung ein Echokardiogramm (Ultraschalluntersuchung des Herzens). Sollte Narbengewebsbildung (fibrotische Reaktionen) vorliegen, darf die Behandlung nicht begonnen werden.

Während einer Langzeitbehandlung müssen in regelmäßigen Abständen Kontrolluntersuchungen auf Zeichen einer fortschreitenden Fibrose durchgeführt werden. Auf folgende Zeichen und Symptome ist zu achten: Atemnot, Kurzatmigkeit, andauernder Husten und Brustschmerz, Nierenfunktionsschwäche (Niereninsuffizienz), Schmerzen in der Lendengegend, Einlagerung von Wasser in den Beinen oder der Lunge (Ödeme), Raumforderung oder Druckempfindlichkeit.

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Nebenwirkungen von Dostinex

Wie alle Arzneimittel kann Dostinex Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen. Die Nebenwirkungen sind im Allgemeinen dosisabhängig. Bei Patienten mit bekannter Unverträglichkeit dopaminerger Medikamente können Nebenwirkungen gemildert werden, indem zu Beginn der Behandlung einschleichend (z. B. 0,25mg einmal wöchentlich) und danach stufenweise höher dosiert wird, bis die therapeutische Dosis erreicht ist.

Sehr häufige Nebenwirkungen (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen):

  • Kopfschmerzen*
  • Benommenheit/Schwindel*
  • Herzklappenveränderungen (einschließlich Rückfluss von Blut aus dem Herzen [Regurgitationen]) und damit verbundene Erkrankungen (Herzbeutelentzündung [Perikarditis] oder Erguss von Flüssigkeit in den Herzbeutel [Perikarderguss])
  • Übelkeit*
  • Verdauungsstörungen (Dyspepsie)
  • Magenschleimhautentzündung (Gastritis)
  • Bauchschmerzen*
  • Kraftlosigkeit (Asthenie)***
  • Müdigkeit

Häufige Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

  • Depression
  • Schlafstörungen
  • Schläfrigkeit (Somnolenz)
  • Blutdruckabfall beim Aufstehen vom Liegen oder Sitzen (orthostatische Hypotonie)
  • Hitzewallungen**
  • Verstopfung
  • Erbrechen**
  • Schmerzen in den Brüsten
  • Blutdruckabfall (systolisch >/= 20mmHg, diastolisch >/= 10mmHg)

Gelegentliche Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):

  • Überempfindlichkeit
  • Steigerung des sexuellen Verlangens (Libidosteigerung)
  • Vorübergehende Halbsichtigkeit (Hemianopsie)
  • Plötzliche kurzdauernde Bewusstlosigkeit/Ohnmacht (Synkope)
  • Missempfindung z. B. Kribbeln (Parästhesie)
  • Herzklopfen (Palpitationen)
  • Durchblutungsstörungen in Fingern und Zehen, Ohnmacht
  • Atemnot (Dyspnoe)
  • Flüssigkeitsansammlung im Brustraum (Pleuraerguss)
  • Bindegewebsvermehrung (Fibrosen) einschließlich Bindegewebsvermehrung in der Lunge, Nasenbluten
  • Ausschlag, Haarausfall (Alopezie)
  • Krämpfe in den Beinen
  • Flüssigkeitsansammlungen (Ödeme), Flüssigkeitsansammlungen in den Gliedmaßen (periphere Ödeme)
  • Bei Frauen mit ausbleibender Monatsblutung (Amenorrhoe) wurde während der ersten Monate nach Wiedereintritt normaler Monatsblutungen ein Rückgang der Hämoglobinwerte beobachtet.

Seltene Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 1 000 Behandelten betreffen):

  • Magenschmerzen

Sehr seltene Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 10 000 Behandelten betreffen):

  • Bindegewebsvermehrung (Fibrosen) des Brustfells

Häufigkeit nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):

  • Aggressives Verhalten, Wahnvorstellungen, gesteigerter Geschlechtstrieb (Hypersexualität), Spielsucht/krankhaftes Spielen, psychotische Störungen, Halluzinationen
  • Plötzliches Einschlafen, unwillkürliches Zittern (Tremor)
  • Sehstörungen
  • Brustenge (Angina pectoris)
  • Atemstörung, Atembeschwerden (respiratorische Insuffizienz), Brustfellentzündung (Pleuritis), Brustschmerzen
  • Anormale Leberfunktion
  • Erhöhte Kreatinphosphokinasewerte, anormaler Leberfunktionstest

Es könnte sein, dass Sie folgende Nebenwirkungen bemerken:

  • Die Unfähigkeit, dem Impuls, dem Trieb oder der Versuchung zu widerstehen, bestimmte Dinge zu tun, die Ihnen selbst oder anderen schaden können; dazu gehören:
    • Spielsucht ohne Rücksicht auf ernste persönliche oder familiäre Konsequenzen.
    • Verändertes oder vermehrtes sexuelles Interesse und Verhalten, das Sie oder andere stark beunruhigt, z. B. ein verstärkter Sexualtrieb.
    • Unkontrolliertes, maßloses Einkaufen oder Geldausgeben.
    • Essattacken (Verzehr großer Nahrungsmittelmengen innerhalb kurzer Zeit) oder zwanghaftes Essen (Verzehr größerer Nahrungsmittelmengen als normal und über das Sättigungsgefühl hinaus).

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn eine dieser Verhaltensweisen bei Ihnen auftritt; er wird mit Ihnen Maßnahmen zur Verhinderung oder Behebung der Symptome besprechen.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht angegeben sind.

Dostinex und Migräne

Es gibt keine direkten Hinweise darauf, dass Dostinex Migräne verursacht oder beeinflusst. Kopfschmerzen werden jedoch als sehr häufige Nebenwirkung von Dostinex genannt. Ob diese Kopfschmerzen als Migräne einzuordnen sind, ist nicht eindeutig.

Es ist wichtig, dass Sie Ihren Arzt informieren, wenn Sie während der Behandlung mit Dostinex unter Migräne oder anderen Kopfschmerzen leiden. Er kann die Ursache abklären und gegebenenfalls eine geeignete Behandlung einleiten.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Dostinex sollte nicht gleichzeitig mit anderen Mutterkornpräparaten oder Substanzen eingenommen werden. Dopamin-Antagonisten (bestimmte Psychopharmaka und Mittel gegen Erbrechen) sollten nicht gleichzeitig gegeben werden, da Dostinex über eine Stimulierung der Dopaminrezeptoren wirkt und dies zu einer Schwächung bzw. zum Ausbleiben der Wirkung von Dostinex führen kann. Dostinex sollte nicht zusammen mit Makrolidantibiotika (z. B. Erythromycin) angewendet werden. Vorsicht ist geboten bei gleichzeitiger Gabe von anderen Arzneimitteln, die bekannterweise den Blutdruck senken.

Wichtige Hinweise

  • Das Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch beeinträchtigt sein. Achten Sie vor allem darauf, wenn Sie am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen (auch im Haushalt) bedienen, mit denen Sie sich verletzen können.
  • Vermeiden Sie die Einnahme von Alkohol.
  • Bei Frauen im gebärfähigen Alter sind während und unter Umständen auch eine zeitlang nach der Therapie wirksame Verhütungsmethoden erforderlich. Sprechen Sie hierzu Ihren Arzt oder Apotheker an.
  • Vorsicht bei einer Unverträglichkeit gegenüber Lactose. Wenn Sie eine Diabetes-Diät einhalten müssen, sollten Sie den Zuckergehalt berücksichtigen.

Überdosierung

Symptome einer Überdosierung können sein: Übelkeit, Erbrechen, verminderter Blutdruck, Blutdruckabfall aufgrund einer Änderung der Körperposition in eine aufrechtere Position, Magenschmerzen, Verhaltensänderungen, Verwirrtheit oder Sehen von Dingen, die nicht vorhanden sind (Halluzinationen). Bei Überdosierung sollten allgemein unterstützende Maßnahmen getroffen werden. Insbesondere sollten nicht resorbierte Anteile entfernt und sofern erforderlich der Blutdruck stabilisiert werden. Zusätzlich kann die Gabe von Dopaminantagonisten ratsam sein.

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