Schlag auf Zähne Nerv: Ursachen, Behandlung und Prävention von Zahntraumata

Zahnverletzungen, auch Zahntraumata genannt, sind im Alltag ein häufiges Problem, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen. Ein Sturz beim Spielen, ein Zusammenstoß beim Sport oder ein unglücklicher Unfall können schnell zu einer Verletzung der Zähne führen. Jedes dritte Kind erleidet ein solches Zahntrauma, wobei meist die Schneidezähne betroffen sind. Diese Verletzungen können von kleinen Absplitterungen bis hin zum vollständigen Verlust eines Zahnes reichen und sowohl Milchzähne als auch bleibende Zähne betreffen. Die richtige und schnelle Behandlung ist entscheidend, um langfristige Schäden zu vermeiden und die betroffenen Zähne möglichst zu erhalten.

Ursachen von Zahntraumata

Zahntraumata können vielfältige Ursachen haben:

  • Traumatische Ursachen:

    • Stürze: Besonders bei Kindern sind Stürze eine häufige Ursache für Zahnverletzungen.
    • Verkehrsunfälle: Unfälle im Straßenverkehr können zu schweren Verletzungen im Mundbereich führen.
    • Sportunfälle: Kontaktsportarten wie Hockey, Fußball oder Basketball bergen ein hohes Risiko für Zahnverletzungen.
    • Körperliche Gewalt: In manchen Fällen sind Zahntraumata die Folge von Gewalteinwirkung.
  • Zahnärztliche (Iatrogene) Ursachen:

    • Fehlerhafte Extraktionen: Bei unsachgemäßen Zahnentfernungen können benachbarte Zähne verletzt werden.
  • Pathologische Ursachen:

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    • Parodontale Erkrankungen (Parodontitis, Periimplantitis): Entzündungen des Zahnhalteapparates können die Stabilität der Zähne beeinträchtigen und sie anfälliger für Verletzungen machen.
    • Kariesbedingte Strukturschwächung: Karies kann die Zahnhartsubstanz schwächen, wodurch Zähne leichter abbrechen.
    • Endodontische Pathologien (chronische apikale Parodontitis): Entzündungen im Bereich der Wurzelspitze können die Stabilität des Zahnes beeinträchtigen.
  • Iatrogene/Systemische Faktoren:

    • Bruxismus (Zähneknirschen): Starkes Zähneknirschen kann zu Rissen und Frakturen der Zähne führen.
    • Osteoporose: Diese Knochenerkrankung kann auch den Kieferknochen betreffen und die Zähne anfälliger für Verletzungen machen.
    • Medikamenteninduzierte Knochennekrose: Bestimmte Medikamente können zum Absterben von Knochengewebe im Kiefer führen und die Stabilität der Zähne beeinträchtigen.

Arten von Zahnverletzungen

Je nach Art der Verletzung werden verschiedene Formen von Zahntraumata unterschieden:

  • Zahnverlust (Avulsion): Ein Zahn wird vollständig aus dem Zahnfach (Alveole) herausgeschlagen.
  • Zahnfraktur: Ein Stück des Zahns bricht ab. Dies kann den Zahnschmelz (Kronenfraktur), das Dentin (Schmelz-Dentin-Fraktur) oder die Zahnwurzel (Wurzelfraktur) betreffen.
  • Zahnlockerung: Der Zahn ist gelockert, aber nicht verschoben.
  • Zahnverlagerung (Dislokation): Der Zahn ist aus seiner ursprünglichen Position verschoben. Dies kann als Extrusion (der Zahn ragt über die Zahnreihe hinaus), laterale Dislokation (der Zahn ist seitlich verschoben) oder Intrusion (der Zahn ist in den Knochen hineingedrückt) auftreten.

Was tun bei einem Zahnunfall? Erste Hilfe Maßnahmen

Nach einem Zahnunfall ist schnelles und richtiges Handeln entscheidend, um die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung und den Erhalt des Zahnes zu erhöhen. Folgende Maßnahmen sollten ergriffen werden:

  1. Ruhe bewahren: Auch wenn die Situation beängstigend ist, ist es wichtig, Ruhe zu bewahren und besonnen zu handeln.
  2. Blutung stillen: Bei Blutungen im Mundbereich sollte vorsichtig ein sauberes Tuch oder eine sterile Kompresse auf die Wunde gedrückt werden, um die Blutung zu stillen.
  3. Zahn oder Zahnfragmente sichern: Ausgeschlagene Zähne oder abgebrochene Zahnstücke sollten unbedingt aufgesammelt werden. Dabei ist es wichtig, den Zahn oder das Fragment nur an der Krone anzufassen, nicht an der Wurzel. Eine Reinigung des Zahnes sollte vermieden werden, da dies die empfindliche Wurzelhaut beschädigen kann.
  4. Richtige Lagerung des Zahnes: Der ausgeschlagene Zahn oder das Zahnfragment sollte feucht gelagert werden, um die Überlebensfähigkeit der Zellen zu erhalten. Ideal ist eine Zahnrettungsbox, die in Apotheken erhältlich ist. Alternativ kann der Zahn in kalter H-Milch, isotonischer Kochsalzlösung oder in Frischhaltefolie aufbewahrt werden.
  5. Schnellstmöglich einen Zahnarzt aufsuchen: Unverzüglich nach dem Unfall sollte ein Zahnarzt, Kieferorthopäde oder eine Zahnklinik aufgesucht werden. Je schneller die Behandlung erfolgt, desto größer sind die Chancen, den Zahn zu retten.

Behandlung von Zahnverletzungen

Die Behandlung von Zahnverletzungen richtet sich nach Art und Ausmaß der Verletzung.

Behandlung von Milchzähnen

Bei Verletzungen an Milchzähnen ist besondere Vorsicht geboten, da diese die Entwicklung der bleibenden Zähne beeinträchtigen können. Eltern sollten auch bei scheinbar harmlosen Verletzungen einen Zahnarzt aufsuchen, um mögliche Schäden an den bleibenden Zahnkeimen auszuschließen.

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  • Gelockerte Milchzähne: Gelockerte Milchzähne festigen sich meist von selbst wieder im Zahnfleisch. Es ist wichtig, den Heilungsprozess nicht zu stören. Die Nahrung sollte klein geschnitten werden, damit das Kind nichts abbeißen muss. Homöopathische Mittel können den Heilungsverlauf unterstützen.
  • Ausgeschlagene Milchzähne: Ausgeschlagene Milchzähne sollten nicht wieder eingesetzt werden, da dies den nachfolgenden bleibenden Zahn schädigen kann.
  • Verfärbte Milchzähne: Eine Dunkelgraue Verfärbung des Zahnes kann auf einen Bluterguss im Zahninneren hindeuten. Meist verschwindet die Verfärbung innerhalb weniger Wochen von selbst.
  • Abgebrochene Milchzähne: Die Therapie richtet sich nach der Größe des Bruchstückes. Bei kleinen Absplitterungen ist meist keine Behandlung erforderlich. Ist das Fragment jedoch so groß, dass der Nerv schimmert, muss dieser mit einem Medikament geschützt und eine kleine Füllung gelegt werden.

Behandlung von bleibenden Zähnen

Bei Verletzungen an bleibenden Zähnen ist eine schnelle und professionelle Behandlung entscheidend für den Erhalt des Zahnes.

  • Ausgeschlagene Zähne: Ein ausgeschlagener Zahn kann in vielen Fällen wieder eingesetzt (replantieren) werden. Die Prognose hängt davon ab, wie lange der Zahn außerhalb der Mundhöhle war, wie er gelagert wurde und ob die Wurzelhaut unbeschädigt ist. Der Zahnarzt wird den Zahn vorsichtig in das Zahnfach zurücksetzen und ihn für 7 bis 10 Tage mit einer flexiblen Schiene fixieren.
  • Abgebrochene Zähne: Abgebrochene Zahnstücke können in vielen Fällen mit hochwertigem Composite wieder am Zahn befestigt werden. Kleinere Absplitterungen im Bereich des Zahnschmelzes können mit einer zahnfarbenen Kunststofffüllung ersetzt werden. Bei größeren Frakturen, die auch das Dentin betreffen, ist eine komplexere Versorgung notwendig, um das Eindringen von Bakterien zu verhindern. Bei Wurzelfrakturen hängt die Behandlung davon ab, ob der Zahn quer oder längs gebrochen ist. Querfrakturen haben eine gute Heilungschance, während längs Frakturen meist zum Verlust des Zahnes führen.
  • Zahnlockerung: Gelockerte Zähne können sich von selbst wieder festigen. In manchen Fällen ist es notwendig, den Zahn für ein bis zwei Wochen mit einer flexiblen Schiene zu stabilisieren.
  • Zahnverlagerung: Verlagerte Zähne müssen so schnell wie möglich in ihre ursprüngliche Position zurückgebracht werden. Anschließend werden sie für ein bis vier Wochen mit einer flexiblen Schiene fixiert. Oft ist im späteren Verlauf eine Wurzelkanalbehandlung notwendig.

Wurzelkanalbehandlung nach Zahntrauma

Ein Zahntrauma kann zu einer Schädigung oder Entzündung des Zahnnervs (Pulpa) führen. In diesem Fall ist eine Wurzelkanalbehandlung notwendig, um den Zahn zu erhalten. Bei der Wurzelkanalbehandlung wird das entzündete oder abgestorbene Gewebe aus dem Zahninneren entfernt, die Wurzelkanäle gereinigt, desinfiziert und anschließend mit einem speziellen Füllmaterial verschlossen.

Spätfolgen von Zahntraumata

Auch nach einer erfolgreichen Erstversorgung können Spätfolgen nach einem Zahntrauma auftreten. Häufige Spätfolgen sind:

  • Pulpanekrose: Absterben des Zahnnervs.
  • Pulpakammerobliteration: Verengung oder Verschluss des Wurzelkanals.
  • Externe Wurzelresorptionen: Abbau der Zahnwurzel von außen.
  • Interne Wurzelresorptionen: Abbau der Zahnwurzel von innen.

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt sind wichtig, um Spätfolgen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Prävention von Zahntraumata

Zahntraumata lassen sich nicht immer vermeiden, aber es gibt einige Maßnahmen, die das Risiko einer Zahnverletzung reduzieren können:

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  • Sportmundschutz: Beim Sport, insbesondere bei Kontaktsportarten, sollte ein individuell angepasster Sportmundschutz getragen werden. Dieser schützt die Zähne vor Verletzungen durch Schläge oder Stürze.
  • Sichere Spielumgebung: Kinder sollten in einer sicheren Umgebung spielen, in der es keine Stolperfallen oder andere Gefahrenquellen gibt.
  • Vorsicht im Straßenverkehr: Beim Fahrradfahren oder anderen Aktivitäten im Straßenverkehr sollte aufmerksam und vorsichtig vorgegangen werden.
  • Behandlung von Bruxismus: Zähneknirschen sollte behandelt werden, um Risse und Frakturen der Zähne zu vermeiden. Eine Knirscherschiene kann helfen, die Zähne vor Abrieb zu schützen.

Die Rolle der Unfallversicherung

Eine Unfallversicherung kann bei Zahnverletzungen finanzielle Unterstützung leisten. Sie übernimmt in der Regel die Kosten für Zahnbehandlungen und Zahnersatz, die durch einen Unfall verursacht wurden. Es ist ratsam, die Versicherungsbedingungen der eigenen Unfallversicherung zu prüfen, um im Schadensfall abgesichert zu sein.

Ganzheitliche Betrachtung: Tote Zähne und ihre Auswirkungen auf die Gesundheit

In der ganzheitlichen Zahnmedizin wird die Mundgesundheit in engem Zusammenhang mit der allgemeinen Gesundheit des Körpers betrachtet. Tote Zähne, insbesondere wurzelbehandelte Zähne, können als Störfelder wirken und das Immunsystem belasten.

Ursachen für das Absterben von Zahnnerven

  • Karies: Bakterien wandeln Zucker in Säuren um, die den Zahnschmelz angreifen. Unbehandelte Karies kann bis zum Zahnnerv vordringen und eine Entzündung (Pulpitis) verursachen, die zum Absterben des Nervs führt.
  • Zahntrauma: Ein Schlag oder Unfall kann den Zahnnerv schädigen, auch wenn äußerlich keine Verletzung sichtbar ist.
  • Risse und Frakturen: Feine Risse im Zahn, z.B. durch Zähneknirschen, können Bakterien eine Eintrittspforte bieten und zu einer Infektion im Zahninneren führen.
  • Tiefe Füllungen und frühere Zahnbehandlungen: In seltenen Fällen können tiefe Füllungen oder vorherige Behandlungen den Zahnnerv reizen oder schädigen.
  • Parodontitis: Eine unbehandelte Zahnfleischentzündung kann sich zu einer Parodontitis entwickeln, bei der Bakterien über die Wurzelkanäle tief in den Zahn eindringen und eine Entzündung verursachen.

Die Problematik toter Zähne

Wird ein Zahn wurzelbehandelt, bleibt er zwar optisch erhalten, ist aber innerlich tot. Die Blut- und Nervenversorgung wird unterbrochen, und der Zahn stirbt ab. Auch wenn moderne Verfahren versuchen, den toten Zahn hermetisch abzudichten, gelingt dies selten vollständig. In den Wurzelkanälen verbleibt ein Hohlraum, der eine ideale Brutstätte für Bakterien sein kann.

Toxine und ihre Auswirkungen

Bakterien in einem toten Zahn produzieren schädliche Stoffwechselprodukte, sogenannte Toxine. Diese können über den Blutkreislauf in den gesamten Körper gelangen und die Zellatmung beeinträchtigen. Das Immunsystem wird dauerhaft aktiviert, was chronische Entzündungen und Autoimmunerkrankungen begünstigen kann.

Diagnostik und Behandlung

Wer den Verdacht hat, dass ein toter Zahn die Gesundheit beeinträchtigt, sollte einen Zahnarzt aufsuchen, der Erfahrung mit ganzheitlicher Zahnmedizin hat. Die beste Behandlung ist oft die Entfernung des betroffenen Zahns. Die entstandene Lücke kann schonend durch biokompatible Keramikimplantate geschlossen werden.

Zur Diagnostik können folgende Methoden eingesetzt werden:

  • Röntgendiagnostik: Um Entzündungen und Zysten im Bereich der Wurzelspitze zu erkennen.
  • Neuraltherapie mit 1 % Procain: Diese Methode kann helfen, ein Störfeld zu identifizieren.
  • OroTox®-Test: Dieser Test misst die Toxin-Belastung eines toten Zahns.

Keramikimplantate als optimale Lösung

Zirkonoxid-Keramikimplantate bieten eine ästhetische und biokompatible Alternative zu Titanimplantaten. Sie sind metallfrei, elektrisch neutral und verursachen keine Störfelder.

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