Die Augenmigräne, auch bekannt als ophthalmologische Migräne oder retinale Migräne, ist eine spezielle Form der Migräne, die sich durch vorübergehende Sehstörungen auszeichnet. Diese Sehstörungen können ohne begleitende Kopfschmerzen auftreten und betreffen entweder ein oder beide Augen. Obwohl die Augenmigräne in den meisten Fällen harmlos ist, kann sie für Betroffene sehr beunruhigend und lästig sein.
Was ist Augenflimmern und Augenmigräne?
Augenflimmern wird als ein visuelles Phänomen beschrieben, bei dem leuchtende Formen im Sehfeld erscheinen und sich hin und her bewegen. Konkret äußert es sich durch helle Zacken oder Punkte, Lichtblitze, unscharfe oder verzerrte Bilder und Gesichtsfeldausfälle. Augenmigräne ist eine seltene Form der Migräne, die ein oder beide Augen betrifft. Betroffene haben vorübergehende Sehstörungen, die nicht zusammen mit Kopfschmerzen auftreten müssen.
Symptome der Augenmigräne
Die Symptome der Augenmigräne betreffen vor allem die Aura und können vielfältig sein. Zu den häufigsten Symptomen gehören:
- Augenflimmern: Viele Betroffene berichten von Augenflimmern, das sich durch zackige oder sternförmige Muster im Blickfeld äußert. Manchmal tritt das Flimmern auch bei geschlossenen Augen auf.
- Lichtblitze: Das Wahrnehmen von Lichtblitzen ist ein weiteres typisches Symptom der Augenmigräne. Diese Blitze können kurz aufflackern und das Sichtfeld durchzucken.
- Gesichtsfeldausfälle (Skotome): Bei einem Skotom kommt es zu einem teilweisen oder vollständigen Ausfall von Gesichtsfeldern. Die Betroffenen sehen dann im Bereich des Skotoms schlechter.
- Flimmerskotom: Das Flimmerskotom geht ebenfalls mit Gesichtsfeldausfällen einher. Flimmern oder Blitze in den betroffenen Bereichen des Gesichtsfeldes beeinträchtigen das Sehen.
- Szintillationen: Szintillationen sind Flimmererscheinungen, die manchmal auch bei geschlossenen Augen auftreten können.
- Farbige Girlanden: Einige Betroffene berichten von Girlanden, die sich fadenartig und in verschiedenen Farben quer durch das Sichtfeld ziehen.
- Verschwommenes Sehen: Die Sicht kann vorübergehend verschwommen oder unscharf sein.
- Doppelbilder: In seltenen Fällen können Doppelbilder auftreten.
- Weitere Symptome: Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen und Lichtempfindlichkeit können die Augenmigräne begleiten.
Die Symptome dauern in der Regel zwischen 10 und 30 Minuten an, können aber in seltenen Fällen bis zu einer Stunde andauern. Nach dem Abklingen der SymptomeNormalerweise treten keine bleibenden Schäden auf.
Ursachen der Augenmigräne
Die genauen Ursachen der Augenmigräne sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird jedoch vermutet, dass mehrere Faktoren eine Rolle spielen können:
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- Durchblutungsstörungen im Gehirn: Eine vorübergehende Durchblutungsstörung im Bereich der Sehrinde im Gehirn, wo visuelle Reize verarbeitet werden, wird als mögliche Ursache angesehen.
- Störungen im Nervensystem: Eine Störung im Nervensystem, das mit dem Sehnerv verbunden ist, könnte ebenfalls eine Rolle spielen.
- Genetische Faktoren (familiäre Prädisposition): Es gibt Hinweise darauf, dass eine genetische Veranlagung das Risiko für Augenmigräne erhöhen kann.
- Individuelle Auslöser (Trigger): Bestimmte Faktoren können bei manchen Menschen eine Augenmigräne auslösen. Zu diesen Triggern gehören:
- Stress
- Schlafmangel
- Hormonelle Veränderungen (z. B. Menstruation, Schwangerschaft, Menopause)
- Bestimmte Lebensmittel und Getränke (z. B. Käse, Nüsse, Schokolade, Alkohol, Koffein, Natriumglutamat)
- Grelles Licht
- Starke Gerüche
- Wetterumschwünge
- Medikamente
- Magnesiummangel
Diagnose der Augenmigräne
Da die Symptome der Augenmigräne auch auf andere, möglicherweise schwerwiegende Erkrankungen hindeuten können, ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache der Beschwerden abzuklären. Der Arzt wird in der Regel folgende Untersuchungen durchführen:
- Anamnese: Der Arzt wird Sie nach Ihren Beschwerden, deren Häufigkeit und Dauer sowie möglichen Auslösern fragen.
- Augenärztliche Untersuchung: Der Augenarzt untersucht Ihre Augen, um andere Augenerkrankungen auszuschließen. Dazu gehören die Bestimmung der Sehschärfe, die Untersuchung des Gesichtsfelds, die Betrachtung von Pupille, Hornhaut und Bindehaut sowie die Abtastung der Augen.
- Neurologische Untersuchung: In manchen Fällen kann eine neurologische Untersuchung erforderlich sein, um neurologische Erkrankungen auszuschließen.
- Bildgebende Verfahren: Bei Bedarf können bildgebende Verfahren wie MRT oder CT eingesetzt werden, um das Gehirn und die Blutgefäße zu untersuchen.
Behandlung der Augenmigräne
Die Behandlung der Augenmigräne zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und die Häufigkeit von Anfällen zu reduzieren. Die Behandlung kann folgende Maßnahmen umfassen:
- Akutbehandlung:
- Ruhe und Entspannung: Während eines Anfalls sollten Sie sich an einen ruhigen, abgedunkelten Ort zurückziehen und sich entspannen.
- Kühle Umschläge: Kühle Umschläge auf Stirn und Augen können helfen, die Beschwerden zu lindern.
- Schmerzmittel: Bei Bedarf können rezeptfreie Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen eingenommen werden. In manchen Fällen kann der Arzt auch spezielle Migränemedikamente (Triptane) verschreiben.
- Vorbeugende Maßnahmen:
- Vermeidung von Triggern: Wenn Sie Ihre individuellen Auslöser kennen, sollten Sie diese so gut wie möglich vermeiden.
- Stressmanagement: Stress ist ein häufiger Auslöser für Augenmigräne. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder autogenes Training können helfen, Stress abzubauen.
- Regelmäßiger Schlaf: Achten Sie auf ausreichend und regelmäßigen Schlaf.
- Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit regelmäßigen Mahlzeiten und ausreichend Flüssigkeit kann helfen, Augenmigräne vorzubeugen.
- Magnesium und Vitamin B12: Die Einnahme von Magnesium und Vitamin B12 kann in manchen Fällen vorbeugend wirken. Sprechen Sie die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln jedoch vorher mit Ihrem Arzt ab.
- Regelmäßiger Ausdauersport: Regelmäßiger Ausdauersport kann ebenfalls zur Vorbeugung von Migräne beitragen.
- Weitere Maßnahmen:
- Migräne-Tagebuch: Führen Sie ein Migräne-Tagebuch, um Ihre Anfälle, Symptome und möglichen Auslöser zu dokumentieren. Dies kann Ihnen und Ihrem Arzt helfen, die Behandlung besser anzupassen.
- Selbsthilfegruppen: Der Austausch mit anderen Betroffenen in Selbsthilfegruppen kann hilfreich sein.
Wann sollte man zum Arzt gehen?
Es ist ratsam, einen Arzt aufzusuchen, wenn:
- Sie zum ersten Mal Augenmigräne-Symptome haben.
- Ihre Symptome sich verändern oder verstärken.
- Ihre Symptome länger als eine Stunde andauern.
- Sie zusätzlich starke Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder neurologische Ausfälle haben.
- Ihre Symptome Ihre Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.
Differenzialdiagnose
Es ist wichtig, andere Erkrankungen auszuschließen, die ähnliche Symptome wie Augenmigräne verursachen können. Dazu gehören:
- Netzhautablösung: Eine Netzhautablösung kann ebenfalls zu Sehstörungen wie Flimmern, Lichtblitzen oder Gesichtsfeldausfällen führen.
- Glaukom: Ein akuter Glaukomanfall kann mit starken Augenschmerzen, geröteten Augen und Sehstörungen einhergehen.
- Schlaganfall: Ein Schlaganfall kann zu plötzlichen Sehstörungen, Gesichtsfeldausfällen oder Doppelbildern führen.
- Entzündung der Schläfenarterie (Arteriitis temporalis): Diese Entzündung kann zu vorübergehenden Sehstörungen, Kopfschmerzen und Schmerzen beim Kauen führen.
- Multiple Sklerose: In seltenen Fällen kann Augenflimmern ein frühes Symptom für Multiple Sklerose sein.
- Tumorerkrankungen im Bereich der Sehnerven und Sehbahn
Augenmigräne und ihre Auswirkungen auf die Lebensqualität
Obwohl die Augenmigräne in der Regel harmlos ist, kann sie für Betroffene sehr belastend sein und die Lebensqualität beeinträchtigen. Die plötzlichen Sehstörungen können im Alltag sehr störend sein, insbesondere beim Autofahren, bei der Arbeit am Computer oder bei anderen Tätigkeiten, die eine gute Sehfähigkeit erfordern. Es ist daher wichtig, die Erkrankung ernst zu nehmen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die Symptome zu lindern und die Häufigkeit von Anfällen zu reduzieren.
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