Eishockeyhelm als Schutz bei Epilepsie: Mehr als nur ein Sportartikel

Epilepsie ist eine chronische Erkrankung, die von Anfällen gekennzeichnet ist. Diese Anfälle können zu Stürzen führen, die wiederum Verletzungen nach sich ziehen können. Ein geeigneter Kopfschutz ist daher für Menschen mit Epilepsie, insbesondere Kinder, von großer Bedeutung. In diesem Artikel wird die Verwendung eines Eishockeyhelms als Schutzmaßnahme bei Epilepsie beleuchtet und es werden alternative Kopfschutzlösungen sowie wichtige Aspekte der Epilepsiebehandlung bei Menschen mit und ohne geistige Behinderung diskutiert.

Die Bedeutung des Kopfschutzes bei Epilepsie

Epileptische Anfälle können unvorhersehbar auftreten und zu einem plötzlichen Verlust der Körperkontrolle führen. Stürze sind eine häufige Folge, die zu Kopfverletzungen, Prellungen oder Knochenbrüchen führen können. Ein geeigneter Kopfschutz kann das Risiko solcher Verletzungen erheblich reduzieren und somit die Lebensqualität der Betroffenen verbessern.

Eishockeyhelm: Eine bewährte Schutzlösung

Aus eigener Erfahrung, bzw. der Versorgung eines Sohnes mit einem Kopfschutzhelm kann ich euch heute einen wertvollen Hinweis geben. Früher wurden Kinder mit einer hohen Sturzgefahr mit einem Eishockeyhelm zum Schutz vor Verletzungen versorgt.

Ein handelsüblicher Eishockeyhelm hat sich als suffizienter Kopfschutz erwiesen. Allerdings ist auch hiermit kein vollständiger Schutz gegenüber beispielsweise Gesichtsverletzungen zu gewährleisten.

Frankfurter Helm: Eine Revolution im Kopfschutz

Dann kam die Revolution, denn gemeinsam machten sich Eltern, Fachleute und Betroffene Gedanken und es entstand ein Kopfschutzhelm, der auch als "Frankfurter Helm" bekannt wurde. Mein Sohn gehörte zu einer der ersten Patienten die damit versorgt wurden. Damals wurden die Köpfe richtig eingegipst um eine möglichst genaue und angepasste Form zu erreichen. Heute ist das viel einfacher geworden. Ein Sanitätshaus in der Nähe des Epilepsiezentrums von Kork hat sich aufgrund der hohen Anzahl der damit zu versorgenden Patienten auch sehr gut auf die Anfertigung spezialisiert.

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Vorteile des Frankfurter Helms

  • Individuelle Anpassung: Der Helm wird aus unzerbrechlichen PE individuell angepasst.
  • Leichtgewicht: Er wiegt komplett etwa 600 - 900 Gramm.
  • Waschbares Polster: Das Polster kann man herausnehmen und waschen. Das Polster kann der kindlichen Entwicklung angepaßt, bzw. erneuert werden.
  • Optionaler Kinnschutz: Der optionale Kinnschutz ist abnehmbar.
  • Soziale Integration: Besonders bei Kindern wird mit einem ansehnlichen Helm die soziale Integration erleichtert und die Notwendigkeit einen Helm zu tragen zum Spiel.

Bezugsquellen und Kostenübernahme

Man bekommt den Helm auf Rezept, aber nicht an jeder Ecke und meines Wissens (wenn es nicht stimmt, bitte melden) auch nicht in jedem Sanitätshaus. Auf die Idee diesen Helm hier einmal vorzustellen kam ich, weil just in diesen Tagen mein Sohn wieder mit einem solchen neu versorgt wird.

Epilepsie: Ein umfassender Überblick

Epilepsie, ein Begriff, der so viel bedeutet wie „packen, jemanden heftig ergreifen“, ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederholte Anfälle gekennzeichnet ist. Diese Anfälle entstehen durch eine vorübergehende Störung der elektrischen Aktivität im Gehirn, die zu unkontrollierten Zuckungen, Bewusstseinsverlust oder anderen neurologischen Symptomen führen kann.

Ursachen und Erscheinungsformen

Epilepsie kann verschiedene Ursachen haben, darunter genetische Faktoren, Hirnschäden durch Verletzungen oder Infektionen, Stoffwechselstörungen oder unbekannte Ursachen. Die Erscheinungsformen der Epilepsie sind vielfältig und reichen von kurzen, unauffälligen Absencen bis hin zuGrand-mal-Anfällen, der die Betroffenen hilflos zu Boden wirft.

Diagnose und Behandlung

Eine genaue Diagnose der Anfälle und des Epilepsiesyndroms ist die Grundlage für eine erfolgreiche Therapie. Die Behandlung von Epilepsie umfasst in der Regel die Einnahme von Antiepileptika, die die Anfallshäufigkeit reduzieren oder die Anfälle ganz verhindern können. In einigen Fällen können auch nichtmedikamentöse Maßnahmen wie eine spezielle Diät oder eine Operation in Betracht gezogen werden.

Epilepsie und geistige Behinderung

Menschen mit geistiger Behinderung erkranken im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung häufiger an Epilepsie. Die Behandlung von Epilepsie bei Menschen mit geistiger Behinderung erfordert besondere Aufmerksamkeit, da sie Antiepileptika anders vertragen und ein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen haben können. Bei der pharmakologischen Therapie ist eine verbesserte Anfallskontrolle über eine Monotherapie anzustreben, um unerwünschte Wirkungen zu minimieren. Wo dies nicht möglich ist, bringt bereits oft eine Reduktion und Vereinfachung einer bestehenden Polytherapie für den Patienten eine erhebliche Verbesserung seiner psychischen, kognitiven und motorischen Möglichkeiten.

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Nichtmedikamentöse Maßnahmen

Zur Behandlung der Epilepsie gehören auch und gerade bei geistig behinderten Patienten nichtmedikamentöse Maßnahmen, (z.B. Tagesstrukturierung, Regulierung des Schlaf-Wach-Rhythmus) sowie Maßnahmen, die anfallsbedingten Schaden verhüten sollen.

MRT-Untersuchungen bei Epilepsie

Bei jeder Epilepsie-Erstdiagnose, bei der eine symptomatische Genese zu vermuten ist, ist eine bildgebende Untersuchung erforderlich, heutzutage ein kraniales Kernspintomogramm (cMRT).

MRT und Sensoren zur Blutzuckermessung

Einige Diabetiker nutzen kontinuierliche Glukosemesssysteme (CGM) wie Dexcom, bei denen ein Sensor unter der Haut den Blutzuckerspiegel misst. Vor einer MRT-Untersuchung stellt sich die Frage, ob der Sensor entfernt werden muss. Die Erfahrungen der Patienten sind unterschiedlich. Einige Radiologen bestehen auf der Entfernung des Sensors, während andere ihn unter bestimmten Bedingungen belassen. Es kommt anscheinend auf die Feldstärke an. Mein G7 hat kürzlich eine Runde durch's MRT klaglos mitgemacht. Die Assistentin hat mir gesagt, sie hätten Erfahrung, dass das bei 1,5 Tesla MRTs funktioniert.

Es ist ratsam, sich vor der MRT-Untersuchung bei der Praxis zu erkundigen, ob der Sensor entfernt werden muss und welche Vorkehrungen zu treffen sind. Wenn der Sensor entfernt werden muss, sollte man sich darauf vorbereiten, den Blutzucker vorübergehend blutig zu messen.

Erfahrungen mit MRT-Untersuchungen

Die Erfahrungen mit MRT-Untersuchungen sind unterschiedlich. Einige Patienten berichten von engen Platzverhältnissen und lauten Geräuschen, während andere keine Probleme haben. Es gibt auch halboffene MRT-Geräte, die für Patienten mit Klaustrophobie besser geeignet sind.

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Einige Patienten erhalten Kopfhörer oder Ohrenstöpsel, um die Geräusche zu dämpfen. Andere berichten von einem Spiegel, mit dem man aus der Röhre rausschauen kann. Wenn man unsicher ist: Es schadet sicherlich nicht, sicherheitshalber eigenen Gehörschutz mitzunehmen.

Leben mit Epilepsie: Mehr als nur Anfälle

Epilepsie beschäftigte die Menschheit zu allen Zeiten. sie löste Furcht, Schrecken und Abscheu aus. Epilepsie ist mehr als nur eine medizinische Diagnose. Sie kann das Leben der Betroffenen und ihrer Familien in vielerlei Hinsicht beeinflussen. Neben den körperlichen Auswirkungen der Anfälle können auch psychische und soziale Probleme auftreten.

Soziale Stigmatisierung und Tabuisierung

Dostojewskij und Alfred Nobel - sie alle litten an epileptischen Anfällen. zurückverfolgen wie die Anfallskrankheit. chronischen Erkrankungen, wird aber auch heute noch weitgehend tabuisiert.

Lebensqualität und Teilhabe

Trotz der Herausforderungen, die mit Epilepsie verbunden sind, können die meisten Betroffenen ein erfülltes Leben führen. Eine gute medizinische Versorgung, eine positive Einstellung und ein unterstützendes Umfeld sind entscheidend für die Lebensqualität und Teilhabe von Menschen mit Epilepsie.

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