Elektrische Zahnbürste und Taubheitsgefühl: Ursachen und Zusammenhänge

Ein Taubheitsgefühl im Gesichtsbereich, insbesondere nach der Verwendung einer elektrischen Zahnbürste, kann verschiedene Ursachen haben. Oftmals sind es harmlose Gründe, aber in manchen Fällen können auch komplexere medizinische Zusammenhänge dahinterstecken. Dieser Artikel beleuchtet die möglichen Ursachen für ein Taubheitsgefühl nach der Nutzung einer elektrischen Zahnbürste und gibt Hinweise, wann ein Arztbesuch ratsam ist.

Mögliche Ursachen für Taubheitsgefühl nach Nutzung einer elektrischen Zahnbürste

Ein Taubheitsgefühl nach der Verwendung einer elektrischen Zahnbürste kann beunruhigend sein. Hier sind einige mögliche Ursachen, die in Betracht gezogen werden sollten:

  • Überstimulation der Nerven: Die Vibrationen einer elektrischen Zahnbürste können bei empfindlichen Personen zu einer Überstimulation der Gesichtsnerven führen. Dies kann sich als vorübergehendes Taubheitsgefühl äußern.
  • Druck auf Nervenbahnen: Durch falsche Anwendung oder zu starken Druck beim Putzen können Nervenbahnen im Kieferbereich kurzzeitig beeinträchtigt werden, was ein Taubheitsgefühl verursachen kann.
  • Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD): Funktionsstörungen im Kiefergelenk, die durch eine Fehlstellung zwischen Schädel und Unterkiefer verursacht werden, können sich auf den ganzen Körper auswirken und auch Taubheitsgefühle in Armen und Fingern verursachen.
  • Zähneknirschen (Bruxismus): Unbewusstes Zähneknirschen, oft nachts, kann zu Muskelverspannungen im Kieferbereich führen, die wiederum Nerven beeinträchtigen und Taubheitsgefühle auslösen können.
  • Entzündungen im Mundraum: Eine Zahnnerventzündung (Pulpitis) oder andere Entzündungen im Mundraum können Nerven reizen und Taubheitsgefühle verursachen.
  • Allergische Reaktionen: In seltenen Fällen können Inhaltsstoffe in Zahnpasta allergische Reaktionen auslösen, die sich unter anderem durch Schwellungen und Taubheitsgefühle äußern können.
  • Schlaganfall: Plötzlich auftretendes Taubheitsgefühl, insbesondere in Verbindung mit anderen Symptomen wie Lähmungserscheinungen, Sprachstörungen oder Sehstörungen, kann ein Anzeichen für einen Schlaganfall sein und erfordert sofortige medizinische Hilfe.
  • Fazialisparese (Gesichtslähmung): Eine Lähmung des Gesichtsnervs kann zu Taubheitsgefühlen und einem hängenden Mundwinkel führen.
  • Speicheldrüsenkrebs: In seltenen Fällen kann eine Gesichtsschwellung in Kombination mit einer beginnenden Gesichtslähmung ein Hinweis auf Speicheldrüsenkrebs sein.
  • TIA (Transitorische Ischämische Attacke): Eine vorübergehende Durchblutungsstörung des Gehirns kann ähnliche Symptome wie ein Schlaganfall verursachen, einschließlich Taubheitsgefühl.

Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) als Ursache

Die Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) ist eine Funktionsstörung, die durch eine Fehlstellung zwischen Schädel (Cranium) und Unterkiefer (Mandibula) verursacht wird. Diese Fehlstellung kann sich auf den gesamten Körper auswirken und vielfältige Symptome hervorrufen.

Symptome einer CMD

Mögliche Symptome einer CMD können sein:

  • Kopf: Kopfschmerzen, Migräne, Schmerzen im Gesichtsbereich, Ohrenschmerzen, Tinnitus, Schwindel, Sehstörungen
  • Zähne und Mund: Zahnschmerzen, Zähnepressen, Zähneknirschen, Bissverschiebungen oder Schluckbeschwerden
  • Kiefer: Knacken oder Reiben der Kiefergelenke, eingeschränkte Kieferöffnung
  • Nacken und Körper: Nacken-, Schulter- oder Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen, Bewegungseinschränkungen, Taubheitsgefühl in Armen und Fingern

Therapie einer CMD

Die Therapie einer CMD ist vielschichtig und erfordert oft die Zusammenarbeit von Ärzten und Zahnärzten. Der Patient selbst ist ebenfalls gefordert, eine möglichst genaue Beschreibung der Symptome zu geben und eventuell Schmerz auslösende Zusammenhänge aufzuspüren.

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  • Behebung von Fehlbelastungen: Werden Beschwerden aufgrund von Fehlbelastungen durch Fehlstellungen und Lücken im Gebiss oder schlecht sitzende Kronen ausgelöst, gilt es, diese zu beheben.
  • Aufbiss-Schiene: Eine Aufbiss-Schiene kann helfen, die Kiefermuskulatur zu entspannen und die Gelenkfunktion zu verbessern. Die Kunststoffschiene wird nachts getragen und schützt bei nächtlichem Zähneknirschen außerdem den Zahnschmelz.

Zähneknirschen (Bruxismus) und seine Folgen

Zähneknirschen, auch Bruxismus genannt, ist ein meist nächtliches Phänomen, bei dem die Zähne unbewusst aufeinander gepresst oder gerieben werden. Dies kann über einen langen Zeitraum unbemerkt auftreten und zu verspannter Kiefermuskulatur, Kopfschmerzen und sogar Taubheitsgefühlen führen.

Was tun gegen Zähneknirschen?

Es gibt verschiedene Maßnahmen, um Zähneknirschen zu behandeln:

  • Entspannungsübungen: Bewusstes Entspannen des Kiefers, Wärmeanwendungen und Dehnübungen können helfen, die Muskulatur zu lockern.
  • Knirschschiene: Eine individuell angepasste Knirschschiene aus Kunststoff schützt die Zähne vor Abrieb und entlastet die Kiefergelenke.
  • Physiotherapie: Ein Physiotherapeut kann helfen, Verspannungen in der Kaumuskulatur zu lösen.
  • Botulinumtoxin (Botox): In hartnäckigen Fällen kann Botox in die Kaumuskulatur injiziert werden, um diese zu schwächen und die Anspannung zu reduzieren.
  • Korrektur von Zahnfehlstellungen: In manchen Fällen wird Zähneknirschen durch Zahnfehlstellungen oder einen falschen Biss ausgelöst. Eine Anpassung der Zahnstellung kann hier Abhilfe schaffen.

Folgen von unbehandeltem Zähneknirschen

Unbehandeltes Zähneknirschen kann erhebliche Folgen haben:

  • Zahnschäden: Abrieb des Zahnschmelzes, Risse in den Zähnen.
  • Kiefergelenkprobleme: Langfristige Beschwerden der Kiefergelenke.
  • Muskelschmerzen: Verspannungen in der Kiefer- und Nackenmuskulatur.

Zahnnerventzündung (Pulpitis) als mögliche Ursache

Eine Zahnnerventzündung (Pulpitis) bedeutet, dass das weiche, empfindliche Gewebe im Inneren des Zahnes (die Pulpa) entzündet ist. Die Pulpa besteht aus Nerven, Blutgefäßen und Bindegewebe und reicht von der Zahnkrone bis zur Zahnwurzelspitze.

Ursachen einer Zahnnerventzündung

  • Tiefe Karies: Der häufigste Auslöser.
  • Weitere Faktoren: Bestimmte Lebensgewohnheiten wie eine zuckerreiche Ernährung oder Nikotinkonsum können das Risiko erhöhen.

Symptome einer Zahnnerventzündung

Viele Symptome einer Zahnnerventzündung ähneln denen von Karies oder Zahnfleischentzündungen. Typische Symptome sind:

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  • Pochende Zahnschmerzen, die sich mit der Zeit verschlechtern.
  • Empfindlichkeit gegenüber Hitze und Kälte.

Behandlung einer Zahnnerventzündung

Die Behandlung richtet sich nach Stadium und Ursache der Entzündung.

  • Einfache Füllung: Bei leichteren Entzündungen.
  • Wurzelkanalbehandlung: Bei schwereren Entzündungen, wenn die Pulpa bereits stark geschädigt ist.
  • Antibiotika: Kommen nur zum Einsatz, wenn die Entzündung bereits über den Zahn hinausgegangen ist.

Allergische Reaktionen auf Zahnpasta

In seltenen Fällen können Inhaltsstoffe in Zahnpasta allergische Reaktionen auslösen. Häufig vorkommende Aromastoffe wie Pfefferminzöl können durchaus zu allergischen Reaktionen führen.

Symptome einer allergischen Reaktion auf Zahnpasta

  • Schwellungen im Mundraum.
  • Rötungen.
  • Trockenheit.
  • Infektionen im Mund.
  • Extrem aufgesprungenen Lippen (Cheilitis).

Was tun bei Verdacht auf eine allergische Reaktion?

Konsultieren Sie unverzüglich Ihren Zahnarzt, um Zahnfleischentzündungen auszuschließen und über den Wechsel zu einer anderen Zahnpasta zu sprechen.

Schlaganfall und TIA als Notfälle

Ein plötzlich auftretendes Taubheitsgefühl, insbesondere in Verbindung mit anderen Symptomen wie Lähmungserscheinungen, Sprachstörungen oder Sehstörungen, kann ein Anzeichen für einen Schlaganfall oder eine TIA (Transitorische Ischämische Attacke) sein.

Schlaganfall

Ein Schlaganfall ist ein möglicherweise lebensbedrohlicher Notfall, bei dem jede Minute zählt. Alarmzeichen sind:

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  • Lähmungs- und/oder Taubheitsgefühl, plötzlich eintretende Lähmungserscheinung auf einer Körperseite.
  • Gestörtes Berührungsempfinden.
  • "Pelzigkeitsgefühl" auf einer Seite.
  • Hängender Mundwinkel.
  • Plötzlich auftretender Schwindel.
  • Sehstörungen.
  • Störungen des räumlichen Denkens.
  • Sprachstörungen.

TIA (Transitorische Ischämische Attacke)

Eine TIA ist eine vorübergehende Durchblutungsstörung des Gehirns. Die Beschwerden ähneln denen eines Schlaganfalls, sind jedoch leichter und gehen meist rasch wieder vorüber. Auch wenn die Symptome sich wieder vollständig zurückbilden, ist die TIA keine harmlose Funktionsstörung des Gehirns und sollte umgehend ärztlich behandelt werden.

Was tun bei Verdacht auf Schlaganfall oder TIA?

Bei Verdacht auf einen Schlaganfall oder eine TIA muss sofort der Rettungsdienst gerufen werden.

Fazialisparese (Gesichtslähmung)

Eine Fazialisparese ist eine Lähmung des Gesichtsnervs, die zu Taubheitsgefühlen und einem hängenden Mundwinkel führen kann.

Symptome einer Fazialisparese

  • Asymmetrisch wirkende Gesichtszüge.
  • Hängender Mundwinkel.
  • Undeutliche Sprache.
  • Schwierigkeiten, die Stirn zu runzeln, die Wangen aufzublasen oder die Augen zusammenzukneifen.

Ursachen einer Fazialisparese

  • Infektion mit Borrelien.
  • Viruserkrankungen.
  • Mittelohrentzündungen.
  • Sturz oder Trauma.

Was tun bei Verdacht auf eine Fazialisparese?

Lassen Sie mögliche Ursachen zeitnah durch Ihren Arzt abklären.

Speicheldrüsenkrebs

In seltenen Fällen kann eine Gesichtsschwellung in Kombination mit einer beginnenden Gesichtslähmung ein Hinweis auf Speicheldrüsenkrebs sein.

Symptome von Speicheldrüsenkrebs

  • Gesichtsschwellung.
  • Beginnende Lähmung des Gesichts.
  • Trockener Mund.

Was tun bei Verdacht auf Speicheldrüsenkrebs?

Wenden Sie sich an Ihren Hausarzt oder einen HNO-Arzt.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Ein vorübergehendes Taubheitsgefühl nach der Nutzung einer elektrischen Zahnbürste ist in den meisten Fällen harmlos. Wenn das Taubheitsgefühl jedoch länger anhält, wiederholt auftritt oder von anderen Symptomen begleitet wird, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dies gilt insbesondere, wenn folgende Symptome auftreten:

  • Lähmungserscheinungen
  • Sprachstörungen
  • Sehstörungen
  • Starke Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Gesichtsschwellung
  • Hängender Mundwinkel
  • Schmerzen im Kieferbereich

Tipps zur Vorbeugung von Taubheitsgefühlen

  • Richtige Anwendung der elektrischen Zahnbürste: Achten Sie darauf, nicht zu viel Druck auszuüben und die Zahnbürste richtig zu führen.
  • Regelmäßige Pausen: Legen Sie bei Bedarf Pausen während des Zähneputzens ein.
  • Geeignete Zahnpasta: Verwenden Sie eine Zahnpasta, die keine reizenden Inhaltsstoffe enthält.
  • Entspannungsübungen: Führen Sie regelmäßig Entspannungsübungen für den Kieferbereich durch.
  • Zahnärztliche Kontrollen: Gehen Sie regelmäßig zur zahnärztlichen Kontrolle, um mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

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