Migräne vorbeugen: Strategien und Hausmittel für ein beschwerdefreies Leben

Spannungskopfschmerzen und Migräne sind Symptome mit weitreichenden Konsequenzen. Eine AOK-Studie zeigte, dass die Anzahl der Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund von Migräne zwischen 2006 und 2016 um 50 Prozent gestiegen ist. Viele Betroffene greifen erst zu speziellen und wirksamen Medikamenten, nachdem sie andere Behandlungsmethoden erfolglos ausprobiert haben. Therapeuten empfehlen oft ein Kopfschmerztagebuch, um Art, Auslöser und erfolgreiche Interventionen zu dokumentieren.

Ursachen und Auslöser von Migräne

Die genauen Gründe, warum manche Menschen von Migräne betroffen sind und andere nicht, sind noch nicht vollständig erforscht. Es wird vermutet, dass eine genetische Veranlagung eine Rolle spielt, da oft ein familiärer Zusammenhang nachweisbar ist. Allerdings reagiert jeder Körper individuell, und es lohnt sich, die eigenen Auslöser bewusst zu beobachten.

Individuelle Trigger erkennen

Die meisten Menschen, die unter Migräne leiden, kennen ihre persönlichen Trigger - also bestimmte Reize oder Umstände, die einen Migräneanfall auslösen können. Die Reaktionen auf diese Auslöser können variieren: Einige erleben eine Migräneaura mit visuellen oder sensorischen Störungen, während andere sofort über starke Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen oder eine ausgeprägte Überempfindlichkeit gegenüber Licht und Geräuschen klagen. Auch die Intensität der Schmerzen kann stark variieren.

Häufig genannte Trigger sind:

  • Stress
  • Sinnesreize (z. B. bestimmte Düfte oder Geräusche)
  • Wetterumschwung
  • Verzehr bestimmter Lebensmittel
  • Hormonschwankungen (vor allem bei Frauen während der Periode)
  • Veränderungen im Tagesrhythmus, Schlafmangel und Müdigkeit
  • Bestimmte Medikamente oder Beschwerden an der Halswirbelsäule

Migräne erkennen und diagnostizieren

Migräne zu erkennen ist nicht immer einfach, da die Beschwerden je nach Person stark variieren können. Trotzdem gibt es bestimmte Muster, anhand derer sich Migräne gut diagnostizieren lässt. Die wichtigste Grundlage dafür ist ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt. Ein Migräne-Tagebuch kann hierbei sehr hilfreich sein. Manchmal werden zusätzlich auch neurologische Untersuchungen durchgeführt, um andere Ursachen wie etwa Spannungskopfschmerzen, Clusterkopfschmerzen oder andere ernsthafte Erkrankungen auszuschließen. Migräne ist eine Ausschlussdiagnose - das bedeutet, sie wird gestellt, wenn andere Ursachen ausgeschlossen wurden und das typische Muster vorliegt.

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Symptome von Migräne

Nicht jeder Kopfschmerz ist eine Migräne und nicht jede Migräne bringt allein Kopfschmerzen mit sich. Auch die Häufigkeit der Attacken variiert zwischen Betroffenen. Typisch für eine Migräne sind einseitige starke Kopfschmerzen, die sich verschlimmern, sobald der Betroffene sich bewegt. Generell wird zwischen einer Migräne mit Aura und einer ohne Aura unterschieden.

Die typischen und häufigsten Symptome von Migräne sind:

  • Mittelstarke bis starke Kopfschmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Visuelle Störungen wie Lichtblitze und dunkle Flecken im Blickfeld
  • Starke Lichtempfindlichkeit
  • Empfindlichkeit gegenüber bestimmten Gerüchen

Strategien zur Vorbeugung von Migräne

Die Migränebehandlung muss stets individuell an die betroffene Person - Geschlecht, Alter, Lebensumstände usw. - und die Ausprägung der Migräne angepasst sein. Bei besonderer Intensität und/oder Häufigkeit von Migräne-Anfällen sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden. Neben medikamentösen Behandlungen gibt es verschiedene Strategien und Hausmittel, die zur Vorbeugung und Linderung von Migräne beitragen können.

Migräne-Tagebuch führen

Ein guter Anfang, um die eigenen Migräneauslöser zu identifizieren, ist ein sogenanntes Migränetagebuch. Hierin wird unter anderem festgehalten, wann die Schmerzen auftreten und wie stark sie ausgeprägt sind und auch welche Begleitsymptome es gibt. Wenn Sie herausgefunden haben, welche Faktoren bei Ihnen häufig zu Migräne führen, gilt es, diese zu minimieren.

Stressmanagement

Wer beispielsweise Stress als Auslöser für seine Migräne feststellt, sollte versuchen, mehr Entspannung in seinen Alltag zu bringen. Dauerhafter Stress kann die körperliche Gesundheit beeinträchtigen. Es gibt verschiedene Techniken zum Stressabbau, wie Meditation, Yoga oder progressive Muskelentspannung. Meditation, ursprünglich aus dem Buddhismus, zielt auf das Loslassen der eigenen Gedanken ab.

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Schlafhygiene

Auch Schlafmangel und fehlende Pausen können Migräneanfälle begünstigen. Achten Sie auf ausreichend Schlaf und versuchen Sie, jeden Tag zur gleichen Uhrzeit ins Bett zu gehen.

Ernährung

Migräne-Patienten sollten auf eine ausgewogene Ernährung achten, da eine gute Versorgung mit Nährstoffen sowohl der allgemeinen Gesundheit als auch der Migräne zuträglich ist.

  • Regelmäßig essen: Drei Mahlzeiten pro Tag (Regelmäßigkeit beachten), davon eine warm.
  • Ausreichend trinken: Mindestens 1,5 Liter pro Tag.
  • Komplexe Kohlenhydrate: Vollkornprodukte, Reis, Mais, Hirse, Kartoffeln, Hülsenfrüchte und viele Sorten Obst und Gemüse.
  • Omega-3-Fettsäuren: Fette Fische wie Lachs, Makrele und Hering, Leinsamen und Nüsse.

Es gibt Hinweise, dass Omega-3-Fettsäuren die Zahl der Migräneanfälle deutlich verringern können. Sie wirken entzündungshemmend und können Schmerzen unterdrücken.

Einige Lebensmittel stehen im Verdacht, eine Attacke zu begünstigen:

  • Alkohol (besonders Rotwein)
  • Käse und bestimmte Eiweißstoffe in Joghurt und Milchprodukten
  • Koffein in Kaffee und koffeinhaltigen Getränken
  • Konservierungsstoffe in Fertiggerichten

Es ist ratsam, ein Ernährungs- und Schmerztagebuch zu führen, um die individuellen "Trigger" zu identifizieren.

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Nahrungsergänzungsmittel

  • Riboflavin (Vitamin B2): Unterstützt die mitochondriale Energieproduktion; Supplementierung kann die Migränefrequenz senken.
  • Magnesium (insbesondere als Citrat): Ein Serum-Magnesiumspiegel < 0,75 mmol/l wird häufig bei Migränepatienten festgestellt.
  • Coenzym Q10: Antioxidativ wirksam und essenziell für die mitochondriale ATP-Produktion.
  • Omega-3-Fettsäuren (EPA/DHA): Reduktion chronischer Entzündungsmarker.

Regelmäßige körperliche Aktivität

Moderate Bewegung, z. B. Schwimmen, kann helfen, Migräne vorzubeugen.

Medikamentöse Langzeitprophylaxe

Anpassung und Optimierung der prophylaktischen Medikation in Absprache mit dem Arzt.

Hausmittel gegen Migräne

Viele Menschen fragen sich, ob es auch Hausmittel gibt, mit denen man einen Migräneanfall verhindern oder wenigstens die Schmerzen lindern kann.

Getränke

  • Kaffee: Das darin enthaltene Koffein soll für Schmerzlinderung sorgen.
  • Teesorten: Bestimmte Teesorten sollen einen positiven Einfluss auf Migränebetroffene haben.
  • Viel Flüssigkeit: Es ist wichtig, viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen.

Geeignet als Tee gegen Kopfschmerzen sind:

  • Gewürznelke: Verfeinere eine Kanne grünen Tee mit zwei Gewürznelken, etwas Zimt und Zitronensaft. Das Öl der Gewürznelke hat einen schmerzstillenden Effekt, während Grüntee das Immunsystem stärkt und entgiftend wirkt.
  • Ingwer: Gib für einen Tee einen Teil kleingeschnittenen Ingwer und einen Teil Chrysantheme (aus der Apotheke) in eine Tasse (250 Milliliter) mit kochendem Wasser und lass den Tee 15 Minuten lang ziehen.
  • Kamillenblüten: Kamillentee ist ein altbewährtes Migräne-Hausmittel, zudem lindert er Magenbeschwerden, die als Begleitsymptome auftreten können.
  • Mutterkraut (auch Fieberkraut genannt): Schon vielen Menschen konnte Mutterkraut helfen, einer Migräne vorzubeugen.
  • Weidenrinde: Ein Tee aus Weidenrinde enthält unter anderem Salicylsäure, die schmerzlindernd wirkt.
  • Waldmeister: Neben seiner beruhigenden Wirkung zeigt Waldmeister auch einen schmerzlindernden Effekt.
  • Mädesüß: Mädesüß kann als Hausmittel gegen Migräne unterstützend zum Einsatz kommen.
  • Ginkgo: Die Blätter des Ginkgo-Baums enthalten gefäßerweiternde und durchblutungsfördernde Inhaltsstoffe und sind daher geeignet für einen Tee gegen Kopfschmerzen.

Weitere Tees, die gegen Migräne helfen sollen, sind Oregano, Zitronenmelisse, Lindenblüten und Rosmarin.

Aromatherapie

Auch mit der Aromatherapie werden gute Erfolge erzielt. Zur sanften Behandlung von Migräne-Kopfschmerzen eignet sich beispielsweise zehnprozentiges Pfefferminzöl. Das ätherische Öl wird auf Stirn, Schläfen und Nacken aufgetragen und wirkt schmerzlindernd.

Daneben gibt es weitere Essenzen, die du gegen Migräne nutzen kannst:

  • Grüner Apfel
  • Lavendel
  • Eukalyptus
  • Rosmarin
  • Kamille
  • Majoran

Die ätherischen Öle tragen zu deinem Wohlbefinden bei und können Körper und Geist entspannen.

Kälte und Wärme

Viele Personen, die an Migräne leiden, berichten auch davon, dass Kälte ihnen helfen würde. Der Einsatz einer Salz-Eis-Packung ist demnach einen Versuch wert. Dafür wird ein Stoffbeutel mit Salz und Eis gefüllt.

Bemerkst du Anzeichen einer Migräne-Attacke, kann es sich überdies lohnen, ein ansteigendes Fußbad auszuprobieren.

Schüßler-Salze

Wer bei Kopfschmerzen auf die Einnahme von Schüßler-Salzen setzt, sollte die Art der Beschwerden berücksichtigen. Denn sie beeinflussen die Auswahl der Salze. So werden etwa die Schüßler-Salze Nr. 3 bei klopfenden und Nr. 8 bei dumpfen Kopfschmerzen empfohlen.

Die „Heiße 7“ soll Kopfschmerzen lindern: Nehmen Sie sieben bis zehn Stück Schüßler-Salze Nr. 7 Magnesium phosphoricum und lösen Sie sie in kurze Zeit gekochtem Wasser auf. Trinken Sie die Lösung so heiß wie möglich schlückchenweise.

Weitere Schüßler-Salze gegen Kopfschmerzen:

  • Nr. 21 Zincum chloratum D6 bei nervös bedingten Kopfschmerzen, verbunden mit Aufregung oder Anspannung.
  • Nr. 14 Kalium bromatum D6, wenn die Kopfschmerzen vorwiegend Stirn und Schläfen betreffen.
  • Nr. 2 Calcium phosphoricum D6 bei Kopfschmerzen, die mit Kribbeln oder Taubheitsgefühlen in Armen und Beinen einhergehen.
  • Nr. 5 Kalium phosphoricum D6 bei Kopfschmerzen infolge seelischer, geistiger oder körperlicher Belastung und verbunden mit großer Schwäche.
  • Nr. 3 Ferrum phosphoricum bei Kopfschmerzen, die von Druckgefühl, Klopfen und rotem Kopf begleitet werden und der Patient dunkle Augenschatten hat.
  • Nr. 17 Manganum sulfuricum D6 bei drückenden Kopfschmerzen, die das Gefühl vermitteln, der Kopf sei angeschwollen.
  • Nr. 8 Natrium chloratum bei Kopfschmerzen, die sich dumpf anfühlen und die Folge von Flüssigkeitsmangel sind.
  • Nr. 6 Kalium sulfuricum D6, wenn sich die Kopfschmerzen in warmen Räumen verschlimmern.
  • Nr. 11 Silicea D6 bei Kopfschmerzen durch Zugluft, Witterungswechsel oder Voll- oder Neumond.
  • Nr. 22 Calcium carbonicum D6 bei hartnäckigen Kopfschmerzen, hauptsächlich bei aufgedunsen wirkenden Menschen und Allergikern.
  • Nr. 10 Natrium sulfuricum D6 bei Katerkopfschmerzen.
  • Nr. 10 Natrium sulfuricum D6 bei Kopfschmerzen, die als Spätfolgen einer Gehirnerschütterung auftreten.

Schüßler-Salze bei Migräne:

  • Nr. 19 Cuprum arsenicosum D6 bei pulsierenden, zuckenden Krämpfen im Kopf.
  • Nr. 3 Ferrum phosphoricum D12, wenn Migräne-Patientinnen ein Druckgefühl im Kopf verspüren.
  • Nr. 4 Kalium chloratum D6, wenn die Migräne mit Übelkeit, Schwindel und Erbrechen von weißem Schleim einhergeht.
  • Nr. 8 Natrium chloratum D6, wenn durchsichtiger Schleim erbrochen wird.

Akutmaßnahmen bei Migräneattacke

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie empfiehlt in ihrer Leitlinie zur Therapie und Prophylaxe von Migräne, dass die Akutbehandlung von Migräneattacken vorrangig medikamentös erfolgen soll. Mittel der ersten Wahl sind Triptane, die speziell für die Behandlung von Migräneattacken entwickelt wurden.

Zusätzlich zu Medikamenten können folgende Maßnahmen zur Linderung beitragen:

  • Schonung: Sich zurückziehen und ausruhen.
  • Reizabschirmung: Einen ruhigen, abgedunkelten Ort aufsuchen, Ohropax oder Kopfhörer mit Noise-Cancelling Funktion verwenden, Sonnenbrille oder Schlafmaske tragen, Tuch bei Geruchsempfindlichkeit.
  • Kälte: Kühlakkus oder kalte Lappen auf Stirn oder Nacken.
  • Wärme: Wärmflasche oder Körnerkissen im Nacken, warmes Bad.
  • Öl: Pfefferminzöl oder Tigerbalsam auf Stirn auftragen.

Schmerzbewältigung

  • Imaginationsübungen: Sich eine bestimmte Situation oder Szene vorstellen, z. B. den Wohlfühlort am Strand, in den Bergen oder im Wald.
  • Entspannungstechniken: Autogenes Training, progressive Muskelentspannung.
  • Schmerzdistanzierung: Die Aufmerksamkeit weg vom Schmerz lenken.

Weitere Maßnahmen

  • Salziges Essen: Erdnüsse oder anderes Salzgebäck.
  • Zuckerhaltiges Essen: Bei Appetit auf Süßes.
  • Koffeinhaltige Getränke: Kaffee oder Cola.
  • Ingwer: Gegen Übelkeit, als Tee oder in Tropfenform.
  • Magnesium: Als Nahrungsergänzungsmittel.
  • CBD-Öl: Immer häufiger zur Behandlung chronischer Schmerzen und auch von Migräne verwendet.

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