Die Neurologie ist ein komplexes Gebiet der Medizin, das sich mit der Diagnose und Behandlung von Erkrankungen des Nervensystems befasst. In Montreal gibt es eine Vielzahl von neurologischen Praxen, die ein breites Spektrum an Dienstleistungen anbieten. Dieser Artikel soll einen Überblick über die neurologische Diagnostik und Behandlung in Montreal geben, wobei der Schwerpunkt auf der EMG (Elektromyographie) und anderen wichtigen Untersuchungsmethoden liegt.
Einführung
Die Neurologie befasst sich mit Erkrankungen des Gehirns, des Rückenmarks, der peripheren Nerven und der Muskeln. Neurologische Erkrankungen können vielfältige Ursachen haben und sich auf unterschiedliche Weise äußern. Eine präzise Diagnosestellung ist daher entscheidend, um Patienten schnellstmöglich mit der richtigen Therapie zu versorgen.
Das Praxisteam
Ein wichtiger Aspekt einer neurologischen Praxis ist das Team von Ärzten und medizinischen Fachkräften. In vielen Praxen in Montreal arbeiten erfahrene Neurologen, die sich auf verschiedene Bereiche der Neurologie spezialisiert haben. Diese Spezialisierungen können beispielsweise Bewegungsstörungen (Parkinson-Krankheit), Demenzerkrankungen, Multiple Sklerose oder Kopfschmerzen umfassen.
Ein Beispiel für ein solches Team ist das von Aleksandar Spasovski, der sein Medizinstudium in Skopje, Mazedonien, abgeschlossen und seine Facharztausbildung in Deutschland absolviert hat. Seine berufliche Laufbahn führte ihn durch verschiedene neurologische Kliniken, bevor er sich in Montreal niederließ.
Neurologische Untersuchungsmethoden
Um eine neurologische Erkrankung zu diagnostizieren, stehen verschiedene Untersuchungsmethoden zur Verfügung. Diese Methoden ermöglichen es, die Funktion des Nervensystems zu beurteilen und Schädigungen oder Veränderungen zu erkennen.
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Anamnese und neurologische Untersuchung
Am Anfang jedes Besuchs in einer neurologischen Praxis steht immer ein umfassendes ärztliches Gespräch, die Anamnese. Hierbei werden die allgemeine Krankheitsgeschichte (Vorerkrankungen, Operationen, Medikamenteneinnahmen) sowie das aktuelle Beschwerdebild erfasst.
Auf die Anamnese folgt eine grundlegende neurologische Untersuchung. Diese beinhaltet die Inspektion (Begutachtung von Verletzungen, der Haltung, des Gangbildes), eine allgemeine internistische Untersuchung (Überprüfung der Herzfunktion, der großen Gefäße und der Pulse) sowie die Prüfung von Hirnnerven, Reflexen, Motorik, Sensibilität und Koordination. Auch die psychische Bewusstseinslage wird aufgenommen.
Elektrophysiologische Untersuchungen
Elektrophysiologische Untersuchungen spielen eine wichtige Rolle in der neurologischen Diagnostik. Sie ermöglichen es, die elektrische Aktivität von Nerven und Muskeln zu messen und zu beurteilen. Zu den wichtigsten elektrophysiologischen Untersuchungsmethoden gehören:
- EEG (Elektroenzephalographie): Beim EEG werden "die Hirnströme gemessen". Die Methode ist in erster Linie wichtig für die Diagnose und die Behandlung von Anfallserkrankungen (Epilepsien). Bei der Durchführung der Untersuchung wird dem Patienten eine Haube aus Plastikkabeln auf den Kopf gesetzt. An dieser Haube werden an bestimmten definierten Stellen der Kopfhaut Elektroden befestigt. Dazu muss die Kopfhaut an den entsprechenden Stellen von uns sorgfältig gereinigt werden. Weitere Elektroden werden an den Ohren sowie an den Handgelenken befestigt. Die Ableitung der Hirnströme selbst erfolgt dann über einen Zeitraum von etwa 20 Minuten. Manchmal werden so genannte Provokationsmethoden angewandt. Sie sollten zu dieser Untersuchung mit gewaschenen Haaren erscheinen. Bitte benutzen Sie jedoch vorher kein Haarspray oder Cremespülungen. Normalerweise werden für ein EEG 21 Elektroden verwendet. Um das Anbringen zu erleichtern, sind sie meist samt Kabeln in einer Haube zum Aufsetzen auf den Kopf befestigt. Eine Rasur ist nicht nötig. Gemessen wird in entspannter, möglichst ruhiger Haltung im Liegen oder Sitzen. Während der Untersuchung gibt eine medizinische Fachkraft Anweisungen, zum Beispiel die Augen zu öffnen oder heftig ein- und auszuatmen. Die Elektroenzephalographie ist die wichtigste Untersuchung in der Diagnosestellung der Epilepsien. Ein Elektroenzephalogramm ist beim Auftreten von Symptomen wie Schwindel, Vergesslichkeit, Delirium oder Sprachstörungen sinnvoll. Mögliche Krankheiten, bei der wir eine Störung der Gehirnaktivität feststellen können, sind Epilepsie, eine Entzündung des Gehirns (Enzephalitis) sowie lokal begrenzte Hirnschädigungen (z. B.
- EMG (Elektromyographie): Bei bestimmten Fragestellungen ist es gelegentlich erforderlich, die elektrische Tätigkeit in der Muskulatur zu untersuchen. Wir können dann beurteilen, ob der diesen Muskel versorgende Nerv geschädigt ist, wie hochgradig ggf. diese Schädigung ist und ob Aussicht auf Erholung und Besserung besteht. Das elektromyographisch gemessene Aktivitätsmuster hilft bei der Unterscheidung und Zuordnung von muskulär und nervlich bedingten Erkrankungen. Bei einigen Erkrankungen lässt die Methode auch prognostische Aussagen über den Heilungsverlauf zu, so zum Beispiel bei Nervenverletzungen nach einem Unfall oder einer druckbedingten Nervenschädigung oder auch bei bestimmten Formen von Muskelentzündungen. Ernsthafte Komplikationen treten im Allgemeinen nicht auf. Die verwendeten Nadelelektroden sind wesentlich dünner als Injektionsnadeln zur Blutentnahme. Die Einstiche sind mit denen einer Akupunktur vergleichbar. Eine elektromyographische Untersuchung kann nicht durchgeführt werden, wenn eine Störung der Blutgerinnung vorliegt, zum Beispiel bei Bluterkrankungen oder unter einer medikamentösen Blutverdünnung mit Heparin, Cumarinen oder modernen Antikoagulanzien (z. B. Dabigatran / Rivaroxaban). Mit einer Elektromyographie können wir die natürliche elektrische Aktivität von Muskeln messen und diese auf einem Elektromyogramm darstellen. Auf diese Weise können wir feststellen, ob die Ursache von Symptomen wie Muskelschwäche oder -lähmung im Bereich des Muskels oder der ihn versorgenden Nervenstruktur liegt. Für die Untersuchung setzen wir Elektroden ein, die entweder auf die Haut geklebt (Oberflächen-EMG) oder durch feine Nadeln (Nadel-EMG) in den Muskel gestochen werden. Das oberflächliche EMG ist schmerzfrei und auch das Nadel-EMG ist nicht unangenehmer als eine Blutabnahme. Die Erfassung der elektrischen Aktivität erfolgt sowohl im Ruhezustand als auch bei Bewegung.
- ENG (Elektroneurographie): Bei diesen Untersuchungen werden „Nervenmessungen“ durchgeführt. Damit finden wir heraus, ob die Nervenbahnen, also die „elektrischen Kabel“ im Körper, geschädigt oder sogar unterbrochen sind. Wir untersuchen damit auch, ob Nerven nur an einer bestimmten Stelle betroffen sind, beispielsweise durch eine „Einklemmung“ oder ob eine allgemeine Schädigung der Nervenbahnen vorliegt. Bei dieser Methode werden die Nervenbahnen an Armen oder Beinen mit leichten Stromimpulsen gereizt, was häufig auch abschnittsweise erfolgt. Damit kann z. B. die Leitgeschwindigkeit der Nerven bestimmt werden. Es können auch Unterbrechungen sowie der Ort dieser Unterbrechungen näher eingegrenzt werden. Es können sowohl motorische Nervenbahnen („Bewegungsnerven“) als auch sensible Bahnen („Empfindungsnerven“) untersucht werden. Bei manchen Symptomen kann es sinnvoll sein, bestimmte elektrische Reflexe zu untersuchen. Die Elektroneurographie hilft bei der Untersuchung, Zuordnung und Verlaufsbeobachtung von verschiedenen Nerven- und Muskelerkrankungen. Dabei wird sie im Bedarfsfall mit der Elektromyographie kombiniert. Hierdurch wird es möglich, Art und Ausmaß struktureller Schädigungen der betreffenden Nerven- und Muskelzellen zu beschreiben. Bei stoffwechselbedingten Nervenerkrankungen (z. B. Bei der Untersuchung ist die Reizung mit schwachen Stromimpulsen notwendig. Diese Impulse können in Abhängigkeit von der zugrundeliegenden Nervenerkrankung als unangenehm empfunden werden. Die elektrische Reizung ist indessen für die Patient*innen im Allgemeinen harmlos. Bei einer Elektroneurographie bestimmen wir die Geschwindigkeit, mit der periphere Nerven (jene, die nicht zum Gehirn und Rückenmark gehören) Reize weiterleiten. Sie wird sowohl bei motorischen (muskelversorgenden) als auch bei sensiblen (sinnesempfindenden) Nerven angewendet und dient uns zur Beurteilung von Art und Schwere einer Nervenschädigung. Mögliche Einsatzgebiete sind bspw. traumatische Nervenverletzungen (z. B. durch Schnitt- oder Stichwunden), Polyneuropathie sowie das Karpaltunnelsyndrom. Für die Untersuchung werden zwei Elektroden im Nervenverlauf auf die Haut geklebt und die dazwischenliegende Strecke notiert. In eine der Elektroden geben wir einen Reiz für die darunterliegenden neuralen Strukturen ab. Die andere Elektrode registriert die Ankunft des Reizes in Form einer Muskelkontraktion (bei motorischen Nerven) bzw. einer graphisch sichtbaren Potenzialänderung (bei sensiblen Nerven). Aus der Zeit, die der Reiz für das Zurücklegen der Strecke benötigt hat, errechnen wir die Nervenleitgeschwindigkeit.
- Evozierte Potentiale: Bei dieser Methode werden bestimmte Nerven gereizt und wir sehen, was dann „im Gehirn ankommt“. Dazu werden Elektroden an der Kopfhaut angebracht. Dann werden bei den somatosensorisch evozierten Potentialen (SSEP) eine Zeitlang meist an Händen und/oder Füßen bestimmte Nerven mit leichten Stromimpulsen gereizt. Bei den visuell evozierten Potentialen (VEP) wird der Sehnerv gereizt, indem der Patient auf einem Monitor ein schwarz-weißes Schachbrettmuster fixiert. Bei akustisch evozierten Potentialen (AEP) werden die Hörnerven gereizt. VEP - Visuell evozierte Potentiale ermöglichen eine Beurteilung des Sehnerven und der Sehbahn, vor allem in der Diagnostik der Optikus- neuritis bei Multipler Sklerose. Bei der Untersuchung betrachtet der Patient auf einem Bildschirm ein digitales Schachbrettmuster, das in Sekundenabständen seine Farben wechselt (schwarz wird zu weiß und umgekehrt). (F)AEP - (Frühe) akustisch evozierte Potentiale ermöglichen eine Beurteilung der zentralen und peripheren Hörbahn und werden bei Erkrankungen des Hörnerven sowie des Hirnstamms eingesetzt. Den Patient*innen werden über einen Kopfhörer Töne vorgespielt. SEP - Somatisch evozierte Potentiale (SSEP = Somatosensibel evozierte Potentiale) ermöglichen eine Beurteilung der zentralen somatosensiblen Leitungsbahn und peripherer sensibler Nerven. Über eine Stimulationselektrode in der Nähe eines sensiblen Nervs werden wiederholte elektrische Reize gesetzt. Typische Reizorte sind der Nervus tibialis am Bein oder der Nervus medianus an der Hand, aber auch der Gesichtsnerv. Gemessen wird die Geschwindigkeit der Reizübertragung bis zum Gehirn oder Rückenmark. Zur Diagnostik einiger neurologischer Erkrankungen messen wir evozierte Potentiale. Hierzu zählen die visuell evozierten Potentiale (VEP), welche bei der MS-Diagnostik häufig hilfreich sind. Nerven leiten Strom und können von außen durch elektrische Impulse erregt werden.
Bildgebende Verfahren
Bildgebende Verfahren wie die Dopplersonographie und die farbkodierte Duplexsonographie spielen ebenfalls eine wichtige Rolle in der neurologischen Diagnostik.
- Dopplersonographie und Duplexsonographie: Mit der Dopplersonographie können die Flussgeschwindigkeit und die Art und Weise des Blutflusses in den hirnversorgenden Blutgefäßen untersucht werden. Wir können feststellen, ob Einengungen oder sogar Verschlüsse bestimmter Blutgefäße vorliegen. Mit der farbkodierten Duplexsonographie können die Gefäße und die Gefäßwände zusätzlich auch bildlich dargestellt werden. Hier wird die Ultraschallsonde am Hals, unterhalb der Ohren sowie in der Schlüsselbeingrube aufgesetzt. Hierbei wird die Ultraschallsonde an den Schläfen und am Nacken aufgesetzt. Mit einer Duplexsonographie können wir auf schmerzfreie und unkomplizierte Weise den Verlauf, die Weite sowie die Beschaffenheit Ihrer Blutgefäße beurteilen. Wir können die Wanddicke und arteriosklerotische Gefäßablagerungen ausmessen und für einen direkten Vergleich bei weiteren Verlaufskontrollen dokumentieren. In der neurologischen Gefäßultraschalldiagnostik werden hauptsächlich Verengungen (Stenosen), Verschlüsse, aber auch Umgehungskreisläufe beurteilt. Die gesamte Untersuchung dauert im Allgemeinen ca. 15 Minuten.
Weitere Untersuchungsmethoden
Neben den genannten Methoden gibt es weitere Untersuchungsmethoden, die in der neurologischen Diagnostik eingesetzt werden können:
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- Liquorpunktion: Der Liquor cerebrospinalis (ugs. „Nervenwasser”) ist eine klare Flüssigkeit, die in speziellen Räumen des Gehirns und des Wirbelkanals zirkuliert. Sie dient dem Schutz des Gehirns und des Rückenmarks, indem sie von außen wirkende Druckbelastungen abfängt und abschwächt oder eine Überwärmung des empfindlichen zentralen Nervensystems ableitet. Für diagnostische Zwecke entnehmen wir etwas Liquor mit einer dünnen Nadel. Diese Liquorpunktion erfolgt im entspannten Sitz mit freiem Oberkörper. Durch den „Katzenbuckel“ treten die Dornfortsätze der Wirbelsäule hervor und wir können die Nadel präzise unterhalb des Rückenmarks im Lendenbereich zwischen zwei Wirbeln in den Spinalkanal einführen. Dort entnehmen wir wenige Milliliter des Liquors, welchen wir anschließend im Labor analysieren. Die Liquordiagnostik ist für die Krankheitsfeststellung von entscheidender Bedeutung. Sind zum Beispiel rote Blutkörperchen im Liquor enthalten, spricht dies für eine Blutung am Rückenmark oder Gehirn. Können wir Eiweißveränderungen nachweisen, kann eine entzündliche Nervenerkrankung vorliegen.
- Neuropsychologische Testung: In unserer neuropsychiatrischen Praxis führen wir bei einem Verdacht auf Demenz grundsätzlich den MoCa Test (Montreal Cognitive Assessment), den MMST (Mini Mental Status Test) sowie den DemTect (Demenz-Detektion) durch. Demenztests dienen einerseits dazu, herauszufinden, ob überhaupt eine Hirnleistungsstörung vorliegt. Andererseits wird mit ihnen dann auch der Schweregrad der Erkrankung auch im zeitlichen Verlauf bestimmt. Auch Tests, die das Vorhandensein einer depressiven Erkrankung abbilden, werden zur Abgrenzung eingesetzt. Als Instrumente zur orientierenden Einschätzung von kognitiven Störungen sind zum Beispiel der Mini-Mental-Status-Test (MMST), DemTect und der Montreal-Cognitive-Assessment-Test (MoCA) geeignet. Der Uhrentest (Abbildung 3), der insbesondere visuokonstruktive Funktionen testet, kann in Kombination mit den anderen genannten Kurztestverfahren die diagnostische Aussagekraft erhöhen.
- Nervenultraschall: Der Nervenultraschall ist eine moderne Methode zur Feststellung von Schädigungen an peripheren Nerven und wird z. B. bei einem Karpaltunnelsyndrom oder Verletzungen eingesetzt. In Ergänzung zur Elektroneurographie und Elektromyographie lassen sich mit diesem Verfahren Zusatzinformationen erlangen. Besonders ist dies bei der Frage nach einem Karpaltunnelsyndrom und bei der Diagnose entzündlicher Neuropathien (z. B.
Behandlung neurologischer Erkrankungen
Die Behandlung neurologischer Erkrankungen ist vielfältig und richtet sich nach der Art und Schwere der Erkrankung. Zu den wichtigsten Behandlungsansätzen gehören:
- Medikamentöse Therapie: Zahlreiche neurologische Erkrankungen können mit Medikamenten behandelt werden. Die Auswahl der Medikamente richtet sich nach der jeweiligen Erkrankung und den individuellen Bedürfnissen des Patienten. Alle bei uns zum Einsatz kommenden Medikamente haben sich in vorherigen Studien (sogenannte Phase 1 und Phase 2 Studien) als sicher erwiesen und dabei Anlass zur Erwartung guter therapeutischer Ergebnisse gegeben.
- Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie: Diese Therapieformen können bei vielen neurologischen Erkrankungen helfen, dieFunktion und Lebensqualität der Patienten zu verbessern.
- Spezielle Sprechstunden: Viele neurologische Praxen bieten spezielle Sprechstunden für bestimmte Erkrankungen an. So gibt es beispielsweise spezielle Sprechstunden für Patienten mit Multipler Sklerose oder Parkinson-Krankheit. Wir bieten unseren Patientinnen, die an Multiple Sklerose erkrankt sind, eine spezielle Sprechstunde bei unserer speziell ausgebildeten MS-Nurse Frau Röttger an. Hier können zusätzlich zum Arzt-Patientinnen Gespräch spezifische Fragen, z.B. zu Nebenwirkungen der oralen Medikation, der Spritzen- oder Infusionsbehandlung oder auch allgemeine Fragestellungen zum alltäglichen Umgang mit der Erkrankung ausführlich erörtert werden. Wir bieten unseren Patientinnen mit Parkinsonerkrankungen eine spezielle Sprechstunde bei unserer speziell ausgebildeten Parkinson-Nurse Frau Bott an. Hier können zusätzlich zum Arzt-Patientinnen-Gespräch spezifische Fragen, z.B. zu Nebenwirkungen der oralen Medikation, der Pflaster- und Pumpenbehandlung oder auch allgemeine Fragestellungen zum alltäglichen Umgang mit der Erkrankung ausführlich erörtert werden.
- Klinische Studien: Der Fortschritt in der Medizin zur besseren Therapie insbesondere chronischer Erkrankungen wie Parkinson, Demenz oder MS basiert auf den Ergebnissen klinischer Studien.
Spezialisierte Versorgung
Einige neurologische Praxen in Montreal bieten spezialisierte Versorgungsangebote für bestimmte Patientengruppen an. Dazu gehören beispielsweise:
- Schlaganfallbehandlung: Zeit ist Hirn: Je mehr Zeit zwischen einem Schlaganfall und seiner Behandlung verstreicht, umso größer ist der Schaden für den Betroffenen.
- Begutachtungen: Wir sind zertifizierte Gutachter der Deutschen Gesellschaft für Neurologie und Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Neurowissenschaftliche Begutachtung. Wenn erforderlich oder beauftragt, werden von hier aus gerne weitere Zusatzbegutachtungen, beispielsweise auch Neuropsychologische Zusatzgutachten, veranlasst.
Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL)
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen in der Regel nur die Kosten für medizinische Leistungen, die im Behandlungskatalog enthalten sind und die für die Diagnostik und Behandlung der Erkrankung ausreichend sind. Einige neurologische Praxen bieten jedoch auch individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) an, die über diese Grundversorgung hinausgehen. Wegen des erheblichen Fortschritts insbesondere im Bereich der Neurowissenschaften gibt es jedoch natürlich auch viele diagnostische und therapeutische Methoden, die ergänzend zu dieser „Grundversorgung“ sehr hilfreich sind. Diese Methoden können wir Ihnen in unserer Praxis als so genannte „individuelle Gesundheitsleistungen“ anbieten.
Fallbeispiele
Die folgenden Fallbeispiele illustrieren die Bedeutung einer umfassenden neurologischen Diagnostik und Behandlung:
- Impulskontrollstörung bei Parkinson-Syndrom: Dieser Fall beschreibt die hochrelevante Nebenwirkung einer Impulskontrollstörung bei einem IPS unter Dopaminagonisten-Behandlung. In der Initialtherapie des IPS werden MAO-B-Hemmer, Dopaminagonisten oder Levodopa eingesetzt [1]. Bei jüngeren Patienten (< 70 Jahre) werden dabei neben einem MAO-B-Hemmer bevorzugt die nicht-ergolinen Dopaminagonisten Pramipexol, Ropinirol, Rotigotin oder Pirepidil verwendet. Da Dopaminagonisten auch an periphere Dopaminrezeptoren binden, können darunter periphere Nebenwirkungen wie Knöchelödeme, orthostatische Beschwerden und Übelkeit auftreten. Außerdem besteht ein erhöhtes Risiko für neuropsychiatrische Symptome wie Impulskontrollstörungen, Halluzinationen oder ein dopaminerges Dysregulationssyndrom.
- Infektassoziierte Dekompensation einer Demenz: Ein 72-jähriger Mann wurde vom Rettungsdienst wegen eines akuten Verwirrtheitszustands in die neurologische Notfallaufnahme gebracht. Im häuslichen Umfeld hatte er sich in den Tagen zuvor zunehmend desorientiert gezeigt und den nicht im Haushalt lebenden Sohn teilweise nicht erkannt. Zudem zeigte er wiederholt illusionäre Verkennungen, bei denen er Bäume im Garten für fremde Personen hielt.
- Amyotrophe Lateralsklerose (ALS): Eine 53-jährige Frau stellte sich mit einer seit einem Jahr progredienten Fußheberschwäche rechts vor. Aufgrund dessen hatte sie eine operative Mikrodekompression LWK 4/5 erhalten, allerdings ohne Besserung. Elektromyografisch fand sich chronisch-neurogener Umbau in der Muskulatur des rechten Arms und beider Beine sowie paravertebral, zusätzlich konnten in drei verschiedenen Regionen akute Denervierungszeichen detektiert werden (Abbildung 4). Ergänzend ergaben sich in der transkraniellen Magnetstimulation Hinweise für eine Schädigung der Pyramidenbahn zu beiden Beinen.
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