Alzheimer ist eine fortschreitende neurodegenerative Erkrankung, die durch den Abbau von Nervenzellen im Gehirn gekennzeichnet ist. Sie ist die häufigste Form der Demenz und führt zu Gedächtnisverlust, Orientierungsschwierigkeiten, Sprachstörungen und Veränderungen der Persönlichkeit. Doch ist Alzheimer direkt tödlich? Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der Alzheimer-Krankheit, ihren Verlauf und die Ursachen, die letztendlich zum Tod führen können.
Was ist Alzheimer?
Alzheimer schleicht sich ins Leben ein. Zunächst treten leichte Gedächtnisprobleme und Orientierungsschwierigkeiten auf. Vergesslichkeit kann ein Anzeichen für Alzheimer sein, muss es aber nicht. Es gehört zum Älterwerden dazu, öfter etwas zu vergessen oder sich langsamer zu erinnern.
Die Alzheimer-Krankheit ist eine hirnorganische Krankheit. Sie führt zu einem Abbau der Nervenzellen im Gehirn und dadurch auch zu zunehmenden Einschränkungen der Fähigkeiten der Erkrankten. Der größte Risikofaktor für die Entwicklung einer Alzheimer-Krankheit ist das Alter. Je älter man wird, umso größer ist auch das Risiko, an Alzheimer zu erkranken. Die meisten Betroffenen sind älter als 80 Jahre, nur in seltenen Fällen beginnt die Krankheit vor dem 65. Lebensjahr. Erbliche Formen der Alzheimer-Krankheit sind sehr selten.
Kennzeichnend für die Erkrankung ist der langsam fortschreitende Untergang von Nervenzellen und Nervenzellkontakten. Im Gehirn von Alzheimer-Kranken sind typische Eiweißablagerungen (Amyloid-Plaques und Tau-Fibrillen) festzustellen.
Zum Krankheitsbild gehören Gedächtnis- und Orientierungsstörungen, Sprachstörungen, Störungen des Denk- und Urteilsvermögens sowie Veränderungen der Persönlichkeit. Diese Störungen sind bei den Betroffenen unterschiedlich stark ausgeprägt und nehmen im Verlauf der Erkrankung zu. Die Alzheimer-Krankheit führt zu einer Schrumpfung bestimmter Bereiche des Gehirns. Diese Schrumpfung kann mithilfe von MRT (Magnet-Resonanz-Tomographie) oder CT (Computer-Tomografie) sichtbar gemacht werden.
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Das Typische der Alzheimer-Krankheit besteht darin, dass das Absterben von Nervenzellen mit der Bildung von abnorm veränderten Bruchstücken des Tau-Proteins einhergeht, die sich in Form von Fäserchen in den Nervenzellen des Gehirns ablagern. Die zweite für die Alzheimer-Krankheit charakteristische Eiweiß-Ablagerung sind die zwischen den Nervenzellen zu findenden Plaques. Sie bestehen aus einem Amyloid-Kern, der von veränderten Nervenzellfortsätzen und Stützzellen umgeben wird. Beides gemeinsam führt zur zunehmenden Zerstörung der Nervenzellen des Gehirns.
Ursachen und Risikofaktoren
Die genauen Ursachen der Alzheimer-Krankheit sind noch nicht vollständig erforscht. Im Gehirn von Menschen mit Alzheimer lagern sich schädliche Proteine wie Amyloid-beta ab. Menschen können sich nicht gegenseitig mit der Alzheimer-Krankheit anstecken. Daher ist kein spezieller Schutz im täglichen Umgang mit Patientinnen und Patienten in der Pflege nötig. In der Grundlagenforschung wird die Fragen nach einer möglichen Ansteckung nicht ausgeklammert. Ursache von Alzheimer und den meisten anderen Demenzerkrankungen ist das Absterben von Nervenzellen im Gehirn. Da die Schädigung des Gehirns nicht rückgängig gemacht werden kann, sind diese Demenzen nicht heilbar. Es gibt aber auch Demenzformen, bei denen andere Grunderkrankungen die Ursache für die Beschwerden sind. Das können Hirnverletzungen sein, Depressionen, Durchblutungsstörungen, Vitaminmangel oder Alkoholmissbrauch.
Genetische Faktoren spielen eine wesentliche Rolle bei der Entstehung der Alzheimer-Krankheit und anderer Demenzen. Allerdings sind sie in weniger als 3% der Fälle der alleinige Auslöser für die Krankheit.
Es gibt eine Reihe an Faktoren, die das Risiko für die Entwicklung von Demenzerkrankungen und kognitiven Abbauprozessen erhöhen können. Ja, aber nur bei circa einem Prozent aller Alzheimer-Fälle handelt es sich um eine Erbkrankheit. Dabei spricht die Medizin von einer sogenannten familiären Alzheimer-Demenz, kurz FAD. Nein. Zwar hat ein britisches Forschungsteam im Januar 2024 berichtet, dass die Alzheimer-Krankheit unter speziellen Bedingungen möglicherweise übertragbar sein kann. Umso wichtiger ist es, die Risikofaktoren für eine Alzheimer-Demenz zu kennen und aktive Gegenmaßnahmen zu ergreifen.
Diagnose
Die Diagnose von Demenzerkrankungen lässt sich bei den meisten Betroffenen mit einfachen Mitteln stellen. Auch die Alzheimer-Krankheit kann mit geringem diagnostischen Aufwand gut erkannt werden. Die Ärztin oder der Arzt muss bei Patientinnen und Patienten mit Störungen des Gedächtnisses, der Orientierung, der Sprache oder des Denk- und Urteilsvermögens eine sorgfältige Untersuchung durchführen, um behebbare Ursachen dieser Leistungsstörungen auszuschließen, einen individuell abgestimmten Behandlungsplan zu entwerfen und die Betroffenen und ihre Familien aufzuklären und zu beraten. Sofern Warnsignale vorliegen, zum Beispiel Vergesslichkeit für wiederkehrende Ereignisse und alltägliche Begebenheiten, Wortfindungsstörungen oder Orientierungseinbußen, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Gerade bei leichten, beginnenden Einbußen ist es empfehlenswert, - nach Absprache mit dem Hausarzt - einen Facharzt (Neurologe bzw. Psychiater) oder eine Gedächtnissprechstunde aufzusuchen.
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Eine frühe Diagnose bei Alzheimer ist in vieler Hinsicht wichtig, auch wenn die Krankheit an sich bislang nicht heilbar ist. Sie bildet die Grundlage für alle weiteren Maßnahmen, die im nächsten Schritt getroffen werden sollten. Gerade zu Beginn führen frühe Anzeichen wie Vergesslichkeit oftmals zu Konflikten. Zu wissen, dass sich hinter diesen Anzeichen eine beginnende Alzheimer-Krankheit verbirgt, schafft mehr Verständnis und kann somit auch Konflikten vorbeugen. Das Wissen und der offene Austausch über die Erkrankung ist also in vielen Fällen sehr wertvoll. Erste Anlaufstelle zur Abklärung dieser Auffälligkeiten ist in der Regel Ihr Hausarzt. Neurologen sind Spezialisten für Erkrankungen des Nervensystems, einschließlich des Gehirns. In vielen Krankenhäusern gibt es spezielle Gedächtnissprechstunden oder ganze Gedächtnisambulanzen, die auf die Frühdiagnostik bei beginnenden Gedächtnisproblemen spezialisiert sind. Bei dem Verdacht auf eine Alzheimer-Krankheit kann die weitere Diagnostik und Behandlung auch hier erfolgen.
Die Diagnostik bei einer Alzheimer-Krankheit umfasst in der Regel mehrere Untersuchungen und spezielle Tests. Das ist wichtig, denn die Symptome des Patienten müssen gründlich bewertet und abgeklärt werden. Kognitive Tests und psychometrische Tests: Im Rahmen von verschiedenen Demenz-Tests wird die geistige Leistungsfähigkeit untersucht.
Stadien der Alzheimer-Krankheit
Die Alzheimer-Krankheit ist chronisch. Wie lange die einzelnen Krankheitsstadien bei Alzheimer andauern, variiert je nach Einzelfall. Eine Alzheimer-Demenz kann dazu führen, dass die betroffene Person im Laufe der Zeit gepflegt werden muss und einen Pflegegrad erhält.
Oftmals beginnt eine Alzheimer-Erkrankung mit „leichten kognitiven Störungen“. Durch die relativ geringen Auswirkungen zu Beginn können Betroffene ihr Leben und den Alltag noch gut ohne Hilfe selbst organisieren und meistern - doch genau deshalb wird dieses Frühwarnzeichen oft nicht erkannt. Gerade zu Beginn der Erkrankung fällt es dem Betroffenen und den Angehörigen leicht, die Symptome herunterzuspielen und nicht so ernst zu nehmen. Dennoch sollte man, wenn sich Veränderungen über mehrere Wochen bis Monate manifestieren, diese zügig abklären, da auch andere Ursachen wie zum Beispiel Nährstoffmangel oder Blutarmut demenzähnliche Symptome auslösen können.
Im frühen Stadium von Alzheimer, auch als Stadium 2 bekannt, sind die Störungen noch relativ gering. Allerdings ist das Kurzzeitgedächtnis bereits beeinträchtigt, und es fällt den Betroffenen schwer, sich zu konzentrieren und Gesprächen zu folgen. Sie benötigen Unterstützung bei finanziellen Angelegenheiten oder Behördengängen. Dinge werden verlegt, Informationen nicht behalten. Eine Patientenverfügung stellt sicher, dass Ihre medizinischen Wünsche auch in unerwarteten Situationen respektiert werden und bewahrt so Ihre Selbstbestimmung. Sie greift in Situationen, in denen Sie aufgrund von Krankheit oder Verletzung nicht in der Lage sind, sie selbst auszudrücken.
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Ebenso nehmen Sprach- und Orientierungsprobleme sowie Vergesslichkeit zu und der Tag-Nacht-Rhythmus kann gestört sein. Häufig stellt sich im mittleren Stadium auch eine massive Unruhe ein. Viele Betroffene neigen dazu, aus der Wohnung zu laufen, eine sogenannte Hinlauftendenz. Für viele Angehörige ist es besonders schwierig, wenn der Erkrankte ihren Namen nicht mehr weiß oder sie für eine andere Person hält. Manchmal sogar für jemanden, den er nicht mag oder sogar fürchtet. Außerdem kann es zu aggressivem Verhalten und Wutausbrüchen kommen. Wenn Sie eine nahestehende Person mit Alzheimer im Umfeld haben oder sogar pflegen, ist es wichtig, dass Sie sich mit der Erkrankung und den möglichen Entlastungsangeboten beschäftigen. Wer mehr über die Alzheimer-Krankheit weiß, kann besser damit umgehen.
Essen und Trinken ist nicht mehr selbstständig möglich. Die Betroffenen erkennen meist vertraute Personen nicht mehr, verlieren die Fähigkeit zu sprechen und ihre Bewegungen zu koordinieren. Im Endstadium von Alzheimer sind die meisten Patienten teilnahmslos. Verschiedene Faktoren im Endstadium von Alzheimer schwächen zudem das Immunsystem der Patienten. In der Folge sind sie anfälliger für Infektionskrankheiten, die dann oftmals tödlich enden.
Ist Alzheimer direkt tödlich?
Demenzerkrankungen wie Alzheimer selbst sind nicht direkt tödlich, führen jedoch zu einem fortschreitenden Abbau körperlicher und geistiger Funktionen, einschließlich der motorischen Fähigkeiten. Die Alzheimer-Krankheit selbst führt nicht zum Tod.
Die meisten Menschen sterben also nicht direkt an der Alzheimer-Erkrankung, sondern an ihren Folgen für die Selbstversorgung und Mobilität der Betroffenen.
Im Endstadium einer Demenz sind Körper und Geist deutlich geschwächt. Viele Menschen werden bettlägerig und anfälliger für Infektionen, insbesondere für Lungenentzündungen.
Todesursachen im Zusammenhang mit Alzheimer
Im späten Stadium ist der Körper meist stark geschwächt, sodass das Risiko für Infektionen, wie beispielsweise Lungenentzündungen, steigt. Die Anfälligkeit für Infekte steigt an und kann schnell lebensbedrohlich werden. Die häufigste Todesursache ist demnach die Lungenentzündung, die bei der Hälfte der Menschen mit Demenz in den letzten Lebenswochen auftritt. Ursache muss nicht immer eine Infektion sein. Aber auch Harnwegsinfekte treten überdurchschnittlich häufig auf. Problematisch ist hierbei nicht der Infekt an sich, da dieser gut behandelbar ist. Die Betroffenen können ihre Beschwerden oft aber nicht deuten oder kommunizieren. Ebenfalls häufig kommen Stürze bei Demenzpatienten vor. Die Muskelkraft lässt bereits in frühen Phasen der Erkrankung nach und erhöht das Risiko für Stürze und Knochenbrüche. Aber auch chronische Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck oder Dyslipidämien können mit fehlender oder unzureichender ärztlicher Begleitung zu Schlaganfall oder Herzinfarkt führen. Viele Erkrankte nähmen mit der Zeit immer weniger Nahrung und Flüssigkeit zu sich, informiert die Initiative. Dies könne verschiedene Gründe haben. Das Schlucken falle schwer oder die Aufnahme werde schlicht verweigert. Für Angehörige sei dies meist schwer auszuhalten. Die Patienten müssten aber nicht verhungern oder verdursten. Vielmehr seien diese Veränderungen Teil des normalen Sterbeprozesses, der auch bei anderen Menschen, die nicht an Demenz erkrankt sind, zu beobachten ist.
Hier eine detailliertere Aufschlüsselung der häufigsten Todesursachen:
- Lungenentzündung: Rund die Hälfte aller Menschen mit fortgeschrittener Demenz entwickelt in den letzten beiden Lebenswochen eine Lungenentzündung. Ursache kann eine Infektion oder eine Schluckstörung sein. Wenn Speichel, Nahrung oder Flüssigkeiten in die Luftröhre gelangen, kann sich eine Entzündung entwickeln. Personen mit Demenz leiden häufig an Schluckstörungen. Diese können Lungenentzündungen verursachen.
- Harnwegsinfekte: Bei einer Demenzerkrankung treten komplizierte Harnwegsinfekte überdurchschnittlich häufig auf. Da erkrankte Menschen ihre Beschwerden oft nicht deuten oder mitteilen können, bleibt eine eigentlich gut behandelbare Infektion manchmal unentdeckt. So kann sie sich zu einer schweren Verlaufsform (Sepsis) entwickeln, die fast immer tödlich endet.
- Chronische Krankheiten: Chronische Krankheiten, wie Diabetes und Bluthochdruck können, insbesondere wenn sie nicht ärztlich eng begleitet werden, zu Gefäß- und Organschäden führen - mit Folgen wie Schlaganfällen oder Herzinfarkten.
- Virusinfektionen: Eine geschwächte Abwehr begünstigt schwere Verläufe bei Grippe oder Corona und kann den Körper zusätzlich stark belasten.
- Stürze: Schon in frühen Krankheitsphasen lassen Kraft, Muskelstärke und die räumliche Orientierung nach. Das erhöht das Risiko für (schwere) Stürze. Muss jemand nach einem Sturz operiert werden und/oder lange im Krankenhaus bleiben, kann dies den Körper zusätzlich stark belasten.
- Dehydration und Mangelernährung: Gegen Ende des Lebens nehmen viele Erkrankte nur noch wenig Nahrung oder Flüssigkeit zu sich. Häufig fällt das Schlucken schwer, Nahrung bleibt im Mund liegen oder wird verweigert.
Lebenserwartung bei Alzheimer
Die Lebenserwartung bei Alzheimer variiert individuell: Studien zeigen eine durchschnittliche Lebenserwartung nach Diagnosestellung von 4,8 Jahren für Menschen mit Demenz insgesamt. Dieser Durchschnittswert kann individuell stark abweichen. Der Verlauf der Krankheit ist bei jedem etwas unterschiedlich. Die Erkrankten sind aber zunehmend auf Hilfe und Unterstützung angewiesen. Die Krankheitsdauer bis zum Tod beträgt im Durchschnitt etwa acht Jahre. Es gibt aber sehr schnelle Verläufe von nur zwei Jahren und sehr langsame Verläufe von über 20 Jahren.
Im Durchschnitt verläuft eine Alzheimer-Erkrankung acht bis zehn Jahre nach der Diagnose tödlich. Aber das kann je nach Patient und Krankheitsverlauf sehr unterschiedlich sein.
Palliative Versorgung
Je weiter die Demenz fortschreitet, desto schlechter können die Patienten ihre Beschwerden oder Bedürfnisse mitteilen. So können sich Schmerzen durch Unruhe, Aggression, Stöhnen oder Jammern äußern, heißt es in der Mitteilung. In der Leitlinie zur Behandlung von Menschen mit Demenzerkrankungen wird seit Februar 2025 eine palliative Schmerzlinderung am Lebensende empfohlen.
In fortgeschrittenen Phasen können Menschen mit Demenz ihre Beschwerden nur noch schwer mitteilen. Fachkräfte und Angehörige sollten daher besonders aufmerksam sein, um Unruhe oder verändertes Verhalten richtig einzuordnen. So können Schmerzen oder Infektionen frühzeitiger erkannt und entsprechend behandelt werden. Seit Februar 2025 wird Palliativversorgung in den Leitlinien zur Behandlung von Menschen mit Demenzerkrankungen wie Alzheimer empfohlen.
Behandlung und Prävention
Noch gibt es keine Heilung für Alzheimer. Durch frühzeitige Diagnose, medizinische Behandlung, Behandlung der Sekundärfolgen und intensive Beratung und Unterstützung der Betroffenen und ihrer Angehörigen lässt sich der Krankheitsverlauf positiv beeinflussen und die Lebensqualität der Erkrankten und ihrer Familien nachhaltig verbessern.
In der Behandlung von Patienten mit Demenzerkrankungen spielen Medikamente eine wichtige Rolle. Sie werden zur Stabilisierung der geistigen Leistungsfähigkeit und der Alltagsbewältigung, zur Milderung von Verhaltensstörungen und in manchen Fällen auch zur Verhinderung weiterer Schädigungen des Gehirns eingesetzt. Zur Behandlung gehören auch die geistige und körperliche Aktivierung der Betroffenen, die richtige Weise des Umgangs, die bedarfsgerechte Gestaltung der Wohnung und die Beratung der Angehörigen (siehe Informationsblatt 6: Die nicht-medikamentöse Behandlung von Demenzerkrankungen). Hinweis: Die Informationen zu medikamentösen Therapien finden sich in ähnlicher Form auch in den Leitlinien der wissenschaftlichen Fachgesellschaften und Patientenleitlinien. Mehr: Informationsblatt 5 - Die medikamentöse Behandlung von Demenzerkrankungen Aktuell sind Medikamente in der Entwicklung, die in einem sehr frühen Stadium der Alzheimer-Krankheit den Krankheitsverlauf verzögern sollen. Zwei dieser Medikamente - Lecanemab (Handelsname "Leqembi") und Donanemab (Handelsname "Kisunla") - sind 2025 in der Europäischen Union zugelassen worden und stehen seit September bzw. November 2025 auch für die Behandlung zur Verfügung. Da beide Wirkstoffe mit starken Nebenwirkungen verbunden sein können, sind für die Behandlung damit strenge Richtlinien erlassen worden. Neben der medikamentösen ist die nicht-medikamentöse Behandlung von Menschen mit Demenz von großer Bedeutung. Sie kann die geistige Leistungsfähigkeit und Alltagsfähigkeiten fördern, Verhaltensstörungen abschwächen und das Wohlbefinden verbessern.
Therapie und Behandlung können das Fortschreiten von Alzheimer verlangsamen und erträglicher machen.
Kann man Alzheimer vorbeugen?
Sie können das Risiko reduzieren, an Alzheimer zu erkranken. Studien zeigen: Ein gesunder Lebensstil mit Bewegung, geistiger Aktivität, sozialem Austausch und gesunder Ernährung kann das Risiko senken.
Hilfsmittel und Unterstützung
- Alzheimerpatienten benötigen oft eine spezielle Betreuung, die auf ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmt ist. Pflegebetten sind für Alzheimerpatienten besonders geeignet, da sie spezielle Funktionen bieten, die ihre Pflege und Betreuung erleichtern können. Beispiel: Zum einen bieten Pflegebetten verschiedene Einstellungsmöglichkeiten, die den Komfort und die Sicherheit von Alzheimerpatienten erhöhen können. Zum Beispiel können die Betten so eingestellt werden, dass sie in eine aufrechte Position gebracht werden können, um das Aufstehen zu erleichtern. Eine niedrigere Einstellung des Bettes kann auch das Risiko von Verletzungen durch Stürze verringern. Darüber hinaus können Pflegebetten mit einem speziellen Seitengittersystem ausgestattet werden, das die Patienten daran hindert, aus dem Bett zu fallen, wenn sie nachts unruhig werden.
- Alzheimerpatienten können im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung Schwierigkeiten haben, ihre persönliche Hygiene und die Reinigung ihres Umfelds angemessen zu bewältigen. Daher können Produkte zur Hygiene im Bett, wie z. B. Bettschutzeinlagen und waschbare Unterlagen, dazu beitragen, das Bett des Patienten sauber und hygienisch zu halten. Dies ist besonders wichtig, da Alzheimerpatienten oft an Inkontinenz leiden und es daher zu ungewolltem Urin- oder Stuhlgang kommen kann. Beispiel: Zusätzlich können diese Produkte dazu beitragen, das Risiko von Hautirritationen und Infektionen zu reduzieren. Bettschutzeinlagen und waschbare Unterlagen können leicht ausgetauscht und gewaschen werden, wodurch eine bessere Hygiene gewährleistet wird. Auch spezielle Kissen und Lagerungsrollen können helfen, Druckstellen zu vermeiden und das Auftreten von Wundliegen zu reduzieren, was bei immobilen Alzheimerpatienten von großer Bedeutung ist.
- Alzheimerpatienten haben oft Schwierigkeiten bei der Mobilität und können in vielen Fällen nicht mehr selbstständig die Position ihres Körpers im Bett verändern. Dies kann zu Druckstellen, Verspannungen und Schmerzen führen. Lagerungsrollen eignen sich daher besonders für Alzheimerpatienten, da sie eine unterstützende Positionierung im Bett ermöglichen und somit zur Vorbeugung von Druckgeschwüren und Muskelverspannungen beitragen können. Beispiel: Mit Hilfe der Lagerungsrollen können auch bestimmte Körperbereiche, wie zum Beispiel Beine oder Arme, entlastet werden.
- Bettschutzeinlagen sind eine wichtige Komponente bei der Pflege von Alzheimerpatienten, da sie dazu beitragen können, ein sauberes und hygienisches Umfeld zu schaffen. Beispiel: Alzheimerpatienten haben oft Schwierigkeiten, ihre Blase oder ihren Darm zu kontrollieren, was zu Inkontinenz führen kann. Dies kann zu unhygienischen Bedingungen im Bett führen und das Risiko von Infektionen erhöhen. Bettschutzeinlagen können dazu beitragen, den Komfort des Patienten zu erhöhen und das Risiko von Bettwäscheverschmutzung zu minimieren. Bettschutzeinlagen können auch bei der Vorbeugung von Druckgeschwüren helfen. Alzheimerpatienten haben oft eine eingeschränkte Mobilität und sind anfälliger für Druckgeschwüre.
- Alzheimerpatienten sind aufgrund ihrer geschwächten Immunsysteme anfälliger für Infektionen. Daher ist es besonders wichtig, eine hygienische Umgebung aufrechtzuerhalten, um das Risiko einer Infektion zu minimieren. Hier kommen Desinfektionsmittel wie Flächendesinfektion und Händedesinfektion ins Spiel. Sie sind in der Lage, eine Vielzahl von Keimen, Viren und Bakterien abzutöten, die Krankheiten verursachen können. Durch die Verwendung dieser Produkte können die Übertragung von Keimen und somit das Infektionsrisiko reduziert werden. Beispiel: Insbesondere bei Alzheimerpatienten, die oft Schwierigkeiten haben, ihre Umgebung und ihre Hygiene zu kontrollieren, können Desinfektionsmittel helfen, eine saubere und hygienische Umgebung aufrechtzuerhalten. Durch die regelmäßige Anwendung von Desinfektionsmitteln können auch Familienmitglieder und Pflegekräfte dazu beitragen, das Infektionsrisiko zu minimieren und die Gesundheit des Alzheimerpatienten zu schützen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Desinfektionsmittel richtig und sorgfältig angewendet werden müssen, um ihre Wirksamkeit zu gewährleisten. Die Produkte sollten entsprechend den Anweisungen auf dem Etikett verwendet werden, und es sollte darauf geachtet werden, dass alle Oberflächen gründlich gereinigt und getrocknet werden, bevor sie desinfiziert werden.
- Digitale Pflegeanwendungen können insbesondere für Alzheimerpatienten von großem Nutzen sein. Diese Patientengruppe benötigt oft eine intensive Betreuung und Überwachung, um ihre Sicherheit und ihr Wohlbefinden zu gewährleisten. Beispiele: Digitale Pflegeanwendungen wie z.B. Erinnerungs- und Planungstools, GPS-Tracker, Telemedizin-Plattformen und Kommunikationssysteme können die Pflege und Betreuung von Alzheimerpatienten deutlich verbessern. Mit Hilfe von Erinnerungs- und Planungstools können Termine, Medikamente, Mahlzeiten und andere wichtige Ereignisse effektiver und zuverlässiger organisiert werden. GPS-Tracker können dazu beitragen, dass Patienten nicht verloren gehen oder sich verlaufen. Telemedizin-Plattformen und Kommunikationssysteme ermöglichen den Austausch von Informationen zwischen Pflegekräften, Ärzten und Patienten in Echtzeit und können so die Qualität der Pflege und die Koordination der Behandlung verbessern.
- Alzheimerpatienten benötigen in der Regel eine besonders sorgfältige Körperpflege, da sie häufig Schwierigkeiten haben, sich selbstständig zu waschen und zu pflegen. Hierbei können Waschsysteme eine wertvolle Unterstützung bieten. Beispiele: Die speziell entwickelten Waschsysteme ermöglichen eine sanfte und gründliche Reinigung des Körpers, auch an schwer zugänglichen Stellen. Durch die automatisierte Durchführung der Waschprozedur wird eine gleichbleibend hohe Qualität der Pflege gewährleistet, ohne dass es zu Über- oder Unterforderungen seitens des Pflegepersonals kommt. Darüber hinaus können Waschsysteme auch dazu beitragen, das Risiko von Verletzungen während der Pflege zu minimieren, indem sie eine schonende und sichere Handhabung gewährleisten.
- Notrufsysteme können für Alzheimerpatienten von besonderer Bedeutung sein, da diese Patienten ein erhöhtes Risiko haben, sich zu verirren oder in ungewohnten Situationen verängstigt oder desorientiert zu sein. In einer solchen Situation kann ein Notrufsystem eine schnelle und effektive Möglichkeit bieten, um Hilfe zu erhalten. Beispiel: Das Notrufsystem ermöglicht es dem Alzheimerpatienten, bei Bedarf schnell und einfach auf Knopfdruck Unterstützung zu rufen. Durch den einfachen und zugänglichen Einsatz des Notrufsystems können Alzheimerpatienten ihre Selbstständigkeit bewahren und ein erhöhtes Maß an Sicherheit und Komfort erfahren. Darüber hinaus können Notrufsysteme auch für die Pflegepersonen der Alzheimerpatienten eine wertvolle Unterstützung sein, da sie die Gewissheit haben, dass Hilfe schnell und zuverlässig verfügbar ist. Dies kann insbesondere dann von Bedeutung sein, wenn sich die Pflegeperson nicht immer in unmittelbarer Nähe des Alzheimerpatienten aufhält.