Ein Bandscheibenvorfall, auch als Diskusprolaps bezeichnet, ist eine häufige Ursache für Rückenschmerzen und kann zu erheblichen Einschränkungen im Alltag führen. Schätzungsweise 1 bis 2 Prozent aller Menschen bekommen in ihrem Leben irgendwann einmal Rückenschmerzen, die durch einen Bandscheibenvorfall verursacht wurden. Am häufigsten tritt ein Bandscheibenvorfall im mittleren Lebensalter zwischen 30 und 50 Jahren auf.
Was ist ein Bandscheibenvorfall?
Bandscheiben sind die Stoßdämpfer unserer Wirbelsäule. Dank ihrer Flexibilität ist unser Rücken beweglich. Die menschliche Wirbelsäule besteht aus insgesamt 24 Wirbeln und 23 Bandscheiben. Die Bandscheiben sitzen wie Stoßdämpfer zwischen den Wirbelkörpern. Nur zwischen dem 1. und 2. Halswirbel befindet sich keine Bandscheibe. Jede Bandscheibe besteht aus einem weichen, wasserhaltigen Gallertkern (ca. 80 % Wasser) und einem stabilen Faserring (Anulus fibrosus) aus Faserknorpel. Der hohe Wassergehalt sorgt für Elastizität und Druckaufnahme, während der äußere Faserring die Form und Stabilität der Bandscheibe erhält.
Ein Bandscheibenvorfall tritt auf, wenn das weiche Innere einer Bandscheibe, der sogenannte Gallertkern (Nucleus pulposus), durch den äußeren Faserring (Anulus fibrosus) der Bandscheibe hindurchtritt. Bei einem Bandscheibenvorfall (Nucleusprolaps) tritt der innere Gallertkern (Nucleus pulposus) einer Bandscheibe durch den äußeren Faserring (Anulus fibrosus). Am häufigsten sind die Bandscheiben der Lendenwirbelsäule betroffen.
Durch einseitige Belastungen, mit zunehmendem Alter oder durch Verschleiß verändern sich die Bandscheiben jedoch. Mit zunehmendem Alter verschleißt der Gallertkern und verliert an Elastizität. Auch der Faserring wird im Laufe der Zeit immer brüchiger und kann einreißen. Der Gallertkern verrutscht und kann im schlimmsten Fall auf die am Rückenmark entspringenden Nervenwurzeln drücken. Bei starker Belastung kann der Gallertkern verrutschen und auf den Faserring drücken (Vorwölbung bzw. Protrusion) oder diesen durchbrechen (Vorfall bzw. Prolaps).
Bandscheibenvorwölbung vs. Bandscheibenvorfall
Der Bandscheibenvorfall ist nicht mit einer Bandscheibenvorwölbung zu verwechseln, einer Vorstufe des Prolaps der Bandscheibe. Bei einer Bandscheibenvorwölbung wölbt sich das innere Bandscheibengewebe nach außen, ohne dass der Faserring reißt (Diskusprotrusion). Die Bandscheibenvorwölbung unterscheidet sich insbesondere aufgrund des intakten Faserrings, sodass der Kern der Bandscheibe nicht austritt.
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Ursachen und Risikofaktoren
Ein Bandscheibenvorfall entsteht in den meisten Fällen durch eine Kombination aus mechanischer Belastung, Verschleiß und Fehlhaltungen. Die Bandscheiben sind enorm belastbar, verlieren jedoch im Laufe des Lebens an Elastizität und Wassergehalt. Bereits ab dem 20. Lebensjahr beginnen Bandscheiben - je nach Belastung und Veranlagung - allmählich zu verschleißen. Sie verlieren nach und nach Elastizität und Wassergehalt, werden flacher und anfälliger für Risse im äußeren Faserring.
Risikofaktoren, die einen Bandscheibenvorfall begünstigen, sind:
- Alterungsprozesse: Mit zunehmendem Alter verliert die Bandscheibe Wasser und damit an Elastizität. Der weiche Gallertkern wird flacher, der Faserring spröder. Diese „Degeneration“ beginnt oft schon ab dem 20.-30. Lebensjahr.
- Übergewicht: Zusätzliches Körpergewicht erhöht den Druck auf die Bandscheiben, besonders im Bereich der Lendenwirbelsäule. Die Bandscheiben nutzen schneller ab und sind anfälliger für Risse im Faserring. Übergewicht ist ein nicht zu unterschätzender Risikofaktor, wenn es um das Vorbeugen eines Diskusprolaps geht. Das überschüssige Gewicht strapaziert Rücken und Wirbelkörper zusätzlich. Übergewicht abbauen ist daher wichtig.
- Bewegungsmangel: Fehlen regelmäßige körperliche Aktivitäten, schwächt das die Rumpf- und Tiefenmuskulatur. Diese Muskeln stabilisieren die Wirbelsäule und entlasten die Bandscheiben.
- Fehlhaltungen: Langes Sitzen, monotone Bewegungsmuster oder ungünstige Körperhaltungen im Alltag führen zu einer einseitigen Belastung der Bandscheiben.
- Starke Belastungen: Plötzliche oder wiederholte hohe Belastungen - etwa beim schweren Heben, bei ruckartigen Drehbewegungen oder beim Arbeiten über Kopf - können den Faserring der Bandscheibe überdehnen. Besonders riskant sind Bewegungen, bei denen das Becken gleichzeitig verdreht und der Rücken gebeugt ist.
- Verletzungen: Stürze, Sportunfälle oder Verkehrsunfälle können die Wirbelsäule abrupt belasten. Der Faserring kann dabei einreißen, besonders wenn bereits ein Vorschaden besteht.
- Chronische Erkrankungen: Erkrankungen wie Osteoporose, Arthrose oder entzündliche Wirbelsäulenerkrankungen schwächen die knöchernen Strukturen und die Bandscheiben.
- Genetische Veranlagung: Bei manchen Menschen besteht eine angeborene Bindegewebsschwäche. Der Faserring ist dann weniger stabil, und Bandscheiben verschleißen schneller.
- Rauchen & Alkohol: Rauchen verengt die Blutgefäße und verschlechtert die Durchblutung der Bandscheiben. Da diese kaum eigene Blutgefäße besitzen und auf Nährstoffdiffusion angewiesen sind, degenerieren sie schneller. Übermäßiger Alkoholkonsum schwächt zusätzlich die Muskulatur und beeinträchtigt die Knochengesundheit - und damit auch die Stabilität der Wirbelsäule.
- Arbeiten in gebeugter Haltung: z. B. als Bodenleger.
- Langes Sitzen:
Symptome
Ein Bandscheibenvorfall kann unbemerkt bleiben, aber auch zu starken Schmerzen, Taubheitsgefühlen oder Lähmungen führen. Typische Symptome wie Schmerzen, Taubheitsgefühl oder sogar Lähmungserscheinungen sind ernstzunehmende Anzeichen, die eine genaue Diagnose und gezielte Therapie erfordern. Ob und welche Beschwerden bei einem Bandscheibenvorfall auftreten, hängt davon ab, auf welcher Höhe der Bandscheibenvorfall liegt und ob Nervenstrukturen beteiligt sind:
- Rückenschmerzen: Diese treten häufig lokal direkt im Bereich des betroffenen Bandscheibensegmentes auf und können sowohl akut als auch chronisch sein. Viele Betroffene nehmen einen Prolaps der Bandscheibe als plötzlichen Schmerz im Rücken wahr.
- Ausstrahlende Schmerzen: Wenn der Bandscheibenvorfall auf eine Nervenwurzel drückt, können die Schmerzen entlang des betroffenen Nervs ausstrahlen.
- Ein Bandscheibenvorfall im Lendenwirbelbereich kommt am häufigsten vor und ist meist zwischen dem 4. und 5. Lendenwirbel oder dem 5. Lendenwirbel und dem 1. Steißbeinwirbel lokalisiert. Es kann dann zu Schmerzen kommen, die in das Bein und den Fuß ausstrahlen (Ischiasschmerzen).
- Ein Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule (zervikaler Bandscheibenvorfall) geschieht meist zwischen dem 5. und 6. oder dem 6. und 7. Halswirbelkörper. Es können Schmerzen auftreten, die in den Nacken und die Arme ausstrahlen.
- Bandscheibenvorfälle im Bereich der Brustwirbelsäule (thorakaler Bandscheibenvorfall) sind selten. Es können dann örtlich begrenzte Rückenschmerzen auftreten, die meist nicht ausstrahlen.
- Muskelschwäche: In schweren Fällen kann ein Bandscheibenvorfall zu einer Schwächung der Muskeln führen, die von den betroffenen Nerven versorgt werden.
- Gefühlsstörungen: Drückt ein Bandscheibenvorfall auf das Rückenmark, können intensive Schmerzen im Bein oder den Armen, Gefühlsstörungen („Ameisenlaufen“, Kribbeln, Taubheit) die Folge sein. Taubheitsgefühle im Rücken, die bis ins Gesäß, das Bein oder in den Fuß ausstrahlen bzw. Schmerzen im Lendenwirbel- bzw.
- Blasen- und Darmentleerungsstörungen oder Lähmungen: Drückt ein Bandscheibenvorfall auf das Rückenmark, können Blasen- und Darmentleerungsstörungen oder gar Lähmungen die Folge sein. Kommt es zu Problemen der Darm- und Blasenentleerung, sollte umgehend ein Krankenhaus aufgesucht werden! Derartige Symptome werden lediglich dann ausgelöst, wenn der gallertartige Kern einer Bandscheibe Druck auf die im lumbalen Spinalkanal verlaufenden Nerven ausübt. Es kann sich um das „Kaudasyndrom“ handeln, das einen medizinischen Notfall darstellt, der schnellstmöglich behandelt werden muss.
Symptome je nach Lokalisation
- Halswirbelsäule (HWS): Nacken- und Rückenschmerzen, welche in die Arme oder Schultern ausstrahlen. Auch eingeschränkte Kopfbeweglichkeit.
- Brustwirbelsäule (BWS): Örtlich begrenzte Rückenschmerzen, die meist nicht ausstrahlen. Schmerzen bei einem Bandscheibenvorfall BWS im Brust- oder Herzbereich empfunden werden können, denken viele Betroffene zunächst an Herz-, Lungen- oder Magenprobleme.
- Lendenwirbelsäule (LWS): Schmerzen, die in das Bein und den Fuß ausstrahlen (Ischiasschmerzen).
Cauda-equina-Syndrom
Das Cauda-equina-Syndrom oder Kaudasyndrom ist ein sehr seltener neurologischer Notfall, bei dem es zu einer Schädigung der Nervenwurzeln des unteren Rückenmarks kommt. Neben starken Schmerzen drohen dabei u.a. Gefühlsstörungen, Lähmungen und der Verlust der Blasenkontrolle. Meist ist ein mechanisches Problem im Wirbelkanal die Ursache, z. B. ein Bandscheibenvorfall oder eine Spinalkanalstenose. Sehr selten wird das Kaudasyndrom auch durch einen ärztlichen Eingriff ausgelöst, z. B. Es entsteht, wenn die Nervenfasern am unteren Ende des Rückenmarks - die sogenannte Cauda equina - plötzlich und massiv komprimiert werden. Ursache ist häufig ein großer Bandscheibenvorfall, der tief in den Wirbelkanal rutscht und dort mehrere Nerven gleichzeitig abdrückt. Lähmungen oder deutliche Kraftverluste in den Beinen (z. B. Diese Symptome entstehen, weil die betroffenen Nerven wichtige autonome Funktionen steuern. Die einzige wirksame Therapie ist eine sofortige operative Druckentlastung (Dekompression), idealerweise innerhalb weniger Stunden.
Diagnose
Die Diagnose eines Bandscheibenvorfalls erfolgt in der Regel durch eine Kombination aus Anamnese, körperlicher Untersuchung und bildgebenden Verfahren. Meist ergibt sich der Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall schon bei der Beschreibung der typischen Beschwerden.
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- Anamnese: Im Rahmen des Vorgesprächs nimmt der Facharzt eine ausführliche Anamnese vor, indem der Patient seine Beschwerden bestmöglich schildert. Wie würden Sie den Schmerz beschreiben (z. B.
- Körperliche Untersuchung: Der Arzt überprüft die Beweglichkeit der Wirbelsäule, Reflexe und Kraft in den betroffenen Extremitäten. Bei der körperlichen Untersuchung werden zunächst die Sensibilität im betroffenen Bereich, die Muskelkraft sowie die Reflexe geprüft. Insgesamt versucht der Arzt oder die Ärztin, den Ort des Bandscheibenvorfalls einzugrenzen. Hierzu dienen bestimmte Sensibilitäts- und Motoriktests, welche die Nervenfunktion prüfen und Auffälligkeiten sichtbar machen.
- Bildgebende Verfahren: Die Magnetresonanztomographie (MRT) auch Kernspintomographie genannt, ist das Standardverfahren zur Diagnose eines Bandscheibenvorfalls. Sie liefert detaillierte Bilder der Wirbelsäule und zeigt genau, wo und in welchem Ausmaß der Bandscheibenvorfall vorliegt. Dieses Verfahren kommt ohne schädliche Strahlung zurecht. In einigen Fällen, zum Beispiel bei Herzschrittmacher Patienten, bei denen eine Kernspintomographie (MRT) nicht durchgeführt werden kann, ist alternativ auch eine Computertomographie (CT) möglich. Für eine Befundung zieht der Arzt Schnittbildverfahren mittels Computertomografie (CT) hinzu. Für die Diagnose Bandscheibenvorfall sind bildgebende Verfahren wie eine Computer- oder Magnetresonanztomografie (CT oder MRT) selten notwendig. Diese Verfahren werden nur dann eingesetzt, wenn die Beschwerden ungewöhnlich stark oder lang anhaltend sind, um andere Ursachen auszuschließen.
Behandlung
Die Behandlung eines Bandscheibenvorfalls hängt von der Schwere der Symptome und dem Ausmaß des Vorfalls ab. Generell ist das Behandlungsziel, schmerzfrei zu werden oder die Schmerzen so zu lindern, dass die Lebensqualität wiederhergestellt werden kann. In den allermeisten Fällen ist eine konservative Therapie ausreichend, eine Operation ist nicht sofort notwendig.
Konservative Therapie
Die konservative (nicht-operative) Therapie eines Bandscheibenvorfalls besteht aus schmerzlindernden Maßnahmen und aus Schonung für wenige Tage, eventuell in Kombination mit einer Stufenbettlagerung, um die Lendenwirbelsäule zu entlasten. Dabei liegt der oder die Betroffene mehrmals täglich auf dem Rücken und platziert die Beine im rechten Winkel auf einem Polster oder ähnlichem. Wärmeanwendungen in Form von Wärmekissen, Rotlicht, Fango- oder Moorpackungen sind hilfreich, um schmerzbedingte Muskelverspannungen zu lösen. Schonung heißt jedoch nicht Bettruhe, denn Bewegung ist wesentlicher Bestandteil der Therapie.
- Schmerzmittel: Zu Beginn eines Bandscheibenvorfalls sind oftmals schmerz- und entzündungs-hemmende Mittel notwendig, um eine gewisse Beweglichkeit zu ermöglichen. Schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente können akute Beschwerden deutlich lindern, Schonhaltungen vermeiden und den Einstieg in die Physiotherapie erleichtern. Häufig kommen NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika) wie Ibuprofen oder Diclofenac zum Einsatz. Bei starken muskulären Verspannungen können Muskelrelaxanzien sinnvoll sein, insbesondere wenn ein Schutzmuskelkrampf („Hartspann“) die Beschwerden zusätzlich verstärkt. In hartnäckigen Fällen können auch Betäubungsmittel oder Kortisonpräparate neben die eingeengte Nervenwurzel oder das Rückenmark gespritzt werden.
- Physiotherapie: Durch gezielte Übungen wird die Muskulatur gestärkt, die Wirbelsäule stabilisiert und die Beweglichkeit verbessert. Physiotherapie, schmerzlindernde Medikamente sowie medizinische Hilfsmittel wie Orthesen oder Bandagen spielen dabei eine wichtige Rolle. Durch gezielte Maßnahmen, z. B. isometrische Kräftigungstherapie, werden bestimmte Muskelgruppen aktiviert, ohne dass sie sich sichtbar verkürzen oder verlängern. Individuell angepasste Übungen stärken die Rücken- und Bauchmuskulatur, verbessern die Beweglichkeit und fördern eine stabile Körperhaltung. Physiotherapeutische Behandlung vermittelt zusätzlich rückenschonende Bewegungsmuster im Alltag, z. B. beim Bücken, Tragen oder Sitzen.
- Ergotherapie: Ergotherapie zielt darauf ab, die Alltagsfähigkeiten zu verbessern und zu erhalten.
- Wärme: Wärme fördert zusätzlich die Durchblutung, lockert verspannte Muskulatur und kann Beschwerden deutlich lindern. Zusätzlich hilft Wärme, da sie die Durchblutung verbessert und verkrampfte Muskulatur entspannt.
Interventionelle Schmerztherapie
Die interventionelle Schmerztherapie ist eine minimal-invasiven Technik und zielt darauf ab, Schmerzen sofort und direkt an ihrer Quelle zu lindern. Die interventionelle Schmerztherapie ist eine Methode zur sofortigen, schnellen und gezielten Schmerzbehandlung, die moderne radiologische Verfahren nutzt, um erfolgreich den Schmerz zu lindern. Die Behandlung erfolgt unter bildgebender Kontrolle, so dass eine exakte Position der Nadel immer gewährleistet wird.
- Facettengelenkinfiltration: Diese Methode zielt auf die kleinen Gelenke zwischen den Wirbeln ab, die sogenannten Facettengelenke.
- Periradikuläre Therapie (PRT): Bei der periradikulären Therapie wird das Medikament gezielt an die Nervenwurzel gespritzt, die durch den Bandscheibenvorfall komprimiert wird oder deren Nervenaustrittspunk durch degenerative Veränderungen eingeengt wird.
- Radiosynoviorthese (RSO): Diese Therapieform wird häufig bei chronischen Schmerzen in Gelenken angewendet, kann aber auch bei Bandscheibenvorfällen hilfreich sein.
- Wirbelsäulennahe Infiltrationen: Bei besonders hartnäckigen Beschwerden setzen wir wirbelsäulennahe Infiltrationen als nicht-operative Behandlungsoption ein. Periradikuläre Therapie (PRT): gezielte Injektion an die betroffene Nervenwurzel zur Linderung von radikulären Schmerzen (z. B. Diese Verfahren ermöglichen eine gezielte, lokale Schmerzlinderung, insbesondere wenn herkömmliche Schmerzmittel allein nicht ausreichen.
Operative Therapie
Wenn konservative und interventionelle Maßnahmen nicht zum gewünschten Erfolg führen oder die Beeinträchtigung zu stark ist, kann eine Operation erforderlich werden. Unvermeidbar ist eine Operation dann, wenn es durch den Bandscheibenvorfall zu Problemen des Genitalbereichs oder Stuhlgangs, Lähmungen, Potenzverlust oder hochgradigen Einschränkungen der Gehfähigkeit kommt. Im Falle einer Operation werden heutzutage meist mikrochirurgische Verfahren eingesetzt. Dabei werden die Teile des Gallertkerns und der Bandscheiben entfernt, die auf das Rückenmark drücken. Dafür ist ein kleiner Schnitt von zwei bis maximal vier Zentimetern Länge notwendig. Im Bereich der Lendenwirbelsäule führen wir den Eingriff in den meisten Fällen von hinten, im Bereich der Halswirbelsäule von vorn durch. Im Bereich der Lendenwirbelsäule ist in fast allen Fällen kein Einbringen von Material in den Bandscheibenraum notwendig. Im Bereich der Halswirbel setzen wir - je nach Wunsch des Patienten - ein Titan- bzw. Kunststoffplättchen ein. Im Fall junger Patienten mit einem „frischen“ Dikusprolaps ohne Begleiterscheinungen, wie z. B.
Minimalinvasive Verfahren
Wenn konservative Maßnahmen bei einem Bandscheibenvorfall nicht ausreichend wirken oder die Beschwerden wiederkehren, können minimalinvasive Verfahren eine schonende Alternative zur offenen Operation darstellen.
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- Wirbelsäulenkathetertechnik nach Dr.: Die Wirbelsäulenkathetertechnik ist ein bewährtes minimalinvasives Verfahren zur Behandlung eines Bandscheibenvorfalls, insbesondere wenn starke Entzündungen oder Verklebungen im Epiduralraum vorliegen. Über einen kleinen Hautzugang wird ein dünner, flexibler Katheter in den Wirbelkanal eingeführt. Dr. Schneiderhan hat die ursprünglich von Prof. Racz entwickelte Methode weiter verfeinert.
- Mikrolasertherapie: Die Mikrolasertherapie ist ein ebenfalls minimalinvasives Verfahren zur Behandlung eines Bandscheibenvorfalls, das ohne Hautschnitt auskommt. Dabei wird über eine feine Kanüle ein Laserstrahl in die Bandscheibe geleitet. Sie eignet sich besonders bei kleinen oder mittelgroßen Vorfällen an der LWS und HWS. Die Behandlung selbst dauert rund 30 Minuten, eine Vollnarkose ist nicht erforderlich.
Nachbehandlung
Essenziell sind anschließende Rehabilitationsmaßnahmen, um die Stützmuskulatur des Rückens zu trainieren. Meist ist nach einer OP der Bandscheibe keine stationäre Reha oder erweiterte ambulante Reha-Maßnahme nötig. Dennoch ist der persönliche Einsatz der Patienten gefragt. Eine strukturierte Nachbehandlung (Physiotherapie, Bewegungstraining) beginnt nach 2-3 Wochen.
Vorbeugung
Durch regelmäßige Bewegung können Sie viel dazu beitragen, einem Bandscheibenvorfall vorzubeugen. Gleichzeitig sollten Sie einseitige und zu starke Belastungen vermeiden. Die Wahrscheinlichkeit, an einem Bandscheibenvorfall zu erkranken, steigt. Mit welchem Alter und in welcher Ausprägung sich die Abnutzung der Bandscheibe bemerkbar macht, ist individuell verschieden. Sie können einem Bandscheibenvorfall mit verschiedenen Maßnahmen effektiv vorbeugen.
- Aktivitätslevel erhöhen: Ein aktiver Lebensstil ist für gesunde Bandscheiben essenziell. Durch das aktive Stimulieren der Rückenmuskulatur wird die Wirbelsäule besser mit Wasser und Nährstoffen versorgt.
- Muskulatur aufbauen: Eine gut ausgebaute Rückenmuskulatur ist erwiesenermaßen eine der besten Maßnahmen, um einer Diskushernie vorzubeugen. Lassen Sie sich von einem Physiotherapeuten oder einer Physiotherapeutin spezielle bandscheibenfreundliche Übungen zeigen, die Rücken- und Bauchmuskulatur stärken. Diese Übungen sollten Sie anschließend regelmäßig selbst durchführen (z. B. mithilfe der App „Rückenschule“).
- Körperhaltung verbessern: Egal, ob beim Erdbeeren pflücken, Fahrrad oder Auto fahren: Achten Sie auf Ihre Körperhaltung und stellen Sie, wenn nötig, den Sitz im Vergleich zum Lenker oder Lenkrad etwas niedriger ein.
- Ergonomischer Arbeitsplatz: Verbringen Sie täglich viele Stunden am Schreibtisch? Dann achten Sie auf eine ergonomische Einrichtung Ihres Arbeitsplatzes. Achten Sie beim Sitzen am Arbeitsplatz auf eine richtige Sitzhaltung und stehen Sie zwischendurch öfter mal auf und dehnen Sie sich.
- Gesunder Schlaf: Häufig unterschätzt ist ebenfalls eine gute Matratze.
- Übergewicht abbauen: Übergewicht ist ein nicht zu unterschätzender Risikofaktor, wenn es um das Vorbeugen eines Diskusprolaps geht. Das überschüssige Gewicht strapaziert Rücken und Wirbelkörper zusätzlich.
- Bandscheiben-freundliche Sportarten: Suchen Sie sich eine Sportart, die Ihnen guttut. Als bandscheiben-freundliche Sportarten gelten Ausdauer-Sportarten wie Nordic Walking, Rückenschwimmen, Kraulschwimmen, Skilanglauf und Tanzen. Weniger gut geeignet sind Sportarten, die zu Stauchungen oder abrupten Drehbewegungen der Wirbelsäule führen, wie zum Beispiel Tennis, Squash, Skiabfahrt, Turnen, Kegeln, Bodybuilding oder Gewichtheben.
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