Du bist auf der Suche nach einem neuen Mountainbike und stehst vor der Entscheidung zwischen dem Canyon Neuron und dem Spectral? Beide Modelle kommen aus dem Hause Canyon und sind im Trail-Bereich angesiedelt, doch sie unterscheiden sich in ihren Eigenschaften und Einsatzbereichen. Dieser Artikel soll dir helfen, die richtige Wahl zu treffen.
Die Ausgangssituation: Deine Bedürfnisse als Fahrer
Du bist 33 Jahre alt, 188 cm groß, wiegst 90 kg und fährst seit fünf Jahren regelmäßig Mountainbike. Dein Revier ist das Westerwälder Mittelgebirge in der Nähe von Koblenz. Du suchst eine "Eierlegende Wollmilchsau", die sowohl bergauf als auch bergab eine gute Figur macht. Preislich liegt dein Limit bei etwa 4999 Euro.
Canyon Neuron: Der vielseitige Tourer
Das Canyon Neuron ist ein beliebtes All Mountain Bike, das sich besonders für Tourenfahrer eignet. Es ist der VW Golf unter den Mountainbikes. Das Modell wurde für 2023 neu aufgelegt und erhielt eine Frischzellenkur.
Geometrie und Design
Das Design, die Zugverlegung und die Geometrie des Neuron wurden für 2023 aktualisiert. Der formschlüssige Kabelschacht des Carbon-Vorgängers am Unterrohr wurde durch eine interne Zugverlegung durch den Steuersatz ersetzt. Alle Aluminium-Neurons haben die Modellkennzeichnung M118, während die Carbon-Plattform mit dem Kürzel M119 gekennzeichnet ist.
Ab der Größe M wächst der Laufraddurchmesser auf 29 Zoll, während die Rahmengrößen XS und S auf 27,5 Zoll Reifen rollen.
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Fahrwerk und Kinematik
Der Hinterbau des Neuron bietet 130 Millimeter Federweg. Die Hinterbaukinematik blieb im Vergleich zum Vorgänger unverändert.
Uphill-Performance
Die neueste Version des Neuron nimmt eine minimal sportlichere Haltung im Sattel ein als der Vorgänger. Der steilere Sitzwinkel lässt einen in steilen Anstiegen noch effizienter klettern. Der effiziente Hinterbau, das niedrige Gewicht und der gut rollende Hinterreifen machen selbst lange Alpenanstiege oder Höhenmeter-bespickte Touren im Mittelgebirge problemlos möglich.
Downhill-Performance
Sobald man den Sattel versenkt und im Stand über die Trails rollt, wird der Unterschied zum Vorgänger deutlich. Das Handling auf dem Trail ist erwachsener geworden. Vor allem auf alpinen Trails entpuppt sich der längere Reach- und Radstand des neuen Neuron als Vertrauensfaktor, wenn es im groben Gelände mal schneller wird. In steilen Trailabschnitten lässt einen der angewachsene Stack des neuen Modells sehr souverän hinter dem Lenker stehen.
Canyon Spectral: Der aggressive Trail-Bändiger
Das Canyon Spectral ist ein aggressives Trail Bike mit langem Federweg. Es ist vielseitig und erweist sich seit der letzten Überarbeitung als vielseitiger Trail-Bändiger.
Federweg und Ausstattung
Mit 160 mm Federweg vorne und 150 mm hinten ist es für extreme Abfahrten besser gewappnet als je zuvor. Dank griffiger Reifen und dem progressiven Fahrwerk meistert es schwieriges Terrain und bietet bergab auch bei hohem Tempo hervorragenden Komfort.
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Geometrie
Der Lenkwinkel beträgt 66°, der Radstand 1204 mm (Größe L). Das Spectral soll sowohl bergauf wie bergab eine gute Figur machen.
Spectral 125
Das Spectral 125 hat exakt den gleichen Federweg an der Gabel wie das Neuron, zielt aber auf völlig unterschiedliche Zielgruppen. Bei gleichem Federweg steckt im Spectral 125 meist eine 36er-Gabel, wohingegen das Neuron auf 34 Standrohre setzt. Die dickere Gabel am Spectral ist deutlich steifer und damit auch bereit für eine gröbere Gangart im Downhill. Der flachere Lenkwinkel und das gröbere Reifenprofil des Spectrals schlagen in exakt die gleiche Kerbe wie die Federgabel. Auch bei der Hinterbaukinematik kommt im direkten Vergleich raus, dass das Spectral 125 deutlich progressiver arbeitet.
Neuron vs. Spectral: Die Unterschiede im Detail
Hier sind die wichtigsten Unterschiede zwischen dem Canyon Neuron und dem Spectral zusammengefasst:
- Federweg: Neuron (130 mm hinten, 140 mm vorne), Spectral (150 mm hinten, 160 mm vorne)
- Gabel: Neuron (34 mm Standrohre), Spectral (36 mm Standrohre)
- Geometrie: Neuron (tourorientiert, steilerer Sitzwinkel), Spectral (aggressiver, flacherer Lenkwinkel)
- Zielgruppe: Neuron (Tourenfahrer, Einsteiger), Spectral (fortgeschrittene Trail-Fahrer)
- Einsatzbereich: Neuron (lange Touren, gemäßigte Trails), Spectral (anspruchsvolle Trails, Bikepark)
- Uphill: Neuron (effizienter), Spectral (weniger effizient)
- Downhill: Neuron (weniger potent), Spectral (potenter)
- Verspieltheit: Neuron (weniger verspielt), Spectral (verspielter)
- Gewicht: Neuron (leichter), Spectral (schwerer)
- Haltbarkeit: Neuron (ASTM-Kategorie 3), Spectral (ASTM-Kategorie 4)
- Technologie: Neuron (weniger Technologie), Spectral (K.I.S.-System, Staufach im Unterrohr, Flip Chip)
Zusätzliche Überlegungen
- Fahrradanhänger: Wenn du perspektivisch einen Fahrradanhänger für Kinder ziehen möchtest, solltest du prüfen, ob der jeweilige Rahmen (insbesondere Carbon) dafür freigegeben ist. Bei Carbon-Schwingen empfiehlt sich ein System, welches die Kupplung in der Achse integriert.
- E-Bike: Canyon bietet auch E-Mountainbikes an, wie das Neuron:ON und das Spectral:ON. Das Neuron:ON ist als E-MTB für Touren und gemäßigte Trails positioniert, während das Spectral:ON trailorientierter ist.
Die Entscheidung: Welches Bike passt zu dir?
Basierend auf deinen Angaben und den Informationen zu den Bikes, hier eine Einschätzung:
Da du regelmäßig Radtouren im Westerwälder Mittelgebirge fährst und auch gerne mal einen Trail mitnimmst, aber keine extremen Einsätze planst, könnten beide Bikes für dich in Frage kommen.
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- Wenn du Wert auf Tourentauglichkeit, Effizienz beim Bergauffahren und ein komfortables Fahrgefühl legst, ist das Canyon Neuron die bessere Wahl. Es ist leichter, agiler und bietet eine angenehmere Sitzposition für lange Touren. Die 130 mm Federweg hinten reichen für die meisten Trails im Mittelgebirge aus.
- Wenn du Wert auf hohe Abfahrtsperformance, ein verspieltes Fahrgefühl und Reserven für anspruchsvollere Trails legst, ist das Canyon Spectral die bessere Wahl. Es ist stabiler, bietet mehr Federweg und ist besser für den Einsatz im Bikepark geeignet.
Da du sagst, dass der Preisunterschied von 800 Euro für dich in Ordnung wäre, solltest du dich fragen, welcher Aspekt dir wichtiger ist: Tourentauglichkeit und Effizienz (Neuron) oder Abfahrtsperformance und Verspieltheit (Spectral).
Empfehlung:
- Teste beide Bikes Probe, wenn möglich. Nur so kannst du wirklich herausfinden, welches Bike sich für dich besser anfühlt und besser zu deinem Fahrstil passt.
- Berücksichtige deine zukünftigen Pläne. Wenn du planst, in Zukunft öfter anspruchsvollere Trails zu fahren oder sogar Bikeparks zu besuchen, ist das Spectral die bessere Wahl. Wenn du hauptsächlich Touren fährst, ist das Neuron die bessere Wahl.
- Lass dich nicht von der Ausstattung blenden. Achte darauf, dass die Ausstattung des Bikes zu deinen Bedürfnissen passt. Es ist besser, ein günstigeres Modell mit passender Ausstattung zu wählen als ein teures Modell mit unnötigen Features.
- Warte gegebenenfalls auf neue Modelle. Canyon bringt regelmäßig neue Modelle auf den Markt. Es könnte sich lohnen, zu warten, ob bald ein neues Neuron mit modernerer Geometrie erscheint.