Epiretinale Gliose, Multifokallinsen und Kostenerstattung durch die Krankenkasse: Ein umfassender Überblick

Der Alterungsprozess betrifft auch die Augen und kann zu verschiedenen Veränderungen und Erkrankungen führen. Dieser Artikel beleuchtet die Themen Epiretinale Gliose, Multifokallinsen und die Frage der Kostenübernahme durch die Krankenkasse.

Altersbedingte Veränderungen des Auges

Bereits ab dem 45. Lebensjahr können sich erste altersbedingte Veränderungen an den Augen bemerkbar machen. Ein typisches Beispiel ist die Alterssichtigkeit, bei der die Flexibilität der Augenlinse nachlässt, was zu Problemen beim Scharfsehen im Nahbereich führt. Auch Veränderungen an Horn- und Netzhaut können auftreten, ebenso wie Linsentrübung (grauer Star), Glaukom (grüner Star) oder trockene Augen. Diese Symptome und Erkrankungen treten mit zunehmendem Alter häufiger auf.

Häufige Ausschlussgründe für Augenlasern im Alter

  • Alterssichtigkeit
  • Linsentrübung (grauer Star)
  • Trockene Augen
  • Hornhauterkrankungen
  • Netzhauterkrankungen
  • Glaukom (grüner Star)

Früherkennung, Diagnostik und Behandlung von Augenveränderungen sind entscheidend. Moderne Augenheilkunde bietet nicht-invasive Untersuchungen, die einen Einblick in feinste Strukturen des Auges ermöglichen. Fortschreitende Erkrankungen wie der grüne Star oder die altersbedingte Makuladegeneration können so frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Epiretinale Gliose: Membranbildung im Sehzentrum

Die epiretinale Gliose, auch Macular Pucker genannt, ist eine Netzhauterkrankung, die im Zusammenhang mit Multifokallinsen als Ausschlusskriterium genannt wird. Bei dieser Erkrankung bildet sich eine Membran auf der Netzhaut, insbesondere im Bereich des Sehzentrums (Makula). Dies kann zu verzerrtem Sehen und einer Einschränkung der Sehschärfe führen.

Multifokallinsen: Brillenunabhängigkeit im Fokus

Bei der Operation eines Katarakts (Grauer Star) wird die körpereigene, getrübte Linse entfernt und eine Kunstlinse eingesetzt. Moderne multifokale Intraokularlinsen (MIOL) versprechen dem Patienten, weitgehend unabhängig von der Brille zu werden.

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Aufbau und Funktionsweise von Multifokallinsen

Eine multifokale Intraokularlinse (MIOL) besteht aus konzentrischen Ringen. Bislang handelte es sich meist um bifokale Linsen (mit zwei Brennpunkten), die ein Sehen im Fern- und Nahbereich ermöglichten. Mittlerweile gibt es auch trifokale Linsen mit drei Brennpunkten für den Fern-, Nah- und Intermediärbereich (ca. 80 cm Entfernung).

Eignung und Ausschlusskriterien für Multifokallinsen

Multifokallinsen sind nicht für jeden Patienten geeignet. Versierte Augenärzte haben Messmethoden und Beratungsmodule entwickelt, um herauszufinden, für wen diese Linsen empfehlenswert sind. Ausschlusskriterien können Augenerkrankungen wie Cornea guttata (eine altersbedingte Hornhauterkrankung), Glaukom, Glaskörpertrübungen, epiretinale Gliose/Macular Pucker (eine Netzhauterkrankung) oder Diabetes sein.

Torische Multifokallinsen bei Astigmatismus

Liegt ein Astigmatismus (Hornhautverkrümmung) vor, muss eine sogenannte torische Multifokallinse gewählt werden.

Vor- und Nachteile von Multifokallinsen

  • Vorteile:
    • Weitgehende Brillenunabhängigkeit
    • Korrektur von Fehlsichtigkeiten und Hornhautverkrümmung möglich
  • Nachteile:
    • Nicht für jeden Patienten geeignet
    • Mögliche Einschränkungen der Sehqualität (Kontrastminderung)
    • Halos (Strahlenkränze um Lichtquellen) können auftreten
    • Eingewöhnungsphase erforderlich

Alternativen zu Multifokallinsen

Eine Alternative zu den Mehrstärkenlinsen bietet die Monovision oder der sogenannte „Goethe-Blick“. Hierbei werden die Augen unterschiedlich eingestellt - eines für die Ferne, das andere für die Nähe. Der Vorteil gegenüber den Trifokallinsen ist, dass keine Probleme wie Streulichter zu erwarten sind, da ja ganz „normale“ Monofokallinsen eingesetzt werden. Der Nachteil ist naturgemäß, das man „zwei verschiedene Augen“ hat. Dadurch kann das räumliche Sehen teilweise beeinträchtigt sein, auch kann dieser Unterschied bei nächtlichem Autofahren störend sein. Ob man für dieses Verfahren in Frage kommt, hängt wesentlich davon ab, ob man die Unterschiedlichkeit der beiden Augen subjektiv verträgt.

Weitere Arten von Kunstlinsen

Neben Multifokallinsen gibt es weitere Arten von Kunstlinsen, die bei einer Katarakt-OP eingesetzt werden können:

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  • Standardlinsen (Monofokallinsen): Ermöglichen entweder scharfe Nah- oder Fernsicht. Eine Brille ist in der Regel weiterhin erforderlich.
  • Asphärische Linsen: Ähneln der natürlichen Augenlinse und korrigieren Abbildungsschwächen.
  • EDOF-Linsen (Enhanced Depth Of Focus): Bieten eine größere Tiefenschärfe und ermöglichen gutes Sehen in der Ferne und im mittleren Bereich.
  • Torische Linsen: Korrigieren eine Hornhautverkrümmung.
  • Blaufilterlinsen: Filtern den blauen Anteil des Lichts und sollen die Netzhaut schützen.

Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Grundsätzlich übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten einer „medizinisch notwendigen“ Behandlung. Da der Graue Star unbehandelt zum vollständigen Verlust der Sehfähigkeit führen kann, fällt die klassische Katarakt-OP in diese Kategorie und wird daher von der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt.

Standardlinsen vs. Premiumlinsen

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen derzeit jedoch nur die Kosten des Eingriffs, wenn eine (sphärische) Monofokallinse eingesetzt wird. Um noch individueller auf die Augen und die Bedürfnisse eines jeden Patienten eingehen zu können, gibt es Premiumlinsen mit einem zusätzlichen Nutzen. Beispielsweise existieren innovative Linsen mit höherer Abbildungsqualität oder zur zusätzlichen Korrektur einer Hornhautverkrümmung. Die entstehenden Mehrkosten für innovative Premiumlinsen und aufwändigere Untersuchungs- und Operationsleistungen müssen vom Patienten selbst getragen werden.

Kostenübernahme in Bayern und anderen Bundesländern

In Bayern werden die Kosten für die Operation bei einer Trübung der Augenlinse (Grauer Star/Katarakt) von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen, sodass der Patient nur die Kosten für die Sonderlinse selbst tragen muss. In den meisten anderen Bundesländern muss der gesetzlich versicherte Patient die Kosten der Operation wie auch für die multifokalen Linsen (Sonderlinsen) selber bezahlen.

Diagnostik und Behandlung von Augenerkrankungen in Chemnitz

Die Klinik für Augenheilkunde in Chemnitz bietet ein breites Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten zur Behandlung von Augenerkrankungen. Dazu gehören:

  • Erkrankungen des mittleren und hinteren Augenabschnittes: Operative Sanierung von Glaskörperblutungen, altersbedingten Erkrankungen am Sehzentrum (Makula), wie die epiretinale Gliose oder das Makulaforamen.
  • Hornhauterkrankungen: Spezialisierte Kontaktlinsenanpassungen, Verlaufskontrolle von degenerativen Hornhauterkrankungen, Versorgung mit neuen Methoden der medikamentösen Therapie.
  • Glaukom (Grüner Star): Regelmäßige Screenings und Untersuchungen ab dem 40. Lebensjahr, Augeninnendruckmessung, Perimetrie, medikamentöse Therapie, Laserverfahren (Selektive Laser Trabekuloplastik), Mikroinvasive Glaukomchirurgie (MIGS), größere Eingriffe mit operativem höherem Aufwand.
  • Katarakt (Grauer Star): Operation mit Entfernung der getrübten Linse und Einsatz einer klaren Kunstlinse, verschiedene Speziallinsen (IGeL-Leistungen).
  • Liderkrankungen: Lidoperationen mit Straffungen der Lider und Wiederherstellung der Lidfunktion, chirurgische Entfernung von Entzündungen und Tumoren.
  • Tränenwegsverwachsungen: Minimal invasive chirurgische Beseitigung mit endoskopischer Sondierung und Erweiterung des Tränenkanals.
  • Uveitis: Enge Vernetzung mit anderen medizinischen Abteilungen wie der Rheumatologie, Hämatologie und Hautklinik, Kooperation mit der Kinderrheumatologie.
  • Augenerkrankungen bei Kindern und Kleinkindern: Diagnostik und Therapie von angeborenen Tränenwegsstenosen, Fehlsichtigkeiten und Schielstellungen der Augen.
  • Tumore am und im Auge: Spitzendiagnostik und State-of-the-Therapie (inklusive Bestrahlungsoptionen, Tumorchirurgie am Auge sowie verschiedene Tumorboards).

Operative Leistungen der Augenklinik Chemnitz

  • Gesamtes Spektrum der Netzhaut- und Glaskörperchirurgie mit Kleinschnitt-Technik
  • Glaukom-Chirurgie
  • Kataraktchirurgie
  • Tumorchirurgie inklusive erforderlicher Bestrahlungstherapie
  • Intravitreale Injektionen zur Behandlung der feuchten Makuladegeneration und weiteren Netzhauterkrankungen
  • Lasertherapie beim Glaukom, beim Nachstar sowie bei diabetischer Netzhauterkrankung, Gefäßverschlüssen und Netzhautdefekten
  • Gesamte Spektrum der chirurgischen Hornhaut- und Bindehautoperationen inkl. Amnionmembran-Transplantation
  • Lidoperationen bei Tumoren und Lidfehlstellungen
  • Versorgung bei perforierenden Augapfelverletzungen in der Akut- und Rehabiliationsphase
  • Kosmetische Operationen im Lidbereich

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