Die Augengesundheit ist ein wichtiger Aspekt des allgemeinen Wohlbefindens. Zwei häufige Erkrankungen, die das Sehvermögen beeinträchtigen können, sind die epiretinale Gliose und der Katarakt (Grauer Star). Dieser Artikel beleuchtet beide Erkrankungen, ihre Behandlungsmethoden und die Frage der Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland.
Die Epiretinale Gliose: Ein Überblick
Was ist eine epiretinale Gliose?
Die epiretinale Gliose ist eine Netzhauterkrankung, die meist an der Makula auftritt, dem Bereich des schärfsten Sehens im hinteren Augenabschnitt. Die Erkrankung wird auch Makulapucker genannt. Dabei lagern sich Zellen auf der Netzhaut ab, die mit der Zeit eine Membran bilden und Zug auf die Netzhautoberfläche ausüben können. Dann verzieht sich die Netzhaut, es bilden sich Falten.
Ursachen und Symptome
Häufig tritt die epiretinale Gliose in fortgeschrittenem Alter ohne erkennbare Ursache auf. Sie kann aber auch durch Erkrankungen oder Operationen verursacht werden. Ein epiretinale Membran schreitet meist langsam voran. Eine spontane Heilung ist äußerst selten. Ob eine Operation notwendig ist, hängt davon ab, wie groß die Einschränkungen bzw. Beschwerden für den Patienten sind.
Eine epiretinale Gliose fällt meist erst dann auf, wenn der Patient über eine deutliche Sichteinschränkung klagt. Typisch für eine epiretinale Gliose ist vor allem die verzerrte Wahrnehmung im zentralen Sichtfeld. Viele Patienten sehen Wellen, schiefe Linien oder auch Doppelbilder.
Diagnose
Bevor eine Operation ins Auge gefasst werden kann, sind weiterführende Untersuchungen notwendig. Die oben genannten Symptome können so oder in ähnlicher Form auch bei anderen Erkrankungen auftreten, zum Beispiel bei der altersbedingten Makuladegeneration. Daher findet zunächst eine eingehende Untersuchung des betroffenen Auges sowie des Partnerauges statt. Mit modernen Diagnoseverfahren wie der optischen Kohärenztomographie (OCT) kann man die Netzhaut berührungsfrei untersuchen und mögliche Veränderungen präzise erfassen.
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Die optische Kohärenztomografie (OCT) ermöglicht es, die inneren Strukturen der mehrschichtigen Netzhaut zu beurteilen. Die Messung erfolgt dabei ohne Berührung des Auges und dauert nur wenige Sekunden. Die hochpräzise Untersuchungstechnik und das hohe Auflösungsvermögen machen die OCT für die Makuladegeneration, diabetische Retinopathie, andere Netzhauterkrankungen und den grünen Star zu einer wichtigen Untersuchungsmethode.
Behandlung
Ein epiretinale Gliose lässt sich nur operativ im Rahmen einer Epiretinale Gliose Operation behandeln. Eine medikamentöse Behandlung ist nicht möglich. Dennoch raten wir nicht immer sofort zu einer Operation. Wie jede Operation am Auge birgt der Eingriff gewisse Risiken, sodass in der Regel erst dann behandelt wird, wenn die Sichteinschränkungen vom Patienten als sehr störend empfunden werden. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn das Lesevermögen stark beeinträchtigt oder die Sicht stark verzerrt ist. Im Vordergrund für die Therapieentscheidung steht das subjektive Beschwerdebild.
Epiretinale Gliose Operation: Ablauf und Nachsorge
Bei der Operation führt der Chirurg feine Instrumente ins Auge ein und entfernt zuerst den gesamten Glaskörper. Dann wird mit einer feinen Pinzette unter sehr starker Vergrößerung durch das Mikroskop die Membran von der Netzhautoberfläche abgezogen. Die Schnitte sind so fein, dass sie anschließend von selbst verheilen und nicht vernäht werden müssen. Der Glaskörper wird durch eine Flüssigkeit oder Luft ersetzt.
Vor einer Operation finden umfassende Voruntersuchungen statt. Die Entscheidung für oder gegen eine Operation trifft der behandelnde Augenarzt immer in enger Absprache mit Ihnen. Der erwartbare Nutzen einer Operation muss hierbei sorgfältig gegen mögliche Risiken abgewogen werden. Die Epiretinale Gliose Operation dauert etwa 30 - 60 Minuten und erfolgt in der Regel unter örtlicher Betäubung im Dämmerschlaf.
Nach der Operation sollten Sie sich viel Ruhe gönnen, die Augen nicht reiben und abrupte Bewegungen des Kopfes vermeiden. Unmittelbar nach der Epiretinale Gliose Operation kann es zum Beispiel durch eine Luftfüllung des Auges zunächst zu einer deutlichen Sehverschlechterung kommen. Dies ist ganz normal und kein Grund zur Sorge. Es ist wichtig zu verstehen, dass es mehrere Monate dauern kann, bis die maximale Sehschärfe erreicht ist.
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Risiken und Prognose
Die Operation der epiretinalen Gliose ist heutzutage ein Routineeingriff, der in Augenkliniken regelmäßig durchgeführt wird. Dennoch geht jede Operation mit gewissen Risiken einher. Dies gilt auch für jede Behandlung am Auge.
Durch eine Operation lässt sich das Sehvermögen meist erheblich verbessern. Im Durchschnitt kann etwa die Hälfte der verlorenen Sehschärfe wiederhergestellt werden. Je früher operiert wird, desto größer ist in der Regel der Behandlungserfolg. Dennoch ist aufgrund der OP-Risiken nicht immer zu einer schnellstmöglichen Operation zu raten.
Katarakt (Grauer Star): Ein Überblick
Was ist ein Katarakt?
Der Graue Star (Katarakt) ist meist altersbedingte Trübung der Augenlinse.
Behandlung: Moderne Kataraktchirurgie
Die häufigste und sicherste Operation am Auge dauert maximal 20 Minuten. Dabei ersetzen wir die bei Grauem Star eingetrübte Linse durch eine Kunstlinse aus elastischem Kunststoff (Intraocularlinse, IOL). Die richtige Stärke dieser Linsen vermessen wir mittels moderner Lasertechnik individuell.
Femto-Katarakt: Noch mehr Präzision
Durch den Einsatz des Femtosekundenlasers können wir die Sicherheit und Genauigkeit des Eingriffs noch einmal deutlich erhöhen. Denn in der Regel können wir den Einsatz von Ultraschallenergie reduzieren und damit schonender operieren. Mit dem Femtosekundenlaser können wir bei der Operation des Grauen Stars unterschiedliche Gewebeschichten und Strukturen im Auge sehr präzise trennen. Dadurch verläuft der Eingriff für den Patienten äußerst sanft und schonend.
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Die Kunstlinse
Eine Kunstlinse ersetzt die natürliche Augenlinse, wenn diese wie z. B. bei Grauem Star nicht mehr transparent ist. Die Kunstlinse (Intraocularlinse, Durchmesser 6 mm) verfügt am Rand über elastische Bügel, mit denen sie sicher im Auge fixiert wird. Sie ist faltbar, damit wir sie durch den sehr kleinen Schnitt in der Hornhaut einsetzen können.
Monofokale, multifokale oder torische Linse
Bei der Operation des Grauen Stars ersetzen wir die getrübte Linse durch eine Kunstlinse (Intraokularlinse). Bei der Wahl der neuen Linse gibt es verschiedene Möglichkeiten. Welche Linse zum Einsatz kommt, hängt von der Art der Erkrankung und Ihren Wünschen ab. Allerdings erstatten die Krankenkassen nicht alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten vollständig.
Kostenübernahme durch die Krankenkasse
Gesetzliche Krankenversicherung
Grundsätzlich übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten einer „medizinisch notwendigen“ Behandlung. Da der Graue Star unbehandelt zum vollständigen Verlust der Sehfähigkeit führen kann, fällt die klassische Katarakt-OP in diese Kategorie und wird daher von der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt.
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen derzeit jedoch nur die Kosten des Eingriffs, wenn eine (sphärische) Monofokallinse eingesetzt wird. Häufig kann damit nicht das für das Auge bzw. den Patienten optimale Ergebnis erzielt werden. Um noch individueller auf die Augen und die Bedürfnisse eines jeden Patienten eingehen zu können, gibt es Premiumlinsen mit einem zusätzlichen Nutzen. Beispielsweise existieren innovative Linsen mit höherer Abbildungsqualität oder zur zusätzlichen Korrektur einer Hornhautverkrümmung.
Die entstehenden Mehrkosten für innovative Premiumlinsen und aufwändigere Untersuchungs- und Operationsleistungen müssen vom Patienten selbst getragen werden. Welche Zusatzleistungen für dich sinnvoll sind, hängt in erster Linie von deinen individuellen Bedürfnissen und Wünschen ab.
Optische Kohärenztomographie (OCT)
Die OCT gehört bis heute nicht zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse. Im Falle einer trockenen Makuladegeneration übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen bisher nicht die Kosten für die Optische Kohärenztomographie. Bevor sie als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) zum Einsatz kommt, wird Ihr Arzt die Entscheidung mit Ihnen besprechen.
Diese Untersuchung gehört neuerdings bei der feuchte Makuladegeneration und anderen Makulaerkrankungen zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen, wenn der Augenarzt einen konkreten Verdacht hat. Von den privaten Krankenkassen werden die Kosten generell übernommen.
Femto-Katarakt
Im Vorfeld weisen wir darauf hin, dass diese technisch modernste Behandlungsmethode nicht zum Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherungen gehört. Sollten Sie sich für eine Femto-Kataraktoperation entscheiden, fällt eine Zuzahlung an. Die Privaten Krankenversicherungen übernehmen in der Regel einen Teil der Kosten.
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