Panikattacke oder Schlaganfall: Symptome, Unterscheidung und Behandlung

Ein Schlaganfall ist ein medizinischer Notfall, der sofortige Aufmerksamkeit erfordert. Ebenso können Panikattacken sehr beängstigend sein und ähnliche Symptome hervorrufen. Dieser Artikel soll helfen, die Symptome beider Zustände zu erkennen, zu unterscheiden und die notwendigen Schritte zu erläutern.

Schlaganfall: Ein lebensbedrohlicher Notfall

Ein Schlaganfall, auch Apoplex genannt, ist eine lebensbedrohliche Erkrankung, bei der es plötzlich zu einer Durchblutungsstörung im Gehirn kommt. Dies führt zu einer Mangeldurchblutung der betroffenen Hirnareale, wodurch diese nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Je nachdem, welcher Bereich des Gehirns betroffen ist, können Störungen oder Ausfälle verschiedener Körperfunktionen auftreten. Dauerhafte Schädigungen sind möglich.

Symptome eines Schlaganfalls

Es ist entscheidend, die Symptome eines Schlaganfalls schnell zu erkennen, um rechtzeitig medizinische Hilfe zu erhalten. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Halbseitenlähmung (Hemiparese): Beeinträchtigungen der Feinmotorik in Arm und/oder Bein einer Körperhälfte.
  • Faziale Parese: Einseitiges Herabhängen des Mundwinkels.
  • Sprach- und Sprechstörungen (Aphasie und Dysarthrie): Plötzlicher Verlust der Sprache oder Schwierigkeiten beim Sprechen.
  • Sehstörungen: Plötzliche Sehstörungen, Doppeltsehen oder kurzzeitige Erblindung auf einem Auge.
  • Schwindel: Plötzlicher Schwindel mit unsicherem Gang, Schwanken oder Drehgefühl.
  • Gefühlsstörungen: Kribbeln oder Taubheitsgefühl in einem Arm, einem Bein oder einer Körperhälfte.

Mini-Schlaganfall (TIA) als Vorzeichen

Eine transitorische ischämische Attacke (TIA), auch Mini-Schlaganfall genannt, kann ein Vorbote eines Schlaganfalls sein. Dabei treten vorübergehend die gleichen Symptome wie bei einem Schlaganfall auf, verschwinden jedoch meist innerhalb von 24 Stunden wieder. Es ist wichtig, eine TIA ernst zu nehmen und sofort einen Arzt zu kontaktieren, da etwa jeder dritte TIA-Betroffene irgendwann einen Schlaganfall erleidet.

Risikofaktoren für einen Schlaganfall

Es gibt verschiedene Faktoren, die das Risiko eines Schlaganfalls erhöhen. Dazu gehören:

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  • Bluthochdruck
  • Diabetes mellitus
  • Übergewicht und Adipositas
  • Rauchen
  • Bewegungsmangel
  • Ungesunde Ernährung
  • Vorhofflimmern
  • Hormonelle Verhütungsmittel (z.B. Anti-Baby-Pille)

Was tun bei Verdacht auf Schlaganfall?

Bei Verdacht auf einen Schlaganfall ist schnelles Handeln entscheidend. Wählen Sie sofort den Notruf (112) und schildern Sie die Symptome. Je schneller die Behandlung beginnt, desto besser sind die Chancen auf eine vollständige Genesung.

Panikattacken: Wenn die Angst übermächtig wird

Eine Panikattacke ist eine plötzliche und intensive Angstwelle, die von verschiedenen körperlichen und psychischen Symptomen begleitet sein kann. Obwohl Panikattacken sehr beängstigend sein können, sind sie in der Regel nicht lebensbedrohlich.

Symptome einer Panikattacke

Die Symptome einer Panikattacke können von Person zu Person variieren, umfassen aber häufig:

  • Herzrasen oder unregelmäßiger Herzschlag
  • Atemnot oder Engegefühl im Hals
  • Heftiges Schwitzen
  • Zittern oder Beben
  • Schwindel oder Benommenheit
  • Übelkeit oder Magenbeschwerden
  • Hitzewallungen oder Kälteschauer
  • Gefühl der Derealisation (Gefühl, nicht real zu sein) oder Depersonalisation (Gefühl, außerhalb des eigenen Körpers zu stehen)
  • Angst zu sterben oder die Kontrolle zu verlieren

Ursachen von Panikattacken

Panikattacken können durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden, darunter:

  • Stressige Lebensereignisse
  • Traumatische Erfahrungen
  • Genetische Veranlagung
  • Bestimmte medizinische Erkrankungen
  • Substanzmissbrauch

Angststörung nach Schlaganfall

Es kommt vor, dass Schlaganfall-Betroffene eine Angststörung entwickeln, oft in Verbindung mit einer Depression. Dies kann dazu führen, dass bereits alltägliche Situationen Ängste bis hin zu Panikattacken auslösen. Auch die Sorge vor einem erneuten Schlaganfall kann Angstzustände auslösen.

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Was tun bei einer Panikattacke?

Während einer Panikattacke ist es wichtig, ruhig zu bleiben und sich daran zu erinnern, dass die Attacke vorübergehen wird. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Atmung, versuchen Sie, tief und langsam zu atmen. Suchen Sie sich einen ruhigen Ort und versuchen Sie, sich zu entspannen. Wenn die Panikattacken häufig auftreten oder Ihren Alltag beeinträchtigen, sollten Sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

Unterscheidung zwischen Schlaganfall und Panikattacke

Obwohl einige Symptome ähnlich sein können, gibt es wichtige Unterschiede zwischen einem Schlaganfall und einer Panikattacke:

SymptomSchlaganfallPanikattacke
BeginnPlötzlich, oft ohne erkennbaren AuslöserPlötzlich, oft durch Stress oder Angst ausgelöst
LähmungenHalbseitige Lähmungen oder SchwächeIn der Regel keine Lähmungen
SprachstörungenSchwierigkeiten beim Sprechen oder VerstehenKeine oder nur leichte Sprachstörungen
GesichtHerabhängender MundwinkelKeine Veränderungen im Gesicht
SchwindelPlötzlicher, starker SchwindelSchwindelgefühl, Benommenheit
BrustschmerzenSeltenHäufig Engegefühl in der Brust
DauerSymptome dauern an, es sei denn, es handelt sich um eine TIA (bis zu 24h)Symptome erreichen innerhalb weniger Minuten ihren Höhepunkt und klingen ab
BewusstseinKann beeinträchtigt seinIn der Regel nicht beeinträchtigt

Wichtig: Im Zweifelsfall sollte immer der Notruf gewählt werden, um einen Schlaganfall auszuschließen.

Behandlung von Angststörungen und Panikattacken

Angststörungen und Panikattacken sind behandelbar. Es gibt verschiedene Therapieansätze, die helfen können:

  • Psychotherapie: Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) ist eine häufig eingesetzte Methode, um Angstgedanken und Verhaltensweisen zu verändern.
  • Medikamente: Antidepressiva oder angstlösende Medikamente können helfen, die Symptome zu lindern.
  • Entspannungstechniken: Progressive Muskelentspannung, autogenes Training oder Atemübungen können helfen, Stress abzubauen und Panikattacken vorzubeugen.
  • Neuropsychologische Behandlung: Bei Angststörungen nach einem Schlaganfall kann eine Neuropsychologin oder ein Neuropsychologe helfen, die psychischen Folgen des Schlaganfalls zu bewältigen.

Leben mit dem Risiko eines Schlaganfalls und Angststörungen

Sowohl nach einem Schlaganfall als auch bei einer Angststörung ist es wichtig, die Lebensgewohnheiten anzupassen, um das Risiko weiterer Ereignisse zu minimieren und die Lebensqualität zu verbessern:

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  • Gesunde Ernährung: Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten.
  • Regelmäßige Bewegung: Treiben Sie regelmäßig Sport, um Ihr Herz-Kreislauf-System zu stärken und Stress abzubauen.
  • Nicht rauchen: Rauchen erhöht das Risiko für Schlaganfälle und Angststörungen.
  • Alkohol in Maßen: Trinken Sie Alkohol nur in Maßen.
  • Stressmanagement: Finden Sie gesunde Wege, um mit Stress umzugehen, z.B. durch Entspannungstechniken, Yoga oder Meditation.
  • Regelmäßige Arztbesuche: Lassen Sie sich regelmäßig von Ihrem Arzt untersuchen, um Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

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