Epilepsie durch Missbrauch: Ursachen, Erscheinungsformen und Behandlungsmöglichkeiten

Die Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederholte Anfälle gekennzeichnet ist. Diese Anfälle entstehen durch vorübergehende Funktionsstörungen des Gehirns, bei denen sich Gruppen von Nervenzellen unnormal synchronisieren und in schneller Abfolge entladen. Die Ursachen für Epilepsie sind vielfältig und reichen von genetischen Veranlagungen über Hirnverletzungen bis hin zu Stoffwechselstörungen. Auch Missbrauch, insbesondere in der Kindheit, kann ein prädisponierender Faktor für die Entwicklung von Epilepsie sein.

Vielfältige Erscheinungsformen der Epilepsie

Epileptische Anfälle sind vielfältig und haben unterschiedliche Erscheinungsformen. Neben den bekannten "Grand Mal"-Anfällen mit Bewusstseinsverlust, Sturz und krampfenden Extremitäten gibt es auch subtilere Anfallsformen wie Absencen. Absencen sind kurze Bewusstseinspausen, die von Außenstehenden oft nicht erkannt werden. Sie sind durch einen plötzlichen Abbruch von Denken und physischen Funktionen gekennzeichnet, wobei die Betroffenen nicht ansprechbar sind, sich aber ansonsten ruhig und unauffällig verhalten. Eine Absence dauert in der Regel zwischen 5 und 20 Sekunden.

Auch plötzlich einsetzende Verhaltensweisen, die in der jeweiligen Situation unangemessen sind, können Anzeichen für Epilepsie sein. Manche Betroffene verdrehen die Augen, rollen mit der Zunge, verharren in einer ungewöhnlichen Körperhaltung oder führen stereotype Bewegungsabläufe aus. Ein anderes Krankheitsbild geht mit psychischen Symptomen einher, wie einem plötzlichen Glücksgefühl, einem Wutausbruch, Angst, Ärger oder auch einem Déjà-vu-Erlebnis. Möglich sind darüber hinaus Anfälle, die nur vom Betroffenen selbst bemerkt werden.

Wie sich ein epileptischer Anfall äußert, hängt davon ab, welche Bereiche des Gehirns in welchem Umfang betroffen und welche Funktionen dort angesiedelt sind. Es ist wichtig, derartige Anfälle umfassend von einem Neurologen abklären zu lassen, insbesondere wenn sie mehrmals auftreten. Ob eine Therapie nötig ist und wie lange sie fortgeführt werden muss, ist dann immer eine individuelle Entscheidung, die gemeinsam mit dem Arzt getroffen wird. Von einer Epilepsie spricht man allerdings erst, wenn Anfälle wiederholt und nicht von außen provoziert auftreten. In der Regel erfolgt eine Behandlung dann, wenn mehr als zwei belastende Anfälle pro Jahr auftreten.

Die Epilepsie ist die häufigste chronische Erkrankung des zentralen Nervensystems. In Deutschland sind etwa 500.000 Menschen davon betroffen. Durch eine medikamentöse Behandlung mit Antiepileptika, Medikamenten, die vor epileptischen Anfällen schützen, werden 7 von 10 Epilepsie-Patienten anfallsfrei.

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Ursachen von Epilepsie

Die Ursachen von Epilepsie sind vielfältig. Dazu zählen genetische Veranlagungen, Fehlbildungen im Gehirn, Hirnverletzungen, Schlaganfälle, Infektionen oder Stoffwechselstörungen. Auch Alkoholmissbrauch oder Drogenkonsum können Auslöser sein. In einigen Fällen lässt sich jedoch keine eindeutige Ursache finden.

Missbrauch als prädisponierender Faktor

Insbesondere Missbrauch und Vernachlässigung in der Kindheit gelten als prädisponierende Faktoren für die Entwicklung von Epilepsie. Diese Erlebnisse können die Anfälligkeit für die Entwicklung psychogener Anfälle immens erhöhen und folglich häufig Ursache für die Anfälle sein. Psychogene Anfälle sind dissoziative Störungen, die durch seelische Belastungen ausgelöst werden. Sie ähneln epileptischen Anfällen, haben aber keine organische Ursache im Gehirn.

Diagnose von Epilepsie

Für eine erfolgreiche Behandlung ist eine eindeutige Diagnose Voraussetzung. Um herauszufinden, ob der Anfall einer Epilepsie oder einer anderen Erkrankung zuzuordnen ist, sollte ein Neurologe aufgesucht werden. Eine behandlungsbedürftige Epilepsie liegt dann vor, wenn dem ersten Anfall weitere folgen oder ein erhöhtes Risiko hierfür gegeben ist.

Eine Beschreibung der Anfälle sowohl durch den Betroffenen selbst als auch durch Angehörige (Fremdbeschreibung) sind für die Diagnostik von enormer Bedeutung. Hilfreich können in diesem Zusammenhang auch Videoaufzeichnungen des epileptischen Anfalls oder die Beobachtung in einer spezialisierten Klinik sein.

Mithilfe der Elektroenzephalographie (EEG) wird die elektrische Gehirnaktivität aufgezeichnet. Bestimmte Muster lassen auf eine erhöhte Anfallsneigung schließen. Allerdings genügt das EEG allein nicht, um eine Epilepsie zu diagnostizieren. Die Magnetresonanztomographie (MRT) - auch Kernspintomogramm genannt - macht hirnorganische Veränderungen sichtbar, die wiederum Hinweise auf die Ursache geben können. In einigen Fällen untersucht der Arzt zudem das Hirnwasser (Liquor), beispielsweise wenn der Verdacht auf eine Hirn- oder Hirnhautentzündung vorliegt.

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Behandlungsmöglichkeiten von Epilepsie

So vielseitig sich die Erkrankung selbst zeigt, so unterschiedlich sind auch die Möglichkeiten der Therapie. Am Beginn der Behandlung steht meist ein medikamentöser Ansatz, der bei optimaler Einstellung bei bis zu 70 Prozent aller Betroffenen zu einer Anfallsfreiheit führt. Patient und behandelnder Arzt wägen gemeinsam Nutzen und Risiken der Medikamente - sogenannte Antiepileptika - ab. Es sind Mittel auf dem Markt, die bei vielen Epilepsieformen wirksam sind. Bei der Epilepsie-Behandlung ist es möglich, nur ein Medikament (Monotherapie) oder mehrere als Kombinationstherapie zu verabreichen. Die Dosierung erfolgt individuell und startet meist niedrig. In den meisten Fällen sind Antiepileptika gut verträglich. Dennoch sind Nebenwirkungen wie allergische Reaktionen, Müdigkeit, Schwindel oder verlangsamtes Denken nicht auszuschließen. Zeigt die medikamentöse Behandlung Erfolg, sollten Patienten trotz Anfallsfreiheit regelmäßig einen Arzt zur Kontrolle aufsuchen.

Epilepsiechirurgie

Die Behandlungsmethode kommt ausschließlich für die fokale Epilepsie infrage und auch nur, wenn sich feststellen lässt, welcher Bereich im Gehirn für die Anfälle verantwortlich ist. Dann ist es unter Umständen möglich, diesen chirurgisch zu entfernen (resektive Operation). Weitere Punkte, der vor der Entscheidung für eine Epilepsiechirurgie beachtet werden müssen, sind inakzeptable Nachteile: Die Operation darf keine ernste Beeinträchtigung bestimmter Hirnfunktionen nach sich ziehen. Ob ein operativer Eingriff infrage kommt, muss daher immer individuell entschieden werden. In seltenen Fällen kann bei schweren Epilepsien noch eine andere Operation durchgeführt werden, nämlich die sogenannte Balkendurchtrennung (Kallosotomie). Der Eingriff wird beispielsweise in Erwägung gezogen, wenn der Betroffene häufig schwere Sturzanfälle hat. Durch die Trennung des Balkens (Corpus callosum) im Gehirn, der die linke und rechte Gehirnhälfte verbindet, kann die Häufigkeit der Sturzanfälle verringert werden. Allerdings sind im Anschluss kognitive Beeinträchtigungen nicht auszuschließen.

Neurostimulation

Wenn die medikamentöse Therapie nicht ausreicht, gibt es alternativ die Möglichkeit der Neurostimulation. Hierbei werden bestimmte Gehirnstrukturen oder solche, die dort hinführen (zum Beispiel der Vagus-Nerv) mit niedriger Stromstärke stimuliert. Allerdings wird mit dieser Methode keine Anfallsfreiheit erreicht. Die Vagus-Nerv-Stimulation (VNS) ist die am weitesten verbreitete Methode. Dem Patienten wird eine Art Schrittmacher unterhalb des linken Schlüsselbeins unter die Haut gepflanzt und mittels Kabel (ebenfalls unter der Haut) mit dem linken Vagusnerv am Hals verbunden. Bei der transkutanen Vagus-Nerv-Stimulation erfolgt eine Reizung des Vagus-Nervs in der Ohrmuschel. Hierfür ist keine Operation notwendig. Eine andere Möglichkeit stellt die transkranielle Magnetstimulation dar. Bei dieser wirken Magnetfelder auf das Gehirn, wodurch die übererregten Gehirnstrukturen erreicht werden sollen. Für die tiefe Hirnstimulation werden dem Patienten kleine Elektroden in bestimmte Gehirnstrukturen implantiert. Mithilfe von elektrischen Impulsen stimulieren sie das Nervengewebe.

Ketogene Diät

Bei der ketogenen Diät handelt es sich um eine Art Low Carb Ernährung, die sich auf die Zufuhr von vielen gesunden Fetten und wenig Kohlenhydraten fokussiert. Dem Körper wird so beigebracht, seine Energie nicht aus Kohlenhydraten, sondern aus den zugeführten Fetten zu gewinnen. Im Zusammenhang mit Epilepsien wird vermutet, dass dem Gehirn durch den veränderten Stoffwechsel mehr Energie zur Verfügung steht, die es zum Stabilisieren der hirnelektrischen Aktivitäten verwendet.

Anfallsselbstkontrolle

Voraussetzung für das Erlernen der Anfallsselbstkontrolle ist die Bereitschaft, sich intensiv mit der Erkrankung auseinanderzusetzen. Im Vordergrund steht dahingehend die Frage, was den eigenen Anfall begünstigt. Das können bestimmte Zeiten, Orte, Tätigkeiten oder auch Situationen sein. Darauf aufbauend können Betroffene Strategien entwickeln, die dabei helfen sollen, Anfälle zu verhindern. Denn wer weiß, welche Faktoren (beispielsweise Alkoholgenuss) einen Anfall begünstigen, muss diese nicht zwingend meiden. Effektiver ist es, einen positiven Umgang mit diesen zu finden. Ein weiterer Aspekt der Anfallsselbstkontrolle ist es, Warnzeichen eines epileptischen Anfalls zu erkennen und zu versuchen, diesen abzuwehren. Das kann über das Entwickeln und Einüben bestimmter Verhaltensweisen geschehen: Macht sich ein Anfall beispielsweise über ein Kribbeln in der Hand bemerkbar, wird diese zur Faust geballt. So ist es möglich, die für die Motorik verantwortlichen Gehirnzellen anderweitig zu beschäftigen. Auf diese Weise sollen sie daran gehindert werden, dem Kribbeln nachzugeben.

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Alternative Methoden

Ergänzend zur Behandlung mit Medikamenten haben Patienten die Möglichkeit, auf alternative Methoden zurückzugreifen. Für die alternativen Behandlungsansätze liegt derzeit kein Wirkungsnachweis vor. Dennoch berichten einige Menschen mit Epilepsie, dass ihnen Akupressur und Co. helfen.

Erste-Hilfe-Maßnahmen bei einem epileptischen Anfall

Bei den Erste-Hilfe-Maßnahmen geht es vor allem darum, anfallsbedingte Verletzungen zu vermeiden. Falls der Betroffene Gegenstände in der Hand hält, sollten Sie diese an sich nehmen. Während eines Anfalls sollten Sie auf keinen Fall versuchen, den Kiefer des Patienten gewaltsam zu öffnen und ihm Gegenstände zwischen die Zähne zu schieben, damit er sich nicht auf die Zunge beißt. Hier sind schwere Verletzungen möglich.

Am wichtigsten ist es, anfallsbedingte Verletzungen zu verhindern. Deshalb: Den Betroffenen aus etwaigen Gefahrenzonen wie Treppennähe, Straßenverkehr etc. bringen, scharfkantige Möbel entfernen, evtl. Brille abnehmen und etwas Weiches unter den Kopf schieben. Nicht versuchen, krampfende Gliedmaßen festzuhalten, festgehaltene Gegenstände mit Gewalt zu entfernen oder die Zähne auseinanderzubringen. Kleidung lockern, um die Atmung zu erleichtern. Möglichst während der gesamten Anfallsdauer beim Betroffenen bleiben. Ruhe bewahren. Ein epileptischer Anfall hört in der Regel von selbst wieder auf und schädigt das Gehirn nicht. Nach dem Anfall kann der Betroffene allerdings eine Zeit lang verwirrt sein. Wenn der Betroffene nach dem Anfall schläft, ihn in eine stabile Seitenlage bringen (um Speichelabfluss zu ermöglichen). Dauert der Anfall länger als 5 bis 10 Minuten oder treten mehrere Anfälle hintereinander auf, Notruf absetzen.

Psychogene Anfälle

Psychogene Anfälle sind psychisch bedingte Anfälle, die epileptischen Anfällen ähneln, aber keine organische Ursache im Gehirn haben. Sie werden durch seelische Belastungen ausgelöst, insbesondere durch Traumata in der Kindheit. Die Behandlung von psychogenen Anfällen erfolgt in der Regel durch Psychotherapie.

Diagnose von psychogenen Anfällen

Dissoziative Krampfanfälle sind nicht einfach zu diagnostizieren und schwer von epileptischen Anfällen zu unterscheiden. Aus diesem Grund erhalten viele Betroffene zunächst die falsche Diagnose „Epilepsie“. Die standardmäßige Behandlung von epileptischen Anfällen mit Antiepileptika hat bei dissoziativen Krampfanfällen keine positiven Auswirkungen. Nicht erfolgreich behandelbare epileptische Anfälle sind in 20-30% der Fälle in Wahrheit verkannte dissoziative Anfälle. Bei dissoziativen Anfällen sind die Augen meistens geschlossen. Betroffene von epileptischen Anfällen sind nach den Anfällen völlig desorientiert bzw. am Schlafen. Durch Video-EEG-Monitoring (EEG = Elektroenzephalographie) kann mit nahezu vollständiger Sicherheit eine Epilepsie ausgeschlossen werden. Die Betroffenen werden dabei während den Anfällen gefilmt und deren elektrische Gehirn-Aktivitäten gemessen.

Behandlung von psychogenen Anfällen

Bei dissoziativen Krampfanfällen ist Psychotherapie das Mittel der Wahl. Unterschiedliche Therapieformen sind für die Behandlung dissoziativer Krampfanfälle möglich. Die Art der Therapie sollte davon abhängig sein, wie ausgeprägt die dissoziative Symptomatik ist. Bei einfachen dissoziativen Störungen ist die Arbeit an den Auslösern sowie die Verbesserung der Affektwahrnehmung und der Affekttoleranz empfehlenswert. Bei 90% der Betroffenen sind psychische Begleiterkrankungen vorzufinden.

Akut symptomatische Anfälle (ASA)

Unter akut symptomatischen Anfällen (ASA) versteht man epileptische Anfälle, die zeitnah zu einem auslösenden Ereignis auftreten. ASA sind also situations- und zeitgebunden. Der zeitliche Zusammenhang zwischen dem Anfall und dem zugrunde liegenden Ereignis variiert entsprechend der Genese. Die Ursachen der ASA sind mannigfaltig und reichen von vaskulären Ereignissen über Infektionen bis zu metabolisch/toxischen Ursachen. Bei metabolischen/toxischen Ursachen liegt die Latenzzeit meist innerhalb der ersten 24-48 h nach dem Ereignis. Die Inzidenz von ASA liegt bei 29-39 %/100.000 Personen pro Jahr mit einem kumulativen Risiko von 3,6 %.

Ursachen von ASA

  • Elektrolytentgleisungen: Akut auftretende und schwere Elektrolytentgleisungen können ASA zugrunde liegen.
  • Hyponatriämie: Eine Vielzahl von internistischen Erkrankungen und Störungen führt zu einer Hyponatriämie.
  • Hypernatriämie: Neurologische Komplikationen treten meist nur dann auf, wenn der Natriumwert innerhalb von wenigen Stunden sehr rasch ansteigt. Auch eine zu rasche Korrektur der Hypernatriämie kann durch ein dadurch entstehendes Hirnödem in bis zu 40 % der Patienten zu ASA führen.
  • Hypokalziämie: Die klassischen klinischen Manifestationen der Hypokalziämie sind Bewusstseinsstörungen und epileptische Anfälle.
  • Magnesiummangel: Bilateral tonisch klonische Anfälle im Sinne eines ASA können im Rahmen eines ausgeprägten Magnesiummangels entstehen.
  • Diabetes mellitus: Ein Diabetes mellitus (DM), unabhängig ob Typ I oder II, ist mit dem Auftreten von epileptischen Anfällen und mit Epilepsien assoziiert.
  • Hyperglykämie: Hyperglykämien führen immer wieder zu akut symptomatischen Anfällen.
  • Hypoglykämie: Hypoglykämien sind v. a. bei Neugeborenen und Kindern mit ASA verbunden, wobei hier die Gefahr der Entwicklung einer Epilepsie aufgrund von rezidivierenden neonatalen Hypoglykämien im Vordergrund steht.
  • Schilddrüsenerkrankungen: Schilddrüsenhormone können die Erregungsbereitschaft im Gehirn steigern. Vor allem im Rahmen von thyreotoxischen Zuständen können in seltenen Fällen ASA auftreten.
  • Leberfunktionsstörungen: Akute wie chronische Leberfunktionsstörungen führen oft zu weiteren neurologischen Komplikationen. Allen voran ist hierbei die hepatische Enzephalopathie zu nennen, die einen direkten Einfluss auf das Zerebrum hat.
  • Nierenfunktionsstörungen: In der Literatur findet sich kein Hinweis, dass Nierenfunktionseinschränkungen oder Niereninsuffizienzen direkt mit dem Auftreten von ASA zusammenhängen.
  • Systemischer Lupus erythematodes (SLE): ASA treten bei systemischen Lupus erythematodes (SLE) meist im Rahmen einer systemischen Exazerbation auf.
  • Entzündliche Darmerkrankungen: Im Rahmen entzündlicher Darmerkrankungen wie der Colitis ulcerosa und des Morbus Crohn können unterschiedliche neurologische Symptome entstehen, die sowohl das periphere als auch das zentrale Nervensystem beeinflussen.
  • Alkoholintoxikation und -entzug: Sowohl eine akute Alkoholintoxikation als auch der Alkoholentzug führen zu akut symptomatischen Anfällen.
  • Drogenkonsum: Eine Vielzahl von meist illegalen Drogen können auch in niedrigen Dosen akut symptomatische Anfälle auslösen.
  • Medikamente: Es sind 1,4-14 % der ASA medikamentös-toxischer Genese. ASA können im Rahmen einer Überdosierung, aber auch bei Entzug auftreten. Neuroleptika und antipsychotische Medikamente sind mit einem vermehrten Auftreten von epileptischen Anfällen verknüpft.

Leben mit Epilepsie

Die Diagnose Epilepsie kann für Betroffene und ihre Angehörigen eine große Herausforderung darstellen. Es ist wichtig, sich umfassend über die Erkrankung zu informieren und sich professionelle Hilfe zu suchen. Mit der richtigen Behandlung und Unterstützung können Menschen mit Epilepsie ein erfülltes Leben führen.

Den meisten beruflichen Tätigkeiten können Epileptiker ohne Einschränkungen nachgehen. Es gibt jedoch bestimmte Berufsgruppen, die Betroffenen nur schwer oder gar nicht zugänglich sind, beispielsweise Pilot oder Busfahrer. Die berufliche Eignung ist immer auf den Einzelfall zu beziehen, sprich, es müssen Faktoren wie die Art der Anfälle, deren Häufigkeit sowie Schweregrad bei der Berufswahl berücksichtigt werden.

Die Lebenserwartung von Menschen mit Epilepsie ist grundsätzlich nicht herabgesetzt. Ein epileptischer Anfall kann dann lebensgefährdend sein, wenn der Betroffene beispielsweise infolge eines Anfalls einen Autounfall verursacht und sich schwerwiegende Verletzungen zuzieht. Patienten mit wiederholten Anfällen leiden nicht selten an psychischen Problemen. Als auslösende Faktoren spielen beispielsweise die Angst vor einem Rückfall oder gesellschaftlicher Ausgrenzung eine Rolle. Aber auch die Scham, im öffentlichen Raum einen Anfall zu haben, kann psychisch sehr belastend sein. Eine Epilepsie begünstigt dahingehend eine Depression.

Tag der Epilepsie

Die Deutsche Epilepsievereinigung hat im Jahr 1996 den „Tag der Epilepsie“ ins Leben gerufen. Er findet jährlich am 5. Oktober statt und soll zu einem besseren Verständnis der Erkrankung beitragen.

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