Epilepsie nach Hirnblutung: Spätfolgen, Ursachen und Behandlung

Ein Schlaganfall kann weitreichende Folgen haben, und eine davon kann die Entwicklung einer Epilepsie sein. Dieser Artikel beleuchtet die Zusammenhänge zwischen Schlaganfall und Epilepsie, insbesondere die Spätfolgen einer Epilepsie nach einer Hirnblutung, ihre Ursachen, Diagnose, Behandlungsmöglichkeiten und gibt Hinweise zum Verhalten bei einem epileptischen Anfall.

Einführung

Epilepsie, oft als "Fallsucht" oder "Krampfleiden" bezeichnet, ist eine chronische neurologische Erkrankung, die durch wiederholte epileptische Anfälle gekennzeichnet ist. Diese Anfälle entstehen durch eine vorübergehende Störung der elektrischen Aktivität im Gehirn, bei der Nervenzellen übermäßig viele Signale abgeben und das Zusammenspiel der Nervenzellen gestört ist. Ein Schlaganfall, der durch eine Durchblutungsstörung im Gehirn verursacht wird, kann als Spätfolge eine Epilepsie auslösen.

Was ist ein Schlaganfall?

Ein Schlaganfall ist eine Durchblutungsstörung des Gehirns, die zu einer Funktionsstörung der betroffenen Hirnareale führt. Er wird oft als typische Alterskrankheit angesehen, tritt aber auch bei jüngeren Menschen auf. Über 50 Prozent der Fälle betreffen über 65-Jährige, während etwa 15 Prozent der Betroffenen unter 40/45 Jahre alt sind. Das Risiko für einen Schlaganfall steigt mit zunehmendem Alter.

Ursachen und Risikofaktoren für Schlaganfall

Die Hauptrisikofaktoren für einen Schlaganfall sind Bluthochdruck und Vorhofflimmern. Weitere relevante Risikofaktoren sind Diabetes, Rauchen, Bewegungsmangel und Fettstoffwechselstörungen. Die Vermeidung dieser Risikofaktoren ist die beste Prävention gegen einen Schlaganfall.

Epilepsie nach Schlaganfall: Ein Überblick

Epileptische Anfälle nach einem Schlaganfall sind eine häufige Langzeitfolge und können für die Betroffenen emotional belastend sein. Sie entstehen durch Narbengewebe, das sich im Gehirn nach der Hirnblutung bildet und den elektrischen Fluss zwischen den Neuronen negativ beeinflusst.

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Arten von Anfällen nach Schlaganfall

Man unterscheidet zwischen zwei Arten von epileptischen Anfällen nach einem Schlaganfall:

  • Akut symptomatische Anfälle (ASA), auch Frühanfälle genannt, treten innerhalb von sieben Tagen nach dem Schlaganfall auf. Sie sind eine Folge der akuten Reizung des Gehirns durch den Schlaganfall.
  • Unprovozierte epileptische Anfälle, auch strukturelle Epilepsie genannt, treten erst nach Ablauf dieser sieben Tage auf. Sie werden als "chronische Epilepsie" bezeichnet.

Risiko eines Rezidivs

Bei akut symptomatischen Anfällen ist das Risiko eines Rezidivs gering, weshalb eine Behandlung mit Antiepileptika in der Regel nur für drei bis sechs Monate erforderlich ist. Im Gegensatz dazu ist das Risiko für weitere Anfälle bei unprovozierten epileptischen Anfällen höher, was eine langfristige Behandlung notwendig macht.

Ursachen und Entstehung von Epilepsie

Epilepsie kann verschiedene Ursachen haben, darunter genetische Veranlagung, Hirnverletzungen durch Unfälle oder Schlaganfälle sowie Veränderungen in der Gehirnstruktur. Einige Betroffene stellen fest, dass bestimmte Umstände wie Schlafmangel, Alkoholkonsum oder Flackerlicht Anfälle auslösen können.

Posttraumatische Epilepsie nach Schädel-Hirn-Trauma (SHT)

Ein Schädel-Hirn-Trauma (SHT) kann ebenfalls zu epileptischen Anfällen führen. Diese werden in frühe und späte posttraumatische Anfälle unterteilt, wobei die zeitliche Grenze bei sieben Tagen nach dem Trauma liegt. Die pathophysiologischen Mechanismen, die zu frühen bzw. späten Anfällen führen, sind unterschiedlich. Späte posttraumatische Anfälle treten mit hoher Wahrscheinlichkeit (> 80 %) wiederholt auf und führen zur Diagnose einer posttraumatischen Epilepsie. Risikofaktoren für eine posttraumatische Epilepsie sind das Auftreten eines Frühanfalls und der Nachweis eines subduralen Hämatoms.

Pathophysiologische Mechanismen

Nach einem SHT kommt es zu sekundären zerebralen Schädigungsprozessen, die Wochen bis Monate anhalten können. Diese Prozesse umfassen eine erhöhte Exzitabilität im Hippocampus, ischämiebedingten Zelltod, Apoptose, verstärkte mikrogliale und astrozytäre Migration sowie neuroinflammatorische Vorgänge. Diese Veränderungen können zu einer erhöhten kortikalen Hyperexzitabilität und zur Entstehung einer posttraumatischen Epilepsie führen.

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Symptome und Diagnose von Epilepsie

Die Symptome eines epileptischen Anfalls können vielfältig sein und reichen von kaum merklichen geistigen Abwesenheiten (Absencen) über Wahrnehmungsstörungen bis hin zu schweren Krampfanfällen mit Bewusstseinsverlust. Die Diagnose von Epilepsie erfolgt in der Regel durch eine neurologische Untersuchung, ein EEG (Elektroenzephalogramm) zur Messung der Hirnströme und bildgebende Verfahren wie MRT (Magnetresonanztomographie) oder CT (Computertomographie) des Gehirns.

Klassifikation epileptischer Anfälle

Die Internationale Liga gegen Epilepsie (ILAE) hat ein Klassifikationssystem entwickelt, das Anfälle nach ihrem Beginn unterscheidet:

  • Fokale Anfälle: Beginnen in einer Hirnhälfte.
  • Generalisierte Anfälle: Gehen von beiden Hirnhälften aus.
  • Anfälle mit unbekanntem Beginn: Der Beginn ist nicht bekannt.

Fokale Anfälle werden weiter unterteilt, je nachdem, ob der Betroffene sie bewusst erlebt oder nicht und ob sie motorische oder nicht-motorische Symptome aufweisen. Generalisierte Anfälle werden nach ihren motorischen und nicht-motorischen Symptomen beschrieben.

Symptome eines epileptischen Anfalls

Einem epileptischen Anfall kann eine Aura vorausgehen, die mit Wahrnehmungsstörungen, Halluzinationen und Schwindelgefühlen einhergeht. Allgemeine Symptome können sein:

  • Bewusstseinsveränderungen oder -verlust
  • Geistige Abwesenheit (Absence)
  • Wahrnehmungsstörungen (Sehstörungen, Geschmacks- und Geruchshalluzinationen)
  • Schwindelgefühle
  • Übelkeit und Unwohlsein
  • Kribbeln in den betroffenen Körperteilen
  • Ungewöhnliche Muskelaktivität, Muskelzuckungen und Krämpfe

Verhalten bei einem epileptischen Anfall

Wenn man Zeuge eines epileptischen Anfalls wird, ist es wichtig, ruhig und besonnen zu bleiben und die Person vor Verletzungen zu schützen.

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Leichte epileptische Anfälle

Bei kurzen Absencen oder Muskelzuckungen besteht keine unmittelbare Gefahr. Die Betroffenen können sich danach unsicher fühlen und Unterstützung benötigen.

Anfälle mit eingeschränktem Bewusstsein

Wenn Menschen mit einem epileptischen Anfall verwirrt wirken, ist es wichtig, sie vor Gefahren zu schützen. Man sollte ruhig mit der Person umgehen und ihr Halt und Nähe vermitteln.

Große generalisierte epileptische Anfälle

Bei einem großen generalisierten Anfall verkrampft der ganze Körper und die Person verliert das Bewusstsein. In diesen Fällen sollte man:

  • Den Notruf 112 wählen.
  • Für Sicherheit sorgen, indem man gefährliche Gegenstände beiseite räumt.
  • Den Kopf des Betroffenen abpolstern.
  • Enge Kleidung am Hals lockern.
  • Die Person nach dem Anfall unterstützen und, falls nötig, in die stabile Seitenlage bringen.

Was man nicht tun sollte:

  • Die betroffene Person festhalten oder zu Boden drücken.
  • Der betroffenen Person etwas in den Mund schieben.

Behandlung von Epilepsie

Die Behandlung von Epilepsie zielt darauf ab, die Anfälle zu kontrollieren und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. In vielen Fällen kann die Erkrankung mit Medikamenten gut in den Griff bekommen werden.

Medikamentöse Therapie

Die medikamentöse Therapie mit Antiepileptika ist die wichtigste Behandlungsmethode bei Epilepsie. Es gibt verschiedene Medikamente, die je nach Art der Epilepsie und individuellen Bedürfnissen des Patienten eingesetzt werden. Ziel ist es, die Anfälle zu reduzieren oder ganz zu verhindern.

Weitere Behandlungsmöglichkeiten

Neben der medikamentösen Therapie gibt es weitere Behandlungsmöglichkeiten, wie z.B.:

  • Neurostimulation: Nerven-Stimulation mit niedrigen Stromstärken.
  • Chirurgischer Eingriff: Unter bestimmten Bedingungen, wenn Medikamente nicht ausreichend wirken und ein klar definierter Ausgangspunkt der Anfälle im Gehirn identifiziert werden kann.
  • Ketogene Diät: Eine spezielle Diät, die reich an Fetten und arm an Kohlenhydraten ist und bei manchen Patienten die Anfallshäufigkeit reduzieren kann.

Rehabilitation nach Schlaganfall

Nach einem Schlaganfall ist eine umfassende Rehabilitation wichtig, um dieRecovery zu unterstützen und die Auswirkungen des Schlaganfalls zu minimieren. Dazu können Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und neuropsychologische Therapie gehören.

Leben mit Epilepsie

Epilepsie kann das Leben der Betroffenen in vielerlei Hinsicht beeinträchtigen. Es ist wichtig, sich umfassend über die Erkrankung zu informieren und Unterstützung zu suchen.

Führerschein und Epilepsie

Anfälle mit Bewusstseinsstörung führen dazu, dass der Betroffene vorübergehend kein Kraftfahrzeug steuern darf. Die genauen Bestimmungen sind abhängig von der nationalen Gesetzgebung und der Art der Epilepsie.

Alkohol und Epilepsie

Der maßvolle Konsum von Alkohol ist bei Patienten mit Epilepsie in der Regel unbedenklich. Der Konsum größerer Mengen Alkohol, insbesondere in Verbindung mit Schlafmangel, kann jedoch das Anfallsrisiko erhöhen.

Schwangerschaft und Epilepsie

Für Frauen mit Epilepsie ist die Planung einer Schwangerschaft besonders wichtig, um die Therapie im Hinblick auf die Anfallskontrolle und das Fehlbildungsrisiko zu optimieren.

Forschung und Zukunftsperspektiven

Die Forschung im Bereich der Epilepsie konzentriert sich auf die Verbesserung der Akuttherapie, die Früherkennung und die Entwicklung neuer Behandlungsmethoden. Ein Schwerpunkt liegt auch auf der Erforschung der genetischen Grundlagen der Epilepsie.

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