Epilepsie und Aquafitness: Studien und Erkenntnisse

Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederkehrende Anfälle gekennzeichnet ist. Diese Anfälle können sich in vielfältiger Weise äußern, von kurzen Aufmerksamkeitsaussetzern bis hin zu schweren Krampfanfällen mit Bewusstseinsverlust. Die Ursachen für Epilepsie sind vielfältig und reichen von genetischen Veranlagungen über Hirnschädigungen bis hin zu Stoffwechselerkrankungen.

Die Behandlung von Epilepsie erfolgt in der Regel medikamentös, wobei Antiepileptika eingesetzt werden, um die übermäßige Nervenzellenaktivität im Gehirn zu hemmen und Anfälle zu verhindern. Neben der medikamentösen Therapie gibt es auch alternative Therapieansätze wie die ketogene Diät oder psychotherapeutische Übungen, die ergänzend eingesetzt werden können.

Bewegung und Sport spielen eine wichtige Rolle für die Gesundheit und das Wohlbefinden von Menschen mit Epilepsie. Allerdings ist es wichtig, Sportarten zu wählen, die sicher sind und das Risiko von Verletzungen während eines Anfalls minimieren. Aquafitness, einschließlich Wassergymnastik und Aquajogging, stellt eine vielversprechende Option dar, da sie gelenkschonend ist und gleichzeitig Kraft, Ausdauer und Koordination fördert.

Aktuelle Forschungsprojekte und Studien

Forschung und Wissenschaft spielen eine entscheidende Rolle bei der stetigen Verbesserung der Versorgung von Menschen mit Epilepsie. Kliniken und Forschungseinrichtungen initiieren und beteiligen sich an medizinischen Studien und Forschungsprojekten, um neue Therapieansätze zu entwickeln und die Lebensqualität von Betroffenen zu verbessern. Im Folgenden werden einige aktuelle Studien vorgestellt, die sich mit verschiedenen Aspekten der Rehabilitation und Therapie von Erkrankungen befassen, die im Zusammenhang mit Epilepsie stehen können.

Intermittierende Hypoxie/Hyperoxie Therapie (IHHT) in der COVID-19 Rehabilitation

Diese Studie untersucht die Wirksamkeit der intermittierenden Hypoxie/Hyperoxie Therapie (IHHT) bei der Rehabilitation von Patienten mit Long-COVID-Symptomen. Die IHHT beinhaltet das wiederholte Einatmen von sauerstoffreduzierter Luft (hypoxische Atemstimulation) unter kontrollierten Bedingungen mit abwechselnden sauerstoffreichen (hyperoxischen) Atemperioden. Es wird vermutet, dass diese Therapie die Lungenfunktion verbessert und die Sauerstoffnutzung in den Zellen steigert, was zu einer Förderung der körperlichen Leistungsfähigkeit führen kann.

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Screening und Prävalenz von Traumafolgestörungen bei Patienten mit Abhängigkeitserkrankungen in der stationären Entwöhnung

Diese Studie untersucht die Prävalenz von Traumafolgestörungen bei Patienten mit Abhängigkeitserkrankungen in der stationären Sucht-Rehabilitation. Das Erleben traumatischer Ereignisse erhöht das Risiko für die Entwicklung von Traumafolgestörungen und Abhängigkeitserkrankungen. Die Studie soll klären, wie hoch die Prävalenz von Traumafolgestörungen bei Abhängigkeitserkrankungen in der stationären Sucht-Rehabilitation ist und ob Selbstbeurteilungsfragebögen als Screening-Verfahren geeignet sind.

Schachbasiertes neurokognitives Training in der Therapie von Alkoholabhängigkeit

Diese Studie untersucht den Effekt eines schachbasierten neurokognitiven Trainings in der Therapie der Alkoholabhängigkeit. Es wird erwartet, dass das Training während der Rehabilitationsbehandlung die kognitiven Fähigkeiten stärkt und das Ergebnis der Suchttherapie verbessert. Die Studie soll wissenschaftlich prüfen, ob das schachbasierte neurokognitive Training einen generalisierten positiven Effekt auf den Therapieverlauf zeigt und welche Wirkmechanismen auf neurobiologischer und neuropsychologischer Ebene wirken.

Internetbasierte Nachsorge für Patientinnen und Patienten mit Agoraphobie mit und ohne Panikstörung

Diese Studie entwickelt ein internetbasiertes Nachsorgeangebot für Agoraphobie-Patienten nach Entlassung aus der Klinik. Ziel ist es, eine Versorgungslücke durch Wartezeiten bei niedergelassenen Psychotherapeuten zu schließen und das Rückfallrisiko zu minimieren. Die Studie untersucht die Wirksamkeit verschiedener Stufen der Nachsorgeintensität und vergleicht den Symptomverlauf von Interventionsgruppen mit einer Kontrollgruppe.

Entwicklung eines sogenannten Suchtscores zur Optimierung der inhaltlichen Erfolgsüberprüfung (Pilotstudie)

Diese Pilotstudie entwickelt einen Suchtscore zur Erfassung des Behandlungserfolgs aus Sicht der Rehabilitanden. Veränderungen der psychischen Belastung und der Erreichungsgrad ausgewählter Reha- und Behandlungsziele werden erfasst und in Beziehung zu katamnestischen Erfolgsquoten und anderen Reha-relevanten Daten gesetzt.

Analyse der Wirksamkeit und Krankheitskosten medizinisch-beruflich orientierter Leistungen in der neurologischen Rehabilitation (REBORN)

Dieses Projekt überprüft die Wirksamkeit sowie die Analyse des Leistungsspektrums beruflich-orientierter Konzepte (MBOR und MbR) in der Rehabilitation neurologischer Patient*innen. Im Projekt werden MBOR Teilnehmende, die MbR Bedarf hätten, aber keine MbR bekommen (Kontrollgruppe), rekrutiert und mit MBOR Teilnehmenden, die MbR Leistungen in ihrer Klinik erhalten (Interventionsgruppe), verglichen. Hauptzielgröße ist die Return to Work Quote 12 Monate nach Abschluss der Rehabilitation.

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Determinanten der Teilhabe am Arbeitsleben bei Multipler Sklerose (TAMuS)

Dieses Projekt untersucht die Determinanten der Teilhabe am Arbeitsleben bei Multipler Sklerose (MS). Trotz der zahlreichen Einschränkungen und dem frühen Erkrankungsalter nehmen entsprechend der Statistik der Deutschen Rentenversicherung nur wenige Betroffene bei Multipler Sklerose eine medizinische Rehabilitation zum Erhalt der Teilhabe am Arbeitsleben in Anspruch, obwohl die meisten Symptome gut behandelt werden können.

Gangautomatizität gemessen anhand der Gangvariabilität und exekutiven Kontrolle bei Schlaganfallpatienten: Ein Vergleich verschiedener funktioneller Nahinfrarotspektroskopie Messprotokolle

Diese Studie vergleicht verschiedene funktionelle Nahinfrarotspektroskopie Messprotokolle zur Bestimmung der hämodynamischen Aktivität im Kortex bei Schlaganfallpatienten.

Aquafitness: Eine vielseitige Trainingsform im Wasser

Aquafitness ist eine Form des körperlichen Trainings, die im Wasser stattfindet. Sie umfasst verschiedene Übungen und Aktivitäten, die die spezifischen Eigenschaften des Wassers nutzen, um das Training zu optimieren und die Fitness zu steigern. Der Wasserwiderstand zwingt die Muskeln zu mehr Arbeit als der Luftwiderstand, wodurch im Wasser mehr Muskeln gleichzeitig und intensiver aktiviert werden. Der Auftrieb des Wassers schont die Gelenke, indem er den Körper in eine Art "Schwerelosigkeit" versetzt. Das Schweben im Wasser aktiviert gleichzeitig das Gleichgewichtssystem.

Vorteile von Aquafitness

Aquafitness bietet eine Vielzahl von Vorteilen für die Gesundheit und das Wohlbefinden:

  • Gelenkschonend: Der Auftrieb des Wassers reduziert das Körpergewicht um fast 90 Prozent, wodurch die Gelenke entlastet werden. Dies macht Aquafitness besonders geeignet für Menschen mit Übergewicht, chronischen Gelenkerkrankungen oder Sportverletzungen.
  • Effektives Muskel- und Ausdauertraining: Der Wasserwiderstand zwingt die Muskeln zu mehr Arbeit, wodurch Kraft und Ausdauer gesteigert werden.
  • Verbesserung der Koordination und des Gleichgewichts: Das Schweben im Wasser aktiviert das Gleichgewichtssystem und erfordert eine gezieltere Abstimmung der Bewegungen.
  • Kalorienverbrauch: Der Aufenthalt im Wasser erhöht den Kalorienverbrauch, da der Körper mehr Wärme produzieren muss, um den Wärmeverlust auszugleichen.
  • Herz-Kreislauf-System: Regelmäßiges Aquatraining stärkt das Herz-Kreislauf-System und beugt Bluthochdruck, Übergewicht und einem zu hohen Cholesterin-Spiegel vor.
  • Stärkung der Rückenmuskulatur: Spezielle Aquaübungen kräftigen die tiefer liegenden Muskeln im Körperinneren und verbessern die Körperhaltung.
  • Massage-Effekt: Wasserdruck, Wasserwiderstand und die Bewegung im Wasser massieren die Haut und regen die Hautdurchblutung an.
  • Entspannung: Der Aufenthalt im Wasser wirkt beruhigend auf das Nervensystem.

Verschiedene Formen der Aquafitness

Es gibt eine Vielzahl von Aquafitness-Formen, die unterschiedliche Schwerpunkte setzen und verschiedene Zielgruppen ansprechen:

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  • Aquajogging: Joggen im tiefen Wasser mit einem Auftriebsgurt um die Hüften. Trainiert vor allem die Ausdauer und stärkt das Herz-Kreislauf-System.
  • Aquaball: Wasserballspiel im flachen Wasser. Fördert die Ausdauer, Koordination und Teamfähigkeit.
  • Aquacycling: Radfahren auf einem speziellen Unterwasser-Rad. Stärkt die Beinmuskulatur und verbessert die Ausdauer.
  • Aqua-Aerobic: Aerobic im Wasser mit großen Wasserhandschuhen. Trainiert Herz und Kreislauf und stärkt die Ausdauer.
  • Aquawalking: Gehen mit Kontakt zum Beckenboden. Besonders für Einsteiger, Menschen mit Übergewicht, Rheuma und Arthrose geeignet.
  • Hydropower/Aquapower: Intervalltraining zur Steigerung der Kraftausdauer.
  • Aquastep: Step-Aerobic im Wasser mit einem Stepper als Übungsgerät.
  • Aquaboxing: Kombination von Aquatraining mit Bewegungsformen verschiedener Kampfsportarten.
  • Aquadancing: Tanzen im Wasser.
  • Aquarelaxing: Entspannung im Wasser durch Nutzung der besonderen Eigenschaften des Wassers.
  • Funktionelle Wassergymnastik: Langsame und kreisende Bewegungen zur Verbesserung der Gelenkfunktion. Besonders für Senioren geeignet.
  • Konditionelle Wassergymnastik/Aquagymnastik: Trainiert alle Teilbereiche der Fitness: Ausdauer, Kraft, Koordination und Beweglichkeit.

Aquafitness bei Epilepsie: Worauf ist zu achten?

Aquafitness kann auch für Menschen mit Epilepsie eine geeignete Sportart sein, da sie gelenkschonend ist und das Risiko von Verletzungen bei einem Anfall minimiert. Allerdings sollten einige Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden:

  • Ärztliche Beratung: Vor Beginn eines Aquafitness-Programms sollte eine ärztliche Beratung erfolgen, um die Eignung der Sportart für den individuellen Fall zu klären und mögliche Risiken zu besprechen.
  • Anfallskontrolle: Die Anfälle sollten unter Kontrolle sein, idealerweise durch eine medikamentöse Therapie.
  • Begleitung: Es ist ratsam, während des Trainings von einer Begleitperson beaufsichtigt zu werden, die im Notfall helfen kann.
  • Sicherheit: Das Training sollte in einem Schwimmbad mit Aufsichtspersonal stattfinden.
  • Vermeidung von Überanstrengung: Überanstrengung und Stress können Anfälle auslösen. Daher sollte das Training moderat sein und ausreichend Pausen beinhalten.
  • Trinken: Ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig, um Dehydration zu vermeiden, die ebenfalls Anfälle auslösen kann.
  • Kentnis der Ersten Hilfe: Die Begleitperson und das Aufsichtspersonal sollten über die Erste-Hilfe-Maßnahmen bei einem epileptischen Anfall informiert sein.

Bewegungsbad: Heilgymnastik im warmen Wasser

Ein Bewegungsbad ist eine Form der Heilgymnastik, bei der Übungen in einem Bewegungsbecken mit warmem Wasser durchgeführt werden. Das warme Wasser entlastet den Körper und schont die Gelenke, während der Wasserwiderstand für einen sanften Trainingseffekt sorgt. Bewegungsbäder werden häufig nach Operationen, bei Muskel- und Gelenkerkrankungen oder chronischen Schmerzen im Rahmen einer Physiotherapie eingesetzt.

Funktionsweise und Indikationen

Das Training im Bewegungsbad findet meist in Kleingruppen statt, die von einem Physiotherapeuten oder einem erfahrenen Trainer angeleitet werden. Die Wassertemperatur liegt meist zwischen 31 und 34 Grad Celsius, was die Muskelentspannung fördert und die Bewegungen erleichtert.

Bewegungsbäder werden vornehmlich im Rahmen einer Physiotherapie nach Operationen oder bei Muskulatur-, Gelenk- und Wirbelsäulenbeschwerden verordnet. Typische Anwendungsgebiete sind:

  • Chronische rheumatische Erkrankungen
  • Arthrose und Gelenkverschleiß
  • Rückenschmerzen und Verspannungen
  • Krankengymnastik und Rehabilitation nach orthopädischen Operationen
  • Muskelaufbau nach Verletzungen oder längerer Immobilisation

Kontraindikationen

Bewegungsbäder sind in der Regel gut verträglich, dennoch gibt es einige Krankheitsbilder und Kontraindikationen, bei denen auf diese Therapieform verzichtet werden sollte:

  • Offene Wunden, Hautinfektionen oder frische Operationsnarben
  • Chlorallergie oder Überempfindlichkeit gegenüber Badezusätzen
  • Schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Akute Infekte mit Fieber
  • Unkontrollierte Epilepsie (wegen des erhöhten Risikos bei Wasseranwendungen)

Bewegungsbad bei Epilepsie: Besondere Vorsicht

Aufgrund des erhöhten Risikos bei Wasseranwendungen ist bei unkontrollierter Epilepsie von einem Bewegungsbad abzuraten. Bei gut eingestellter Epilepsie und nach ärztlicher Rücksprache kann ein Bewegungsbad jedoch unter bestimmten Vorsichtsmaßnahmen in Erwägung gezogen werden:

  • Anfallskontrolle: Die Anfälle sollten unter Kontrolle sein, idealerweise durch eine medikamentöse Therapie.
  • Begleitung: Während des Bewegungsbades sollte eine Begleitperson anwesend sein, die im Notfall helfen kann.
  • Aufsicht: Das Bewegungsbad sollte in einem Schwimmbad mit Aufsichtspersonal stattfinden.
  • Wassertiefe: Die Wassertiefe sollte nicht zu hoch sein, um das Risiko des Ertrinkens bei einem Anfall zu minimieren.
  • Vermeidung von Überhitzung: Die Wassertemperatur sollte nicht zu hoch sein, um eine Überhitzung des Körpers zu vermeiden, die Anfälle auslösen kann.

Aquajogging: Gelenkschonende Alternative zum Jogging

Aquajogging ist ein sanftes, gelenkschonendes und zeitgleich sehr effektives Training im Wasser. Es ist sehr gut geeignet für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, etwa aufgrund von Gelenkschmerzen oder Sportverletzungen. Auch für Sporteinsteiger, Breitensportler und ambitionierte Sportler ist Aquajogging ideal, um Kraft und Ausdauer zu trainieren - ohne schmerzende Stoßbelastungen.

Vorteile von Aquajogging

Aquajogging bietet eine Reihe von Vorteilen gegenüber dem Joggen an Land:

  • Gelenkschonend: Der Wasserauftrieb führt dazu, dass die Gelenke, Muskeln, Bandscheiben und Wirbelsäule druckentlastet werden.
  • Effektives Ausdauertraining: Aquajogging verbessert die aerobe Ausdauer (maximale Sauerstoffaufnahme) in gleichem Maße wie das Joggen an Land.
  • Herz-Kreislauf-Training bei geringer Verletzungsgefahr: Durch den Wasserdruck wird mehr Blut pro Herzschlag gepumpt, wodurch die Herzfrequenz sinkt. Gleichzeitig besteht eine sehr geringe Verletzungsgefahr.
  • Massage-Effekt: Der erhöhte Druck im Wasser verbessert die Durchblutung, strafft das Bindegewebe und soll auf lange Sicht sogar Cellulitis reduzieren.
  • Kalorien- und Fettverbrennung: Studien beweisen, dass Freizeitsportler beim Aquajogging mehr Kalorien verbrauchen als beim Joggen an Land. Der Anteil der Fettverbrennung ist ebenfalls höher.

Aquajogging bei Epilepsie: Sicherheit geht vor

Auch beim Aquajogging gilt für Menschen mit Epilepsie: Sicherheit geht vor. Die gleichen Vorsichtsmaßnahmen wie bei Aquafitness und Bewegungsbad sollten beachtet werden:

  • Ärztliche Beratung: Vor Beginn des Aquajogging-Programms sollte eine ärztliche Beratung erfolgen.
  • Anfallskontrolle: Die Anfälle sollten unter Kontrolle sein.
  • Begleitung: Während des Trainings sollte eine Begleitperson anwesend sein.
  • Aufsicht: Das Training sollte in einem Schwimmbad mit Aufsichtspersonal stattfinden.
  • Wassertiefe: Die Wassertiefe sollte nicht zu hoch sein.
  • Vermeidung von Überanstrengung: Das Training sollte moderat sein und ausreichend Pausen beinhalten.

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