Das Phantasialand ist bekannt für seine aufregenden Attraktionen und detailreichen Themenwelten. Eine der beliebtesten Attraktionen ist die Wildwasserbahn „Chiapas“, die mit ihrer steilen Abfahrt und dem mexikanischen Ambiente viele Besucher anzieht. Allerdings birgt diese Attraktion, wie viele andere Fahrgeschäfte auch, bestimmte Risiken, insbesondere für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen. Dieser Artikel beleuchtet die Sicherheitsaspekte der Wildwasserbahn „Chiapas“ im Phantasialand speziell für Epileptiker und gibt Hinweise für einen sicheren und unbeschwerten Besuch.
Allgemeine Sicherheitsvorkehrungen im Phantasialand
Das Phantasialand legt großen Wert auf die Sicherheit seiner Besucher und hat verschiedene Maßnahmen ergriffen, um Risiken zu minimieren. Dazu gehören regelmäßige Wartungen und Kontrollen der Attraktionen, gut geschultes Personal und detaillierte Sicherheitshinweise. Vor jeder Fahrt weisen Mitarbeiter auf potenzielle Gefahren hin und geben Anweisungen zum richtigen Verhalten während der Fahrt.
Spezifische Risiken der Wildwasserbahn „Chiapas“
Obwohl „Chiapas“ mit einer Aufstehsperre ausgestattet ist, um das Risiko des unerlaubten Aufstehens und Herausfallens zu minimieren, gibt es dennoch einige Gefährdungen, die beachtet werden sollten.
Ruckartige Bewegungen und Vibrationen
Die Fahrt verläuft sehr rasant und beinhaltet ruckartige Bewegungen und Vibrationen. Diese können besonders für Personen mit Wirbelsäulen-, Bandscheiben- oder Rückenschäden eine Belastung darstellen. Es ist ratsam, sich während der Fahrt gut festzuhalten, um die Auswirkungen der Bewegungen auszugleichen.
Herz- und Kreislaufbeschwerden
Der unerwartete und rasante Fahrtverlauf kann bei Personen mit Herz- und Kreislaufbeschwerden zu Schwindel, Übelkeit oder einer Verschlimmerung ihrer Beschwerden führen. Es ist wichtig, die eigene gesundheitliche Verfassung realistisch einzuschätzen und im Zweifelsfall auf die Fahrt zu verzichten.
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Schwangerschaft
Auch für Schwangere kann die rasante Fahrt negativ sein, da die Aufstehsperre unangenehm auf den Bauch drücken kann. Es wird generell empfohlen, während der Schwangerschaft auf Fahrten mit hohen Belastungen zu verzichten.
Einschränkungen der Bewegungsfähigkeit
Personen mit Gipsverbänden oder Amputationen im Oberkörperbereich haben ein erhöhtes Risiko für Verletzungen im Nacken- und Rückenbereich, da sie die ruckartigen Bewegungen nicht ausgleichen können.
Reizüberflutung
Die Inszenierungen mit Laser, bunten Lichtern, Nebel und lauter Musik können bei Personen mit psychischen Erkrankungen oder Behinderungen Unbehagen durch Reizüberflutung auslösen.
Epilepsie
Für Epileptiker besteht das Risiko, dass die visuellen und akustischen Reize während der Fahrt einen Krampfanfall auslösen können.
Barrierefreiheit
Der Ausgang von „Chiapas“ ist zwar barrierefrei und kann mit dem Rollstuhl angefahren werden, jedoch halten die Boote zum Ein- und Aussteigen nicht im Bahnhof an. Die Evakuierung der Anlage erfolgt über steile Treppen und schmale Gänge, die normale Mobilität erfordern. Sehbehinderten droht Absturzgefahr ins Wasserbecken. Die Deckenhöhen der Notausstiege in den Innenbereichen sind teilweise sehr niedrig, sodass sich erwachsene Besucher den Kopf stoßen können. Eine Nutzung für Geh- und Sehbehinderte ist daher nicht möglich.
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Sicherheitshinweise für Epileptiker
Für Epileptiker ist es besonders wichtig, vor der Fahrt mit „Chiapas“ einige Sicherheitsvorkehrungen zu treffen und bestimmte Aspekte zu berücksichtigen:
Ärztliche Beratung
Vor dem Besuch des Phantasialands und der Nutzung von Attraktionen wie „Chiapas“ sollte ein Arzt konsultiert werden. Dieser kann die individuelle Risikobereitschaft einschätzen und Empfehlungen geben.
Anfallsbereitschaft
Epileptiker sollten ihre Anfallsbereitschaft realistisch einschätzen. Wenn die Anfälle gut kontrolliert sind und keine erhöhte Anfälligkeit besteht, kann die Fahrt möglicherweise in Erwägung gezogen werden. Bei unkontrollierten Anfällen oder einer erhöhten Anfallsbereitschaft ist es ratsam, auf die Fahrt zu verzichten.
Reizüberflutung vermeiden
Um das Risiko eines Anfalls zu minimieren, sollten Epileptiker versuchen, Reizüberflutungen zu vermeiden. Dies kann bedeuten, dass sie sich vor der Fahrt in einer ruhigen Umgebung aufhalten und während der Fahrt die Augen schließen oder sich auf einen festen Punkt konzentrieren.
Begleitperson
Es ist empfehlenswert, eine Begleitperson mitzunehmen, die über die Epilepsie informiert ist und im Notfall helfen kann. Die Begleitperson sollte wissen, wie im Falle eines Anfalls zu reagieren ist und welche Medikamente benötigt werden.
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Notfallmedikation
Epileptiker sollten ihre Notfallmedikation immer griffbereit haben und die Begleitperson darüber informieren, wo sie sich befindet. Im Falle eines Anfalls kann die Notfallmedikation schnell verabreicht werden, um den Anfall zu stoppen.
Information des Personals
Es ist ratsam, das Personal vor der Fahrt über die Epilepsie zu informieren. So können die Mitarbeiter im Notfall schnell und angemessen reagieren.
Alternative Attraktionen
Im Phantasialand gibt es viele Attraktionen, die weniger riskant für Epileptiker sind. Es ist ratsam, alternative Attraktionen zu wählen, die keine starken visuellen oder akustischen Reize beinhalten.
Erfahrungen von Menschen mit Behinderungen in Freizeitparks
Die Erfahrungen von Menschen mit Behinderungen in Freizeitparks sind unterschiedlich. Einige Parks sind sehr inklusiv und bieten umfassende Unterstützung, während andere Parks Einschränkungen haben. Ein Beispiel für einen inklusiven Park ist das Freizeit-Land Geiselwind, das in der Vergangenheit blinden Parkgästen ohne Einschränkungen die Nutzung aller Attraktionen ermöglichte. Allerdings hat sich die Situation nach einem Inhaberwechsel möglicherweise geändert.
Inklusion in Freizeitparks
Die Inklusion von Menschen mit Behinderungen in Freizeitparks ist ein wichtiges Thema. Viele Betreiber argumentieren mit Nutzungsempfehlungen der Hersteller und Sicherheitsbestimmungen, um bestimmte Personengruppen von der Nutzung von Attraktionen auszuschließen. Es gibt jedoch auch Betreiber, die differenzierter an die Sache herangehen und individuelle Lösungen suchen.
Evakuierung
Ein häufig genanntes Argument für den Ausschluss von Menschen mit Behinderungen ist die Evakuierung von Fahrgeschäften. Viele Betreiber setzen voraus, dass der Gast in der Lage ist, die Anlage aus eigener Kraft zu verlassen. Dies kann für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen oder Sehbehinderungen eine Herausforderung darstellen. Es gibt jedoch auch Betreiber, die bereit sind, individuelle Unterstützung anzubieten und beispielsweise blinde Fahrgäste bei der Evakuierung zu begleiten.
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