Erfahrungen mit der Neurologie im St. Johannes Hospital Neheim: Ein umfassender Überblick

Das St. Johannes Hospital Neheim, heute Teil des Klinikums Hochsauerland, bietet neurologische Versorgung für die Region Arnsberg und darüber hinaus. Dieser Artikel fasst Erfahrungen von Patienten, ehemaligem Personal und Informationen des Klinikums zusammen, um ein umfassendes Bild der neurologischen Abteilung zu zeichnen.

Struktur des Klinikums Hochsauerland und der Neurologie

Im Jahr 2011 schlossen sich die drei Arnsberger Krankenhäuser St. Johannes-Hospital Neheim, Karolinen-Hospital Hüsten und Marienhospital Arnsberg zum Klinikum Arnsberg zusammen. Die Klinik für Neurologie am Klinikum Hochsauerland Standort St. Johannes-Hospital ist von der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und Funktionelle Bildgebung (DGKN) für die hohe Qualität in der Ausbildung angehender Fachärzte und Fachärztinnen für Neurologie als „anerkannte Ausbildungsstätte der DGKN“ ausgezeichnet worden. Ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung ist dabei beispielsweise auch das Erlernen spezieller Verfahren.

Die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik bietet am Standort St. Johannes-Hospital eine gemeindenahe, voll- und teilstationäre (tagesklinische) Krankenhausbehandlung mit 80 Betten. Die Klinik deckt die Pflichtversorgung für 130.000 Einwohner der Regionen Arnsberg, Sundern, Wickede (Ruhr) und Ense ab. Die Therapieräumlichkeiten und Patientenzimmer sind modern, hell und großzügig gestaltet, viele als Ein- und Zweibettzimmer mit teils Internetanschluss, Leseleuchten, Fernsehdisplay und Telefon am Bett.

Behandlungsschwerpunkte und Kapazitäten

Die Neurologie im Klinikum Hochsauerland, insbesondere am Standort Hüsten, behandelt jährlich über 1.000 Schlaganfälle. Verschiedene Behandlungsoptionen stehen dabei zur Verfügung. Bei einem entsprechend guten Zeitfenster können die Neurologen ein gerinnungsauflösendes Medikament geben, das den Thrombus auflöst (Thrombolyse). Im Falle von großen und mittleren Gefäßverschlüssen kann der Verschluss in der Regel mittels einer Thrombektomie gut und sicher geborgen werden.

Im Notfall- und Intensivzentrum des Klinikums Hochsauerland in Hüsten konnte jüngst bereits die 100. Thrombektomie seit dem Umzug der Klinik für Neurologie sowie der Klinik für Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie aus dem St. Johannes Hospital bei einem Schlaganfall-Patienten erfolgreich durchgeführt werden. Bei der Behandlung der akut lebensbedrohlichen Erkrankung wird das Blutgerinnsel im Gehirn mittels eines Katheters mechanisch entfernt und die Durchblutung der hirnversorgenden Gefäße wieder hergestellt.

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Dr. Alexander Ranft, Chefarzt der Klinik für Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie, sowie PD Dr. Armin Buss, Chefarzt der Klinik für Neurologie im Klinikum Hochsauerland, beschreiben, dass die Konzentration der Notfallversorgung am Notfall- und Intensivzentrum in Hüsten eine noch engere Kooperation der neurologischen Fachabteilungen ermöglicht und zudem kurze Wege geschaffen hat. Zusammen mit den erweiterten Möglichkeiten der Klinik für Neurochirurgie kann nach Eintreffen der Schlaganfall-Patienten und der Diagnose mittels modernster Computertomografie direkt über die individuell bestmögliche Therapie entschieden werden.

Wenn die Größe des Thrombus eine medikamentöse Auflösung (sog. Thrombolyse) unmöglich macht, wird im Falle der Thrombektomie unter Vollnarkose ein spezieller Stentretriever durch einen spezifischen Mikrokatheter über die Leiste der Patienten in den Thrombus platziert. In 90 Prozent dieser Fälle kann das blockierende Gerinnsel so mechanisch entfernt und die Durchblutung der Hirnbereiche wieder hergestellt werden.

Erfahrungen von Patienten und Angehörigen

Die Erfahrungen von Patienten und ihren Angehörigen mit der Neurologie im St. Johannes Hospital Neheim bzw. Klinikum Hochsauerland sind vielfältig und reichen von sehr positiv bis kritisch.

Positive Erfahrungen:

  • Schnelle Erkennung und Behandlung von Schlaganfällen: Mehrere Patienten berichten, dass ihr Schlaganfall schnell erkannt und mittels Lyse behandelt wurde. Sie loben die Fachärzte und das Personal.
  • Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft des Personals: Viele Patienten heben die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft des Pflegepersonals hervor. Sie fühlen sich gut aufgehoben und als Mensch wahrgenommen.
  • Kompetente Behandlung: Einige Patienten berichten von kompetenten Ärzten, die sich Zeit nehmen und gründliche Untersuchungen durchführen.
  • Gute interdisziplinäre Zusammenarbeit: Die enge Zusammenarbeit der verschiedenen Fachabteilungen, insbesondere bei der Schlaganfallbehandlung, wird positiv erwähnt.
  • Engagement des Personals: Einige Patienten erwähnen das Engagement und die Leidenschaft des Personals, insbesondere bei der Erklärung von Diagnosen und Behandlungsmöglichkeiten.
  • Bemühungen trotz Unterbesetzung: Einige Patienten zeigen Verständnis für die Unterbesetzung in Krankenhäusern und loben, dass das Personal trotz der schwierigen Bedingungen freundlich und hilfsbereit ist.
  • Gute Verpflegung: Einige Patienten bewerten die Verpflegung positiv.

Kritische Erfahrungen:

  • Fehlende oder verzögerte Diagnose: In einigen Fällen wurde ein Schlaganfall zunächst nicht erkannt oder als Entzündung abgetan. Dies führte zu einer verzögerten Einleitung der notwendigen Behandlung.
  • Inkompetentes Personal: Einige Patienten bemängeln die Inkompetenz des Personals, insbesondere der Ärzte. Sie fühlen sich nicht ernst genommen und schlecht behandelt.
  • Mangelnde Kommunikation: Einige Patienten berichten von mangelnder Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten sowie zwischen den verschiedenen Abteilungen. Informationen werden nicht weitergeleitet und Untersuchungen finden nicht statt.
  • Schlechte Organisation: Einige Patienten kritisieren die chaotischen Abläufe und die schleppende Bearbeitung von Anliegen.
  • Unzureichende Pflege: Einige Patienten bemängeln die unzureichende Pflege, insbesondere bei älteren und gebrechlichen Patienten.
  • Fehlende Wertschätzung: Einige Patienten fühlen sich als Patient nicht wertgeschätzt und werden gemaßregelt.
  • Medikamentenfehler: Es gibt Berichte über falsche Medikamente, die verabreicht wurden.
  • Psychiatrische Abteilung: Einige Patienten berichten von negativen Erfahrungen auf der psychiatrischen geschlossenen Station, insbesondere von zu wenig Bewegungsmöglichkeiten und hoher Medikamentendosierung.
  • Mangelhafte Vorbereitung auf Biopsie: Ein Patient berichtet von mangelhafter Vorbereitung auf eine Biopsie, was zu Problemen bei der Nachbehandlung führte.

Weitere Beobachtungen:

  • Wartezeiten: Einige Patienten bemängeln lange Wartezeiten für Untersuchungen.
  • Zimmerausstattung: Einige Patienten kritisieren die Zimmerausstattung, insbesondere die Größe der Schränke.
  • Toilettenhöhe: In einigen renovierten Badezimmern wurde die Toilette so tief angebracht, dass sie nicht für ältere und gebrechliche Patienten nutzbar ist.

Erfahrungen von ehemaligen PJ-lern und Assistenzärzten

Ehemalige PJ-ler (Studenten im Praktischen Jahr) und Assistenzärzte berichten überwiegend positiv über ihre Erfahrungen im Alexianer Klinikum Hochsauerland, zu dem das St. Johannes Hospital Neheim gehört.

  • Gute Betreuung und Einarbeitung: Sie fühlen sich von Anfang an als vollwertige Teammitglieder betrachtet und werden gut betreut und eingearbeitet.
  • Eigenständigkeit: Ihnen wird nach und nach Eigenständigkeit zugetraut, z.B. bei der Betreuung eigener Patienten oder der Durchführung von Untersuchungen.
  • Ansprechpartner: Sie haben stets eine feste Ansprechperson, an die sie sich jederzeit wenden können.
  • Gute Organisation: Die Organisation des PJ und der Rotationen wird als unkompliziert und reibungslos beschrieben.
  • Fortbildungsmöglichkeiten: Es gibt zahlreiche Fortbildungsmöglichkeiten, z.B. PJ-Seminare, Bootcamps der Intensiv-/Notfallmedizin und klinikinterne Fortbildungen.

Ambulante neurologische Versorgung

Seit April 2022 führt die MVZ Hochsauerland GmbH, eine Tochter des Klinikums Hochsauerland, die Praxis für Neurologie und Psychiatrie von Dr. med. Hubert Wismann weiter. Die medizinische Leitung hat Dr. med. Ann Aßmus, Fachärztin für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, übernommen.

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In der Praxis für Neurologie im MVZ Hochsauerland bietet Dr. med. Ann Aßmus ein Diagnose- und Therapieangebot für alle akuten und chronischen neurologischen Krankheitsbilder wie Muskelerkrankungen, Demenz oder Multiple Sklerose. Patienten mit typischen neurologischen Erkrankungen wie Lähmungserscheinungen, Epilepsie, Parkinson und anderen Bewegungs- oder Schlafstörungen erhalten eine umfangreiche und qualitativ anspruchsvolle Versorgung. Die Praxis ist mit modernsten technischen Diagnosemöglichkeiten ausgestattet.

Die Praxis befindet sich seit dem 1. Juni 2022 in neuen, modernen und barrierefrei ausgestatteten Praxisräumen am Springufer 7 in Arnsberg-Neheim. Durch die enge Verzahnung mit weiteren ambulanten und stationären Einrichtungen des Klinikums Hochsauerland kann nahtlos auf ein sehr breites und umfassendes ambulantes und klinisches Versorgungsspektrum zurückgegriffen werden.

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