Ein grippaler Infekt, oft begleitet von lästigen Kopfschmerzen, kann besonders am Morgen belastend sein. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen für morgendliche Kopfschmerzen im Zusammenhang mit einer Erkältung und bietet Ansätze zur Linderung.
Was ist eine Erkältung?
Eine Erkältung, auch grippaler Infekt genannt, ist eine Infektion der oberen Atemwege, die hauptsächlich Nase, Hals und Bronchien betrifft. Ausgelöst wird sie durch zahlreiche verschiedene Virenarten, die sich zudem ständig verändern. Schulkinder sind pro Jahr etwa sieben- bis zehnmal erkältet, Erwachsene etwa zwei- bis fünfmal.
Unterscheidung Erkältung und Grippe
Oft werden Erkältung und Grippe verwechselt. Hier die wesentlichen Unterschiede:
- Erkältung: Schleichender Beginn mit Halskratzen, Schnupfen, Husten, kein oder mäßiges Fieber.
- Grippe: Rasanter Verlauf mit höherem Fieber, Gliederschmerzen und schwerem Krankheitsgefühl. Die echte Grippe (Influenza) wird von anderen Virenarten (Influenzaviren) verursacht und verläuft in der Regel deutlich schwerer als eine Erkältung. Für ältere, abwehrgeschwächte oder chronisch vorerkrankte Menschen kann sie lebensbedrohlich sein.
Typische Symptome einer Erkältung
- Halsschmerzen
- Schnupfen oder verstopfte Nase
- Husten
- Eventuell leichtes Fieber (ab 37,5 Grad erhöhte Temperatur, ab 38,1 Grad Fieber)
- Schlappheit und allgemeines Krankheitsgefühl
- Kopfschmerzen
Ursachen für Erkältungskopfschmerzen am Morgen
Kopfschmerzen im Rahmen einer Erkältung können verschiedene Ursachen haben, die sich morgens verstärken können:
Entzündung der Nasennebenhöhlen (Sinusitis): Eine Erkältung weitet sich häufig auf die Nasennebenhöhlen aus. Wenn das Sekret nicht abfließen kann, erhöht sich der Druck in den Atemwegen, was zu Kopfschmerzen führt. Sind die Kieferhöhlen entzündet, schmerzen vor allem die Wangenknochen und der Oberkiefer. Sind hingegen die Stirnhöhlen betroffen, konzentrieren sich die Kopfschmerzen bei Erkältungen vor allem auf die Stirn. Eine Infektion der tieferliegenden Nebenhöhlen macht sich meist durch Kopfschmerzen am Hinterkopf bemerkbar. Symptome der Sinusitis sind ein eitriges Nasensekret und ein Druckgefühl im Bereich der Nasenebenhöhlen. Hat man bei einer Erkältung Zahnschmerzen, steckt oft eine Infektion der Nasennebenhöhlen dahinter.
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Verstopfte Nase: Bei einer Erkältung sind die Atemwege verstopft. Ist die Nase verstopft, kann dies ebenfalls zu einem erhöhten Druckgefühl im Kopf führen.
Muskelverspannungen: Ständiger Hustenreiz während einer Erkältung kann zu Verspannungen der Muskulatur in Nacken und Rücken führen, was wiederum Kopfschmerzen auslösen kann. Nackenschmerzen entstehen eher, weil sich der gesamte Körper anspannt. Insbesondere bei starken Gliederschmerzen, Kopf- oder Zahnschmerzen geschieht dies durch eine Schonhaltung des Körpers. Um die übrigen Körperteile, insbesondere den Kopf, zu entlasten, spannen sich oft die Nackenmuskeln stark an.
Zytokine: Forscher gehen davon aus, dass bestimmte Eiweiße, sogenannte Zytokine, Kopfschmerzen auslösen können. Das sind Botenstoffe, die das Immunsystem bei der Abwehr von Viren aussendet. Nach der Infektion mit Erkältungserregern steigt die Konzentration der Zytokine im Blut deutlich an.
Flüssigkeitsmangel: Wer zu wenig trinkt, erhöht die Wahrscheinlichkeit für Kopfschmerzen. Flüssigkeitsmangel kann ebenfalls zu Kopfschmerzen führen, denn wenn der Körper zu wenig Flüssigkeit erhält, trocknet er aus und es entstehen Fehlfunktionen einiger Nervenzellen, welche Kopfschmerzen auslösen können.
Schlechte Luftqualität: Schlecht belüftete Räume und sehr trockene Luft, vor allem während der Erkältungszeit in Herbst und Winter üblich, können Kopfschmerzen begünstigen.
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Schlaf: Zu wenig Schlaf führt zu zusätzlichem Stress für den Körper und somit zu Kopfschmerzen.
Was hilft gegen Erkältungskopfschmerzen am Morgen?
Es gibt verschiedene Maßnahmen, um Erkältungskopfschmerzen zu lindern:
Schmerzmittel: Kopfschmerzen, die durch Erkältungen verursacht werden, lassen sich mithilfe von Schmerzmitteln aus der Apotheke lindern. Bei grippalen Kopf- und Gliederschmerzen eignen sich die Wirkstoffe Ibuprofen bzw. Ibu-Lysin und Paracetamol. Sie wirken schmerzlindernd und können gleichzeitig Fieber senken. Schmerzmittel sollen über längere Zeit oder in höheren Dosen nicht ohne Befragen des Arztes eingenommen werden. Ohne ärztlichen Rat nicht länger anwenden als in der Packungsbeilage vorgegeben!
Hausmittel: Gleichzeitig können Hausmittel bei Kopfschmerzen durch Erkältung helfen.
- Coffein: Coffein ist ein effektives Mittel gegen Kopfschmerzen durch Erkältung. Der Stoff gelangt über die Blutbahn ins Gehirn und sorgt dort für eine bessere Durchblutung. Anders als viele glauben, ist der Coffeinanteil im Filterkaffee am höchsten - nicht etwa im Espresso. Die Coffein-Konzentration ist im Espresso höher als im Filterkaffee.
- Ingwer-Tee: Stoffe aus der Knolle bremsen nachweislich Infekte und lindern Kopfschmerzen durch Erkältung. Dafür ein daumengroßes Stück Ingwer schälen, in Streifen schneiden, mit heißem Wasser aufgießen, 5 Min.
- Akupressur: Drücken Sie Ihren Zeigefinger in Stirnhöhe auf die Mitte des Nasenrückens. Halten Sie den Druck für 30 Sekunden.
- Pfefferminzöl: Ein beliebtes Hausmittel zur Behandlung von Kopfschmerzen ist Pfefferminzöl. Es lässt sich auf Stirn und Schläfe zur Entspannung einmassieren.
- Warmer Lappen im Nacken: Ein einfaches Hausmittel gegen Kopfschmerzen ist ein angenehm warmer Wickel im Nacken, der die Muskulatur entspannt. Manche Erkältungsgeplagte bevorzugen einen Lappen auf der Stirn, den sie zuvor in kaltes Wasser getränkt haben.
- Inhalieren: Helfen können auch Dampfinhalationen mit Kochsalz oder ätherischen Ölen. Doch Vorsicht!
Abschwellende Mittel: Bei einer verstopften Nase können abschwellende Nasentropfen (z. B. mit Xylometazolin oder Oxymetazolin) sinnvoll sein. Alternativ kann bei Schnupfen mit gleichzeitigen Kopf- und Gliederschmerzen auch ein Kombinationspräparat mit dem Wirkstoffen Ibuprofen und Pseudoephedrin angewendet werden. Pseudoephedrin wirkt gefäßverengend und befreit somit die Nase von innen.
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Flüssigkeitszufuhr: Um die Schleimhäute ausreichend zu befeuchten und die verloren gegangene Flüssigkeit (vermehrtes Schwitzen bei einer Erkältung) auszugleichen, ist viel trinken wichtig. Erwachsene werden etwa zwei bis drei Liter empfohlen, bestehend aus Wasser, ungesüßten Tees und verdünnten Säften. Wohltuend wirkt meist Hollundersaft, der kurz mit Zucker und Zimt aufgekocht wird.
Ruhe und Schonung: Sie sollten Anstrengung meiden und Ihren Körper schonen.
Luftbefeuchtung: Der Zusatz von Feuchtigkeit zur Raumluft durch Luftbefeuchtungsmaßnahmen kann in der Vorbeugung einer Sinusitis wirksam sein. Man sollte für frische Luft sorgen und häufig lüften.
Kombinationspräparate: Sie enthalten neben einem Schmerzmittel auch eine abschwellende Substanz. Bei GeloProsed® sind das zum Beispiel die Wirkstoffe Paracetamol und Phenylephrin, welcher die Nasenschleimhaut abschwellen lässt. GeloProsed® eignet sich demnach, um verschiedene Erkältungssymptome mit nur einem Präparat zu behandeln. Da Kopfschmerzen nur eines von vielen Symptomen der Erkältung sind, gilt es die Krankheit mit all ihren Beschwerden bei der Behandlung im Blick zu behalten.
Wann zum Arzt?
- Wenn die Kopfschmerzen sehr stark sind, selbst nach drei Tagen nicht abklingen
- Wenn das Fieber über 39 Grad steigt
- Wenn Übelkeit, Erbrechen, Sehstörungen oder ein steifer Nacken hinzukommen
- Wenn sich die Beschwerden nicht innerhalb von einer Woche gebessert haben
- Bei Atemnot oder starken Schmerzen
- Bei einem ausgeprägten Krankheitsgefühl, Müdigkeit und Abgeschlagenheit
- Wenn Säuglinge, Kleinkinder, Schwangere oder ältere Patienten betroffen sind
- Wenn eine Grunderkrankung besteht.
Der Hausarzt führt bei Ihrem Besuch unterschiedliche Untersuchungen durch, um festzustellen, ob sich bei lang anhaltenden Beschwerden möglicherweise eine verschleppte Erkältung entwickelt hat. Waschen Sie sich vor und nach dem Arztbesuch gründlich die Hände.
Vorbeugung
- Häufig Hände waschen: Händewaschen nach häufigem Kontakt mit vielen anderen Menschen kann helfen, akute Infekte der Nasennebenhöhlen zu reduzieren.
- Reizungen der Nasennebenhöhlenschleim vermeiden: Wichtigste Regel: Nicht rauchen! Man sollte sich ebenfalls nicht in Umgebungen aufhalten, in denen geraucht wird.
- Auf ausreichende Luftbefeuchtung achten: Der Zusatz von Feuchtigkeit zur Raumluft durch Luftbefeuchtungsmaßnahmen kann in der Vorbeugung einer Sinusitis wirksam sein.