Das Evangelische Klinikum Gelsenkirchen (EVK) ist ein wichtiger Anlaufpunkt für neurologischePatienten im Ruhrgebiet. Mit einer zentralen Lage in der Altstadt und guter Erreichbarkeit mitBus und Bahn ist das Klinikum gut zu erreichen. Die Haltestelle „Evangelische Kliniken“ wird von denBuslinien 340 und 380 angefahren.
Umfassende neurologische Versorgung
Die Klinik für Neurologie und Frührehabilitation unter der Leitung von Priv.-Doz. Dr. med. JudithWagner bietet mit 95 Betten und ca. 3.000 stationären Patienten pro Jahr eine der größtenneurologischen Abteilungen der Region. Das Leistungsspektrum umfasst die Diagnostik und Behandlung des gesamten Spektrums neurologischer Erkrankungen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Akutneurologie und der Behandlung der Multiplen Sklerose.
Akutneurologie: Schlaganfall im Fokus
Die Akutneurologie hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten grundlegend gewandelt. Besonders die Behandlung von Schlaganfällen hat sich deutlich verbessert. Durch medikamentöse oder mechanischeBeseitigung des ursächlichen Blutgerinnsels kann vielen Schlaganfallpatienten heute eine schwere Behinderung erspart bleiben. Das EVK ist auf neurologische Notfälle, insbesondere Schlaganfälle, bestens vorbereitet. Am EVK werden die notwendigen Maßnahmen bereits vor Eintreffen der Patient:innen alarmiert und können sich von der Notaufnahme bis hin zur europäisch zertifizierten Stroke-Unit bestens auf Notfälle vorbereiten. Um eine neurologische Notfallversorgung ohne jegliche Zeitverzögerung zu gewährleisten, leben die Ärzte in Zusammenarbeit mit den Rettungsdiensten und der Klinik für Akut- und Notfallmedizin einen optimierten diagnostischen und therapeutischen Behandlungspfad, den sogenannten „Kopfalarm“.
Die Stroke Unit des Evangelischen Klinikums Gelsenkirchen behandelt jährlich etwa 1300 Patienten mit modernsten Methoden der Schlaganfallbehandlung. Sie verfügt über 13 Monitor- bzw. Überwachungsbetten und kann bei Bedarf auf interdisziplinär geführte Intensivbetten im Haus zurückgreifen. Zusätzlich stehen vier Intermediate Care Betten auf der Post-Stroke-Station zur Verfügung. Durch den Ausbau der Stroke Unit zu einer neurologischen Intermediate Care (IMC) Station besteht die Möglichkeit zur Durchführung nicht invasiver Beatmungen und spezieller Absaugverfahren für Patienten mit Schluckstörungen oder pulmonalen Zweiterkrankungen.
Zur Diagnostik bei Schlaganfallpatienten stehen alle modernen radiologischen, duplex- und echosonographischen Untersuchungsmöglichkeiten zur Verfügung. Die radiologische Abteilung des Hauses ermöglicht die Durchführung von computer- und kernspintomographischen Darstellungen des Gehirns sowie seiner hirnversorgenden Gefäße (CT, MRT, CT- und MRT-Angiographie) bereits in der Notfallsituation. Neben einer medikamentösen i.v. Lysetherapie kann durch die Radiologische Klinik sowohl eine interventionelle Thrombektomie als auch Stentinterventionen der extra- und intracraniellen Gefäße zur Notfallversorgung durchgeführt werden. Ebenfalls ist in die Schlaganfalldiagnostik und -therapie die Kardiologische Klinik eingebunden. Diese verfügt über alle kardiologisch-interventionellen Verfahren und Behandlungsmethoden. Hierzu gehören als prophylaktischen Behandlungen zur Verhinderung eines oder weiterer Schlaganfälle eines Patienten z.B.
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Die interdisziplinäre Versorgung der Schlaganfallpatienten wird durch ein speziell geschultes therapeutisches und pflegerisches Team bestehend aus Pflege, Physio-/Ergotherapeuten sowie Logopäden sichergestellt.
Multiple Sklerose: Fortschritte in Therapie und Behandlung
Auch bei der Behandlung chronischer neurologischer Erkrankungen, insbesondere der Multiplen Sklerose, gibt es bedeutende Fortschritte. Das Therapieziel hat sich gewandelt: Nicht mehr nur die Reduktion von Schüben steht im Vordergrund, sondern die vollständige Abwesenheit von Krankheitsaktivität. Neue Therapeutika mit innovativen Wirkmechanismen werden künftig einer noch größeren Patientengruppe zur Verfügung stehen.
Im Evangelischen Klinikum Gelsenkirchen gibt es ein von der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft zertifiziertes MS-Zentrum, dem auch die Praxis angeschlossen ist. Das MS-Zentrum bietet eine ambulante oder stationäre Behandlung an. Ein interdisziplinäres Team stimmt die bestmögliche Therapieform auf Ihre individuelle Erkrankung ab. In der Praxis für Neurologie im Medizinischen Versorgungszentrum wird eine Primärversorgung für MS-Betroffene angeboten. Diese umfasst von der Erstdiagnose über die Einstellung der passenden Arzneimittel bis zur stationären Begleitung - falls erforderlich - alle Behandlungsschritte für MS-Erkrankte. Hierfür stehen sämtliche diagnostische und therapeutische Möglichkeiten des Evangelischen Klinikums zur Verfügung. Dazu gehören eine hochwertige Elektrophysiologie, Kernspintomographien, Lumbalpunktionen, Plasmapherese (Austausch des Blutplasmas), innovative Immunadsorption u. v. Patient:innen, die neben der akutneurologischen Behandlung besondere Unterstützung bedürfen, beispielsweise bei einem akuten Schub oder einer chronischen Verschlechterung des Gesamtzustandes, können eine Multiple-Sklerose-Komplexbehandlung wahrnehmen. Dieses Behandlungskonzept sieht während eines bis zu 15 Tage dauernden stationären Aufenthaltes verschiedene therapeutische Einheiten aus den Bereichen Neuropsychologie, Logopädie, Ergotherapie und Physiotherapie sowie der Neuropsychologie vor. In diesem Rahmen wird ein medizinischer Status erhoben und eine Evaluation der bestehenden medikamentösen Therapie mit Beratung über weitere Möglichkeiten angeboten. Ziel ist es, die Symptome der Multiplen Sklerose nachhaltig zu verbessern und die Lebensqualität zu steigern.
Viele MS-Patient:innen sind bei ihren niedergelassenen Neurolog:innen bereits exzellent betreut. Hier sehen wir uns vor allem in der Pflicht, stationäre Leistungen (Komplexbehandlung, Schubtherapie inkl. Immunadsorption) anzubieten. Auf Wunsch bieten wir auch Zweitmeinungen und die Einstellung bzw.
Weitere neurologische Erkrankungen
Neben Schlaganfall und Multipler Sklerose werden im EVK auch andere neurologische Erkrankungen behandelt, darunter:
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- Bewegungsstörungen (z.B. Parkinson)
- Demenzerkrankungen
- Epileptische Anfälle
- Hirnblutungen
- Hirntumore
- Kopf- und Gesichtsschmerzen
- Schwindel
- Erkrankungen der peripheren Nerven
Diagnostische Verfahren
Zur präzisen Diagnostik neurologischer Erkrankungen setzt das EVK verschiedene apparative Verfahren ein:
- Doppler-Sonografie (Duplexsonografie) zur Beurteilung von Gefäßerkrankungen
- Elektroneurographie (Nervenmessung) zur Diagnose von Nerven- oder Muskelschädigungen
- Elektroenzephalografie (EEG) zur Messung der Hirnaktivität bei Verdacht auf Epilepsie oder Hirnschädigungen
- Evozierte Potentiale (VEP, AEP, SEP, MEP) zur Feststellung verschiedener Schädigungen des Nervensystems
Das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ)
Das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) ist ein Ärztehaus des Evangelischen Klinikums Gelsenkirchen. Im MVZ befinden sich neben der Praxis für Neurologie weitere Facharztpraxen, die eine umfassende medizinische Versorgung gewährleisten. Die Praxen im MVZ behandeln privat oder gesetzlich versicherte Patientinnen und Patienten. Die enge Zusammenarbeit der Ärztinnen und Ärzte mit anderen Arztpraxen, Krankenhäusern, Therapeuten und Sozialeinrichtungen ist für die Patienten von besonderem Vorteil.
Die Praxis für Neurologie im MVZ bietet ein breites Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Verfahren an. Das interdisziplinäre Team behandelt u.a.
- Multiple Sklerose
- Parkinson
- Epilepsie
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- Erkrankungen der peripheren Nerven
Terminvereinbarung und Kontakt
Für eine Behandlung in der Praxis für Neurologie ist eine vorherige Terminvereinbarung erforderlich. Sie erreichen die Praxis unter der Telefonnummer 0209 160-1527. Privatversicherte können sich ambulant bei Priv.-Doz. Dr. med. Judith Wagner, Chefärztin der Klinik für Neurologie am Evangelischen Klinikum, vorstellen. Die Terminvereinbarung erfolgt über das Sekretariat. Aktuelle medizinische Befunde (z.B.
Die Praxis für Neurologie befindet sich im 3. Obergeschoss des Medizinischen Versorgungszentrums in der Munckelstraße 29 in Gelsenkirchen.
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Weitere Informationen für Patienten und Besucher
Besuch im EVK
Besucher sind im Evangelischen Krankenhaus gerne gesehen. Bitte beachten Sie jedoch die Besuchszeiten für die Stationen D2, D3, B5 und B6: Besuch bitte erst am Nachmittag nach den Therapien (ca. ab 16:00 Uhr). In besonderen Situationen, z.B. Bitte sehen Sie im Falle einer möglichen Infektion von einem Besuch ab! Blumen bringen Freude und sind eine liebe Geste. Im Klinikum sind jedoch nur Schnittblumen erlaubt.
Parkmöglichkeiten
Gleich neben dem Medizinischen Versorgungszentrum finden Sie Parkplätze im gebührenpflichtigen Parkhaus. Als Patient können Sie das Parkhaus zum ermäßigten Preis von 3 Euro pro Tag nutzen (gilt nicht für Besucher!). Bitte beachten Sie, dass aktuell das Parkhaus am EVK saniert wird und daher die verfügbaren Parkplätze beschränkt sind. Wenn es Ihnen möglich ist, weichen Sie bitte auf den ÖPNV aus.
Weitere Angebote des EVK
Das Evangelische Klinikum Gelsenkirchen bietet neben der neurologischen Versorgung weitere Angebote für Patienten und Besucher:
- Eine umfangreich ausgestattete Bibliothek
- Seelsorgerische Betreuung
- Beratung zu organisatorischen Fragen nach dem Aufenthalt
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