In der heutigen Zeit, in der soziale Medien allgegenwärtig sind, kann die Flut an Informationen und Inhalten auf Plattformen wie Facebook überwältigend sein. Viele Nutzer fühlen sich von irrelevanten oder nervigen Posts belästigt. Doch es gibt Möglichkeiten, die eigenen Einstellungen so anzupassen, dass das Facebook-Erlebnis angenehmer und relevanter wird.
Die Evolution der Social-Media-Nutzung
Die Zeiten, in denen jede noch so banale Aktivität und zusammenhangslose Statusmeldungen Begeisterung auslösten, sind vorbei. Das Publikum ist anspruchsvoller geworden, und es gibt eine Vielzahl alternativer, nutzerfreundlicherer Plattformen. Die Community ist insgesamt geschulter und sensibler geworden. Beratungsresistente User, die diese Entwicklung ignorieren, werden bald der Vergangenheit angehören.
Umgang mit unerwünschten Inhalten
Was tun, wenn man auf nervige und unerklärliche Inhalte stößt? Soll man der Neugierde nachgeben oder diese Art von Content blocken und den Urheber entfolgen?
Die Bedeutung professioneller Kommunikation
Erfolgreiche Unternehmenskommunikation basiert heute auf Storytelling, Content Marketing und Branded Entertainment. Eine interdisziplinäre Mischung, die individuelle Stärken, Innovationsgeist, Risikobereitschaft und Wissen vereint, ist ideal. Ein belastbares Netzwerk ist wichtig für Selbstreflexion, Krisenmanagement und gut gemeinten Rat. So lässt sich Fremdschämen vermeiden.
Reputation im Social Web
Freischaffende, Hobbyblogger und Ottonormalverbraucher buhlen um Reputation und messen ihre Beliebtheit an der Anzahl von Freunden, Followern, Kommentaren und Klicks - manchmal um jeden Preis.
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Tracking und Datenschutz
Tools wie Google Analytics erfassen die Herkunft der Besucher, ihre Verweildauer und die Nutzung von Suchmaschinen. Sie dienen der Erfolgskontrolle, sind aber aus datenschutzrechtlicher Sicht umstritten. Auch "Fanpage Karma" ist diskutabel, obwohl weniger genutzt.
Die Rolle des Gesamtbildes
Ob für eine Organisation oder aus freien Stücken gehandelt wird, Account-Splitting zwischen Privatprofil und Fanpage wird spätestens bei der Spurensuche des Arbeitgebers oder Kunden hinfällig. Leser, Zuhörer oder Zuschauer beobachten und bewerten den publizierten Content und den allgemeinen Auftritt in den Social Media. Posts zahlen unmittelbar auf die Marke und Reputation ein. Deshalb sind Guidelines unabdingbar.
Arten von nervtötendem Content
Es gibt bestimmte Arten von Inhalten, die besonders nerven. Kontinuierliche Ignoranz und Verfolgung kraftleerer Aussagen führen zu Einsamkeit.
Strategien zur Vermeidung von Nerv-Posts
Unreflektierte Übertragung von Trends
Was in den USA funktioniert, lässt sich nicht unreflektiert übertragen. Studien, Infografiken und Trendbarometer mit Anglizismen werden oft ohne kritischen Unterton angepriesen.
Bewegtbild und Fotos
Kurze und knackige Videos sind oft erfolgreicher. Bloß nicht auf Bildmaterial verzichten, im Zweifel irgendwo klauen. Beliebt sind peinlich anmutende Azubis, die das Unternehmensclaim trällern, oder die Ablichtung von Kindern.
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Reißerische Headlines
Headlines müssen durchgängig wild, krass, actiongeladen und heftig sein, um kurzfristig die Massen auf die gewünschte Seite zu lenken und dann bitter zu enttäuschen. Das Volk wird lieber mit sinnlosen Parolen aufgehetzt oder an die Tränendrüse appelliert.
Sinnlose Ad Campaigns
Ad Campaigns schaden sicher auch ohne vordefinierte Zielgruppe nicht. Beauty Events in Flensburg zur Wochenmitte könnten rein zufällig auch für Handwerker aus dem Schwabenländle von Interesse sein.
Regelmäßige Wiederholungen
Wenn man nichts Neues zu sagen hat, sind regelmäßige Wiederholungen sinnvoll. Altes Zeug wird in neuen Schläuchen reproduziert, das Datum geändert oder weggelassen, und alles glänzt so schön neu. Kontinuität ist oberstes Gebot.
Einstellungsmöglichkeiten auf Facebook
Viele Einstellungsmöglichkeiten und Features des Sozialen Netzwerks sind unbekannt.
Interessenlisten
Mit Interessenlisten kann man sich über seine Lieblingsschauspieler informieren oder öffentliche Listen abonnieren. In der linken Spalte unter „Interessen“ kann man diese Listen bauen.
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Aktivitätenprotokoll
Das Aktivitätenprotokoll listet alle Aktionen des Nutzers chronologisch auf. Es ist nur für die eigene Chronik einsehbar und lässt sich nach bestimmten Aktivitäten filtern. Diese können darüber auch rückgängig gemacht werden. Auch wer welchen Beitrag sehen kann, lässt sich über das Protokoll prüfen und einstellen. Das Aktivitätenprotokoll findet man in der Menüleiste ganz rechts unter dem Pfeilsymbol.
Veranstaltungs-Funktion
Bei der Veranstaltungs-Funktion sollte man auf die Zielgruppe achten. Die ist nämlich automatisch auf „Gäste und Freunde“ eingestellt. Bei dieser Einstellung können die eingeladenen Personen auch selbst Gäste einladen, bei „Offene Einladung“ dürfen selbst Freunde der Eingeladenen ihrerseits Gäste einladen. Wer ganz sicher gehen will, wer zu der Veranstaltung kommt, wählt die Gäste über die Option „Nur eingeladene Gäste“ einzeln aus.
Freundeslisten erstellen
Mit Freundeslisten kann man die Urlaubsbilder nur mit engen Freunden teilen. Fährt man im Newsfeed über den Namen des Freundes, wird der aktuelle Status angezeigt. Bei Nutzern, die keine Listen führen, ist dieser in der Regel „Freunde“. Mit einem Klick darauf kann das geändert werden. Auch neue Listen können erstellt werden - zum Beispiel „Arbeitskollegen“. Die so angelegten Listen finden sich am linken Rand der Startseite. Mit einem Klick darauf öffnet sich ein neuer Newsfeed, der nur die Aktivitäten der dort einsortierten Freunde anzeigt. Wer nun die Urlaubsbilder nur mit Freunde teilen will, kann diese Liste beim Posten als Zielgruppe auswählen. „Diese sind dann nur für das ausgewählte Publikum sichtbar“, sagt der Sprecher. Das gelte auch, wenn ein Freund den Inhalt weiter teilt.
Wachsam bleiben
Auch wenn die Privatsphäre genau eingestellt ist, sollten Nutzer wachsam bleiben. Wer permanente Einladungen zu Spielen nerven, kann dort das jeweilige Programm oder eine Werbeanzeige ausblenden. Im Newsfeed selbst lassen sich einzelne Beiträge verbergen oder Nutzer komplett ausblenden. Das geht per Klick auf das Pfeilsymbol am rechten Rand eines Beitrags und die Wahl der entsprechenden Option. Wer zum Beispiel bei vielen News-Seiten „Gefällt mir“ gedrückt hat, bekommt auch viele Nachrichten in seinem Feed angezeigt.
Gesetze beachten
Auch in sozialen Netzwerken gelten gesetzliche Regelungen wie das Recht am eigenen Bild. „Spezielle Vorsicht gilt, wenn andere Personen auf dem Foto sind“, mahnt Carola Elbrecht. Diese müssen der Veröffentlichung zugestimmt haben. Schlimmstenfalls drohen Unterlassungsansprüche und Geldstrafen. Die Meinungsfreiheit hat ebenfalls Grenzen. Rassistische oder sexistische Kommentare können den Job kosten. „Dafür müssen Arbeitnehmer Konsequenzen tragen. Das können Abmahnungen und in Extremfällen auch Kündigungen sein“, sagt Anje Burmester.
Umgang mit Spam-Beiträgen
Oft erscheinen im Newsfeed reißerische oder scheinbar völlig unglaubliche Videos, die Freunde geteilt haben. Wer sich trotzdem einmal verklickt, sollte die ungewollte Aktion über das Aktivitätenprotokoll löschen. „So wird eine weitere Verbreitung verhindert.“
Abonnieren statt Befreunden
Wer die Beiträge eines bestimmten Menschen sehen will, muss keine Freundschaftsanfrage stellen. Hat dieser den Button „Folgen“ auf seiner Chronik, genügt schon ein Klick darauf, um künftig dessen Neuigkeiten im eigenen Newsfeed zu erhalten. Auch für das eigene Konto kann diese Option eingestellt werden. Über ihre Einstellungen erreichen Nutzer an der linken Seitenleiste den Reiter „Abonnenten“. Ändern sie dort die Einstellung auf „Alle“, können fortan auch Nicht-Freunde die eigenen Posts sehen.
Die Schattenseiten von Social Media
Social Media ist nicht mehr das, was es mal war: Viele Leute sind genervt von Social Media. Aber noch nicht genug genervt, um abzuwandern oder um die eigenen Profile zu löschen.
Gründe für die Nutzung
Andere nutzen Social Media aus Gewohnheit: Der Griff zum Handy ist ein Reflex geworden. Genau so wie das Bedürfnis, einen schönen Moment unbedingt zu fotografieren und auf Instagram zu posten. Diese Plattformen nutzen gnadenlos aus, dass wir Menschen soziale Rudeltiere sind. Im Gegenzug bekommen wir eine polarisierte Gesellschaft, Scrollsucht, ein krankes Selbstbild, Vergleicheritis, Empörung und schlechte Laune.
Probleme auf Social Media
- Fake-News und Hass-Postings werden unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit nicht geahndet.
- Schlechte Nachrichten verbreiten sich organisch schneller als normale Nachrichten oder Gegendarstellungen. Die Algorithmen begünstigen krasse und empörende Inhalte.
- Organische Postings bekommen immer weniger Reichweite. Hinzu kommen Format-Trends und ständige Algorithmus-Änderungen.
- Social Media ist wie ein Brutkasten für Hass, Rassismus, Sexismus und andere, uncoole Dinge. Jede Interaktion mit negativen Inhalten bringt ihnen noch mehr Sichtbarkeit.
- Oft werden Newsletter-Texte auf Social Media eine Zweitnutzung erfahren (= Crossposting) und so haben wir beim Durchscrollen das Gefühl: Das kenne ich doch schon.
- Viele neue Follower sind Fake-Profile, die immer in irgendeiner Art eine Betrugsmasche sind.
- Die Ver-business-ierung von Social Media nervt viele Nutzer. Es geht bei Social Media auch in den normalen Postings nur noch um Lead Generierung und Listenaufbau.
- Die Leadpreise sind auf Social Media über die letzten Jahre stark angestiegen. Werbung wird immer krasser oder organischer, um überhaupt noch wahrgenommen zu werden.
- Plattformen, die auf Algorithmen basieren, belohnen Aktualität und Interaktion. Das bedeutet: wir müssen ständig bzw. sehr häufig posten, um sichtbar zu bleiben.
- Plattformen sperren Nutzer ohne Ansprechpartner und ohne Angabe von Gründen.
- Nutzer verschwenden ihre Zeit mit Endless Scrolling und Doomscrolling.
Alternativen zu Social Media
Wenn Social Media nervt: blogge! Blogs haben gegenüber Social Media viele Vorteile: Es ist entspannt, man muss keinem Algorithmus gefallen und man muss nicht ständig etwas veröffentlichen, um nicht unterzugehen.
Proaktive Maßnahmen gegen nervige Posts
- Nutzer aus dem Stream verbergen: Dazu einfach das Profil des Freundes ansurfen und dort einstellen was ihr von diesem Freund sehen wollt „Alle Beitrage“, „Nur wichtige Beiträge“ oder … .
- Anwendungen blocken: Wenn euch die Meldungen einer bestimmten Anwendung nerven einfach die Anwendung blocken.
- Einladungen ignorieren: Besonders bei „Bekannten“ kann man sich dann auch überlegen ob man nicht direkt alle Einladungen dieser Person ignoriert.
- Nachrichten verlassen: Wenn ihr oben auf die Einstellung einer Nachricht geht könnt ihr diese ganz einfach verlassen.
- Freunde löschen: Geht doch mal eure Freundeliste durch und überlegt euch ob ihr heute oder in ferner Zukunft noch etwas mit diesen Personen zu habt, oder zu tun haben wollt. Wenn nicht, dann einfach löschen.
- Markierungen verhindern: Das aktivieren der beiden Funktionen (unter Markierungen in den Privatsphäreeinstellungen) verhindert zwar nicht, dass man markiert wird. Aber es verhindert, dass der Inhalt auch direkt auf der eigenen Seite erscheint.
Der Algorithmus und die Reichweite
Es hängt nicht vom Zufall ab, welche Inhalte dir angezeigt werden. Jede Ausblendung durch den Nutzer ist ein Negativ-Votum. Als Pluspunkt wertet der Algorithmus schnell ladende Inhalte. Guter Content garantiert Aufmerksamkeit. Eine gewisse Ähnlichkeit zu erfolgreichen Konkurrenten kann hier von Nutzen sein. Je höher der Interaktionsgrad, desto besser. Antworte deshalb immer schnell und kompetent auf Kommentare. Gerade für die organische Reichweite sind Ratgeber, Tutorials und andere informative Formate mehr wert als offensichtliche Werbe-Posts.
Guter Content
Gute Inhalte sind immer zielgruppengenau ausgerichtet. Welche Beiträge kommen besonders gut an? Das gute alte Textformat ist nach wie vor die Basis für guten Content. Wer verständlich schreibt und Inhalte präsentiert, die für die Zielgruppe relevant sind, kann sicher sein, Gehör zu finden. Gute Texte sind kurz und knackig - und sie haben eine klare Botschaft.
Tipps für bessere Posts
- Kurz und knackig schreiben: Im Idealfall sollte der Post durchschnittlich 50 Zeichen lang sein.
- Regelmäßig Content veröffentlichen: Generell ist es wichtig, regelmäßig Content zu veröffentlichen, damit deine Fans immer auf neue Inhalte gespannt sein können und du ihre Erwartungen erfüllst. Denke jedoch immer daran, dass wenig oft mehr ist.
- Den richtigen Zeitpunkt wählen: Der perfekte Zeitpunkt für Posts kann also nicht ermittelt werden und hängt ganz stark von deiner Zielgruppe ab.
- Aussagekräftige Metadaten verwenden: Damit werden deine Metadaten direkt mit angezeigt. Diese sollten aussagekräftig sein und abwechslungsreich gestaltet werden.
- Bilder und Videos nutzen: Bilder sagen mehr als tausend Worte. Es ist tatsächlich so, dass Bildern mehr Beachtung geschenkt wird als einfachen Text-Posts.
- Mit Followern interagieren: Gerade deshalb musst auch du mit deinen Followern interagieren. Eine aktive Fan-Base musst du dir über lange Zeit aufbauen.
Die Angst, zu nerven
Viele Menschen haben Angst, andere zu nerven. Das ist ein Denkfehler, den ganz viele von uns haben: Wir überschätzen, wie sehr sich andere Leute wirklich für uns interessieren.
Die Drittel-Regel
Ein Drittel der Menschen wird dich und das, was du tust, lieben, ein Drittel wird es scheiße finden - und dem dritten Drittel bist du einfach herzlich egal.
Sichtbarkeit und Werte
Welche Ideale sind es wert, dass du sichtbar wirst? Bist du es diesen Werten nicht schuldig, dass du wirklich für sie eintrittst und sichtbar wirst - auch auf die Gefahr hin, dass sich nicht alle damit identifizieren können?
Authentizität
Wenn du offen (und öffentlich) zu dir, deinen Werten - und deinen Grenzen! stehst, wirst du greifbarer.
Das Recht, zu nerven
Wir haben alle das Recht, andere zu nerven. Und die anderen haben das Recht, uns nicht zu mögen, uns nicht zu folgen und nicht mit uns zu arbeiten.
Was wirklich hilft, um niemanden zu nerven
- Liefere Mehrwert: Halte nicht immer nur dein Produkt in die Kamera oder fotografiere deinen Katalog ab oder oder oder. Wer immer nur verkaufen will, verkauft am Ende nichts.
- Interagiere mit deiner Community: Soziale Medien funktionieren in beide Richtungen. Du bist nicht nur der Sender und deine Follower empfangen nicht nur brav und kaufen dann etwas bei dir.
- Kenne deine Community: Wenn du deine Community genau kennst, weißt du auch, welche Themen sie interessieren und womit du sie immer wieder begeistern kannst.
Fazit
Es ist möglich, das Facebook-Erlebnis zu verbessern, indem man die eigenen Einstellungen optimiert und proaktiv gegen unerwünschte Inhalte vorgeht. Wichtig ist, sich nicht von der Angst, zu nerven, einschränken zu lassen, sondern authentisch zu sein und Mehrwert zu bieten.
Die fünf nervigsten Funktionen und Lösungsvorschläge
- Spieleinladungen blockieren: Auf diese Weise können Sie entweder einzelne oder alle Spiele blockieren oder Personen festlegen, von denen Sie keine weiteren Meldungen bzw. Tipp: Gleiches gilt übrigens auch für Veranstaltungsvorschläge.
- "Kennen Sie eigentlich schon…?"-Benachrichtigungen: Leider lassen sich diese Benachrichtigungen nicht generell ausschalten.
- Fragen zur Schule und Uni, zur Arbeit und zum Wohnort: die Informationen der Gruppe nicht selten in der Timeline.
- Jahre alte Beiträge: Wird ein Jahre alter Beitrag plötzlich wieder kommentiert, taucht dieser als vermeintlich aktueller Beitrag in Ihrer Timeline auf.