Fachklinik für Neurologie Dietenbronn GmbH: Umfassende Versorgung und Veränderungen im Wandel der Zeit

Die Fachklinik für Neurologie Dietenbronn GmbH (FND) ist ein Akademisches Krankenhaus der Universität Ulm und ein Akut-Krankenhaus für Neurologie. Die Klinik legt großen Wert auf die Qualität der Versorgung ihrer Patienten, wobei die individuellen Bedürfnisse der Patienten stets im Mittelpunkt stehen. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der Klinik, von ihrem Leistungsspektrum und ihrer Zusammenarbeit mit anderen Institutionen bis hin zu den strukturellen Veränderungen, die in den letzten Jahren stattgefunden haben.

Qualität und Patientenorientierung

Die Qualität der Versorgung der Patienten steht im Fokus der Fachklinik für Neurologie Dietenbronn. Die Patienten mit ihren Bedürfnissen stehen stets im Mittelpunkt des Handelns. Die Datengrundlage bilden Qualitätsberichte der Krankenhäuser gemäß § 137 Abs. 3 Satz 1 Nr. Die Qualitätsberichte der Krankenhäuser werden vorliegend nur teilweise bzw. auszugsweise genutzt.

Einige Beispiele für die patientenorientierte Ausrichtung der Klinik sind:

  • Regelungen zur Abschiednahme und Betreuung Angehöriger.
  • Krankheitsspezifische Thementage.
  • Intensive Zusammenarbeit mit der Selbsthilfe AMSEL e.V.
  • Appartmentservice: Der Begleitperson ist es jederzeit möglich, sich in eines der Appartments einzumieten.
  • Frei wählbare Essenzusammenstellung: Morgens wird das Essen für mobile Patienten in Buffetform angeboten. Das Mittagessen und Abendessen kann anhand einer individuellen Menüauswahl bestellt werden.
  • Andachtsraum: Ein Andachtsraum ist vorhanden.
  • Mitarbeiter der Pforte: Die Mitarbeiter der Pforte stehen den Patienten und Angehörigen/Besuchern für Fragen zur Verfügung.
  • Wahlleistungen: Bei medizinischer Indikation, Patienten mit Wahlleistung oder Privatpatienten.

Leistungsspektrum der Fachklinik

Die Fachklinik für Neurologie Dietenbronn behandelt ein breites Spektrum neurologischer Erkrankungen. Dazu gehören unter anderem:

  • Krankheiten des N. facialis [VII.
  • Aneurysma und Dissektion der A.
  • Läsion des N.
  • Lähmung des N. oculomotorius [III.
  • Läsion des N.
  • Krankheiten des N. trigeminus [V.

Kooperationen und Vernetzung

Eine intensive Zusammenarbeit besteht mit der Selbsthilfe Amsel e.V. Die enge Zusammenarbeit mit dem Akutbereich des Biberacher Klinikums sowie der Austausch mit den dortigen fachärztlichen Spezialisten bleiben dabei in gewohnter Form erhalten und sichern auch zukünftig eine qualifizierte interdisziplinäre Versorgung der Reha-Patienten.

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Geriatrische Rehabilitation in Dietenbronn

Im Zuge der anhaltenden Corona-Pandemie wurde die Klinik für Geriatrische Rehabilitation räumlich nach Dietenbronn in die dortige Fachklinik für Neurologie verlagert. Die Mobilisierung von älteren Patienten nach Verletzungen und Knochenbrüchen, nach Schlaganfällen sowie schweren Herz-, Lungen- oder Infektionskrankheiten gehört zum Behandlungsspektrum der Klinik für Geriatrische Rehabilitation. Weitere Schwerpunkte liegen in der stadiengerechten Therapie von Schmerzzuständen, der rehabilitativen Behandlung neurologischer Krankheitsbilder wie Nervenleiden, Demenz, Schwindel, Gang- oder Standstörungen sowie in der Betreuung von Patienten mit psychischen Problemen und Verwirrtheitszuständen. Dabei immer im Blick: die Wiederherstellung der individuellen Selbstständigkeit.

„Mit der Verlagerung ergeben sich zudem weitere positive Synergieeffekte, die wir zu nutzen wissen. Für unsere Patienten möchten wir hauptsächlich eines erreichen - eine Rückkehr nach Hause und die möglichst selbstständige Bewältigung des Alltags. In vielen Fällen gibt es dabei Überschneidungsbereiche zwischen neurologischen und geriatrischen Symptomen.“ So profitieren die geriatrischen Reha-Patienten, die nicht selten auch neurologische Symptome beziehungsweise Beeinträchtigungen aufweisen, vom Aufenthalt in der Fachklinik mit ihren bestehenden guten Strukturen. Gleichzeitig stellt die ergänzende geriatrische Expertise aus Biberach einen Gewinn für die oftmals betagten neurologischen Patienten der Fachklinik dar. Diese wurden auch bisher im Sinne einer ganzheitlichen medizinischen Versorgung bedarfsgerecht geriatrisch, beispielsweise im Rahmen einer geriatrischen frührehabilitativen Komplexbehandlung (GFK), betreut. Die umfangreichen Therapieangebote beider Häuser werden ab sofort somit neurologischen wie geriatrischen Patienten gleichermaßen zugute kommen.

Prof. Dr. Hayrettin Tumani, Ärztlicher Direktor der Fachklinik und selbst Geriater, sieht Vorteile durch die Verlagerung der Geriatrischen Rehabilitation nach Dietenbronn: „Wir freuen uns, dass die freien Strukturen unserer Klinik sinnvoll genutzt werden konnten und sich so gleichzeitig unser Spektrum erweitert. Wir haben bereits in der Vergangenheit sehr eng mit dem Biberacher Sana Klinikum zusammengearbeitet. Dadurch, dass wir unsere Patienten nun unter einem gemeinsamen Dach mit der Rehaklinik versorgen, kann diese Zusammenarbeit weiter intensiviert werden. Von dem damit verbundenen Wissenstransfer und den Synergieeffekten werden unsere Patienten sicherlich profitieren.“

Strukturelle Veränderungen und Verlagerung nach Biberach

Nachdem die Aufgabe des Standortes der Fachklinik für Neurologie Dietenbronn (FND) in Schwendi bereits im Juni 2019 kommuniziert worden war, haben die Gesellschafter seither ausgiebig geprüft, welche Zukunftsperspektive den Patienten und Mitarbeitern aufgezeigt werden kann. Um dies zu realisieren, soll die gesellschaftsrechtliche Verschmelzung der FND auf die Sana Kliniken Landkreis Biberach GmbH erfolgen und der Standort Dietenbronn zum 31. Dezember 2021 aufgegeben werden.

„Unsere gemeinsame Zielsetzung war und ist es, sowohl für die Mitarbeiter der FND, als auch für die Behandlung von Multiple-Sklerose-Patienten im Landkreis Biberach, eine tragfähige Lösung zu finden. Daher bietet für uns die gesellschaftsrechtliche Verschmelzung der Fachklinik für Neurologie Dietenbronn GmbH auf die Sana Kliniken Landkreis Biberach GmbH, verbunden mit der Aufgabe des Geschäftsbetriebes am Standort Dietenbronn, die beste Perspektive. Die neurologische Versorgung im Landkreis Biberach wird über die Sana Klinik Biberach auf hohem medizinischen Niveau sichergestellt und bleibt somit zukunftssicher erhalten. Und auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Dietenbronn können so in den Sana Kliniken Landkreis Biberach übernommen werden“, erklärt Ruland.

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Durch die gesellschaftsrechtliche Verschmelzung der Gesellschaften wird die Sana Kliniken Landkreis Biberach GmbH als Rechtsnachfolger in alle bestehenden Verträge, einschließlich aller Arbeitsverträge, eintreten und die Mitarbeiter aus Dietenbronn werden damit in die Kliniken in Biberach und Laupheim integriert.

Im Jahr 2020 wurden rund 530 Patienten aus dem Landkreis Biberach - davon rund 50 stationäre MS-Patienten - in der Klinik in Dietenbronn behandelt. Diese Patienten könnten ohne zusätzliche Investitionen auch in der vorhandenen Infrastruktur der neurologischen Abteilung am Sana Klinikum Biberach versorgt werden. Mit den Kompetenzen aus Dietenbronn könnten zukünftig in Biberach sowohl ambulante Versorgungsangebote, als auch die stationäre Versorgung, einschließlich der von MS-Patienten, im Rahmen der bestehenden neurologischen Abteilung angeboten werden. Das tagesklinische Angebot für MS-Patienten, wie es in Dietenbronn vorgehalten werde, könne in Biberach hingegen nicht vorgehalten werden, was auch Auswirkung auf den Zustrom von überregionalen Patienten haben könnte. „Das Sana Klinikum in Biberach ist mit seiner neurologischen Abteilung die Erstanlaufstelle für Patienten aus dem Landkreis. Darüber hinaus stehen, im Rahmen der bestehenden Kooperation mit dem Biberacher Sana Klinikum, natürlich auch die Universitäts- und Rehabilitationskliniken Ulm (RKU), mit ihren hochspezialisierten neurologischen Strukturen inklusive ihrem MS-Schwerpunkt und der Hochschulambulanz, gerade für die medizinisch sehr komplexen MS-Fälle, zur Verfügung. Zudem gibt es am RKU auch Überlegungen, den MS-Schwerpunkt mit zusätzlichen Versorgungsangeboten weiter auszubauen. Damit bleibt die Versorgung der Patienten aus dem Landkreis Biberach auf hohem Niveau sichergestellt“, erläutert Ruland.

Gründe für die Verlagerung

Bereits im Juni 2019 wurde bekanntgegeben, den Standort der FND in den kommenden Jahren aufzugeben, und das Versorgungsangebot sowie die Mitarbeiter perspektivisch nach Biberach zu verlagern. Einer der Hauptbeweggründe dafür war, dass insbesondere der anhaltende Trend zur Ambulantisierung, und die damit einhergehende rückläufige stationäre Nachfrage, das Behandlungsspektrum solitärer Einrichtungen wie der FND bereits seit längerem vor entscheidende perspektivische Herausforderungen stellt. „Diese Entwicklung betrifft Dietenbronn mit seinem MS-Schwerpunkt besonders, da die Fachklinik über keine zusätzliche Einbindung in eine gesamtneurologische Versorgungsstruktur verfügt, und sich somit auch keine fachbereichsübergreifenden Synergieeffekte erzielen lassen. Doch gerade für die Versorgung und Behandlung von MS-Patienten sind solche Strukturen heute unerlässlich, weswegen wir der Auffassung sind, dass wir mit der Verschmelzung sowohl für die Patienten als auch für die Mitarbeiter eine zukunftssichere Lösung gefunden haben“, erklärt Ruland.

Gemeinsam mit den Mit-Gesellschaftern habe man in den vergangenen Jahren mit sehr großem Aufwand daran gearbeitet, den stationären Betrieb in Dietenbronn aufrecht zu erhalten. Doch da dieser seit längerem deutlich rückläufig sei, habe sich die wirtschaftliche Situation der Gesellschaft konstant verschlechtert. Auch die seit über einem Jahr andauernde Corona-Pandemie habe den Trend auf Patientenseite, Leistungen vermehrt ambulant anstatt stationär in Anspruch nehmen zu wollen, noch weiter verstärkt. „Corona-bedingt ist die Fallzahlentwicklung entsprechend noch weiter eingebrochen und für uns ist nicht ansatzweise absehbar, dass sich dieser Trend in absehbarer Zeit wieder umkehren oder wenigstens auf dem Vor-Corona-Niveau einpendeln wird“, so Ruland.

Generell sei die bereits seit einigen Jahren zu verzeichnende sinkende Auslastung im stationären Bereich gravierend. Alleine die stationäre Fallzahl aus dem Jahr 2020 sei, gegenüber der aus 2016, um fast 1180 niedriger ausgefallen - bis zum Jahresende 2021 erwarte man hier sogar einen Leistungsrückgang von über 50 Prozent im Vergleich zum Jahr 2016.

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Um die gesellschaftsrechtliche Verschmelzung formal vollziehen zu können, bedarf es jedoch noch der notariellen Beurkundung des entsprechenden Verschmelzungsvertrages, der gemeinsam mit dem Mit-Gesellschafter Landkreis Biberach, der 20 Prozent der Anteile an der FND hält, ausgearbeitet wurde, sowie den diesbezüglichen Zustimmungsbeschlüssen.

Reaktionen auf die Pläne

Nach SZ-Informationen unterrichtete Geschäftsführerin Beate Jörißen die Dietenbronner Belegschaft bei einer kurzfristig einberufenen Mitarbeiterversammlung am vergangenen Montag über geplante Veränderungen.

Demnach soll die Fachklinik für Neurologie Dietenbronn, ein akademisches Krankenhaus der Universität Ulm, ihren Betrieb nach Biberach verlagern. In drei bis vier Jahren soll dies geschehen , betriebsbedingte Kündigungen werde es nicht geben.

Die Gerüchte über eine mögliche Schließung der renommierten FND schossen in den letzten Tagen in Schwendi und Umgebung ins Kraut. Dieses Thema war Gesprächsstoff Nummer eins.

Betroffenheit und Unverständnis über die wohl bevorstehende Verlagerung zeigten viele in der Bevölkerung, aber auch etliche Mitarbeiter. Diese sind verunsichert, wo und wie es mit der FND weitergeht.

„Die Stimmung in der Belegschaft ist bei vielen schlecht“, äußerten sich Mitarbeiter, die von den Plänen bei der Versammlung erfahren hatten. Einige Beschäftigte der Klinik hätten bereits in letzter Zeit gekündigt, sich nach anderen Arbeitsstellen umgesehen.

Vermutlich auch deshalb, weil bei einer Mitarbeiterversammlung zu Beginn des Jahres darüber berichtet wurde, dass die FND heuer wohl rote Zahlen schreiben werde . Und dass die Mitarbeiter für 2019 nicht mit einer Prämie sprich Gewinnbeteiligung rechnen können.

Diese war in den letzten Jahren immer ausbezahlt worden.

Stellungnahme der Sana Kliniken AG

Pascal Petry, Koordinator Kommunikation Regionen und Issuesmanagement, von der Unternehmenskommunikation der Sana Kliniken AG mit Sitz in Ismaning, antwortete auf Nachfrage der Schwäbischen Zeitung Laupheim am Wochenende mit einer schriftlichen Presseerklärung.

Darin heißt es: “Die Fachklinik für Neurologie Dietenbronn GmbH verfügt seit Ihrer Inbetriebnahme im Jahr 1989 über einen exzellenten Ruf bei der Versorgung von Patienten mit neurologischen Erkrankungen.

Gerade auch in Bezug auf Diagnostik und Therapie von chronischen Krankheitsbildern bietet die Fachklinik somit seit vielen Jahren eine hochwertige medizinische Versorgung für die Menschen im Landkreis Biberach und weit darüber hinaus - das zeigt auch ihre Spezialisierung im Bereich der Behandlung der Multiple Sklerose (MS).

Allerdings stellen insbesondere der anhaltende Trend zur Ambulantisierung, und die damit einhergehende rückläufige stationäre Nachfrage, das Behandlungsspektrum solitärer Einrichtungen, wie der Fachklinik für Neurologie Dietenbronn, vor entscheidende perspektivische Herausforderungen.

Diese Entwicklung betrifft Dietenbronn mit seinem MS-Schwerpunkt besonders , da die Fachklinik über keine zusätzliche Einbindung in eine gesamtneurologische Versorgungsstruktur verfügt und sich leider auch keine fachbereichsübergreifenden Synergieeffekte erzielen lassen.

Doch gerade für die Versorgung, Therapie und Behandlung von MS-Patienten sind solche Strukturen heute unerlässlich.

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