Gehirn-Fitness mit Ball, Tuch und Übungen: Dein Weg zu einem leistungsstarken Denkorgan

Die enge Verbindung zwischen Händen und Gehirn ist seit langem bekannt. Gezielte Bewegungen der Finger und Hände fördern die Durchblutung des Gehirns und können die geistige Leistungsfähigkeit steigern. Gehirntrainingsexpertin Bettina Jasper betont, dass das Erlernen neuer Übungen, die das Denken einbeziehen, den Geist auf Hochtouren bringt. Sobald eine Übung jedoch zur Routine wird, verliert sie ihren stimulierenden Effekt. Daher ist es wichtig, dem Gehirn immer wieder neue Reize zu bieten.

Die Bedeutung von Bewegung für Senioren

Bewegung ist für Senioren von großer Bedeutung, da sie Körper und Seele guttut. Regelmäßige körperliche Aktivität kann Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen, den Blutdruck positiv beeinflussen und Arterienverkalkungen reduzieren. Zudem stärkt Bewegung das Immunsystem und beugt Infekten vor. Auch die mentale Gesundheit profitiert von Bewegung, da sie Stresshormone abbaut und die Stimmung hebt.

Sportarten und Bewegungsspiele für Senioren

Es gibt verschiedene Sportarten und Bewegungsspiele, die sich gut für Senioren eignen. Dazu gehören:

  • Tanzen: Tanzen ist eine gesellige Aktivität, die Spaß und Bewegung miteinander verbindet und die kognitiven Fähigkeiten positiv beeinflusst.
  • Wassergymnastik: Wassergymnastik ist gelenkschonend und verbrennt gleichzeitig Kalorien.
  • Radfahren: Radfahren ermöglicht es, die Natur zu genießen und gleichzeitig Ausdauer und Beine zu trainieren.
  • Bewegungsspiele im Sitzen: Es gibt spezielle Bewegungsspiele für Senioren, die im Sitzen ausgeübt werden können und sich auch für Rollstuhlfahrer eignen.

Bewegungsspiele mit Tuch und Ball

Bewegungsspiele mit Tuch und Ball sind eine spielerische Möglichkeit, die Mobilität anzuregen und gleichzeitig Freude zu bereiten.

  • Tuch werfen und fangen: Ein leichtes Tuch wird in die Luft geworfen und wieder aufgefangen. Schwieriger wird es, wenn mehrere Tücher gleichzeitig geworfen werden oder wenn man versucht, das Tuch eines anderen aufzufangen.
  • Ballonspiel: Anstelle von Tüchern können auch Ballons verwendet werden.

Pantomime und Bewegungen zur Musik

Pantomime und Bewegungen zur Musik schulen Wahrnehmung und Motorik. Bei der Pantomime werden Begriffe durch Hände und Füße dargestellt. Bei Bewegungen zur Musik bewegen sich die Teilnehmer passend zur Musik und versuchen, das Gesungene darzustellen.

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Ringe werfen und Ballspiele im Sitzen

Beim Ringe werfen werden Ringe auf PET-Flaschen geworfen, die in verschiedenen Abständen aufgestellt sind. Ballspiele im Sitzen eignen sich gut für Personen, die nicht lange stehen können oder im Rollstuhl sitzen.

Gehirn-Fitness-Übungen für zu Hause

Auch zu Hause gibt es zahlreiche Übungen, mit denen man sein Gehirn trainieren kann. Dieter Bubeck, Trainings- und Bewegungswissenschaftler, empfiehlt folgende Übung:

Gehirntraining mit Bällen:

  1. Zwei Bälle oder Gegenstände, die sich leicht werfen und fangen lassen, werden mit den Handrücken nach unten nebeneinander vor dem Körper gehalten.
  2. Die Bälle werden leicht in die Höhe geworfen und wieder gefangen.

Variationen:

  • Ein Ball wird höher geworfen als der andere.
  • Die Wurfbewegungshöhe wird durch Farbnamen codiert (z.B. hoch werfen = "blau", flach werfen = "grün").
  • Die Bälle werden gerade nach oben geworfen, aber die Hände überkreuzen sich und fangen dann die Bälle überkreuz auf.
  • Eine Hand wirft einen Ball hoch, die andere Hand beschreibt 8er-Kreise mit einem Tuch.

Wichtig ist, dass die Basisübung immer wieder durch zusätzliche Aufgaben erschwert wird, sodass einzelne Bewegungs-, Wahrnehmungs- und Entscheidungsaufgaben miteinander kombiniert werden. Ziel ist nicht die Perfektion, sondern die ständige Herausforderung des Gehirns.

Life Kinetik: Gehirntraining durch Bewegung

Life Kinetik ist ein Gehirntraining, das auf Bewegung basiert. Durch ungewohnte Herausforderungen werden neue Verbindungen zwischen den einzelnen Gehirnzellen geschaffen. Im Training werden die verschiedenen Gehirnareale durch ausgewählte Übungen miteinander aktiviert und koordiniert. Ziel ist es nicht, Bewegungen zu automatisieren, sondern immer wieder neue Vernetzungen im Gehirn anzulegen.

Parallelball: Eine bekannte Life Kinetik Übung

Eine bekannte Life Kinetik Übung ist der Parallelball. Dabei werden zwei Gegenstände parallel in die Luft geworfen und wieder aufgefangen, während gleichzeitig die Unterarme überkreuzt werden. Die Übung wird in verschiedenen Schwierigkeitsgraden angeboten, um das Gehirn optimal zu fordern.

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Dual-Task-Übungen: Gleichgewicht, Koordination und Geist fordern

Dual-Task-Übungen kombinieren körperliche Aktivität mit kognitiven Aufgaben. Beispiele sind:

  • Storchenstand und Jonglieren: Diese Übung trainiert sowohl die Balance als auch die Geschicklichkeit der Hände.
  • Venenpumpe mit Fingerübung und Gedicht aufsagen: Dabei werden abwechselnd die Füße auf die Fußspitze gerollt (Venenpumpe), gleichzeitig wird mit den Händen das Fingerklavier gespielt und ein Gedicht aufgesagt.
  • Hula Hoop und Jonglieren: Diese Übung fordert das Gehirn gleich doppelt, da es die Bewegung des Hula Hoop Reifens organisieren und gleichzeitig die Hände koordinieren muss, um die Bälle zu jonglieren.

Weitere Übungen zur Gehirn-Fitness

Neben den bereits genannten Übungen gibt es noch weitere Möglichkeiten, das Gehirn fit zu halten:

  • Knie - Nase - Ohr: Im Sitzen tippen beide Hände zweimal auf die Knie. Anschließend fasst die rechte Hand das linke Ohr und die linke Hand die Nasenspitze. Beim nächsten Mal die linke Hand ans rechte Ohr und die rechte an die Nasenspitze.
  • Hase und Jäger: Mit der linken Hand bilden Zeige- und Mittelfinger den Hasen. Die rechte Hand bildet mit Daumen und Zeigefinger den Jäger. In schneller Folge wechseln die Hände ab.
  • Fingerklavier: Daumen und Zeigefinger werden links aufeinander gelegt, Daumen und kleiner Finger rechts. Dann wandern links der Mittel-, Ring- und kleiner Finger auf den Daumen und rechts geht’s umgekehrt vom kleinen Finger über Ring- und Mittel- auf den Zeigefinger.

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