Demenz ist eine fortschreitende Erkrankung des Gehirns, die vor allem ältere Menschen betrifft, jedoch nicht zum normalen Alterungsprozess gehört. Im Gegensatz zur altersbedingten Vergesslichkeit verursacht Demenz deutliche und anhaltende Beeinträchtigungen der geistigen Fähigkeiten. Zu den zentralen Symptomen zählt der vollständige Verlust der Funktion des Kurzzeitgedächtnisses. Im weiteren Verlauf können auch das Langzeitgedächtnis, die sprachlichen Fähigkeiten, das logische Denken sowie soziale und emotionale Kompetenzen zunehmend abgebaut werden. Zudem treten häufig motorische Einschränkungen auf.
Definition, Zahlen und Fakten
Demenz ist ein Sammelbegriff für verschiedene Krankheitsbilder, die mit einem fortschreitenden Verlust geistiger Fähigkeiten einhergehen. Dazu zählen Beeinträchtigungen des Gedächtnisses, der Sprache, der Orientierung sowie des Denkens und der Alltagsbewältigung. Der Begriff „Demenz“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet wörtlich „abnehmender Verstand“.
Demenz ist keine normale Folge des Alterns, sondern eine ernsthafte Erkrankung, die vor allem ältere Menschen betrifft. Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Form der Demenz. Sie ist gekennzeichnet durch den allmählichen Abbau von Nervenzellen im Gehirn, was zu einem fortschreitenden Verlust der kognitiven Fähigkeiten führt. Typische Symptome sind Gedächtnisstörungen, Sprachprobleme und Persönlichkeitsveränderungen.
In Deutschland leben aktuell rund 1,84 Millionen Menschen mit einer Demenz (Stand 2024). Die Mehrheit von ihnen leidet an der Alzheimer-Krankheit. Im Laufe des Jahres 2023 erkrankten zwischen 364.000 und 445.000 Menschen neu an Demenz. Aufgrund der demografischen Entwicklung wird die Zahl der Betroffenen bis zum Jahr 2050 auf etwa 2,3 bis 2,7 Millionen ansteigen.
Das durchschnittliche Alter, in dem Demenzsymptome erstmals auftreten, liegt bei etwa 65 Jahren. Mit zunehmendem Alter steigt das Erkrankungsrisiko kontinuierlich: Bei den über 90-Jährigen sind rund 30 bis 35 Prozent betroffen. Das hohe Lebensalter gilt als der wichtigste Risikofaktor für Demenz.
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Obwohl Demenz überwiegend ältere Menschen betrifft, leben in Deutschland auch rund 106.000 Menschen unter 65 Jahren mit einer Demenz - das sind etwa 6 Prozent der Betroffenen. Zudem sind mehr Frauen betroffen: Rund 2 Drittel der Demenzerkrankten sind Frauen.
Formen von Demenz
Demenz ist kein einzelnes Krankheitsbild, sondern ein Sammelbegriff für Symptome, die durch verschiedene Ursachen im Gehirn ausgelöst werden. Vereinfacht gesagt führen Veränderungen und Schädigungen von Nervenzellen im Gehirn zu einem fortschreitenden Verlust von Fähigkeiten und Fertigkeiten. Diese Rückentwicklung beginnt meist schleichend und ist bis heute nicht heilbar. Einige Formen lassen sich jedoch im Anfangsstadium mit Therapien verlangsamen und die Symptome mildern.
Demenz ist nicht gleich Demenz, denn es gibt über 50 unterschiedliche Erkrankungsformen. Die häufigsten sind:
Alzheimer-Demenz
- Häufigkeit: tritt am häufigsten auf, 60-70% aller Demenzerkrankungen weltweit
- Merkmale: Verlust von Nervenzellen in Bereichen für Gedächtnis, Sprache und Denken.
- Symptome: schleichender Prozess - zunächst leichte Gedächtnisprobleme und Schwierigkeiten bei der Orientierung, im weiteren Verlauf Gedächtnisverlust, Sprachschwierigkeiten, Persönlichkeitsveränderungen
- Alters-Erkrankung unter 65: ca. 5% aller Alzheimer-Fälle treten vor dem 65. Lebensjahr auf
Vaskuläre Demenz
- Häufigkeit: zweithäufigste Demenzform mit ~250.000 Betroffenen in Deutschland
- Ursachen: Durchblutungsstörungen im Gehirn und damit verbundene Schädigung von Nervenzellen und Absterben von diesen
- Merkmale: häufig auch Mischform aus Alzheimer und vaskulärer Demenz, geistige Beeinträchtigung, ähnlich den Symptomen von Alzheimer
Lewy-Body-Demenz
- Merkmale: Ablagerungen von Lewy-Körperchen in den Nervenzellen des Gehirns
- Symptome: Verwirrtheit, Gedächtnisstörungen, Halluzinationen, zum Teil auch für die Parkinson-Krankheit typische Bewegungsstörungen
- Problem: ähnelt anderen Demenzformen, weshalb die richtige Diagnose manchmal nicht richtig gestellt wird
Parkinson-Demenz
- Häufigkeit: etwa 30-40% aller Parkinson erkrankten entwickeln im Verlauf eine Demenz
- Merkmale: Gedächtnis- und Orientierungsstörungen, verlangsamtes Denken und Sprechen
Frontotemporale Demenz
- Häufigkeit: ca. 3-9% Betroffene unter allen Demenzformen, Demenz der 'jungen Alten', Auftreten typischerweise zwischen 50 und 60 Jahren
- Merkmale: seltene Demenzform, die schnell fortschreitet, betroffen ist die Gehirnregion hinter der Stirn und den Schläfen, häufige Verwechslung mit psychischen Erkrankungen
- Symptome: zunächst Veränderungen im Sozialverhalten und der Sprache, erst später beim Gedächtnis
Chronisch traumatische Enzephalopatie
- Ursachen: seltene Form, verursacht durch häufige Kopfverletzungen (früher auch 'Boxerdemenz')
- Symptome: kognitive und motorische Störungen, später Verhaltens- und Wesensveränderungen
Unterscheidung der Erkrankungsformen sehr wichtig
Die genaue Bestimmung der Demenzform ist entscheidend für die Therapie und Prognose. Während Alzheimer bisher nicht heilbar ist, können andere Formen, insbesondere die vaskuläre Demenz durch gezielte Behandlung der Ursachen besser beeinflusst werden.
Ursachen
Die Ursachen einer Demenzerkrankung sind ebenso verschieden wie ihre Formen.
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Alzheimer-Demenz geht mit Abbau und Verfall der Hirnnervenzellen einher
Bei der Alzheimer-Krankheit sterben nach und nach Nervenzellen im Gehirn ab - vor allem in den Bereichen, die für Gedächtnis, Orientierung und das Denken zuständig sind. Warum dieser Abbau beginnt, ist bislang nicht eindeutig geklärt.
Eiweißablagerungen stören die Zellkommunikation
Eine wichtige Rolle spielen bestimmte Eiweiße: Beta-Amyloid und Tau-Proteine. Sie lagern sich im Gehirn ab und behindern dort die Kommunikation zwischen den Nervenzellen. So wird der Austausch von Informationen gestört und wichtige Transportprozesse im Gehirn kommen ins Stocken.
Weniger Botenstoffe - schlechtere Signalweitergabe
Gleichzeitig produziert das Gehirn immer weniger Neurotransmitter wie Acetylcholin, Serotonin und Noradrenalin. Diese Botenstoffe sind entscheidend für die Signalweitergabe zwischen Nervenzellen. Ihr Mangel trägt dazu bei, dass Denken, Erinnern und auch die emotionale Stabilität immer mehr beeinträchtigt werden.
Fortschreitender Gedächtnisverlust
Mit dem Absterben der Nervenzellen gehen gespeicherte Informationen verloren. Neue Inhalte lassen sich nur schwer oder gar nicht mehr aufnehmen. Auch die Persönlichkeit kann sich verändern. Je weiter die Krankheit fortschreitet, desto stärker werden die Symptome - bis hin zum vollständigen Verlust von Alltagsfähigkeiten.
Ursachen der vaskulären Demenz
Die vaskuläre Demenz wird - anders als die Alzheimer-Krankheit - nicht primär durch Eiweißablagerungen, sondern durch Durchblutungsstörungen im Gehirn verursacht. Diese entstehen meist infolge von körperlichen Grunderkrankungen.
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Schäden durch Schlaganfälle und Gefäßveränderungen
Häufige Auslöser sind Schlaganfälle oder sogenannte Multiinfarkte, also mehrere kleinere Durchblutungsstörungen im Gehirn. Dabei werden einzelne Hirnareale nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt, was zum Absterben von Nervenzellen führt. Auch Gefäßveränderungen wie Verengungen oder Schädigungen kleiner Blutgefäße (Kapillaren) können zu einer verminderten Durchblutung beitragen.
Weitere körperliche Ursachen
Zusätzlich können folgende Faktoren das Risiko für eine vaskuläre Demenz erhöhen:
- Hirnblutungen: geplatzte Gefäße im Gehirn können zu einer Schwächung des Hirngewebes beitragen
- schleichende Gefäßschäden durch Arteriosklerose: Ablagerungen von Calcium, Fett oder Cholesterin in den Gefäßen
Ursachen der frontotemporalen Demenz
Bei der frontotemporalen Demenz sterben Nervenzellen im Stirn- und Schläfenlappen des Gehirns ab - also in den Bereichen, die für Verhalten, Emotionen, Sprache und soziales Miteinander zuständig sind. In den betroffenen Nervenzellen finden sich häufig krankhaft veränderte Eiweiße, die sich als Ablagerungen ansammeln und die Zellfunktionen stören. Diese Ablagerungen werden auch als 'Pick’sche Körper' bezeichnet.
Noch ungeklärte Auslöser
Was genau diese Eiweißveränderungen verursacht, ist noch nicht vollständig geklärt. Es wird vermutet, dass verschiedene Faktoren zusammenwirken - darunter auch genetische Ursachen.
Risikofaktoren
Die genauen Ursachen von Demenzerkrankungen sind bis heute nicht vollständig geklärt. Sicher ist jedoch: Es gibt eine Reihe von Risikofaktoren, die die Entstehung einer Demenz begünstigen können. Einige davon - wie das Alter, die genetische Veranlagung oder das Geschlecht - sind nicht beeinflussbar. Andere hingegen stehen in engem Zusammenhang mit dem Lebensstil und lassen sich gezielt verändern.
Wissenschaftliche Studien zeigen, dass weltweit bis zu 45 Prozent aller Demenzerkrankungen verhindert oder zumindest hinausgezögert werden könnten, wenn diese veränderbaren Risikofaktoren frühzeitig erkannt und reduziert würden. Insgesamt wurden 14 Risikofaktoren identifiziert, die das Demenzrisiko erhöhen. Viele davon sind beeinflussbar und bieten somit konkrete Ansatzpunkte für die Vorbeugung:
- Geringe Bildung: Geistige Anregung stärkt das Gehirn. Menschen, die in jungen Jahren wenig schulische oder berufliche Bildung erhalten, haben ein erhöhtes Risiko, im Alter an Demenz zu erkranken. Hintergrund ist die sogenannte kognitive Reserve: Je besser das Gehirn trainiert ist, desto besser kann es später auftretende Schäden ausgleichen. Auch im Erwachsenenalter lohnt sich geistige Aktivität - zum Beispiel durch das Erlernen neuer Fähigkeiten oder geistig fordernde Tätigkeiten im Alltag und Beruf.
- Hörminderung: Ein nachlassendes Gehör führt dazu, dass das Gehirn weniger Reize erhält und mehr Energie für die Sprachverarbeitung aufbringen muss. Das kann langfristig die Denkleistung beeinträchtigen. Zudem steigt durch Schwerhörigkeit das Risiko für soziale Isolation, Einsamkeit und Depression - alles Faktoren, die ebenfalls das Demenzrisiko erhöhen.
- Cholesterinspiegel: Vor allem bei Menschen unter 65 kann ein erhöhter Cholesterinspiegel die Ablagerung schädlicher Proteine im Gehirn begünstigen - etwa Amyloid-beta oder verändertes Tau, beides typische Merkmale der Alzheimer-Krankheit. Auch das Risiko für Schlaganfälle steigt bei zu hohen Cholesterinwerten, was wiederum die Entstehung einer vaskulären Demenz begünstigen kann. Regelmäßige ärztliche Kontrollen sind deshalb besonders wichtig, da ein hoher Cholesterinspiegel oft lange unbemerkt bleibt.
- Depression: Dauerhafte Niedergeschlagenheit, sozialer Rückzug und mangelnde Selbstfürsorge beeinträchtigen nicht nur das seelische Wohlbefinden, sondern auch das Gehirn. Studien zeigen, dass Depressionen - besonders im mittleren oder höheren Lebensalter - das Risiko für Demenz deutlich erhöhen. Mögliche Ursachen sind chronische Entzündungen und erhöhte Stresshormonspiegel, die wichtige Hirnregionen schädigen können. Eine frühzeitige Behandlung von Depressionen schützt daher auch das Gehirn und kann das Risiko einer späteren Demenz senken.
- Häufige Kopfverletzungen oder Erschütterungen: Schwere oder wiederholte Kopfverletzungen können dauerhafte Schäden im Gehirn verursachen. Besonders riskant sind Verletzungen in jungen Jahren oder häufige Erschütterungen, etwa durch bestimmte Sportarten. Diese können Entzündungsprozesse im Gehirn auslösen oder die Ablagerung schädlicher Proteine fördern. Die Folge kann zum Beispiel die sogenannte chronisch-traumatische Enzephalopathie sein.
- Bewegungsmangel: Bewegung fördert die Durchblutung des Gehirns und unterstützt die Gesundheit von Nervenzellen. Wer sich wenig bewegt, riskiert eine schlechtere geistige Leistungsfähigkeit und ein erhöhtes Demenzrisiko. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt mindestens 150 Minuten moderate oder 75 Minuten intensive Bewegung pro Woche - idealerweise kombiniert mit geistiger und sozialer Aktivität, etwa durch Tanzen oder gemeinsames Sporttreiben.
- Diabetes Typ 2: Diabetes mellitus Typ 2 gilt als einer der bedeutendsten Risikofaktoren für Demenz. Die Erkrankung schädigt Blutgefäße, fördert Entzündungen und begünstigt Proteinablagerungen im Gehirn. Eine gute Blutzuckereinstellung, gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung helfen, das Risiko zu senken. Auch Medikamente wie Metformin oder Semaglutid werden aktuell hinsichtlich ihres Potenzials zum Schutz des Gehirns erforscht.
- Rauchen: Rauchen schädigt Herz, Gefäße und Gehirn und erhöht das Risiko für Alzheimer und vaskuläre Demenz. Zusätzlich werden entzündliche Prozesse und Zellschädigungen im Gehirn gefördert. Die gute Nachricht: Wer aufhört zu rauchen, kann das Risiko deutlich senken - ehemalige Raucherinnen und Raucher haben langfristig kein höheres Demenzrisiko als Menschen, die nie geraucht haben.
- Bluthochdruck: Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck - vor allem im mittleren Lebensalter - steigert das Risiko für alle Demenzformen erheblich. Besonders gefährlich ist ein unbehandelter Bluthochdruck über längere Zeit. Er tritt häufig in Kombination mit anderen Risikofaktoren wie Diabetes oder Übergewicht auf, was das Risiko weiter erhöht. Eine konsequente Behandlung schützt nicht nur Herz und Gefäße, sondern auch das Gehirn.
- Starkes Übergewicht: Vor allem Bauchfett hat Auswirkungen auf das Demenzrisiko, da es entzündliche Prozesse begünstigt und die Gefäßgesundheit belastet. Übergewicht erhöht das Risiko für Alzheimer und vaskuläre Demenz - insbesondere, wenn es im mittleren Lebensalter auftritt. Regelmäßige Bewegung und eine gesunde Ernährung können dabei helfen, das Gewicht langfristig zu reduzieren und das Risiko zu senken.
- Übermäßiger Alkoholkonsum: Schon regelmäßiger Konsum größerer Mengen - etwa mehr als drei Liter Bier oder zwei Liter Wein pro Woche - kann die sogenannte graue Substanz im Gehirn verringern und das Demenzrisiko erhöhen. Langjähriger starker Konsum kann zudem das Wernicke-Korsakoff-Syndrom auslösen, eine Form bleibender Hirnschädigung durch Vitamin-B1-Mangel. Alkohol fördert außerdem Entzündungen und kann das Gedächtniszentrum schrumpfen lassen. Ein Verzicht ist daher empfehlenswert - besonders bei zusätzlichen Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Depression.
- Soziale Isolation: Menschen, die wenig soziale Kontakte haben oder sich dauerhaft einsam fühlen, erkranken häufiger an Demenz. Denn das Gehirn bleibt nur durch regelmäßige Gespräche und soziale Reize aktiv und leistungsfähig. Nicht nur objektive Isolation, sondern auch subjektiv empfundene Einsamkeit belastet die geistige Gesundheit. Beide Zustände lassen sich durch bewusste soziale Teilhabe und neue Begegnungen überwinden.
Demenzprävention und Therapie
Früh übt sich: Wer seinem Gehirn viel abverlangt, beugt damit vermutlich Alzheimer vor. Das zeigt sich auch im Gehirn. Lesen, schreiben, spielen: Was simpel klingt, könnte ein potentes Mittel gegen Alzheimer sein - aber nur bei lebenslanger Anwendung. „Vor allem die Aktivität im frühen und mittleren Erwachsenenalter wirkt vorbeugend“, sagt der Neurowissenschaftler William Jagust von der University of California, Berkeley.
Vorsorgemaßnahmen
Um das Risiko für eine Demenzerkrankung zu senken, können Sie einiges tun - am besten schon in jungen Jahren. Im Wesentlichen zählen dazu:
- ein gesunder Lebensstil,
- geistig fordernde Aktivitäten und
- ein erfülltes Sozialleben.
Bewegung: zweieinhalb Stunden pro Woche
Regelmäßige Bewegung tut nicht nur unserem Körper gut, sondern auch unserem Gehirn. Sie fördert die Durchblutung, regt das Zellwachstum und stärkt die Verbindungen zwischen den Nervenzellen (Synapsen). Mindestens zweieinhalb Stunden pro Woche sollten Sie moderat Sport betreiben, empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation WHO.
Ernährung: Essen wie am Mittelmeer
Auch eine gesunde Ernährung kann zur Prävention von Demenz beitragen. Die sogenannte mediterrane Diät stärkt Herz und Blutgefäße, senkt das Risiko für Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen und führt nachweislich zu einer langfristigen Verbesserung der kognitiven Funktionen. Sie setzt vor allem auf Obst und Gemüse, Hülsenfrüchte und Olivenöl sowie fetten Seefisch.
Schlafen: Regenerationszeit fürs Gehirn
Während des Schlafs kann sich unser Gehirn erholen. Sie können sich das wie eine „Reinigung“ vorstellen, bei der schädliche Substanzen abtransportiert werden, die ein Risiko für spätere Demenz darstellen. Sorgen Sie daher für ausreichenden Schlaf und lassen Sie eventuelle Schlafprobleme behandeln.
Übergewicht und Rauchen: Nach Möglichkeit vermeiden
Wer zu viele Kilos auf die Waage bringt, hat nachweislich ein höheres Risiko für eine Demenzerkrankung. Dasselbe gilt übrigens auch für das Rauchen.
Geistige Fitness: Mehr als Sudokus lösen
Wer sein Gehirn auch im Alter fordert, vermindert damit das Risiko für eine demenzielle Erkrankung. Lesen, schreiben, singen, musizieren und Neues lernen trainieren die grauen Zellen - übrigens viel besser als jedes Kreuzworträtsel.
Soziale Aktivität: Nicht alleine bleiben!
Ungewolltes Alleinsein tut nicht gut: Abgesehen davon, dass das Gehirn zu wenig angeregt wird, wenn kaum Austausch mit anderen Menschen passiert, kann Einsamkeit auch zu psychischen Erkrankungen führen. So können z. B. Depressionen das Risiko für eine Demenz um das Sechsfache erhöhen - oder aber Symptome einer Demenzerkrankung sein.
Menschen, die sich einsam fühlen, sollten daher darüber reden und Wege suchen, um mit anderen in Kontakt zu kommen. Auch Einrichtungen wie die Telefonseelsorge, Ärztinnen oder Therapeuten bieten sich als Lösungen an.
Risikofaktoren kontrollieren
Überwachen Sie regelmäßig Ihren Blutdruck, Blutfette und Diabetes und achten Sie auf ein normales Körpergewicht. Dabei kann der Body-Mass-Index (BMI) eine Richtschnur sein.
Therapie
Für die Mehrheit der an Demenz erkrankten Menschen ist nach dem heutigen wissenschaftlichen Stand keine Heilung in Sicht. Jedoch besteht die Möglichkeit, den Prozess des Gehirnabbaus zu verlangsamen bzw. zu stoppen - so zum Beispiel bei der Alzheimer und vaskulären Demenz. Eine Demenztherapie soll in erster Linie den Betroffenen selbst helfen, ihren Alltag möglichst lange alleine meistern zu können. Hierfür gibt es inzwischen spezielle Pflegeeinrichtungen wie Tageskliniken oder professionelle ambulante Pflegedienste. Der Vorteil von solchen speziellen Pflegeeinrichtungen ist, dass Angehörige mit einbezogen werden können.
Medikamente: Linderung statt Heilung
Auch wenn die Forschung intensiv daran arbeitet: Ein Medikament, das Demenz heilen kann, gibt es noch nicht - wohl aber Arzneimittel, die Symptome lindern und den geistigen Zustand (vorübergehend) stabilisieren. In einem frühen Stadium der Demenz kann ihr Fortschritt eventuell durch Medikamentengaben verlangsamt werden.
Es gibt eine Vielzahl von Arzneimitteln, mit denen demenzielle Erkrankungen behandelt werden - sie sind auf die jeweilige Diagnose abgestimmt. In Ihrer Apotheke berät man Sie gerne, wenn Sie Fragen zur Einnahme oder zu Nebenwirkungen haben.
Neben diesen Antidementiva gibt es auch Mittel, mit denen Verhaltensstörungen und psychische Symptome im Zusammenhang mit einer Demenzerkrankung therapiert werden. Dazu zählen pflanzliche Mittel wie Ginkgo-biloba-Extrakt oder Produkte gegen Unruhe und depressive Verstimmungen.
Mit Medikamenten kann man mittlerweile sehr viel erreichen. Es gibt ganz verschiedene Wirkstoffgruppen, welche stets an die Art der Demenz angepasst werden müssen. Das Ziel bei der medikamentösen Behandlung ist jedoch immer dasselbe. Bei einer mittelschweren bis schweren Alzheimer-Demenz zeigen NMDA-Antagonisten wie Memantine gute Erfolge. Diese lassen sich auch mit den Acetylcholinesterase-Hemmer kombinieren. Darüber hinaus gibt es auch noch Homöopathische Wirkstoffe, die dabei helfen sollen, gegen eine Demenz anzukämpfen. Der bekannteste Vertreter hierfür ist das Extrakt des Ginko Baums, welches die Durchblutung fördern und damit die Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff und Glucose positiv beeinflussen soll. Beachten Sie bitte, dass viele Präparate nicht im gesetzlichen Leistungskatalog Ihrer Krankenkasse enthalten sind und daher privat finanziert werden müssen.