Einleitung
Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederkehrende Anfälle gekennzeichnet ist. Sie kann Frauen in allen Lebensphasen betreffen, von der Pubertät bis zu den Wechseljahren. Eine spezialisierte frauenärztliche Betreuung ist für Frauen mit Epilepsie von großer Bedeutung, da hormonelle Veränderungen im Laufe des Lebens die Anfallshäufigkeit und -stärke beeinflussen können. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der frauenärztlichen Spezialisierung auf Epilepsie und bietet umfassende Informationen für Betroffene und Interessierte.
Gynäkologische Endokrinologie und Epilepsie
Die gynäkologische Endokrinologie befasst sich mit hormonell bedingten Erkrankungen bei Frauen. Dies umfasst auch die Behandlung von menstruationsabhängigen epileptischen Anfällen (katameniale Epilepsie). Spezialisten für gynäkologische Endokrinologie sind Fachärzte für Gynäkologie, die eine zweijährige Weiterbildung in diesem Bereich absolviert haben. Sie begleiten Frauen in allen Lebensabschnitten, von Zyklusstörungen und Familienplanung bis hin zu Kinderwunsch und Beschwerden in den Wechseljahren.
Katameniale Epilepsie
Katameniale Epilepsie ist eine Form der Epilepsie, bei der die Anfälle gehäuft im Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus auftreten. Hormonelle Schwankungen, insbesondere der Östrogenspiegel, können die Anfallsschwelle beeinflussen. Die Behandlung zielt darauf ab, die hormonellen Schwankungen zu stabilisieren und die Anfallshäufigkeit zu reduzieren. Dies kann durch hormonelle Therapien erreicht werden. Menstruationsabhängige epileptische Anfälle lassen sich unter hormoneller Therapie deutlich reduzieren.
Epilepsie und Schwangerschaft
Epilepsie ist heutzutage nur selten ein Grund, der gegen eine Schwangerschaft spricht. Frauen mit Epilepsie sollten jedoch vor der Schwangerschaft einige Dinge beachten und sich von ihrem Arzt beraten lassen.
Medikamentenumstellung
Manche Antiepileptika können in unterschiedlichem Ausmaß Fehlbildungen hervorrufen. Deshalb ist es sehr wichtig, die verordneten Medikamente und ihre Dosierung möglichst schon vor Beginn einer Schwangerschaft überprüfen zu lassen und bei Kinderwunsch eventuell das Medikament umzustellen. Auch die tägliche Einnahme von Folsäure ist für Frauen mit Epilepsie besonders wichtig. Beginnen Sie damit schon vor dem Absetzen der Verhütung und nehmen Sie die Folsäure mindestens bis zum Ende des ersten Schwangerschaftsdrittels ein.
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Auswirkungen auf Schwangerschaft und Geburt
Solange der Medikamentenspiegel konstant bleibt, ändert sich die Anfallshäufigkeit in der Schwangerschaft meist nicht. In der Schwangerschaft kann es aber zu einem Abfall des Spiegels kommen, so dass die Dosis angepasst werden muss. Nach der Geburt wird sie dann unter ärztlicher Kontrolle wieder gesenkt. Auf die Art der Geburt nimmt die Epilepsie kaum einen Einfluss. Einzige Ausnahme sind Frauen, bei denen häufig Anfälle auftreten. Wenn das Risiko hoch ist, dass eine Frau während der Geburt einen größeren Anfall haben wird, kann ein geplanter Kaiserschnitt die bessere Alternative sein. Auch wenn im Verlauf einer vaginalen Geburt Anfälle auftreten und die Frau deshalb nicht unterstützen kann, wird ein Kaiserschnitt gemacht. Wichtig ist, dass Sie auch während der Geburt Ihre Medikamente dabeihaben und sie weiter einnehmen.
Stillen
Antiepileptika können beim Stillen in die Muttermilch übergehen. Fachleute halten den Nutzen des Stillens jedoch für größer als das Risiko, das dadurch entsteht.
Schutz des Kindes im Alltag
Bei einem epileptischen Anfall kann es unvermittelt zu einem Sturz kommen. Machen Sie sich am besten schon frühzeitig Gedanken darüber, wie Sie Ihr Kind vor Verletzungen schützen können, zum Beispiel, indem Sie es auf dem Fußboden wickeln, nur im Bett oder in einem Sessel stillen und es nicht allein baden. Ihr Arzt, Ihre Ärztin oder Ihre Hebamme kann Sie dazu beraten.
Vererbung
Epilepsie wird nur selten vererbt. Mehr als 95 % der Kinder von Eltern mit Epilepsie erkranken nicht daran.
Spezialisierte Zentren und Anlaufstellen
Für eine umfassende Betreuung von Frauen mit Epilepsie stehen spezialisierte Zentren und Anlaufstellen zur Verfügung.
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Epilepsiezentrum Aachen
Das Epilepsiezentrum Aachen ist ein durch die Deutsche Gesellschaft für Epileptologie (DGfE) anerkanntes Epilepsiezentrum. Es bietet eine hochspezialisierte Behandlungsstruktur für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Epilepsien. Im Epilepsiezentrum Aachen werden die Kompetenzen vieler Akteure gebündelt. Kern des Teams ist das Direktorium, dem die Leiterin der Sektion Epileptologie an der Klinik für Neurologie, Prof. Weber, der Leiter der Sektion Neuropädiatrie und Sozialpädiatrie, Prof. Häusler, an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin und der Leiter der Klinik für Neurochirurgie, Prof. Clusmann, angehören. Zudem finden sich verschiedene weitere Experten aus kooperierenden Kliniken der Uniklinik RWTH Aachen (Medizinisches Zentrum für Erwachsene mit Behinderung-MZEB, Sozialpädiatrisches Zentrum-SPZ, Kinder- und Jugendmedizin, Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie, Neuropathologie, Humangenetik, Nuklearmedizin, Gynäkologie und Geburtsmedizin, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters) und dem Forschungszentrum Jülich (Physik der Medizinischen Bildgebung).
Das Zentrum verfügt in der Patientenversorgung über folgende klinischen Schwerpunkte:
- Prächirurgische Diagnostik und Epilepsiechirurgie für Erwachsene und Jugendliche (für die nächsten Jahre wird auch die Versorgung von jüngeren Kindern angestrebt)
- Differentialdiagnostik (Abgrenzung zu nicht-epileptischen Anfällen)
- Klinisch integrierte Beratung von Patienten genetisch bedingter Epilepsien
- Beratung und Behandlung von Patientinnen mit Epilepsie hinsichtlich Kontrazeption und Schwangerschaft
- Behandlung von Patienten mit psychogenen nicht-epileptischen Anfällen im Erwachsenen- sowie Kindes- und Jugendalter
- Ketogene Diät
- Behandlung von Epilepsiepatienten mit Mehrfachbehinderung
Gynäkologische Sprechstunden mit Schwerpunkt Endokrinologie
In der gynäkologischen Endokrinologie werden Patientinnen mit folgenden Fragestellungen betreut:
- Ausfall der Periode
- PCO-Syndrom
- Hyperandrogenämie mit vermehrter Behaarung (Hirsutismus)
- Haarausfall (Alopezie)
- Kontrazeptionsberatung in Risikofällen
- Beratung zur Hormonersatzbehandlung
- Regelabhängige Migräneschmerzen
- Befindlichkeitsstörungen (PMS)
- Epileptische Anfälle (katameniale Erkrankungen) und Kontrazeption
Weitere Aspekte der Epilepsiebehandlung
Moderne Neurologische Privatpraxis in München
Die moderne neurologische Privatpraxis in München bietet eine individuell angepasste Behandlung und begleitet Patienten durch alle Phasen der Erkrankung.
Ursachen von Epilepsie
Die zentrale Ursache von Epilepsie liegt in einer gestörten elektrischen Aktivität der Nervenzellen im Gehirn. Normalerweise sorgt eine präzise Abstimmung der elektrischen Signale zwischen den Neuronen für eine koordinierte Gehirnfunktion. Bei Epilepsie kommt es jedoch zu einer Fehlregulation, die zu einer übermäßigen, synchronisierten Entladung von Nervenzellen führt.
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- Epilepsie hat oft eine erbliche Komponente. Studien zeigen, dass bestimmte Genmutationen das Risiko für die Entwicklung von Epilepsie deutlich erhöhen können.
- Schäden am Gehirn, sei es durch Unfälle, Schlaganfälle, Tumore oder Infektionen, können zu Narbengewebe führen, das die normale neuronale Kommunikation stört. Diese Narben sind ein bedeutender Risikofaktor für die Entstehung von Epilepsie.
- Kinder, die während Fieberperioden wiederholt oder langanhaltend Krämpfe entwickeln, haben ein höheres Risiko, später im Leben an Epilepsie zu erkranken.
- Genetische Syndrome wie das Rett-Syndrom oder Angelman-Syndrom, die mit schweren neurologischen Entwicklungsstörungen einhergehen, erhöhen das Epilepsierisiko.
- Genetische Stoffwechselstörungen, die den chemischen Haushalt im Gehirn stören, können die Erregbarkeit der Nervenzellen erhöhen und so das Risiko für epileptische Anfälle steigern.
- Infektionen des zentralen Nervensystems, wie Meningitis oder Enzephalitis, können strukturelle Schäden an den Gehirnzellen verursachen.
Symptome von Epilepsie
Die Symptome von Epilepsie erstrecken sich über ein breites Spektrum und variieren je nach Art und Lokalisation der Anfälle.
- Epileptische Krämpfe entstehen durch eine plötzliche, unkontrollierte elektrische Entladung im Gehirn. In schwereren Fällen kann es zu einem vollständigen Bewusstseinsverlust kommen.
Viele Epilepsie-Patienten haben nach einem Anfall keinerlei Erinnerung an das Ereignis. Die Häufigkeit und Schwere der Anfälle können stark variieren und hängen von der Art der Epilepsie ab.
Qualitätsmanagement im Krankenhaus
Gute Gründe für Qualitätsmanagement im Krankenhaus gibt es zuhauf. Einer der wichtigsten Gründe, Qualitätsmanagement nicht nur als gesetzliche Pflicht zu betrachten, sondern in unserem Krankenhaus täglich zu leben, sind unsere Patientinnen und Patienten. Die exzellente medizinische und pflegerische Versorgung spiegelt sich unter anderem in zahlreichen Zertifizierungen und Siegeln wider.