Auch wenn es angesichts der rasanten Entwicklung künstlicher Intelligenz kaum zu glauben ist, besitzt das menschliche Gehirn nach wie vor erstaunliche Fähigkeiten zur Speicherung und zum Abrufen von Informationen. Eine besonders effektive Methode zur Verbesserung unserer Gedächtnisleistung ist die Nutzung unseres assoziativen Gedächtnisses. Stellen Sie sich Ihr Gehirn als ein Netz aus Informationen vor, in dem alles miteinander verbunden ist. Das Ziel ist es, so viele Verbindungen wie möglich zwischen den einzelnen Punkten herzustellen und das Netz so immer engmaschiger zu gestalten.
Das assoziative Gedächtnis: Ein DJ des Geistes
Das assoziative Gedächtnis ist ein Teil unseres Langzeitgedächtnisses, das für die Verknüpfung von Informationen verantwortlich ist. Es arbeitet phasenweise wie ein DJ, der aus vielen kleinen musikalischen Snippets einen neuen Mega-Hit kreiert. Es ermöglicht uns, neue Informationen zu speichern, weil sie eine Verbindung oder Ähnlichkeit mit bereits bekannten Informationen aufweisen. Diese Fähigkeit zur Assoziation ist die absolute Basis für viele unserer kognitiven Prozesse.
Je lustiger, verrückter, schmerzhafter, erotischer oder seltsamer diese Verbindungen sind, die wir uns aufbauen, desto besser bleiben sie hängen! Wenn wir zum Beispiel unsere neue Nachbarin Frau Jäger treffen, können wir uns einfach vorstellen, wie sie in grüner Kluft mit Jagdgewehr und Hund durchs Treppenhaus stolziert.
Historische Wurzeln und moderne Forschung
Dass unser Gehirn ein super Verknüpfungskünstler ist, wussten bereits die alten Griechen. Schon Aristoteles formulierte in seinem Werk „Gedächtnis und Erinnern“ grundlegende Assoziationsgesetze, die gewisse Prinzipien wie räumliche und zeitliche Nähe, Ähnlichkeiten und Gegensätzlichkeiten umfassen.
Die moderne Forschung rund um das Thema "assoziatives Gedächtnis" begann im 17. Jahrhundert mit dem Aufkommen des Sensualismus. Dieser geht davon aus, dass unser Gehirn erst mal eine unbeschriebene Tafel ("tabula rasa") ist, die im Laufe der Zeit durch Gefühle und sinnliche Erfahrungen beschrieben wird.
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Der Priming-Effekt: Blitzschnelle Verbindungen
Durch die Bildung von Verknüpfungen zwischen verschiedenen Informationen in unserem Gehirn entstehen automatisch Verbindungen zu verwandten Konzepten - ein Phänomen, das die Wissenschaft „Priming-Effekt“ nennt. Wenn wir zum Beispiel an „Regenbogen“ denken, findet unser Gehirn blitzschnell Verbindungen zu „Goldtopf“, „Farbspektrum“, "Wetterphänomen" oder „LGBTQ+“.
Diese Verknüpfungen werden in der wichtigen Gedächtnisstruktur unseres Hippocampus besonders dann verstärkt, wenn sie mit positiven Erfahrungen verbunden werden können. Je mehr solcher Verbindungen wir herstellen, desto leichter können wir Informationen später abrufen.
Die Loci-Methode: Ein Regenbogen des Gedächtnisses
Die Loci-Methode verbindet verschiedene Informationen mit uns bekannten Orten oder Wegen und macht sie dadurch unvergesslich. Genau wie ein Regenbogen sieben verschiedene Farben hat, die sich perfekt ergänzen, verknüpfen wir bei dieser Methode, die unser assoziatives Gedächtnis stärkt, unterschiedliche Informationen mit vertrauten Wegpunkten oder Gegenständen in einem Raum. Das können Orte in unserer Wohnung, auf unserem Arbeitsweg oder an anderen uns wohlbekannten Plätzen sein.
Training für mentale Höchstleistungen
Als Neuling auf dem Gebiet sollten wir unser assoziatives Gedächtnis langsam aufbauen - wie einen Muskel, den wir noch nie wirklich benutzt haben und jetzt Stück für Stück stärken möchten. Wir können diese Technik üben, wenn wir unseren Tagesablauf planen, einen Einkaufszettel schreiben oder uns Namen merken möchten. Je öfter wir trainieren, desto stärker wird unser assoziatives Gedächtnis und wir können immer komplexere Verbindungen herstellen und uns immer mehr merken.
Emotionale Bedeutung und neuronale Verarbeitung
Viele Gegenstände und Menschen im Alltag haben eine emotionale Bedeutung. Ein Paar Wollsocken zum Beispiel hat eine emotionale Wertigkeit, wenn es das letzte ist, was die Großmutter vor ihrem Tod gestrickt hat. Das gleiche gilt für Wörter. Der Name eines Fremden hat zunächst keinen emotionalen Wert, entwickelt sich aber eine Liebesbeziehung, wird der gleiche Name plötzlich positiv besetzt.
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Forscherinnen der Universität Göttingen haben untersucht, wie das Gehirn solche Reize, die positiv oder negativ besetzt sind, verarbeitet. Die Studien zeigen, dass Menschen positive Assoziationen deutlich schneller lernen als neutrale oder negative Assoziationen. Mittels Elektroenzephalographie (EEG) untersuchten die Forscherinnen zudem, wie das Gehirn die verschiedenen Reize verarbeitet. Ob ein Bild oder Wort positiv oder negativ ist, stellt das Gehirn meistens nach etwa 200 bis 300 Millisekunden fest. Wörter, die mit Verlust assoziiert wurden, rufen bereits nach 100 Millisekunden spezifische neuronale Reaktionen im visuellen Kortex hervor. Dabei scheint es auch eine Rolle zu spielen, ob das Wort dem Probanden vorher bereits bekannt ist (wie „Stuhl“ oder „Baum“) oder ob es ein frei erfundenes Wort ist, das in der Sprache gar nicht existiert (wie „napo“ oder „foti“).
Die heilende Kraft der Natur
Zu jedem Fortschritt gehört der Stillstand. Zu jeder Anspannung gehört die Entspannung. Das ist das Grundprinzip aller biologischen Systeme. Wir brauchen Zeiten der geistigen Ruhe. Nirgends gelingt uns das so gut wie in der Natur. Der zugrundeliegende Mechanismus für die zu beobachtenden Effekte ist die sog. „attention restoration (AR)“. Man geht davon aus, dass der Aufenthalt in der Natur unsere Aufmerksamkeitsprozesse wiederherstellt, die sich im Laufe des Tages durch die Kumulation anstrengender Tätigkeiten zunehmend erschöpfen. Auch die Entwicklung kreativer Ideen gelingt uns, einer amerikanischen Arbeit zufolge, aus demselben Grund in der Natur häufig besser, draußen mehr als drinnen, im Gehen mehr als im Sitzen. Selbst der Stress im Rahmen von Prüfungen lässt nachweislich nach, wenn diese im Wald stattfindet statt in einem Versuchslabor.
Die Konsolidierung von Gelerntem, als auch das freie Assoziieren von Gedanken und gewonnen Eindrücken gelingt in der freien Natur besser. Der gleiche Effekt der AR bringt auch wieder Ordnung in emotionales Chaos. Wald und Berge stimmen eindeutig positiver. Eine Studie aus Stanford zeigte jüngst, dass 90min Spazierengehen in einem Park jene Areale unseres Vorderlappens im Gehirn restauriert, die für das depressive Grübeln verantwortlich sind. Und das bei jedem Wetter. Englische und niederländische Forschungsarbeiten haben in den letzten Jahren belegen können, dass Menschen über weniger psychische Beschwerden klagen, wenn sie in der Nähe von einem Park wohnen. Als Folge hiervon sind ihre allgemeinen Stresshormone niedriger, ihre Herzfrequenz geringer und ihr Atemrhythmus stabiler -bei vergleichbarer Belastung. Wahrscheinlich moderiert die multisensorische Erfahrung in der Natur (also, was wir sehen, hören und riechen) diese psychisch gesundenden Effekte. Insbesondere das visuelle Erleben der Naturfarben scheint dabei jedoch einen besonders signifikanten Einfluss auszuüben. Wir sehen nämlich nicht mit den Augen, sondern mit dem Gehirn: Die Reizverarbeitung der beiden vorherrschenden Naturfarben „grün“ und „blau“ tragen neurophysiologisch zu einer Beruhigung bei. Der Anblick grüner Natur entspannt geistig und reduziert das Gefühl von Depressivität oder Wut. Heilsame Effekte der Natur treten bereits nach 30min lockerem Gehen bzw. Wandern auf.
Das Unbewusste: Ein verborgener Geist
Der unbewusste Geist ist für die exakten Wissenschaften immer noch ein großes Rätsel. Tatsächlich ist das Gehirn immer aktiv, auch wenn gerade keine spezifische Aufgabe zu lösen ist. Es registriert, wie warm eine Hand ist, die die Haut berührt, oder ob eine Stimme vertraut ist. Diese spontane oder intrinsische Hirnaktivität bildet für Michele Farisco die grundlegende Ebene des Bewusstseins. Bewusstsein interpretiert er dann als umfassende Eigenschaft des Gehirns, die in zwei Modalitäten auftreten kann: Wir sind uns etwas gewahr oder nicht.
Es gibt für Farisco einen bewussten Geist im traditionellen Sinn: Er löst Aufgaben gezielt und kann seine Ergebnisse berichten. Parallel dazu existiert ein unbewusster Geist, der immer arbeitet, aber normalerweise im Verborgenen bleibt. Ein Beispiel dafür, dass sich Bewusstes und Unbewusstes überlappen können, ist für Farisco das Träumen. Da wir unbewusst träumen, uns jedoch bewusst an Träume erinnern können, müssten beide Modalitäten des Geistes miteinander verbunden sein.
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Auch der Psychologe Ran Hassin von der Hebräischen Universität in Jerusalem glaubt, dass Geist nicht auf Bewusstsein zu reduzieren ist. Unsere wie aus dem Nichts hervorschießenden Gedanken könnten nur aus dem Unbewussten kommen, sagt er. Bevor ich denke, denkt es. Unser Bewusstsein habe nur geringe Kapazitäten, es sei auf ein unterirdisches Fundament angewiesen. Hassin möchte mit Experimenten untermauern, dass wir sogar Rechenaufgaben unbewusst lösen können. Das Unbewusste scheint ziemlich clever zu sein.
Unbewusstes Lernen und Erinnern
Trotzdem halten sich in der Hirnforschung bis heute die alten Dogmen. Eines besagt, dass der Hippocampus, eine seepferdchenförmige Hirnstruktur, nur bewusste Erlebnisse speichern und verarbeiten könne, aber keine unbewussten. Die Berner Psychologin Katharina Henke dagegen hat eine andere Theorie. Sie hat experimentell untersucht, dass unbewusstes Erinnern und Lernen auch bei anspruchsvolleren Aufgaben möglich ist. Das Gehirn tut nie nichts. Das meiste davon passiert für den Mensch unbewusst.
Fragmentiertes Bewusstsein und die Hartnäckigkeit des Unbewussten
Fragmentiertes Bewusstsein: Unter bestimmten Umständen kann die Farbe, aber nicht mehr die Form eines Reizes wahrgenommen werden. Das Unbewusste bleibt widerspenstig. Aber Hartnäckigkeit bei der Kontaktaufnahme könnte sich lohnen. Denn auch wenn das Bewusstsein gestört oder ausgeschaltet ist, funktionieren vielleicht unbewusste Anteile des Geistes. Auch wenn sie nicht das vollständige Bewusstsein wiedererlangen. Und das muss nicht auf Wachkomapatienten begrenzt bleiben. Katharina Henke von der Universität Bern glaubt, dass Ähnliches auch für den Umgang mit Dementen gilt. Sie hat untersucht, wie stark diese generell von Amnesien, also von totalem Gedächtnisverlust betroffen sind. Und haben gefunden, dass die Personen, die keine sehr, sehr schwere Amnesie haben, unbewusst noch episodisch lernen konnten und auch erinnern konnten. Deswegen darf man Demente und Amnestiker nicht unterschätzen.
Assoziationen im Ideenmanagement
Neue Ideen entstehen meist dank neuer Assoziationen - am wildesten beim Träumen. Neue Verbindungen zwischen vorhandenen Vorstellungen und Erinnerungen entwickeln zu können, ist eine der wichtigsten Fähigkeiten des menschlichen Gehirns, wenn es darum geht, kreativ zu sein und sich etwas einfallen zu lassen.
In unserem Gehirn sind die Begriffe, mit denen wir unsere bewussten Gedanken in Worte fassen, als neuronale Verdrahtungen repräsentiert. Wenn wir etwa das Wort „Hölzchen“ denken oder hören, werden die Verschaltungen des entsprechenden Erregungsmusters aktiviert. Auch die Beziehungen zwischen verschiedenen Begriffen und Worten sind in Form sogenannter „semantischer Netze“ in den neuronalen Strukturen abgebildet.
Viele Kreativitätstechniken beruhen darauf, gezielt zu assoziieren. Am bekanntesten sind „Brainstorming“ und „Brainwriting“. Andere Kreativitätstechniken nutzen nicht die bereits in den Gehirnen vorhandenen Verbindungen, sondern versuchen, neue Ideen durch erzwungene Kombinationen anzuregen.
Tatsächlich kann unser Gehirn kaum aufhören, unablässig Assoziationen zu produzieren. In unserem Gehirn sind nicht nur die sprachlichen Begriffe repräsentiert, sondern genauso gibt es Verschaltungen und Aktivierungsmuster für Bilder, Gerüche und nichtsprachliche Klänge. Oft ist uns allerdings ein großer Teil dessen, was in unseren assoziativen Netzen abgelegt wurde und bei entsprechenden Impulsen aktiviert wird, gar nicht bewusst - zumindest nicht sofort. Sigmund Freud nutzte Assoziationen, um ins Unbewusste verdrängte Erfahrungen wieder zugänglich und damit deren Auswirkungen bearbeitbar bzw. heilbar zu machen.
Eine weitere für das Ideenmanagement interessante Eigenheit des Unbewussten ist, dass es auch ohne unser bewusstes Zutun arbeitet. Dabei verarbeitet es auch Material, das nur unterschwellig wahrgenommen und gespeichert wurde - und das ist ja sehr viel mehr, als uns bewusst ist. Dieser Verarbeitungsprozess, bei dem eine Vielzahl neuer (und oft sehr kreativer) Assoziationen hergestellt wird, ist beim Träumen besonders intensiv und „wild“.
Um auf Verbesserungsideen zu kommen, wäre es hilfreich, wenn der Mitarbeiter zwischendurch die Möglichkeit hat (bzw. dabei unterstützt wird), seine Wahrnehmung frei schweifen zu lassen. Beiläufig und unterschwellig wird der Mitarbeiter jedoch sehr viel mehr wahrnehmen und speichern, als ihm bewusst wird. Input, der zwar zunächst keine bewusste Beachtung findet, aber trotzdem unbewusst wahrgenommen wird, besteht zuweilen aus Indizien für Verbesserungspotentiale.
Bei vielen Kreativitätsmethoden steht ein idealtypischer Ablauf Pate, demzufolge das Problem oder Thema zunächst in einer „Explorationsphase“ durchdrungen wird. Dann wird gern eine spezielle „Inkubationsphase“ eingebaut, während der sich die Teilnehmer entspannen und gedanklich weit vom eigentlichen Thema entfernen, damit vor allem ihr Unbewusstes am Finden einer Lösung „arbeitet“. Wenn diese dann als „Illumination“ einem oder mehreren der Teilnehmer bewusst wurde, erfolgt die weitere Ausarbeitung in der anschließenden „Elaborationsphase“.
Ideenmanagement wird idealerweise im Kontakt mit Personen erlebt, zu denen eine positive emotionale Beziehung besteht (z.B. Ideenmanagement wird durch relevante Personen promotet, etwa indem Ideen und Verbesserungen eine hohe Bedeutung zugewiesen und den Beiträgen hierzu ein großer Stellenwert eingeräumt wird. Ideenmanagement ist präsent. Es ist als System sichtbar und kommt zur Sprache, wodurch entsprechende Bahnungen stabilisiert und Assoziationen zum Ideenmanagement gefördert werden. Ideenmanagement stellt sich in Bildern und Geschichten dar, die ein breites Spektrum an Werten und Emotionen ansprechen. Ideenmanagement führt möglichst viele und unterschiedliche umgesetzte Ideen vor Augen, damit Mitarbeiter einen reichen und vielfältigen Fundus an „inneren Bildern“ und Vorstellungen davon entwickeln, wie und worin sich Verbesserungspotentiale zeigen können. Ideenmanagement bietet Zugänge und Berührungspunkte, die möglichst viele Sinne positiv ansprechen und positive Gefühle und Assoziationen auslösen, wenn man eine Idee platziert, votet, kommentiert oder bewertet, wenn man sich informiert oder über Ergebnisse informiert wird. Ideenmanagement nutzt Begrifflichkeiten und Worte, die positive Gefühle und Assoziationen auslösen. Es macht einen Unterschied, ob man eine Idee einbringt, einen Vorschlag einreicht oder einen Antrag stellt. Ob man einen Vorschlag zu begutachten oder zu entscheiden hat. Ideenmanagement wird durch Qualifizierungsmaßnahmen zu Kreativitätsmethoden unterstützt. Generell werden Mitarbeiter inspiriert und ihre Fähigkeiten zum Assoziieren und Querdenken werden angeregt und gefördert.
Assoziation als psychologisches Konzept
Der Begriff der Assoziation beschreibt in der Psychologie die Verbindung von Vorstellungen, Konzepten, Ideen oder Gefühlen. Dieser Vorgang wird nicht bewusst gesteuert, sondern geschieht automatisch. Wir hören etwa das Wort „Winter“, wodurch automatisch Bilder von Schnee, ein Gefühl von Kälte oder von einem Erlebnis beim Wintersport ins Bewusstsein kommen. Grundsätzlich werden bei Assoziationen zwei oder mehr Einzelelemente miteinander gekoppelt. Dieser Vorgang bewirkt, dass neuronale Muster im Gehirn entstehen. Durch diese Verbindungen, die durch regelmäßige Wiederholungen gestärkt werden, werden bei der Aktivierung eines der Elemente auch die damit gekoppelten aktiv. Das bedeutet, dass zwischen den assoziierten Dingen eine Beziehung besteht oder sie einander ähnlich sind.
Die Assoziation von Elementen der Wahrnehmung hat sich evolutionär bewährt. Wir finden etwa eine uns unbekannte Frucht, essen sie. Falls wir negative Wirkungen spüren, meiden wir sie in Zukunft und können diese Erkenntnis an andere weitergeben - ebenso, falls sie uns schmeckt und unser Nahrungsbedürfnis erfüllt. Diese Fähigkeit, verschiedene kognitive Elemente miteinander zu verknüpfen (z.B. Sinneseindrücke, Ideen oder Gefühle), ist auch im modernen Leben nach wie vor sinnvoll. Assoziationen haben daher auch einen Effekt auf das bewusste Denken. Sie laufen weitgehend schnell, automatisch und unbewusst ab und sind daher Eigenschaften des sogenannten „System 1“. Eine entscheidende Eigenschaft unserer Verknüpfungsmaschine ist das Ziel, Konsistenz und Kohärenz herzustellen. Es gibt für jede Wahrnehmung einen Kontext. Innerhalb dessen finden Assoziationen statt, das Gehirn stellt „Stimmigkeit“ her. Die Problematik mit automatischen Assoziationen entsteht dann, wenn die Verknüpfungen nicht relevant oder richtig sind oder der Anwendungskontext nicht passend „gelesen“ wird.