Die Diagnose eines Hirntumors bei einem geliebten Menschen ist ein einschneidendes Erlebnis. Es ist verständlich, dass Sie sich hilflos, traurig und überfordert fühlen. Dieser Artikel soll Ihnen helfen, Ihre Freundin bestmöglich zu unterstützen, mit Ihren eigenen Emotionen umzugehen und die Herausforderungen, die diese Situation mit sich bringt, zu meistern.
Die Diagnose Glioblastom: Ein Schock
Der Moment, in dem Sie erfahren, dass Ihre beste Freundin an einem Glioblastom erkrankt ist, kann erschütternd sein. Die Diagnose ist schrecklich und die Vorstellung, dass gemeinsame Zukunftspläne in Frage gestellt werden, ist herzzerreißend. Es ist normal, zu weinen, Angst zu haben und sich hilflos zu fühlen.
Es ist wichtig, sich einzugestehen, dass diese Gefühle berechtigt sind. Sprechen Sie mit jemandem über Ihre Ängste und Sorgen - einem anderen Freund, einem Familienmitglied oder einem professionellen Berater.
Was Ihre Freundin jetzt braucht
In dieser schwierigen Zeit ist es wichtig, für Ihre Freundin da zu sein. Aber was bedeutet das konkret?
- Seien Sie ehrlich und authentisch: Ihre Freundin braucht eine ehrliche Freundin. Versuchen Sie nicht, eine Rolle zu spielen, die Ihnen nicht entspricht.
- Fragen Sie, was sie braucht: Jeder Mensch geht anders mit einer solchen Diagnose um. Fragen Sie Ihre Freundin, wie Sie ihr am besten helfen können. Vielleicht möchte sie einfach nur reden, einen Film schauen, spazieren gehen oder ganz normale Dinge unternehmen.
- Hören Sie zu: Manchmal ist das Zuhören das Wichtigste, was Sie tun können. Geben Sie Ihrer Freundin die Möglichkeit, ihre Ängste, Sorgen und Gedanken mit Ihnen zu teilen, ohne zu urteilen oder Ratschläge zu geben.
- Bieten Sie praktische Hilfe an: Bieten Sie Unterstützung im Alltag an, z.B. bei Einkäufen, Arztterminen oder der Kinderbetreuung.
- Respektieren Sie ihre Grenzen: Ihre Freundin wird möglicherweise Phasen haben, in denen sie sich zurückziehen möchte. Respektieren Sie ihren Wunsch nach Privatsphäre und drängen Sie sie nicht, wenn sie nicht reden möchte.
- Verbringen Sie Zeit miteinander: Verbringen Sie Zeit mit Ihrer Freundin, auch wenn es nur für kurze Momente ist. Ihre Anwesenheit und Unterstützung bedeuten ihr viel.
- Helfen Sie bei organisatorischen Dingen: Bieten Sie Ihre Hilfe bei der Organisation von Arztterminen, der Kommunikation mit Versicherungen oder der Beantragung von Unterstützungsleistungen an.
Umgang mit der Behandlung
Ihre Freundin wird sich einer Bestrahlungs- und Chemotherapie unterziehen. Diese Behandlungen können sehr anstrengend sein und Nebenwirkungen verursachen.
Lesen Sie auch: Eine humorvolle Betrachtung toxischer Beziehungsmuster
- Informieren Sie sich über die Behandlung: Informieren Sie sich über die Art der Behandlung, die Ihre Freundin erhält, und über mögliche Nebenwirkungen. So können Sie besser verstehen, was sie durchmacht, und sie gezielter unterstützen.
- Begleiten Sie sie zu Arztterminen: Bieten Sie an, sie zu Arztterminen zu begleiten. Vier Ohren hören mehr als zwei, und Sie können ihr helfen, wichtige Informationen zu notieren und Fragen zu stellen.
- Unterstützen Sie sie bei der Bewältigung von Nebenwirkungen: Helfen Sie ihr, mit den Nebenwirkungen der Behandlung umzugehen, z.B. mit Übelkeit, Müdigkeit oder Hautirritationen. Ermutigen Sie sie, diese dem Arzt mitzuteilen, damit er entsprechende Maßnahmen ergreifen kann.
- Seien Sie geduldig: Die Behandlung kann lange dauern und es wird Höhen und Tiefen geben. Seien Sie geduldig und geben Sie Ihrer Freundin die Zeit, die sie braucht.
Die Bedeutung der Hoffnung
Auch wenn die Diagnose Glioblastom sehr ernst ist, gibt es immer Hoffnung. Es gibt Langzeitüberlebende, die mit denkbar schlechten Bedingungen gestartet sind und trotz allem Rezidive überstanden haben.
- Konzentrieren Sie sich auf das Positive: Konzentrieren Sie sich auf die positiven Aspekte der Situation, z.B. auf die Fortschritte, die Ihre Freundin macht, oder auf die schönen Momente, die Sie gemeinsam erleben.
- Vermeiden Sie negative Nachrichten: Vermeiden Sie es, ihr negative Nachrichten oder Statistiken über die Krankheit zu erzählen.
- Feiern Sie kleine Erfolge: Feiern Sie jeden kleinen Erfolg, den Ihre Freundin erzielt, z.B. wenn sie einen Tag ohne Übelkeit hat oder einen Spaziergang machen kann.
- Suchen Sie nach positiven Geschichten: Suchen Sie nach Geschichten von Langzeitüberlebenden und teilen Sie diese mit Ihrer Freundin.
Selbstfürsorge: Vergessen Sie sich nicht selbst
Es ist wichtig, dass Sie sich auch um sich selbst kümmern. Die Situation kann sehr belastend sein, und Sie müssen darauf achten, dass Sie nicht ausbrennen.
- Nehmen Sie sich Zeit für sich selbst: Nehmen Sie sich Zeit für Dinge, die Ihnen Freude bereiten und Ihnen helfen, zu entspannen.
- Sprechen Sie mit jemandem über Ihre Gefühle: Sprechen Sie mit einem Freund, einem Familienmitglied oder einem Therapeuten über Ihre Gefühle.
- Suchen Sie professionelle Hilfe: Wenn Sie sich überfordert fühlen, suchen Sie professionelle Hilfe bei einem Therapeuten oder Psychoonkologen.
- Treten Sie einer Selbsthilfegruppe bei: Der Austausch mit anderen Angehörigen von Krebspatienten kann sehr hilfreich sein.
- Achten Sie auf Ihre Gesundheit: Achten Sie auf eine gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf und regelmäßige Bewegung.
Informationen und Unterstützung
Es gibt viele Organisationen und Anlaufstellen, die Ihnen und Ihrer Freundin Unterstützung anbieten können.
- Krebsberatungsstellen: Krebsberatungsstellen bieten kostenlose Informationen, Beratung und Unterstützung für Krebspatienten und ihre Angehörigen.
- Psychoonkologen: Psychoonkologen sind spezialisiert auf die psychologische Betreuung von Krebspatienten und ihren Angehörigen.
- Selbsthilfegruppen: Selbsthilfegruppen bieten die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen und gegenseitig zu unterstützen.
- Kliniksozialdienst: Der Kliniksozialdienst berät Sie zu sozialrechtlichen Fragen und unterstützt Sie bei der Organisation von Hilfsangeboten.
- Zertifizierte Krebszentren: In zertifizierten Krebszentren arbeiten Experten aus verschiedenen Fachrichtungen eng zusammen, um eine optimale Behandlung und Betreuung zu gewährleisten.
Frührehabilitation bei Hirntumoren
Die Frührehabilitation bei Hirntumoren ist ein essenzieller Bestandteil des Gesamtbehandlungskonzepts und beginnt idealerweise bereits während des Aufenthalts auf der Intensivstation. Das primäre Ziel der Frührehabilitation bei Hirntumoren ist die Wiederherstellung oder Kompensation beeinträchtigter Funktionen. Dazu gehören motorische Fähigkeiten, kognitive Funktionen, Sprache und Schluckvermögen. Ebenso wichtig ist die psychosoziale Unterstützung, um den Betroffenen den Umgang mit ihrer Erkrankung zu erleichtern und die Rückkehr in den Alltag zu fördern.
Unterstützung im Beruf: Pflegezeit und Freistellung
Wenn Sie berufstätig sind und Ihre Freundin pflegen möchten, gibt es verschiedene Möglichkeiten, sich von der Arbeit freistellen zu lassen oder die Arbeitszeit zu reduzieren.
Lesen Sie auch: Auswege aus der Genervtheit
- Kurzfristige Freistellung: Sie können sich bis zu 10 Arbeitstage freistellen lassen, um die Pflege zu organisieren.
- Längere Freistellung: Sie können sich für einen Zeitraum von bis zu 6 Monaten vollständig oder teilweise freistellen lassen.
- Stundenreduzierung: Sie können Ihre wöchentliche Arbeitszeit für maximal 2 Jahre reduzieren.
Während einer Pflegezeit besteht Kündigungsschutz. Es gibt auch finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten, wie z.B. Pflegeunterstützungsgeld oder zinslose Darlehen.
Gemeinsam stark sein
Die Diagnose eines Hirntumors ist eine große Herausforderung, aber Sie sind nicht allein. Mit Liebe, Unterstützung und den richtigen Informationen können Sie Ihrer Freundin helfen, diese schwierige Zeit zu meistern. Bleiben Sie stark, verlieren Sie die Hoffnung nicht und vergessen Sie nicht, auch auf sich selbst zu achten.
Lesen Sie auch: Tipps und Tricks, um Ihre Freundin zu necken