Die neuromuskuläre Synapse: Definition, Aufbau und Funktion

Die neuromuskuläre Synapse, auch motorische Endplatte genannt, ist eine spezialisierte Kontaktstelle, die für die Übertragung von Nervenimpulsen von motorischen Neuronen auf Muskelfasern verantwortlich ist. Sie ermöglicht die willkürliche und unwillkürliche Steuerung der Muskelaktivität und ist somit essenziell für Bewegung, Atmung und andere lebenswichtige Funktionen.

Einführung in die neuromuskuläre Synapse

Das neuromuskuläre System verbindet Deine Muskeln mit dem Nervensystem, was Dir ermöglicht, Bewegungen präzise auszuführen. Die neuromuskuläre Synapse ist die Schlüsselkomponente in diesem System. Sie stellt die Verbindung zwischen dem Ende einer motorischen Nervenfaser und einer Muskelfaser her.

Aufbau der neuromuskulären Synapse

Die neuromuskuläre Endplatte ist genauso aufgebaut, wie eine „normale“ Synapse. Sie besteht aus drei Hauptkomponenten:

  1. Präsynaptische Membran: Das Ende des motorischen Neurons, auch Endknöpfchen genannt, enthält Vesikel mit dem Neurotransmitter Acetylcholin. Wenn ein Aktionspotential das Endknöpfchen erreicht, öffnen sich spannungsgesteuerte Calciumkanäle. Die daraufhin in die Zelle einströmenden Calciumionen binden an kleine Bläschen (Vesikel), die sich im Zytoplasma befinden und die mit dem Überträgerstoff (Transmitter) Acetylcholin gefüllt sind. Dadurch werden diese Vesikel dazu veranlasst, sich in Richtung der präsynaptischen Membran zu bewegen und mit dieser zu verschmelzen. Dieser Vorgang ist unter dem Namen Exozytose bekannt und hat zur Folge, dass der Inhalt der Vesikel, also in diesem Falle das Acetylcholin, nach außen hin entleert wird.
  2. Synaptischer Spalt: Ein schmaler Raum zwischen der prä- und postsynaptischen Membran, der die Diffusion des Neurotransmitters Acetylcholin ermöglicht.
  3. Postsynaptische Membran: Die Membran der Muskelfaser, auch motorische Endplatte genannt, enthält Rezeptoren für Acetylcholin. Die postsynaptische Membran ist mit einer Vielzahl von Rezeptoren für diesen Neurotransmitter ausgestattet. Diese Rezeptoren bezeichnet man als ionotrop, da sie mit einem Ionenkanal verknüpft sind, der sich nach Besetzung der Rezeptoren öffnet. Die hier vorkommenden Acetylcholin-Rezeptoren sind nikotinische Acetylcholin-Rezeptoren, ein Begriff der daher kommt, dass der Stoff Nikotin ebenfalls an diese Rezeptoren andocken kann.

Die Membran der Muskelzelle ist an der Kontaktstelle stark gefaltet, um die Oberfläche zu vergrößern und somit die Anzahl der Acetylcholin-Rezeptoren zu erhöhen. Dies verstärkt die Signalübertragung.

Funktion der neuromuskulären Synapse

Die Hauptfunktion der motorischen Endplatte lässt sich leicht anhand ihrer Lage herleiten: Sie ermöglicht die Übertragung eines Aktionspotenzials von einem alpha-Motoneuron auf eine Muskelfaser. Die neuromuskuläre Synapse Funktion beginnt mit dem Eintreffen eines Aktionspotentials am Endknöpfchen. Dies führt zur Depolarisation und Öffnung von Calciumkanälen. Die neuromuskuläre Synapse Funktion beginnt mit dem Eintreffen eines Aktionspotentials am Endknöpfchen. Dies führt zur Depolarisation und Öffnung von Calciumkanälen.

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  1. Aktionspotential erreicht das Endknöpfchen: Ein elektrisches Signal, das Aktionspotential, erreicht das Endknöpfchen des motorischen Neurons.
  2. Calcium-Einstrom: Durch die Depolarisation der Membran öffnen sich spannungsabhängige Calciumkanäle, und Calciumionen strömen in das Endknöpfchen ein.
  3. Acetylcholin-Freisetzung: Der Einstrom von Calciumionen löst die Exozytose der Acetylcholin-haltigen Vesikel aus. Acetylcholin wird in den synaptischen Spalt freigesetzt.
  4. Acetylcholin-Bindung: Acetylcholin diffundiert durch den synaptischen Spalt und bindet an nikotinische Acetylcholin-Rezeptoren auf der postsynaptischen Membran der Muskelfaser.
  5. Ionenkanal-Öffnung: Die Bindung von Acetylcholin öffnet Ionenkanäle, die für Natrium-, Calcium- oder Kaliumionen durchlässig sind. Es kommt zum Einfluss von Kationen und zu einer Depolarisation der Muskelfaser!
  6. Endplattenpotential: Der Einstrom von Natriumionen führt zu einer Depolarisation der postsynaptischen Membran, wodurch ein Endplattenpotential entsteht. Wenn dieses Potential einen Schwellenwert überschreitet, wird ein Aktionspotential in der Muskelfaser ausgelöst.
  7. Muskelkontraktion: Das Aktionspotential breitet sich entlang der Muskelfaser aus und löst eine Muskelkontraktion aus.
  8. Acetylcholin-Abbau: Der Neurotransmitter Acetylcholin löst sich nach einer Weile wieder von seinem Rezeptor. Die Acetylcholinesterase, baut dann das freie Acetylcholin im synaptischen Spalt ab. Dazu spaltet sie es in Acetat und Cholin. Die Moleküle können dann von der Präsynapse wieder aufgenommen und recycelt werden.
  9. Recycling von Acetylcholin: Die Spaltprodukte Acetat und Cholin werden von der präsynaptischen Membran wieder aufgenommen und zur Synthese von neuem Acetylcholin verwendet, das dann wieder in Vesikeln gespeichert wird.

Neuromuskuläre Adaptation durch Training

Durch regelmäßiges Training werden die neuromuskulären Systeme gezielt beeinflusst, was zu einer verbesserten Muskelkraft, Koordination und Ausdauer führt. Der Schlüssel zu dieser Anpassung liegt in der Art und Weise, wie Muskelfasern aktiviert und genutzt werden, sowie in den Veränderungen, die auf neuronaler Ebene stattfinden.

  • Erhöhung der Rekrutierung von Muskelfasern, was eine stärkere und koordiniertere Muskelkontraktion ermöglicht.
  • Verbesserung der intramuskulären Koordination, die zur effizienteren Nutzung des vorhandenen Muskelquerschnitts führt.
  • Steigerung der neuralen Effizienz, wodurch die Geschwindigkeit und Präzision der Signalübertragung zwischen Nerven und Muskeln verbessert wird.

Um die neuromuskuläre Adaptation effektiv zu fördern, ist eine kombinierte Strategie aus Kraft-, Ausdauer- und Koordinationstraining wichtig.

Neuromuskuläre Erkrankungen

Neuromuskuläre Erkrankungen umfassen eine Gruppe von Zuständen, die das neuromuskuläre System betreffen, also die Kommunikation zwischen Nerven und Muskeln. Beispiele hierfür sind:

  • Myasthenia Gravis: Eine autoimmune Erkrankung, bei der Antikörper die Acetylcholin-Rezeptoren blockieren oder zerstören, was zu Muskelschwäche führt.
  • Muskeldystrophien: Eine Gruppe von genetisch bedingten Erkrankungen, die den Muskelabbau und Schwäche verursachen.
  • Amyotrophe Lateralsklerose (ALS): Eine neurodegenerative Erkrankung, die die motorischen Neuronen betrifft und zu fortschreitender Muskelschwäche führt.
  • Spinale Muskelatrophie (SMA): Eine genetische Störung, die die motorischen Neuronen im Rückenmark betrifft und zu Muskelschwäche und -abbau führt.

Pharmakologische Beeinflussung der neuromuskulären Synapse

Bestimmte Substanzen können die Funktion der neuromuskulären Synapse beeinflussen:

  • Curare: Ein Pflanzengift, das Acetylcholin-Rezeptoren blockiert und zu Lähmung führt.
  • Nikotin: Wirkt wie Acetylcholin, wird aber nicht von der Cholinesterase abgebaut, was zu einer verlängerten Stimulation der Muskelzelle führt.
  • Alkylphosphate: Organische Phosphorverbindungen, die die Acetylcholinesterase hemmen und zu einer übermäßigen Stimulation der Muskelzelle führen.
  • Botulinumtoxin: Verhindert die Freisetzung von Acetylcholin und führt zu Lähmung.

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