Fußnervenschmerzen, oft begleitet von Kribbeln, Brennen oder Taubheitsgefühlen, können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Eine angepasste Ernährung kann hier eine unterstützende Rolle spielen, sowohl präventiv als auch therapeutisch. Dieser Artikel beleuchtet, welche Nahrungsmittel und Ernährungsstrategien bei Fußnervenschmerzen empfehlenswert sind und was Sie besser vermeiden sollten.
Ernährung und Bewegung als Basis für gesunde Nerven
Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung sind essenziell für die Gesundheit des gesamten Körpers, einschließlich der Nerven. Eine vollwertige Kost versorgt die Nerven mit wichtigen Nährstoffen und Energie, während Bewegung die Durchblutung und Sauerstoffversorgung fördert. Dies ist besonders wichtig zur Vorbeugung und Behandlung von Stoffwechselstörungen wie Diabetes, einer häufigen Ursache von Neuropathien. Bei Typ-2-Diabetes werden daher eine Ernährungsumstellung, Gewichtsreduktion und ein angepasstes Fitnessprogramm empfohlen, um dem Fortschreiten der Neuropathie entgegenzuwirken.
Wichtiger Hinweis: Rauchen erhöht das Risiko für Nervenschäden und kann bestehende Beschwerden verstärken. Ähnliches gilt für hohen Alkoholkonsum. Daher sollten Betroffene auf das Rauchen verzichten und Alkohol nur in Maßen genießen.
Frühzeitiges Handeln bei Empfindungsstörungen
Brennen und Kribbeln in den Füßen können frühe Anzeichen einer Nervenerkrankung sein. Nehmen Sie solche Empfindungsstörungen ernst und konsultieren Sie einen Arzt. Durch eine neurologische Untersuchung können Nervenschäden frühzeitig erkannt werden. Der Arzt prüft dabei die Wahrnehmung bestimmter Reize in den Füßen und versucht, die Ursache der Neuropathie zu finden. Eine häufige Ursache ist Diabetes, weshalb eine gute Blutzuckereinstellung eine wichtige Basismaßnahme ist, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern.
Ein Vitamin-B1-Mangel kann ebenfalls Neuropathien auslösen oder verstärken und Empfindungsstörungen wie Kribbeln, Brennen und Taubheitsgefühle in den Füßen hervorrufen. Diabetiker haben ein erhöhtes Risiko für einen Vitamin-B1-Mangel. Daher ist neben einer guten Blutzuckereinstellung auch der Ausgleich eines Vitamin-B1-Mangels von zentraler Bedeutung.
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Die Rolle von B-Vitaminen und Antioxidantien
Eine sinnvolle Ernährungsstrategie zur Linderung von Nervenschmerzen sollte sich auf antioxidative und entzündungshemmende Lebensmittel sowie eine ausreichende Zufuhr von B-Vitaminen konzentrieren.
B-Vitamine: Insbesondere B1, B6 und B12 sind wichtig für gesunde Nerven und deren Regeneration. Gute Quellen sind:
- Hülsenfrüchte
- Vollkornbrot
- Weizenkeime
- Rindfleisch
- Hühnchen
Antioxidantien: Vitamin C und E, Alpha-Liponsäure, Zink und sekundäre Pflanzenstoffe wie Polyphenole und Beta-Carotin reduzieren oxidativen Stress, wirken protektiv und entzündungshemmend. Sie finden sich in:
- Karotten
- Tomaten
- Spinat
- Brokkoli
- Vollkorngetreide
- Hafer
- Fermentierte Lebensmittel
Omega-3-Fettsäuren: Eicosapentaensäure (EPA) und Alpha-Linolensäure unterstützen eine gesunde Nervenfunktion und wirken entzündungshemmend. Gute Quellen sind:
- Fetter Fisch wie Lachs und Makrele
- Nüsse
- Lein- und Rapsöl
- Avocado
Was Sie vermeiden sollten
Alkohol und Tabak können das Fortschreiten der Nervenschädigung fördern und sollten daher vermieden werden. Auch ein hoher Zuckerkonsum, insbesondere bei Diabetikern, sollte reduziert werden, um den Blutzuckerspiegel optimal einzustellen und Folgeerkrankungen zu vermeiden.
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Die Bedeutung der täglichen Fußkontrolle
Nervenschäden in den Beinen können dazu führen, dass die Füße besonders anfällig für Verletzungen sind. Betroffene können ihre Füße oft nicht mehr richtig wahrnehmen, sodass kleine Risse, Druckstellen oder Blasen unbemerkt bleiben und sich zu tiefen Geschwüren entwickeln können. Daher ist es wichtig, die Füße täglich zu kontrollieren, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen und behandeln zu lassen.
Unpassende Schuhe gehören zu den häufigsten Auslösern von Fußverletzungen bei Menschen mit Neuropathien. Achten Sie daher beim Kauf darauf, dass Ihre Schuhe gut passen und keine scheuernden Nähte oder andere Stellen mit Verletzungspotenzial aufweisen. Auch Socken und Strümpfe mit zu eng sitzenden Bündchen können Schaden anrichten.
Aktiv bleiben und Lebensfreude bewahren
Trotz aller Einschränkungen, die eine Neuropathie mit sich bringen kann, ist es wichtig, aktiv zu bleiben und sich die Lebensfreude zu bewahren. Genießen Sie die schönen Dinge im Leben, gehen Sie möglichst viel an die frische Luft und verbringen Sie Zeit mit den Menschen, die Ihnen am Herzen liegen.
Spezielle Ernährungsempfehlungen im Detail
Antioxidative und entzündungshemmende Ernährung
Die Ernährung spielt eine entscheidende Rolle bei der Beeinflussung von Entzündungsprozessen im Körper. Eine Ernährung, die reich an Antioxidantien und entzündungshemmenden Substanzen ist, kann dazu beitragen, die Schwere der Polyneuropathie zu beeinflussen.
- Gemüse und Obst: Eine bunte Auswahl an Gemüse und Obst liefert wichtige Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Carotinoide (in rotem, gelbem und grünem Gemüse und Obst) und Flavonoide (in Tomaten, Fenchel, Blumenkohl, Äpfeln, Beeren und Zitrusfrüchten) wirken antioxidativ und unterstützen die Barrierefunktion der Darmzellen.
- Knoblauch, Zwiebeln und Lauch: Diese enthalten Sulfide mit hoher antioxidativer Kapazität.
- Pflanzliche Öle: Kaltgepresste Öle wie Olivenöl (virgin oder extra nativ), Lein- und Walnussöl sind reich an Polyphenolen, die ebenfalls antioxidativ wirken.
- Weitere entzündungshemmende Lebensmittel: Kohlgemüse, Soja, Kurkuma, Ingwer und grüner Tee können Entzündungsfaktoren hemmen.
Vollwert-Ernährung nach mediterranem Vorbild
Eine mediterrane Vollwert-Ernährung, die überwiegend vegetarisch und pflanzenbetont ist, kann Entzündungsprozesse vermeiden oder hemmen. Sie beinhaltet viel Gemüse, Obst, pflanzliche Öle, Nüsse, Fisch und bestimmte Kohlenhydratlieferanten. Ballaststoffe aus Gemüse und Obst dienen als Nährstoffe für die Dickdarmbakterien, die wiederum Nährstoffe (Butyrat und Propionat) für die Darmzellen liefern. Diese wirken sich positiv auf die Aktivität von NF-κB in den Darmschleimhautzellen aus.
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Vermeiden Sie schnell aufgenommene Kohlenhydrate (Weißmehl, helle Nudeln), um einen zu starken Blutzuckeranstieg zu verhindern. Komplexe Kohlenhydrate aus Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten sind besser geeignet, da sie den Blutzuckerspiegel langsamer ansteigen lassen.
Reduktion von Fleischkonsum
Bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen hat sich eine fleischarme oder vegetarische Ernährung bewährt, ergänzt durch Omega-3-Fettsäure-reichen Fisch (Makrele, Hering, Wildlachs). Omega-3-Fettsäuren wirken entzündungshemmend, während Arachidonsäure (eine Omega-6-Fettsäure aus tierischen Lebensmitteln) Entzündungen fördern kann. Verwenden Sie daher eher Lein-, Walnuss- und Rapsöl.
Ausreichende Flüssigkeitsaufnahme
Eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme von 1,5 - 2 Litern pro Tag ist wichtig, um die Schmerzempfindlichkeit nicht zu erhöhen. Trinken Sie idealerweise Mineralwasser, Leitungswasser und ungesüßten Kräutertee.
Normales Körpergewicht
Ein normales Körpergewicht hat einen positiven Effekt auf Schmerzen, da Fettgewebe entzündungsfördernde Substanzen (Leptin und Cytokine) freisetzt. Eine Gewichtsreduktion, insbesondere der Fettmasse, kann diese Prozesse reduzieren.
Fasten als Einstieg in eine gesunde Ernährung
Als Einstieg in die mediterrane Vollwert-Ernährung kann Fasten hilfreich sein. Einige Patienten mit rheumatischen Erkrankungen, Fibromyalgie und Migräne erleben bereits während der Fastenzeit eine Verringerung der Schmerzen. Fasten bedeutet in diesem Fall, einen bewussten Verzicht auf feste Lebensmittel und die Aufnahme von mindestens 3 Litern kalorienfreier Getränke pro Tag. Während des Fastens werden überschüssiges Bauchfett und entzündungsfördernde Botenstoffe abgebaut.
Die Länge der Fastenzeit sollte mit dem behandelnden Arzt abgestimmt und von ihm begleitet werden. Fasten sollte nicht bei Untergewicht durchgeführt werden, um Mangel an Vitaminen und Spurenelementen zu vermeiden.
Weitere wichtige Aspekte
Vitamin D
Menschen mit niedrigen Vitamin D-Spiegeln entwickeln laut einiger Studien häufiger Polyneuropathie. Nehmen Sie Vitamin D in normalen Mengen, um einen Mangel auszugleichen. Lassen Sie vorher Ihren Vitamin D-Spiegel im Blut messen.
Alpha-Liponsäure
In wissenschaftlichen Studien wurde eine starke Wirkung von Alpha-Liponsäure nur bei diabetischer Polyneuropathie untersucht und nur dann, wenn sie als Infusion gegeben wurde. Es kann zu Wechselwirkungen mit manchen Medikamenten kommen.
Kupfer
Ein Kupfermangel kann langfristig eine Polyneuropathie entwickeln. Gründe für einen Mangel können Operationen am Magen-Darm-Trakt oder Erkrankungen des Verdauungssystems sein. Auch eine große Aufnahme an Zink kann die Kupferaufnahme verhindern.
Vegane und glutenfreie Ernährung
Bei veganer Ernährung kommt es relativ häufig zum Mangel an B-Vitaminen. Gluten kann bei Menschen mit Glutenunverträglichkeit eine Polyneuropathie auslösen. Wenn Sie nicht an Zöliakie oder ärztlich diagnostizierter Gluten-Überempfindlichkeit leiden, sollten Sie auf eine glutenfreie Ernährung verzichten.
Salz
In Tierversuchen zeigte sich durch eine salzreiche Ernährung sogar ein Schutz vor Polyneuropathie. Dies reicht jedoch nicht aus, um in der Ernährung bei Polyneuropathie nun besonders viel Salz anzuwenden. Allerdings ist es ein Hinweis darauf, dass man Salz auch nicht meiden sollte.
Heilfasten
Heilfasten kann bei Polyneuropathie unter Umständen sinnvoll sein, vor allem wenn Diabetes die Ursache der Nervenschäden ist. Es sollte aber mit Fachleuten abgesprochen werden.
Kaffee
Kaffee in moderaten Mengen ist gesund. Falls eine Polyneuropathie durch Diabetes entstanden ist, kann der Kaffee sogar dabei helfen, den Blutzuckerspiegel zu senken.
Nahrungsergänzungsmittel während der Chemotherapie
Nahrungsergänzungsmittel während der Chemotherapie sind eine sehr komplexe Sache, die Sie mit Ihrem Arzt besprechen sollten. Für Acetyl-L-Carnitin wurden bei bestimmten Chemotherapien (insbesondere mit Platinderivaten) positive Wirkungen beobachtet.
Lebensmittel, die Gelenkschmerzen fördern können
Einige Lebensmittel können Entzündungen fördern und Gelenkschmerzen verstärken:
- Milch von Tieren: Enthält Casein, das entzündungsfördernd wirken kann.
- Wurst, Eier, Milch und Fleisch: Enthalten Arachidonsäure.
- Rotes Fleisch: Enthält Häm-Eisen, das sich nachteilig auf die Gelenkgesundheit auswirken kann.
- Pflanzenöle mit hohem Omega-6-Fettsäure-Gehalt: Stören das Gleichgewicht zu den Omega-3-Fettsäuren. Verwenden Sie stattdessen kaltgepresstes Leinöl, Rapsöl oder Walnussöl.
- Zucker: Wirkt als Mikronährstoff-Räuber und kann diese für Körperfunktionen unabdingbaren Nährstoffe blockieren.
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