Eine Meningitis, auch Hirnhautentzündung genannt, ist eine Entzündung der Hirnhäute, die Gehirn und Rückenmark umgeben. Sie kann durch verschiedene Erreger verursacht werden, darunter Viren, Bakterien und seltener auch Pilze. In diesem Artikel werden wir uns speziell mit der Pilzmeningitis befassen, ihren Ursachen, Symptomen, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten.
Was ist Pilzmeningitis?
Eine Pilzmeningitis ist eine seltene Form der Hirnhautentzündung, die durch Pilze verursacht wird. Sie tritt häufiger bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem auf, beispielsweise bei Krebspatienten oder Menschen mit AIDS. Invasive Pilzinfektionen können Entzündungen der Lunge, des Gehirns und anderer Organe auslösen. Etwa zwei Millionen Menschen jährlich sterben an invasiven Mykosen. Resistenzen gegen Pilzmedikamente sind eine der großen Herausforderungen in der Infektiologie.
Ursachen der Pilzmeningitis
Pilze können auf verschiedene Weise in den Körper gelangen und eine Meningitis verursachen. Zu den häufigsten Ursachen gehören:
- Hämatogene Streuung: Die Pilze gelangen über den Blutweg zu den Hirnhäuten.
- Direkte Ausbreitung: Bei Entzündungen im Nasen- und Rachenraum können sich die Pilze direkt zu den Hirnhäuten ausbreiten.
- Iatrogen: Durch medizinische Eingriffe, wie z. B. Injektionen, können Pilze in den Liquorraum gelangen.
Ein bekanntes Beispiel für eine iatrogen verursachte Pilzmeningitis ist der Fall in den USA, bei dem mehrere Menschen an einer durch einen Pilz verursachten Hirnhautentzündung starben, nachdem sie sich Spritzen gegen chronische Schmerzen hatten geben lassen. Die Medikamentchargen waren mit dem Pilz verunreinigt.
Einige der häufigsten Pilze, die eine Meningitis verursachen können, sind:
Lesen Sie auch: Alles über Herpes-Meningitis
- Candida
- Aspergillus
- Kryptokokken
- Coccidioides
Risikofaktoren
Menschen mit einem geschwächten Immunsystem haben ein erhöhtes Risiko für eine Pilzmeningitis. Zu den Risikofaktoren gehören:
- HIV/AIDS
- Krebs
- Organtransplantation
- Einnahme von Immunsuppressiva
- Diabetes mellitus
- Langzeitige Kortikosteroidtherapie
Symptome der Pilzmeningitis
Die Symptome einer Pilzmeningitis können denen anderer Formen der Meningitis ähneln, entwickeln sich aber oft langsamer. Zu den häufigsten Symptomen gehören:
- Kopfschmerzen
- Fieber
- Nackensteifigkeit
- Übelkeit und Erbrechen
- Lichtempfindlichkeit
- Verwirrung
- Krampfanfälle
In einigen Fällen kann die Pilzmeningitis auch chronisch verlaufen, mit einer über etwa vier Wochen andauernden Entzündung der Meningen.
Diagnose der Pilzmeningitis
Die Diagnose einer Pilzmeningitis erfordert in der Regel eine Lumbalpunktion, bei der eine Probe der Rückenmarksflüssigkeit (Liquor) entnommen und auf Pilze untersucht wird. Weitere diagnostische Maßnahmen können sein:
- Blutuntersuchungen: Um Entzündungszeichen und andere Erkrankungen auszuschließen.
- Bildgebende Verfahren: Wie MRT oder CT, um das Gehirn und die Hirnhäute darzustellen und andere Ursachen für die Symptome auszuschließen.
Die Liquorbefunde können je nach Ursache der Meningitis variieren. Bei einer Pilzmeningitis kann der Liquor klar oder trüb sein, die Zellzahl erhöht, der Glukosegehalt erniedrigt und der Proteingehalt erhöht sein.
Lesen Sie auch: Seltene Fälle von Meningitis nach Impfung
Behandlung der Pilzmeningitis
Die Behandlung der Pilzmeningitis umfasst in der Regel die Verabreichung von Antimykotika, entweder intravenös oder oral. Die Dauer der Behandlung hängt von der Art des Pilzes und dem Schweregrad der Infektion ab. In einigen Fällen kann auch eine Operation erforderlich sein, um infiziertes Gewebe zu entfernen.
Prof. Oliver Cornely, Infektiologe an der Uniklinik Köln, betont die Notwendigkeit weltweiter Studien zur Bekämpfung tödlicher Pilzinfektionen. Durch klinische Forschung und Grundlagenforschung konnten bereits neue diagnostische Tests entwickelt werden. Die Mycoses Study Group und die European Confederation of Medical Mycology (ECMM) arbeiten zusammen, um Studien zur Pilz-Meningitis und zu derzeit nicht behandelbaren Mykosen durchzuführen.
Prävention
Da die Pilzmeningitis häufig bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem auftritt, ist es wichtig, das Immunsystem zu stärken und Risikofaktoren zu vermeiden. Einige vorbeugende Maßnahmen umfassen:
- Vermeidung von unnötigen medizinischen Eingriffen: Um das Risiko einer iatrogenen Infektion zu minimieren.
- Stärkung des Immunsystems: Durch eine gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf und regelmäßige Bewegung.
- Vermeidung von Kontakt mit infizierten Personen: Um die Ausbreitung von Infektionen zu verhindern.
Andere Formen der Meningitis
Es ist wichtig, die Pilzmeningitis von anderen Formen der Meningitis zu unterscheiden, da die Behandlung unterschiedlich ist. Hier sind einige andere Arten von Meningitis:
- Bakterielle Meningitis: Wird durch Bakterien verursacht und ist ein medizinischer Notfall, der sofort mit Antibiotika behandelt werden muss. Häufige Auslöser sind Pneumokokken, Meningokokken, Haemophilus influenzae, Listerien sowie bei Neugeborenen das Darmbakterium E. coli.
- Virale Meningitis: Wird durch Viren verursacht und verläuft meist milder als die bakterielle Meningitis. Sie heilt üblicherweise ohne Behandlung nach Tagen bis wenigen Wochen von selbst und folgenlos ab.
- Nicht-infektiöse Meningitis: Kann durch Autoimmunerkrankungen, Krebs oder Medikamente verursacht werden.
Meningokokken-Meningitis
Die Meningokokken-Meningitis ist eine bakterielle Hirnhautentzündung, die durch das Bakterium Neisseria meningitidis verursacht wird. Neben den klassischen Beschwerden kommt es häufig zu makulopapulösen Exanthemen an Rumpf, unteren Extremitäten, Schleimhäuten und Konjunktiven. Typisch sind dabei massenhaft rote oder lilafarbene Flecken. Diese Purpura tritt nicht zwingend auf, ist aber ein sehr starkes Indiz für Meningokokken als Erreger.
Lesen Sie auch: Erwachsene Meningitis: Ein umfassender Überblick
Tuberkulöse Meningitis
Eine tuberkulöse Meningitis ist eine bakterielle Hirnhautentzündung, die durch das Mycobacterium tuberculosis verursacht wird und im Sekundärstadium einer Tuberkulose auftritt. Sie betrifft vor allem Jugendliche und Erwachsene sowie Menschen mit einer Immunschwächekrankheit. Nach den unspezifischen Tuberkulose-Symptomen entwickeln die Betroffenen Fieber (oft auch Fieberschübe), Kopf- und Rückenschmerzen. Darüber hinaus sind Augenmuskellähmungen oder Lähmungen der Gesichtsmuskulatur typisch. Eine tuberkulöse Meningitis endet unbehandelt tödlich.
Virale Meningitis
An einer viralen Meningitis erkranken vor allem Schulkinder und junge Erwachsene, Haupterkrankungszeit sind Sommer und Herbst. Häufig gehen einer viralen Meningitis Magen-Darm-Infekte sowie Schnupfen und Nasennebenhöhlenentzündung oder Infektionskrankheiten wie Windpocken, Masern oder Mumps voraus. Eine viral ausgelöste Meningitis verläuft meist harmloser und milder als eine bakterielle Hirnhautentzündung. Sie heilt üblicherweise auch ohne Behandlung nach Tagen bis wenigen Wochen von selbst und folgenlos ab.
tags: #fungal #meningitis #deutsch